Der Sensebezirk (, Freiburger Patois ) ist einer der sieben Bezirke im Kanton Freiburg in der Schweiz und der einzige rein deutschsprachige dieser Bezirke.
Geografie Benannt ist er nach dem Fluss Sense, der den Grossteil seiner östlichen Grenze zum Kanton Bern bildet. Auch die Ärgera (französisch Gérine) und die Galtera (französisch Gottéron) durchfliessen den Sensebezirk, ihre Quellen befindet sich, wie auch die der Sense, im Senseoberland. Dieses befindet sich im südlichen Teil des Bezirks und gehört zu den Freiburger Voralpen. Norden und Westen dagegen sind dicht besiedelt und gehören zu den Agglomerationen Bern oder Freiburg.
Der tiefste Punkt des Sensebezirks befindet sich an der Saane bei der Gemeinde Bösingen auf und der höchste Punkt in der Gemeinde Plaffeien auf dem Schafberg mit .
Geschichte Zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert begannen die Alemannen mit der Besiedlung der Region und waren Träger der Germanisierung und des Landausbaus durch Rodung im Südosten des heutigen Kantons. Stellenweise überschritten sie die Saane.
Die Region Sense wurde 1076 erstmals als Sensuna erwähnt und ist seit der Neuaufteilung der ehemaligen vier Stadtpanner ein eigener Bezirk. Der Sensebezirk gehörte bis zum Ancien Régime grösstenteils zum Aupanner und damit zum Hoheitsgebiet der Republik Freiburg (Respublicas Friburgensis). Der Sensebezirk hat auch einen eigenen Dialekt, der als Senslerdeutsch bezeichnet wird.
Der Oberamtmann des Sensebezirks (Regierungsstatthalter) heisst Manfred Raemy. Der Oberamtmann wird alle fünf Jahre vom Volk gewählt. Er ist verantwortlich für die öffentliche Ordnung und hat dazu die Instrumente «Feuerwehr» und «Polizei» zur Verfügung. Er wacht zudem über das gute Funktionieren der Gemeinden (Rekursinstanz für Entscheid der Gemeinde) und ist administratives Organ für die Jagd, Fischerei und die Verwaltung der Hunde. Der Oberamtmann stellt zudem Strafbefehle aus (Bereiche Verkehrsdelikte und Baupolizei).
Bevölkerung Der Sensebezirk hat Einwohner (Stand: ). Damit ist er der drittgrösste Bezirk des Kantons. Die Bevölkerungsdichte liegt mit Einw./km² unter dem kantonalen Durchschnitt.
+ Bevölkerungsentwicklung 1900–2010 (PDF-Dokument), von Januar 2012, Amt für Statistik des Kantons Freiburg Gemeinde 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 Alterswil 1365 1511 1592 1560 1664 1613 1607 1532 1538 1700 1881 1929 Bösingen 1438 1662 1791 1876 1887 2008 2091 1729 1808 2606 3117 3286 Brünisried 404 431 430 438 434 424 397 404 430 457 561 640 Düdingen 3453 3956 4160 3259 3634 4033 4248 4932 5572 6356 6712 7325 Giffers 683 661 650 690 768 770 812 1084 1185 1363 1393 1420 Heitenried 748 811 819 758 886 833 771 791 761 905 1101 1290 Oberschrot 612 682 658 707 733 761 715 728 708 849 1006 1136 Plaffeien 1124 1315 1364 1367 1466 1449 1352 1448 1453 1650 1938 1911 Plasselb 467 509 508 518 560 676 671 648 732 913 980 1 013 Rechthalten 1088 1178 1206 1080 1118 1016 1015 878 862 958 1025 1085 St. Antoni 1523 1659 1705 1615 1628 1652 1574 1517 1570 1725 1924 1925 St. Silvester 596 604 654 660 766 761 639 681 796 830 955 922 St. Ursen 982 1067 1105 1073 1085 1139 1017 1027 1003 1066 1162 1251 Schmitten — — — 1461 1378 1576 1694 2289 2515 2819 3280 3801 Tafers 964 1280 1267 1436 1463 1570 1621 2021 2263 2324 2627 2851 Tentlingen 416 402 418 376 407 469 498 598 747 899 1 147 1218 Ueberstorf 1515 1476 1638 1688 1642 1721 1536 1552 1656 1858 2115 2367 Wünnewil-Flamatt 1160 1542 1834 1964 1963 2153 2549 4016 3774 4211 4916 5322 Zumholz 230 246 259 275 303 268 253 259 240 316 459 421 Sensebezirk 18'768 20'992 22'058 22'801 23'785 24'892 25'060 28'134 29'613 33'805 38'299 41'113
Gemeinden Zum Sensebezirk gehören 15 Gemeinden.Stand: 1. Januar 2021
Wappen Name der Gemeinde Einwohner() Flächein km² Einwohnerpro km² 35px Bösingen 35px Brünisried 35px Düdingen 35px Giffers 35px Heitenried 35px|Plaffeien Plaffeien 35px Plasselb 35px Rechthalten 35px Schmitten (FR) 35px St. Silvester 35px St. Ursen 35px|Tafers Tafers 35px|Tentlingen Tentlingen 35px Ueberstorf 35px Wünnewil-Flamatt Total (15)
Veränderungen im Gemeindebestand
1860: Namensänderung von Schrickschrot → St. Antoni
1922: Abspaltung von Düdingen → Schmitten
1953: Namensänderung von Bösingen → Grossbösingen
1962: Namensänderung von Grossbösingen → Bösingen
1964: Grenzbereinigung wegen Entstehung Schiffenensee: Düdingen
1971: Fusion Neuhaus und Plasselb → Plasselb
1974: Namensänderung von Wünnewil → Wünnewil-Flamatt
2017: Fusion Oberschrot, Plaffeien und Zumholz → Plaffeien
2021: Fusion Alterswil, St. Antoni und Tafers → Tafers
Siehe auch Maisingen Senseoberland Senslerdeutsch Sensler Museum
Weblinks
Gemeindeverband Region Sense
Literatur
Sensebezirk 1848–1998 – zum 150jährigen Bestehen des Sensebezirks im Kanton Freiburg (= Deutschfreiburger Beiträge zur Heimatkunde. Band 64). Hrsg. vom Deutschfreiburger Heimatkundeverein und von den Sensler Gemeinden. Freiburg 1998.
Einzelnachweise
Kategorie:Schweizer Bezirk