St. Pankraz ([]; italienisch San Pancrazio) ist eine italienische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Südtirol. Sie liegt im Ultental auf Höhe und ist die erste Ortschaft im Tal.
Geografie mini|links|St. Pankraz im Juli 2007 Die Gemeinde St. Pankraz, etwa 11 km südwestlich von Meran gelegen, nimmt einen unteren Abschnitt des in Südwest-Nordost-Richtung verlaufenden Ultentals sowie umliegende Berggebiete ein. Die höher gelegenen Talbereiche gehören zur Gemeinde Ulten, der Talausgang zu Lana. Die Ortschaft St. Pankraz liegt auf Höhe auf der orographisch linken Seite der Falschauer an der Einmündung des Kirchbachtals. Nordseitig erhebt sich zwischen dem Ultental und dem Vinschgau der Zufrittkamm der Ortler-Alpen, der innerhalb des bis zum Vigiljoch reichenden Gemeindegebiets an der hohen Naturnser Hochwart seinen höchsten Punkt findet.
In den Süden des Gemeindegebiets zweigt vom Ultental das Marauntal ab, das an seiner Ostflanke dem Weiler Buchen () Platz bietet. Das Marauntal führt hinauf bis zum Hofmahdjoch (), einem Übergang ins Nonstal, wo St. Pankraz teils an den zu Südtirol gehörenden Deutschnonsberg, teils ans Trentino grenzt. Überragt wird das Joch ostseitig vom zur Nonsberggruppe gerechneten Laugen () sowie westseitig von Gipfeln des Ilmenkamms der Ortler-Alpen, dem Kleinen () und dem Großen Kornigl ().
Geschichte Auf der Anhöhe von Burg Eschenlohe finden sich Baustrukturen aus prähistorischer Zeit.
Frühestes Schriftzeugnis ist ecclesia S. Pancracii in Ultun in einer lateinischen Urkunde aus dem Jahr 1098. Die Gemeinde hat ihren Namen vom heiligen Pancratius, dem Kirchenpatron der Pfarrkirche.
Es regierten im Mittelalter die Grafen von Ulten über das Gebiet. Sie waren eine Nebenlinie der Grafen von Eppan. Das Gebiet besticht durch einige bedeutsame Gehöfte, etwa den Beckenchristlhof.Walter Hauser, Martin Bitschnau: Der Beckenchristlhof in St. Pankraz – zur Baugeschichte eines unbekannten Niederadelssitzes im Ultental, in «Der Schlern» 59, 1985, S. 291–295.
Seit 1960 ist St. Pankraz eine eigenständige Gemeinde, vorher gehörte sie zur Gemeinde Ulten.Gemeinde St. Pankraz (Hrsg.): St. Pankraz – Mosaiksteine einer Berggemeinde S. 190 f.
Politik Bürgermeister seit 1960: Bartholomäus Pöder: 1960–1969 Josef Gamper: 1969–1974 Ernst Holzner: 1974–1990 Hermann Tumpfer: 1990–2010 Thomas Holzner: seit 2010
Bevölkerung St. Pankraz ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen. Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen Sprache 1981 1991 2001 2011 2024 Deutsch 98,41 % 99,12 % 99,81 % 98,84 % 98,99 % Italienisch 1,48 % 0,76 % 0,13 % 0,96 % 0,95 % Ladinisch 0,11 % 0,13 % 0,06 % 0,19 % 0,07 %
Wirtschaft Neben Tourismus und Berglandwirtschaft gibt es in St. Pankraz einige Handwerksbetriebe. Der Ort verfügt über ein eigenes Heizwerk zur Wärmeversorgung. Die Falschauer wird durch den Pankrazer Stausee energetisch genutzt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich ein Speicherkraftwerk, das zur Kette der Wasserkraftwerke im Ultental gehört.
Bildung In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Diese umfassen eine Grundschule sowie eine Mittelschule.
Verkehr Die Hauptzufahrt nach St. Pankraz für den öffentlichen Kraftverkehr erfolgt über die Ultner Talstraße, die als Landesstraße 9 ausgewiesen ist; die Distanz zu Lana im Nordosten misst 11 km, zur Anschlussstelle Meran-Süd der Schnellstraße MeBo 13 km. Außerdem ist St. Pankraz vom Süden übers Hofmahdjoch erreichbar, das durch die Landesstraße 88 erschlossen ist. alternativtext=Friedhofskapelle St. Sebastian in St. Pankraz|mini|Friedhofskapelle St. Sebastian
Sehenswürdigkeiten mini|Burgruine Eschenlohe
Burgruine Eschenlohe, seit dem 12. Jahrhundert als „Schloss Ulten“ erwähntOswald Trapp: Tiroler Burgenbuch. II. Band: Burggrafenamt. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1980, S. 251–257. Pfarrkirche St. Pankraz mit 56 m hohem Kirchturm Friedhofskapelle St. Sebastian neben der Pfarrkirche St.-Helena-Kirche: Die 1338 erstmals erwähnte Kapelle steht weithin sichtbar auf einem 1550 m hohen Waldhügel. Beckenchristlhof, ein alter Bauernhof mit Fundamentierung aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Häusl am Stein: Das Haus hat das Hochwasser der Falschauer von 1882 überstanden, weil es unbeabsichtigt auf einem Steinblock errichtet wurde. Mitterbad
Persönlichkeiten Johann Nepomuk von Tschiderer (1777–1860), Fürstbischof von Trient, war 1804–1807 Kooperator der Pfarrei St. Pankraz Josef Egger (1839–1903), Historiker, Autor einer Geschichte Tirols Blasius Marsoner (1924–1991), Dichter, Lokalhistoriker und Übersetzer der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri
Literatur Gemeinde St. Pankraz (Hrsg.): St. Pankraz – Mosaiksteine einer Berggemeinde. Edition Raetia, Bozen 2010, ISBN 978-88-7283-385-8 (online)
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde St. Pankraz
Einzelnachweise
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