Das japanische Unternehmen Fujifilm ist ein Technikkonzern mit vielen Geschäftsfeldern.

Das 1934 gegründete Unternehmen gliedert sich in die Kernbereiche Imaging (Digitalkameras, Bilderservice, Minilabs, Papier, Film), Information (grafische Systeme, Medical Systems, Material für Flachbildschirme) sowie Dokumentenverwaltung (Kopierer, Bürokommunikation, Digitaldruck). Fujifilm erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 2433 Milliarden Yen. Rund 7 Prozent des Umsatzes werden jedes Jahr in Forschung und Entwicklung investiert.

Zum Konzern gehören weltweit 241 Tochtergesellschaften und 49 Beteiligungsunternehmen, darunter Produktionsstätten in Japan, China, Indonesien, USA, den Niederlanden, Belgien und Deutschland sowie zahlreiche Forschungseinrichtungen.

Im Oktober 2006 nahm der Konzern die Struktur einer Holding an und verlagerte das Management des Gesamtkonzerns in die Fujifilm Holdings Corporation.Group Companies

Produkte Grafische Industrie Fujifilm bietet Produkte für die Druckindustrie: Plattenbelichter (Computer-to-Plate), digitale Proof Systeme, Druckplatten, Grafische Filme, Proof-Medien, Large Format Printing (Industrial Inkjet), Digitaldrucksysteme (POD), Software-Lösungen für Workflow, Color-Management und Digitaldruck, Verarbeitungs- und Prozesschemikalien (Druckvorstufe, Drucksaal etc.), Service und Consulting.

In das Kerngeschäft CtP-Druckplatten wird weiter investiert. Zu den Plattenwerken in Japan, USA, Europa und China hat Fujifilm ein weiteres Werk in China in Betrieb genommen und 2008 eine weitere Investition von 96 Millionen Euro zum Ausbau des Plattenwerks in Tilburg (Niederlande) angekündigt, und 2011 in Betrieb genommen., 9. Dezember 2011

Auch im industriellen Inkjet-Druck hat Fujifilm seine Kapazität durch Übernahmen erweitert: Die frühere Sericol Group Limited, jetzt Fujifilm Sericol, produziert Farben für Siebdruck und großformatige Industrie-Inkjetdrucker, die Avecia-Gruppe (jetzt Fujifilm Imaging Colorants) ist führend bei Tinten und Pigmenten für Tintenstrahldrucker, und Dimatix Inc. (jetzt Fujifilm Dimatix) führender Hersteller von Piezo-Druckköpfen für Tintenstrahldrucker., Februar 2008

Medizintechnik Fujifilm Medical Systems bietet komplette Systeme von der digitalen Bilderzeugung bis hin zur krankenhausweiten Bildverteilung. Ergänzend zum klassischen PACS für den Einsatz in Kliniken und Krankenhäusern wird AXON PACS als Archivlösung für kleine bis mittlere Praxen oder Praxisgemeinschaften angeboten. Zum Bereich „Medical Systems“ gehören auch Lösungen auf dem Gebiet der digitalen Radiographie, das Unternehmen gilt als deren Erfinder und ist auf diesem Sektor Weltmarktführer.

Anfang 2008 war die Übernahme des Arzneimittelherstellers Toyama angekündigt worden und damit der Ausbau von Fujifilm zum sogenannten „Healthcare“-Unternehmen. Der Umsatz im Sektor Medizin sollte in den folgenden zehn Jahren verdreifacht werden, das Spektrum dann von der medizinischen Vorsorge über die Diagnose bis zur Therapie reichen. Zuvor war das Unternehmen Daiichi Radioisotope Laboratories Ltd. übernommen und als Fujifilm RI Pharma in den Konzern integriert worden. Dies markierte den Einstieg in die nuklearmedizinische Imaging-Diagnose und therapeutische Radiopharmazeutika. Anfang 2007 war die amerikanische Problem Solving Concepts Inc. übernommen worden, um die Integration der Kardiologie in das Fujifilm-eigene PACS-System zu ermöglichen. Am 15. Dezember 2011 wurde die Übernahme von Sonosite, einem Spezialisten für tragbare medizinische Ultraschalldiagnosesysteme, bekanntgegeben.

Life Science Im Segment Life Science werden Fluoreszenz-Scanner und CCD-Kamera-Systeme für Bio-Imaging, digitale Autoradiographie, QuickGene Nukleinsäure-Extraktionssysteme für molekulare Diagnostik und Forensik und Clinical Chemistry Analyzers (Fuji Dri-Chem) angeboten. Im Rahmen der 2006 angekündigten Neuorientierung wurde der Bereich zum Kerngeschäft ernannt.

Industrie-Röntgen Der Bereich Industrie-Röntgen umfasst Film, Verarbeitungschemikalien, Entwicklungsmaschinen und digitale Radiographie für die zerstörungsfreie Materialprüfung.

Foto und Imaging Der Bereich Fotografie umfasst ein umfangreiches Spektrum von der Eingabe bis zur Ausgabe im fotografischen Prozess: Digitalkameras, Sofortbildkameras, Einwegkameras und Objektive. Weiterhin gehören zum Angebot Speicherkarten, analoge Kameras (Kleinbild-Sucherkameras und Einwegkameras), Bilderservices (digitale Minilabs, Foto-Bestell-Terminals, Sofortprint-Systeme, Large Format Printing), Filme (Farbnegativ, Dia, Sofortbild, Filme für Professionals) und Papiere (Color-Papier, Inkjet-Fotopapier). Insbesondere die Produkte der Instax Sofortbildserie verkaufen sich auch noch im Jahr 2014 gut.

Über den Online-Shop MyFujifilm werden gestaltbare Fotoprodukte angeboten wie Fotoabzüge, Fotobücher, Fotokalender, Fotokarten und Fotogeschenke, die mit eigenen Fotos personalisiert werden können.

Neben den Sofortbild- und Einwegkameras bietet Fujifilm verschiedene Modellreihen von Digitalkameras an. Anders als Konkurrenten wie Sony oder Canon verzichtet sie auf Kameras mit Vollformat-Sensor, sondern konzentriert sich auf Sensoren mit der APSC-Größe. Die X100-Serie besteht aus Kameras mit festeingebautem Objektiv, die X-Serie hingegen Kameras mit Wechselobjektiv (X-Bajonett).

Die meisten dieser Kameras sind im Retro-Look ausgeführt. Bei einigen lassen sich Verschlusszeit und ISO über Drehknöpfe einstellen. Als Besonderheit werden Filmsimulationen empfunden. Diese Stile sind alten Fotofilmen nachempfunden.

Mit dem G-Format (44 × 33 mm Sensor, G-Bajonett) stellt Fujifilm Kameras im Mittelformat her (GFX 50S, GFX 50R, GFX 100, GFX 100S). Außerdem stammen die Modelle XPan und Xpan II von Hasselblad. und von Fujifilm als TX-1 und TX-2 vertrieben. Ein weiteres Produkt von Fuji, dessen Produktion allerdings 2007 eingestellt wurde, war die Fachkamera GX680.

Seit Anfang 2009 bot Fuji eine Faltbalgen-Kamera für Rollfilm im Format 6 × 7 cm an, die von Cosina gebaut und als „Fujifilm GF670“ bzw. „Voigtländer Bessa III“ vertrieben wird.

Online-Fotoservice & instax Webshop MyFUJIFILM (früher FUJIdirekt) ist der Online-Shop von Fujifilm, der verschiedene Fotoprodukte und Kameras anbietet. Zum Sortiment gehören individuell gestaltbare Produkte wie Fotobücher, Fotoabzüge, Fotokalender, Wandbilder, Fotokarten und Fotogeschenke, die mit eigenen Bildern personalisiert werden können. Zusätzlich bietet der Shop Fujifilm instax-Produkte, darunter Kameras, Drucker, Filme und Zubehör, sowie die Einwegkamera Fujifilm QuickSnap an.

Im Jahr 2025 wurde MyFUJIFILM im Rahmen eines Vergleichs des Testportals „Kaufkompass“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) im Bereich Fotobücher mit der Auszeichnung Testsieger sowie vom Fachmagazin DigitalPHOTO mit der Bewertung 5/5 („SUPER“) ausgezeichnet.

Speichermedien mini|xD-Speicherkarte Fujifilm hat auch digitale Speichermedien (Digitale Massenspeicher und optische Medien) im Produktsortiment.

Während früher bei CD- und DVD-Medien vor allem hochwertige Ware des japanischen Herstellers Taiyo Yuden sowie aus eigener Produktion in Kleve (Deutschland) verkauft wurde, werden die meisten optischen Speichermedien jetzt von Ritek, Prodisc (Taiwan) und Moser Baer (Indien) für Fujifilm hergestellt.

Kinofilmmaterialien Fujifilm war der zweitgrößte Hersteller für Kinofilmmaterialien. Diese teilten sich in drei Bereiche auf: Kamera-Negativfilme für die Aufnahme, Intermediatefilme (für analoge und digitale Kopien), Printfilme für die Projektion. Die Herstellung von Kinofilmmaterialien wurde 2012 eingestellt, der Verkauf endete im März 2013. . Fujifilm, 13. September 2012, abgerufen am 24. Mai 2015.

Fotografischer Film mini|Rollfilm Reala 120 mini|Fujifilm Superia Reala 100 für Kleinbildkameras Weithin bekannt wurde Fujifilm in Westdeutschland um 1981 herum als Anbieter von Diafilmen („Fujichrome 100“), deren Markteinführung mit großem Werbeaufwand (u. a. mit dem Einsatz eines Blimps über dem Ruhrgebiet und dem Rheinland) beworben wurde. Diese Filme konnten erstmals den etablierten US-amerikanischen (Kodak) und deutschen (Agfa) Wettbewerbern erfolgreich Konkurrenz machen, da sie bei vergleichbarer Qualität anfangs nur ca. zwei Drittel der Wettbewerbsprodukte kosteten.

Der fotografische Film hat am Gesamtumsatz des Unternehmens heute nur noch einen Anteil von 3 %. Bekannte Filmmarken waren die Reala- (eingestellt 2013Fujifilm Apparently Discontinues Even More Films Than We Initially Thought, The Phoblographer, 27. Juli 2013Bowker, Daniela (2013): Five more Fujifilm films discontinued, Photocritic Photo School, 26. Juli 2013Laurent, Olivier (2013): Fujifilm confirms film discontinuations, British Journal of Photography, 26. Juli 2013) und Superia-Farbnegativfilme (eingestellt 2017Fujifilm Killing Off More Films in 2018, and Things Look Grim, petapixel.com, 27. Oktober 2017Film News: FujiFilm Discontinuations, japancamerahunter.com, August 2017RIP Superia? Fujifilm shelves more films, kosmofoto.com, 18. Mai 2017) mit 100, 200, 400, 800 und 1600 ASA, sowie der Sensia-Diafilm (eingestellt 2010Fujifilm's Sensia range discontinued, ephotozine.com, 11. August 2010) mit 100, 200 und 400 ASA. Ebenfalls bereits eingestellt wurde der Fuji Astia 100 F (eingestellt 2010Fujifilm announcement – The future of film, japancamerahunter.com, 8. September 2011Fujifilm To Discontinue Range Of Film, Ephotozine, 8. September 2011Zhang, Michael (2011): Sad News: Fujifilm Cuts a Number of Films from Its Lineup, petapixel.com, 9. September 2011).

Der professionelle Velvia-Farbdiafilm gilt seit seiner Einführung in den späten 80er Jahren als einer der schärfsten und farbintensivsten Farbdiafilme am Markt; weitere bekannte Produkte für professionelle Fotografen sind die Fuji Provia 100 F, 400 F (wurde 2007 durch den Provia 400X abgelöst, der wiederum 2013 eingestellt wurdeFujifilm Discontinues Neopan 400 B&W and Provia 400X Slide Film, PetaPixel, year=2013), und der Velvia 100 F und der limitierte und nur in Japan erhältliche Fortia-Diafilm. 2007 wurde der Nachfolger des „Velvia“ eingeführt, der „Velvia 50“ mit einer veränderten Emulsion, die aufgrund von Lieferproblemen mit den vorher verwendeten Chemikalien notwendig wurde. Im Sommer 2012 wurde jedoch bekannt, dass zahlreiche Formate des „Velvia“-Sortiments auf Grund weltweit sinkender Nachfrage zum Jahresende vom Markt genommen werden.

Heute (2017) produziert Fuji noch vier Photofilme:

Farbdiafilme:

Fuji Velvia in 50 und 100 ASA Fuji Provia 100 (auch verkauft als „Agfaphoto CT Precisa“)

Farbnegativfilm:

Farbnegativfilm Fujicolor C200 (auch verkauft als „Agfaphoto Vista Plus 200“)

SW-Negativfilm:

Neopan 100 Acros.

Derzeit (2017) ist es unklar, ob der Farbnegativfilm Superia 400 X-tra (auch verkauft als „Agfaphoto Vista Plus 400“) noch produziert wird, oder ob nur bis 2017 produzierte Chargen abverkauft werden.

Schmalfilm Fuji entwickelte 1966 als Alternative zum Super-8-Format von Kodak das Single-8-Format, das bei Schmalfilmern in Japan beachtliche Verbreitung erlangte, im europäischen Markt jedoch hinter Super-8 nur eine untergeordnete Rolle spielte. Die Kassetten beider Systeme sind nicht kompatibel, der Film nach der Entwicklung hingegen schon.

Standorte Europa und Deutschland