Kari Traa (* 28. Januar 1974 in Voss) ist eine ehemalige norwegische Freestyle-Skierin. Sie war 16 Jahre im Weltcup erfolgreich, wurde 2002 Olympiasiegerin und ist vierfache Weltmeisterin und zählt damit zu den erfolgreichsten Freestylern Norwegens.

Werdegang Erste Erfolge als Juniorin Traa, die für den Voss Freestyle Klubb gab ihr internationales Debüt im Alter von 16 Jahren am 16. März 1990 im Freestyle-Skiing-Weltcup. Nach einem 20. Platz in La Clusaz, erreichte Traa bei den International Youth Championships in Pyhätunturi den fünften Platz auf der Buckelpiste. Zum Ende der Weltcupsaison 1990/91 gelang ihr in ihrer Heimatstadt Voss mit dem 13. Rang erstmals der Gewinn von Weltcup-Punkten.

Bei den International Youth Championships 1991 in Le Sauze gewann sie Bronze auf der Buckelpiste. In die Saison 1991/92 startete sie erfolgreich mit einem Punktgewinn in Tignes und ihrem ersten Top-10-Platz in Piancavallo. Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville startete sie ebenfalls auf der Buckelpiste und landete als zweitbeste Norwegerin am Ende auf dem 14. Platz. Die gleiche Platzierung hatte sie zuvor auch in der Qualifikation einfahren können.

Aufstieg in die Weltspitze Nach den Olympischen Spielen pausierte Traa für ein Jahr im Weltcup und trat erst im Dezember 1993 wieder an. Im Januar 1994 hatte sie zurück in die Weltspitze gefunden und landete in Breckenridge mit dem 15. Platz wieder einen Punktegewinn im Weltcup. Bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 1995 belegte sie auf der Buckelpiste am Ende den 17. Platz. Im Dezember 1995 startete Traa in Tignes erstmals auch in der Disziplin Synchron-Buckelpiste (engl. Dual-Moguls) und gewann nach dem neu eingeführten Punktesystem auch hier auf Anhieb erste Weltcup-Punkte.

Am 19. Januar 1996 gelang Traa in Breckenridge mit Rang drei auf der Buckelpiste der erste Podestplatz. Am Ende der Saison 1995/96 belegte sie in der Buckelpiste-Gesamtwertung Rang sechs, in der Synchron-Buckelpiste-Gesamtwertung Rang 19 und in der Weltcup-Gesamtwertung Rang 22. Zu Beginn der Saison 1996/97 in gelang ihr eine weitere Leistungssteigerung, so dass sie am 9. Januar 1997 in Mont-Tremblant ihr erstes Weltcup-Rennen gewinnen konnte. Diesen Erfolg wiederholte sie kurz darauf in Lake Placid. Auch in Breckenridge wäre ihr dieser Erfolg fast gelungen, jedoch musste sie sich dort mit 0,05 Punkten hinter der Lokalmatadorin Donna Weinbrecht als zweite aufs Podest stellen. Bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 1997 landete Traa auf einem guten fünften Rang.

Nachdem sie am 21. Februar 1997 erstmals auch auf der Synchron-Buckelpiste einen Podestplatz erreichte, gewann sie nur eine Woche in gleicher Disziplin den Wettbewerb in Meiringen-Hasliberg. Zu Beginn der Olympiasaison 1997/98 konnte Traa in La Plagne und in Blackcomb erneut als dritte das Podest erreichen, bevor sie bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano hinter Tae Satoya und Tatjana Mittermayer Bronze auf der Buckelpiste gewann.

Nach weiteren Weltcupsiegen in Tandådalen und Zauchensee konnte Traa am Ende der Weltcup-Saison 1997/98 ihren ersten Gesamtsieg in der Synchron-Buckelpiste-Wertung feiern. Auch in der Gesamtwertung der Buckelpiste konnte sie sich als Fünfte gut platzieren.

In die Weltcup-Saison 1998/99 startete Traa erst im Januar 1999. Nach guten Top-10-Platzierungen und einem 12. Platz in Heavenly, stand sie Ende Januar in Blackcomb als Dritte wieder auf dem Podium. Bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 1999 in Hasliberg gewann Traa in beiden Disziplinen die Silbermedaille. Nach der Weltmeisterschaft startete sie im Europacup und gewann beide Rennen in Eikedalen.

Dominanz im Weltcup Die Saison 1999/2000 begann Traa mit drei Siegen in Tandådalen und Blackcomb. Nach einem zwölften Rang in Deer Valley gewann sie zudem das Buckelpiste-Rennen in Mont-Tremblant. Nachdem sie in der Folge ebenfalls mehrere Podestränge erreichte, landete sie am Saisonende in der Synchron-Buckelpiste-Wertung nach 1997/98 erneut auf dem ersten Rang. In dieser Saison lag sie jedoch auch in der Weltcup-Gesamtwertung als siebente auf einem sehr guten Rang.

In die folgende Saison startete Traa mit einem Sieg und einem zweiten Rang in Tignes und Deer Valley sowie einem Sieg in Mont-Tremblant. Damit kam sie als Favoritin zu den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 2001 in Whistler. Dort wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann in beiden Buckelpisten-Disziplinen die Goldmedaille. Als Weltmeisterin gewann sie nur eine Woche später das Rennen in Sunday River und eine weitere Woche später ebenfalls den Wettbewerb im japanischen Inawashiro. Bis auf einen fünften Rang in Himos stand sie nach der Weltmeisterschaft bis zum Saisonende immer auf dem Podium. Am Ende feierte sie ihren ersten Sieg in der Buckelpiste-Gesamtwertung. In der Weltcup-Gesamtwertung wurde sie am Ende mit nur einem Punkt durch die Australierin Jacqui Cooper auf den zweiten Rang verwiesen.

In der folgenden Saison 2001/02 setzte es sich Traa zum Ziel, die Gesamtwertung in ihrem elften Jahr im Weltcup endlich zu gewinnen. Vielversprechend begann sie die Saison mit zwei Siegen in Tignes und Steamboat. Auch in Saint Lary und Lake Placid stand sie ganz oben auf dem Podium. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie nach Bronze 1998 die Goldmedaille auf der Buckelpiste. Nach diesem Erfolg gewann sie auch das Saisonfinale in Ruka und damit am Ende auch deutlich die Weltcup-Gesamtwertung sowie auch wiederholt die Disziplinenwertung auf der Buckelpiste.

Auch in der Saison 2002/03 war sie wieder erfolgreich und gewann nach einem sechsten Rang in Tignes bereits das zweite Rennen in Sauze d’Oulx. Nach weiteren guten Ergebnissen startete Traa bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 2003 in Deer Valley und gewann nach 2001 zum zweiten Mal beide Titel. Nachdem sie bis Saisonende erneut die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung nicht mehr aus der Hand gab, verteidigte sie zum ersten Mal ihren Titel. In den Disziplinenwertungen lag sie auf den Rängen zwei und drei.

In der Saison 2003/04 konnte Traa nicht mehr durchweg Siege oder Podestränge erreichen, sondern landete in einzelnen Rennen sogar abseits der besten zehn. Trotzdem reichte es am Ende zum dritten Mal in Folge für den Gesamtsieg im Weltcup.

Leistungseinbruch und Karriereende Mit nunmehr 30 Jahren startete Traa als Titelverteidigerin in die Saison 2004/05. Nach einem zweiten Rang in Tignes und einem neunten Rang in Mont-Tremblant erhielt Traas Karriere in Lake Placid mit Rang 30 auf der Buckelpiste nach den Erfolgen im Vorjahr erstmals einen Dämpfer. Zwar konnte sie sich in Fernie mit einem Sieg in der Weltspitze zurückkämpfen, jedoch blieben Erfolge wie dieser immer mehr die Ausnahme. Bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 2005 in Ruka gewann sie noch einmal Silber auf der Synchron-Buckelpiste und beendete im Anschluss die Saison als Sechste der Weltcup-Gesamtwertung sowie auf Rang zwei der Buckelpiste-Gesamtwertung.

In der Saison 2005/06 erreichte sie noch einmal drei Weltcup-Siege, bevor sie bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin mit der Silbermedaille auf der Buckelpiste ihre olympische Medaillensammlung komplettierte. Nach einem weiteren zweiten Rang in Jisan und einem 23. Platz in Inawashiro beendete sie zum Abschluss des Weltcups das Rennen in Apex auf dem fünften Rang. Damit lag sie am Ende in der Buckelpisten-Gesamtwertung erneut auf dem zweiten Rang. In der Weltcup-Gesamtwertung reichte es nur zu Rang fünf. Obwohl ein Aufwärtstrend erkennbar war, war es ihr letzter Start im Weltcup.

Ihre internationale Karriere beendete sie mit dem Start bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 2007 in Madonna di Campiglio, wo sie auf der Buckelpiste noch einmal den elften Rang herausfuhr.

Außerhalb des Sports Außerhalb des Sports erreichte Traa besondere mediale Aufmerksamkeit, nachdem sie sich 2001 in erotischen Posen für das Magazin Ultrasports ablichten ließ.Kari Traa bei Bleacher Report 2002 gründete Traa ein Bekleidungsunternehmen, für dessen Kollektionen sie zweimal Preise gewann. 2006 veröffentlichte sie ihre Biografie Kari. Nach dem Ende ihrer Karriere kümmerte sich Traa um die Förderung des Nachwuchses und war bei der Organisation diverser Weltcup-Veranstaltungen beteiligt. Sie gehört unter anderem zu den Organisatoren der Ekstremsportveko (deutsch: „Extremsportwoche“), eines mittlerweile international anerkannten Extremsportfestivals.

Traa wurde 2002 vom norwegischen Magazin MANN zur „Sexiest woman in Norway“.Bericht im Dagbladet vom 23. August 2002 2003 und 2004 wählten sie Her og Nå und TV 2 Nettavisen zur „Most sexy woman“. Diesen Titel verpasste sie 2007 bei der Wahl der TV-Sendung God kveld, Norge! nur knapp und wurde hinter Tone Damli Aaberge Zweite. auf side2.no.

Erfolge Olympische Spiele Albertville 1992: 14. Moguls Nagano 1998: 3. Moguls Salt Lake City 2002: 1. Moguls Turin 2006: 2. Moguls

Weltmeisterschaften La Clusaz 1995: 17. Moguls Nagano 1997: 5. Moguls Meiringen-Hasliberg 1999: 2. Moguls, 2. Dual Moguls Whistler 2001: 1. Moguls, 1. Dual Moguls Deer Valley 2003: 1. Moguls, 1. Dual Moguls Ruka 2005: 2. Dual Moguls, 15. Moguls Madonna di Campiglio: 11. Moguls

Weltcupwertungen Saison Gesamt Moguls Dual Moguls Skicross Halfpipe Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 1991/92 52. 1 20. 9 – – – – – – 1993/94 74. 17 30. 136 – – – – – – 1994/95 53. 38 20. 264 – – – – – – 1995/96 22. 74 6. 588 19. 76 – – – – 1996/97 17. 84 6. 420 8. 268 – – – – 1997/98 13. 86 5. 516 1. 344 – – – – 1998/99 15. 75 8. 300 6. 184 – – – – 1999/00 7. 89 5. 444 1. 372 – – – – 2000/01 2. 97 1. 484 – – – – – – 2001/02 1. 100 1. 600 2. 212 – – – – 2002/03 1. 125 2. 676 3. 204 16. 84 – – 2003/04 1. 104 2. 867 – – 35. 15 4. 120 2004/05 6. 52 2. 571 – – – – – – 2005/06 5. 53 2. 586 – – – – – –

Weltcupsiege Traa errang im Weltcup 62 Podestplätze, davon 36 Siege: Datum Ort Land Disziplin 9. Januar 1997 Mont-Tremblant Kanada Moguls 12. Januar 1997 Lake Placid USA Moguls 28. Februar 1997 Meiringen-Hasliberg Schweiz Dual Moguls 10. März 1998 Hundfjället Schweden Dual Moguls 14. März 1998 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Moguls 15. März 1998 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Dual Moguls 27. November 1999 Tandådalen Schweden Dual Moguls 27. November 1999 Tandådalen Schweden Moguls 5. Dezember 1999 Blackcomb Kanada Dual Moguls 5. Januar 2000 Mont-Tremblant Kanada Moguls 14. Dezember 2000 Tignes Frankreich Moguls 12. Januar 2001 Mont-Tremblant Kanada Moguls 28. Januar 2001 Sunday River USA Moguls 3. Februar 2001 Inawashiro Japan Moguls 11. Februar 2001 Iizuna Kōgen Japan Moguls 1. Dezember 2001 Tignes Frankreich Moguls 14. Dezember 2001 Steamboat USA Moguls 11. Januar 2002 Saint-Lary Frankreich Moguls 12. Januar 2002 Saint-Lary Frankreich Moguls 19. Januar 2002 Lake Placid USA Moguls 16. März 2002 Ruka Finnland Moguls 7. Dezember 2002 Sauze d’Oulx Italien Moguls 19. Dezember 2002 Ruka Finnland Moguls 8. Februar 2003 Steamboat USA Moguls 15. Februar 2003 Inawashiro Japan Moguls 2. März 2003 Voss Norwegen Dual Moguls 6. Dezember 2003 Ruka Finnland Moguls 20. Dezember 2003 Madonna di Campiglio Italien Moguls 30. Januar 2004 Deer Valley USA Moguls 31. Januar 2004 Deer Valley USA Dual Moguls 14. März 2004 Sauze d’Oulx Italien Moguls 22. Januar 2005 Fernie Kanada Moguls 18. Februar 2005 Sauze d’Oulx Italien Moguls 7. Januar 2006 Mont Gabriel Kanada Moguls 22. Januar 2006 Lake Placid USA Moguls 4. Februar 2006 Špindlerův Mlýn Tschechien Moguls

Europacup 2 Siege: Datum Ort Land Disziplin 19. März 1999 Eikedalen Norwegen Moguls 20. März 1999 Eikedalen Norwegen Dual Moguls

Weitere Erfolge Moguls-Bronze bei den Internationalen Jugendmeisterschaften 1991

Weblinks

Website von Kari Traa (deutsch, englisch, französisch, norwegisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Freestyle-Skier (Norwegen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Norwegen) Kategorie:Olympiasieger (Freestyle-Skiing)