Die Alternative Liste (AL), neu Alternative Linke, ist eine links-alternative Partei, die im Kanton Zürich aktiv ist. Die Kantonalsektionen Schaffhausen und Aargau wurden aufgelöst.

AL Kanton Zürich

Jahr Ergebnis Sitze 1991 0,7 % 0 1995 0,7 % 0 1999 0,4 % 1 2003 0,9 % 2 2007 1,3 % 2 2011 1,6 % 3 2015 3,0 % 5 2019 3,1 % 6 2023 2,6 % 5

Jahr Ergebnis Sitze 1990 3,8 % 4 1994 1,7 % 2 1998 1,8 % 2 2002 3,4 % 3 2006 3,7 % 5 2010 4,2 % 5 2014 6,5 % 9 2018 7,8 % 10 2022 6,6 % 8

Jahr Ergebnis Sitze 2002 1,6 % 1 2006 1,8 % 1 2010 2,4 % 1 2014 3,4 % 2 2018 3,8 % 2 2022 4,1 % 2

Jahr Ergebnis Sitze 2010 1,5 % 1 2014 2,1 % 1 2018 1,6 % 1 2022 1,7 % 1

mini|Werbemotiv der AL während der Gemeinderatswahlen 2010 im Kanton Zürich

Seit 1990 existiert die AL in der Stadt Zürich als ein loser Bund von Gleichdenkenden, einer der Mitgründer war der bisherige POCH-Gemeinderat Niklaus Scherr. Anfangs 2007 konstituierte sich die AL der Stadt Zürich als politischer Verein, ebenso wie die AL Limmattal, während sich die AL Winterthur nicht als Verein oder Partei, sondern als freie Bewegung versteht.

Traditionell setzt sich die AL stark für die Anliegen der Mieter ein; einige namhafte Vertreter sind beim Schweizerischen Mieterverband aktiv.

Im Kanton Zürich hat die Alternative Liste bis jetzt zwei Initiativen für faire Krankenkassenprämien lanciert, wodurch die Prämienverbilligungen in Zürich verdoppelt wurden.

Bei den Parlamentsratswahlen 2007 war die Alternative Liste im Kanton Zürich Teil einer linken Listenverbindung zusammen mit der SP, den Grünen und der CSP. Die AL und die JuliA erreichten gemeinsam einen Wähleranteil von 1,1 % im Kanton Zürichvgl. Schweizer Parlamentswahlen 2007/Resultate Nationalratswahlen. Sie stellten mit dem langjährigen Zürcher Gemeinderat Niklaus Scherr auch einen Ständeratskandidaten, der allerdings den Kandidaten anderer Parteien unterlag. Er erreichte im ersten Wahlgang 7'875 Stimmen (und wurde damit von 2,0 % der gültig wählenden Wähler gewählt).Resultate der Ständeratswahlen (2007–2011)#Kanton Zürich

Im Februar 2009 konnte die AL mit dem kantonalen Vorstoss zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung für Millionäre im Kanton Zürich einen grossen Erfolg erzielen. Die Initiative wurde trotz Ablehnungsempfehlung von Regierungs- und Kantonsrat mit 52,9 % Ja-Stimmen angenommen. Der Kanton Zürich war damit der erste Kanton, der die Pauschalbesteuerung abgeschafft hat. Auch an der abgelehnten Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung auf Bundesebene durch die Alternative Linke waren Exponenten der AL massgeblich beteiligt.

Im September 2010 wählte der Zürcher Kantonsrat den AL-Vertreter Markus Bischoff zum Vorsitzenden der Parlamentarischen Untersuchungskommission zur Korruptionsaffäre der BVK-Versicherung. Er konnte sich dabei in einer Wahl gegen einen Kandidaten der SVP durchsetzen.

Vor den Nationalratswahlen 2011 rechnete sich die AL realistische Chancen auf einen Sitzgewinn aus. Die AL erreichte aber nur 1,0 % der Stimmen und verpasste den Einzug ins nationale Parlament damit klar.

Bei den Gemeinderatswahlen 2014 in Bülach verpasste die AL-Vertreterin Maria Eisele die Wahl in den Exekutive um nur 54 Stimmen.

Bei den Kantonsratswahlen 2015 konnte die AL Kanton Zürich ihren Stimmenanteil beinahe verdoppeln (auf 3,0 %) und erreichte mit fünf Sitzen Fraktionsstärke im Kantonsrat. Die Kandidatur von Markus Bischoff für den Regierungsrat blieb dagegen erfolglos. Die 2015 gewählte Kantonsratsfraktion besteht aus Markus Bischoff, Kaspar Bütikofer, Laura Huonker, Manuel Sahli und Judith Stofer.

AL Stadt Zürich In der Stadt Zürich hat die Partei die Privatisierung der Elektrizitätswerke verhindert und den Aufbau des städtischen Glasfasernetzes durchgesetzt. Im Jahr 2007 wurde gemäss einer AL-Initiative die Einbürgerungsgewalt in der Stadt Zürich vom Gemeinderat auf den Stadtrat übertragen (mit einem Ja-Anteil von 70 % angenommen).Wer soll in der Stadt Zürich das Bürgerrecht erteilen dürfen? auf nzz.ch, abgerufen am 12. März 2019

Im Jahr 2008 gab es bei der AL Stadt Zürich interne Meinungsverschiedenheiten. Innert kurzer Zeit verliessen mit Daniela Schicker und Peider Filli zwei Mitglieder des Gemeindeparlaments die AL. Sie kritisierten das Arbeitsklima in der Fraktion. Dadurch verlor die Partei ihre Fraktionsstärke, und sie hatte bis 2010 nur noch drei Vertreter im Stadtparlament.Tages-Anzeiger, 14. Mai 2008 - Noch ein Abgang bei den Alternativen NZZ, 15. Mai 2008 - Alternative Liste verliert Fraktionsstärke Bei den Wahlen im Frühling 2010 konnte die AL in der Stadt Zürich jedoch ihren Wähleranteil erhöhen und mit 5 Sitzen wieder eine eigene Fraktion bilden.

Obwohl die AL – wie alle anderen Parteien auch – ein Recht auf Richter- und Staatsanwaltsstellen hätte, wurde dies 2012 von den Bürgerlichen aus SVP, FDP und CVP verhindert mit der Begründung, dass die AL des Öfteren sich auch gegen die Gerichte stelle. Die AL liess daraufhin in einer Pressemitteilung verlauten, dass der «Kalte Krieg» offenbar noch nicht aus allen Köpfen verschwunden sei. Der AL-Kantonsrat Markus Bischoff kommentierte die Vorkommnisse damit, dass die Interparteiliche Konferenz offenbar weiterhin wie ein Kartell funktioniere. Die Posten bei den Gerichten und in der Staatsanwaltschaft seien für die Parteien sehr einträglich, da diese von den Richtern und Staatsanwalten Abgaben bezögen – wenn die AL Einsitz in die IPK bekäme, müssten die bürgerlichen Parteien auf einen Teil dieser Einkünfte verzichten.Artikel «Bürgerliches Misstrauensvotum gegenüber der Zürcher AL» von Andreas Schürer in der NZZ vom 20. Januar 2012

Die Ersatzwahl für den zurückgetretenen Stadtrat Martin Vollenwyder im Jahr 2013 gewann der AL-Gemeinderat Richard Wolff im zweiten Wahlgang gegen Marco Camin von der FDP. Damit nahm die AL erstmals in der Exekutive Einsitz. Diesen Sitz konnte die AL bei den Erneuerungswahlen am 9. Februar 2014 halten, sie gehörte mit vier Sitzgewinnen zu den Wahlgewinnern und stellte neun Mitglieder im Gemeinderat, d. h. der Legislative. 2022 konnte sie den Stadtratssitz mit Walter Angst nicht mehr verteidigen. Die Fraktion der AL im Gemeinderat besteht 2021 aus Andreas Kirstein (Fraktionspräsident), Walter Angst, Natalie Eberle, David Garcia Nuñez, Andrea Leitner, Patrik Maillard, Olivia Romanelli, Christina Schiller, Mischa Schiwow (Gemeinderatspräsident im Amtsjahr 2021/2022 des Stadtzürcher Parlaments) und Willi Wottreng. Langjähriges Gemeinderatsmitglied (von 1978 bis 2017) war Niklaus Scherr.

AL Winterthur Die AL Winterthur ist seit 2002 mit einem Mitglied im Winterthurer Gemeinderat (Gemeindeparlament) vertreten.

Im Jahr 2004 war die AL zusammen mit den Grünen die Initianten eines Referendum gegen den Verkauf des Arch-Areals an einen privaten Investor mit der Begründung, dass noch zu viele Sachen unklar seien. Das Referendum wurde zwar vom Souverän abgelehnt. Gebaut wurde auf dem Areal schliesslich erst 2011, sieben Jahre nach der Abstimmung, mit völlig anderen Mietern als in der Abstimmung propagiert, und statt des angekündigten Globus ist der deutsche Lebensmitteldiscounter Aldi in das Einkaufszentrum eingezogen.

Von Anfang an war die AL auch beim Komitee «Gotzenwil bleibt Grün», das die Überbauung von noch intakter Naturfläche zwischen Gotzenwil und Oberseen ablehnte; mit der Annahme der Kulturlandinitiative wurde die Forderung des Komitees mit der Rückzonung dieser Fläche durch den Kantonsrat erfüllt.

Bei der 2013 geplanten Überbauung des zentral gelegenen Zeughausareals mit Wohnungen im gehobenen Preissegment hat die AL Winterthur das Referendum gegen den Verkauf und die Umzongung des dazugehörigen städtischen Landanteils ergriffen. Sie ist der Meinung, dass es nicht Sache der Stadt sei, Wohnungen für Besserverdienende zu erstellen, während es in der Stadt an billigen Wohnraum mangelt. Zudem empfindet es die AL als störend, dass gerade die Stadt die Wohnpreise selbst noch in die Höhe treibe mit dem Verkauf des Zeughausareals zum höchstmöglichen Preis an einen privaten „Spekulanten“. Das Referendum war schliesslich an der Urne erfolgreich: Der Verkauf des Areals wurde mit 55,86 % und die Umzonung mit 53,62 % vom Volk deutlich verworfen.

Aktuelle Vertreter der AL Winterthur im Stadtparlament sind Roman Hugentobler, der seit 2019 im Amt ist, und seit 2025 ebenfalls Miguel Pedro Bachmann. Im Juli 2024 nannte sich die AL Winterthur mit der Vereinsgründung in Alternativen Linke Winterthur um.

Im Sommer 2025 ergriff die AL als einzige im Stadtparlament vertretene Partei das Doppelreferendum gegen das «Luxuscamping» am Rosenberg und kündigte eine Initiative zu demselben Thema an.

AL Limmattal Im Jahr 2008 ergriff die AL Limmattal als einzige Partei in Dietikon das Referendum gegen die Einzonung des Niderfelds und konnte dabei 48 % der Stimmbürger für das Anliegen gewinnen, was für die Grösse der Partei, die damals noch nicht lange existierte, als beachtlicher Erfolg zu werten ist.

Bei den Wahlen im Frühling 2010 schaffte sie es in der Folge erstmals, einen Sitz im Stadtparlament der Stadt Dietikon zu erringen. Am 4. September 2011 stellte sich Stefan Bolz im bürgerlich dominierten Oberengstringen zur Wahl, konnte jedoch keinen Sitz in der kommunalen Exekutive erringen.

Aktueller Vertreter im Gemeinderat von Dietikon ist Ernst Joss, der 2010 gewählt wurde. Ernst Joss kandidierte bei den Wahlen am 9. Februar erfolglos für den Dietiker Stadtrat, konnte jedoch die beiden ebenfalls neu angetretenen SP-Kandidaten stimmenmässig schlagen.

AL Bezirk Horgen Am 9. Februar 2013 wurde in Thalwil die AL Bezirk Horgen gegründet.

Alternative Wetzikon Die Alternative Wetzikon (AW) wurde 2014 hinsichtlich der Einführung des Stadtparlaments Wetzikon gegründet und konnte auf Anhieb einen Sitz gewinnen. Bei den Erneuerungswahlen 2018 und 2022 erhielt sie jeweils zwei Sitze. Bei Kantonsratswahlen stellt sie die AL-Liste für den Bezirk Hinwil.

AL Kanton Schaffhausen

Jahr Ergebnis Sitze 2004 4,64 % 1 2008 4,12 % 3 2012 7,48 % 5 2016 7,05 % 4 2020 6,14 % 4

Jahr Ergebnis Sitze 2004 5,18 % 2 2008 7,09 % 3 2012 11,37 % 4 2016 11,41 % 4 2020 9,73 % 4

Die Alternative Liste Schaffhausen ist eine Partei, die soziale und ökologisch nachhaltige Ansichten vertritt. Als junge Organisation trägt die AL zu einer Vergrösserung des progressiven Wählerspektrums bei.

Entstanden ist die AL im Jahr 2003. Da die SP bei den Ständeratswahlen auf eine Gegenkandidatur zu den beiden bürgerlichen Kandidaten verzichtete, formierte sich eine Gruppe junger Schaffhauser, welche in die Bresche sprang und zwei Kandidaten portierte. Die AL blieb zwar chancenlos, konnte aber einen Achtungserfolg für die junge Partei erzielen. Vom Resultat beflügelt, versuchte die AL darum in den kantonalen Wahlen im folgenden Jahr den Einzug ins Parlament zu schaffen. Bei den kantonalen Wahlen 2004 konnte die AL Schaffhausen ein Mandat im kantonalen ParlamentSchaffhausen, kantonale Wahlresultate 2004 und zwei Mandate im Parlament der Stadt SchaffhausenSchaffhausen, städtische Wahlresultate 2004/08 (PDF; 308 kB) gewinnen. In der Stadt Schaffhausen erreichte sie einen Wähleranteil von 5,2 % und wurde fünftstärkste Partei.

Einen weiteren Erfolg feierte die Partei bei den kantonalen Wahlen im Herbst 2008. Trotz der Verkleinerung des Kantonsrates von 80 auf 60 Sitze schaffte die AL mit drei Parlamentariern den Einzug ins Parlament.Schaffhausen, kantonale Wahlresultate 2008 Dasselbe gilt für den Grossen Stadtrat, welcher von 50 auf 36 Sitze verkleinert wurde. Hier legte die AL ebenfalls einen Sitz zu und stellte damit drei Grossstadträte.

Als zweiter Kanton schaffte Schaffhausen im Jahre 2011 auf eine Initiative von AL und SP hin die Pauschalsteuer ab.