mini|Sofa von Itsuko Hasegawa, Musée National d’Art Moderne, Paris

Itsuko Hasegawa (; * 1941 in Shizuoka, Japan) ist eine japanische Architektin. Sie gründete 1976 ein eigenes Architekturbüro, das heute Itsuko Hasegawa Atelier heißt. Sie ist Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects (RIBA) und Ehrendoktor des University College London (UCL).

mini|Shonandai cultural centre mini|Fujinokuni Senbonmatsu Forum / Plaza Verde in Nuzamu mini|Shizuoka Tasei High School

Leben Hasegawa studierte an der Kantō Gakuin Daigaku in Yokohama Architektur und machte dort 1964 ihren Abschluss. Bis 1969 arbeitete sie anschließend mit Kiyonori Kikutake zusammen, einem Vertreter des Metabolismus. Dann setzte sie ihr Studium zwei Jahre lang an der Tōkyō Kōgyō Daigaku (TIT) fort. Von 1971 bis 1978 war sie Assistentin bei Kazuo Shinohara an der TIT.

1976 gründete Hasegawa ihr eigenes Architekturbüro in Tokio, das Itsuko Hasegawa Architectural Design Studio, das heute Itsuko Hasegawa Atelier heißt. Die Projekte umfassten private Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wie Kultureinrichtungen oder Kliniken. Gefragt nach ihrer Inspiration, gab Hasegawa zur Antwort, dass sie sich an den Formen der Natur orientiere. Auch Tradition und Nachhaltigkeit sind feste Bestandteile ihrer Entwürfe.

Nachdem Hasegawa 1987 den Wettbewerb für das Shonandai-Kulturzentrum gewonnen hatte, regte sich zunächst der Widerstand der Anwohner. Denn die Kernidee des Entwurfs war, die meisten Räume unter die Erde zu legen. Über der Erde war geplant: ein öffentlich zugänglicher zentraler Platz, umgeben von zahlreichen Pavillons und Arkaden, ein Theater, ein Planetarium und eine Sternwarte. Es gelang Hasegawa jedoch mit vielen Gesprächen die Nachbarschaft von dem Projekt zu überzeugen.

Auf einem trockengelegten Bereich des Shinano-Flusses errichtete sie unter dem Titel Niigata Performing Arts Center eine Konzerthalle mit 1.900 Plätzen, ein Theater mit 900 Plätzen und ein Noh-Theater mit 375 Plätzen. Um das Gelände dennoch zu renaturieren, ließ sie sieben künstliche Inseln gestalten, die über Brücken miteinander und den Gebäuden verbunden sind.

Von einem landwirtschaftlichen Konsortium erhielt Hasegawa den Auftrag, ein Museumsareal, das Yamanashi Fruits Museum zu errichten. In einem weitläufigen Park konzipierte sie 3 Gebäude mit unterschiedlichen Kuppelformen, die unterschiedliche Reifegrade von Früchten darstellen sollen. Es handelt sich um Glas-Stahl-Konstruktionen, die mit CAD entwickelt wurden.

Mit dem Fujinokuni Senbonmatsu Forum, auch Plaza Verde genannt, errichtete Hasegawa 2015 ein multifunktionales Kongresszentrum, dessen Fassade umspannt wird von einem begrünten netzartigen Wandsystem. Das Gebäude ist so konzipiert, dass man von innen den Kontakt mit der Landschaft ringsum, dem Fuji oder der Suruga-Bucht halten kann. Die Nachhaltigkeit des Gebäudes wird durch ein begrüntes Dach ergänzt.

Zwischen 1984 und 2007 hielt Hasegawa Gastvorträge in Rotterdam, Australien, Norwegen und Los Angeles. Sie hatte auch eine Professur an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.Hildegund Amanshauser (Hrsg.): Das schönste Atelier der Welt. 60 Jahre Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. Jung und Jung, Salzburg/Wien 2013, ISBN 978-3-99027-038-7, S. 80–89.

mini|Yamanashi Fruit Museum and Garden mini|Oshimamachi Picture Book Museum, Toyama

Auszeichnungen (Auswahl) Die Auszeichnung sind in der Reihenfolge ihrer Verleihung gelistet: 1986: Designpreis des Architectural Institute of Japan für das Projekt Bizan Hall Japan Cultural Design Award für Wohnprojekte 1997: Honorary Fellow (Ehrenmitglied) des Royal Institute of British Architects (RIBA) 2000: Japan Art Academy Award 2000: Ehrende Erwähnung in Gold bei der 12. Triennale Belgrad 2000: 7. Platz des Public Building Award (Preis für öffentliche Gebäude) für das Oshima-machi Bilderbuch-Museum, Toyama, Japan 2001: Verleihung der Ehrendoktorwürde des University College London (UCL), Vereinigtes Königreich 2004: 9. Platz des Public Building Award für Niigata Performing Arts center, Niigata, Japan 2006: BCS Prize für das Suzu Performing Arts Center, Ishikawa, Japan 2018: Royal Academy Architecture Prize der Royal Academy of Arts

Projekte (Auswahl) Die Projekte werden in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung aufgelistet:

1979: Tokumaru Children's Clinic, Kinderklinik in Ehime, Japan 1982: Aono Building, Geschäftsgebäude in Ehime 1984: Bizan Hall, Shizuoka, Japan

1986: Sugai Internal Clinic, Internistische Klinik in Ehime

1990: Shonandai Cultural Centre, Kulturzentrum in Fujisawa, Japan 1994: Oshimamachi Picture Book Museum, Toyama, Japan 1994: Himi Seaside Garden, Botanischer Garten mit Ausstellung und Restauration, Himi, Japan 1994: Sumida Culture Factory (Sumida Shougai Gakushuu Senta), Tokio, Japan 1995: Yamanashi Früchte-Museum, Yamanashi, Japan 1998: Niigata Performing Arts Center, ein Kulturzentrum in Niigata, Japan 2004: Shizuoka Tasei High School, Shizuoka, Japan 2006: Suzu Performing Arts Center, Kulturzentrum und Theater in Suzu, Ishikawa, Japan 2008: Court Decor Yonnosaka, Wohnanlage in Tokio, Japan 2013: Fujinokumi Senbonmatsu Forum oder Plaza Verde, ein Kongresszentrum in Numazu, Japan 2013: Shizuoka Airport Deck, Dachgestaltung des Flughafens Shizuoka, Japan 2014: Shanghai Caohejing Office Projekt, Shanghai City, China

Literatur Sonia Ricon Baldessani: Wie Frauen bauen. Architektinnen. Von Julia Morgan bis Zaha Hadid. AvivA Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-932338-12-X, S. 150–160.

Weblinks

Itsuko Hasegawa Atelier – Offizielle Website auf ihasegawa.com Architect Itsuko Hasegawa: ‘I was told girls don’t go to technical universities’. Financial Times, 13. Juli 2018. Itsuko Hasegawa: The pioneering Japanese architect on Postmodernism, tradition, and wildflowers. PIN–UP, Ausgabe 37, Herbst/Winter 2024/25.

Einzelnachweise

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