Schamfamilie Verlegenheit Befangenheit Schüchternheit Peinlichkeit Kränkung Schmach Minderwertigkeitsgefühl Eine Kränkung (von kränken, mittelhochdeutsch krenken ‚schwächen‘Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 391 (krenken).), veraltet auch Mortifikation, ist die tatsächliche oder vermeintliche Verletzung eines Menschen in seiner Ehre, seinen Werten, seinen Gefühlen, insbesondere seiner Selbstachtung.

Johann Christoph Adelung bezeichnete in seinem Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart 1796 die Kränkung als „Ärgerniß mit Traurigkeit verbunden.“ Als wissenschaftlich verwendeter Ausdruck in der Psychologie bezeichnet sie eine Verwundung der seelisch-psychischen Integrität, Sigmund Freud sah die narzisstische Kränkung als Selbstwertkränkung infolge einer Zurückweisung. Was kränkt macht krank.

Ein Beispiel einer Kränkung kann bereits das Nichterwidern eines Grußes sein, ob beabsichtigt oder nicht. Vergleiche Friedrich Schillers frühes Gedicht An Minna (1782): „Meine Minna geht vorüber? | Meine Minna kennt mich nicht?“ mit anschließender vielstrophiger Gefühlsentwicklung. Reinhard Haller beschreibt Gekränkte als „zu furchtbaren Racheakten fähig“. Kränkungen würden zudem bei Suchtpatienten eine wichtige Rolle spielen. Besonders anfällig seien auch „hypersensible Menschen, von denen es heute immer mehr gibt. Aber auch Narzissten, denn diese Menschen können mit Kritik überhaupt nicht umgehen.“

Siehe auch Narzisstische Kränkung Kränkungen der Menschheit Ehrdelikt

Literatur Siehe auch das Interview mit Reinhard Haller über das gleiche Thema.

Weblinks

Lydia Heller: Das gekränkte Ich. Deutschlandfunk Kultur, 27. Februar 2020.

Einzelnachweise

Kategorie:Handlung und Verhalten Kategorie:Emotion