Die Geographie der Ukraine ist im Wesentlichen von Zonen geprägt, die in West-Ost-Richtung verlaufen. Das Land gehört zur Osteuropäischen Ebene und den Karpaten.

Naturräumliche Gliederung 580px|mini|Naturräumliche Gliederung der Ukraine:

Das Land unterteilt sich in folgenden Nutzflächen: Wald 16,1 %, Ackerland 56,0 %, Wiesen und Weiden 13,9 %, sonstige 10 % (Stand: 2020). 4 % der Landesfläche sind Wasserflächen (Seen und Flüsse).Nataliia Bavrovska: The Current State, Problems and Prospects of the Use of Land Resources of Ukraine in Conditions of War. In: Baltic Surveying, Bd. 19 (2024), Heft 1, S. 39–45, hier S. 40.

Koweler Moränenrücken Ganz im Norden, im ukrainisch-belarussischen Grenzgebiet, rund um die Stadt Kowel hat das Land Anteil an den Prypjat-Sümpfen. Die Endmoränenlandschaft hat hier Anteil an Polesien, einem vier Zonen überschreitenden kulturellen und geographischen Raum.https://kamunikat.org/download.php?item=47067-1.pdf Ergänzungsheft Nr. 237 zu „PETERMANNS MITTEILUNGEN“, S. 18 ff. (PDF, 13,1 MB)

Polesien mini|links|Polesien erstreckt sich über 4 Zonen Das polesische Gebiet wurde aufgrund einer EiszeitS. 2164, Band 6 "Енциклопедія українознавства" (dt. Ukrainische Enzyklopädie) / Hauptherausgeber B. Kubiyovych.- Paris, New York, Ausgabe "Junges Leben" - "NTSCH"; 1996, ISBN 5-7707-6833-9 stark verändert. Dies brachte Änderungen in der Oberflächengestalt mit sich, was sich auch auf die Wohnbevölkerung auswirkte. So eignete sich nach der Eiszeit (vor 11.600 bis 11.700 Jahren) Polesien in geografischer Hinsicht gegenüber der Steppe besser für menschliches Leben. Die Menschen konnten dort im Laufe der Geschichte besser Schutz im unzugänglichen Gelände finden und sich so vor feindlichen Überfällen und vor fremden Einflüssen schützen. Dies kann in der belarussischen und ukrainischen Ethnogenese zurückverfolgt werden.S. 2173, Band 6 "Енциклопедія українознавства" (dt. Ukrainische Enzyklopädie) / Hauptherausgeber B. Kubiyovych.- Paris, New York, Ausgabe "Junges Leben" - "NTSCH"; 1996, ISBN 5-7707-6833-9

Weiter südlich im Koweler Moränenrücken folgt der Mischwaldstreifen (Polesien), darauf der Streifen, der wegen seines niedrigen Niveaus im Westen Podolien, im Ostteil Dnepr-Donez-Riftzone genannt wird. Diese Senke überschneidet sich mit der Waldsteppenzone.

Wolhynische-Podolische Platte Podolische Platte Südlich des Koweler Moränenrückens und der Sümpfe schließt sich in der Zentral- und Ostukraine das Steppengebiet an. Der Westteil der Steppe verläuft angrenzend an die Podolische Platte ③ die äußeren Ostkarpaten ④, die von Nordwesten nach Südosten ziehen. Der Hauptteil des gesamten Landes besteht aus ebenem oder leicht hügeligem Gelände, das von Wald, Waldsteppe und Steppe bewachsen ist. Die zweite Hälfte des zusammenhängenden Steppengebietes befindet sich im Osten auf dem sogenannten Ukrainischen Schild ①.

Wolhynische Platte In der Westukraine befindet sich die Wolhynische Platte ③, diese gliedert sich in die Wolhynischen Höhen (um die Stadt Riwne, um 220 bis 250 m) und die Podolischen Höhen (im Westen und Südwesten) das Terrains. Es schließt mit dem Kamulaberg als höchste Erhebung, mit ab.

Karpaten Falten- und Überschiebungsgürtel Die Karpaten mit der hohen Howerla, sowie das Bergland der Halbinsel Krim mit Bergen bis zu Höhe (Roman Kosch) heben sich vom flachen Land auffällig ab. Weitere Berge sind der Brebeneskul mit , der Pip Iwan mit und der Petros mit Höhe.

Der Karpaten Falten- und Überschiebungsgürtel ist eine bogenförmige tektonische Zone mit großförmigen strukturellen Erhebungen. Die Karpaten sind außen von einer Bergkette umgeben. Geomorphologisch sind sie ein Teil der äußeren Karpaten. Geologisch ist das Gebiet ein dünnhäutiger Schiebungsgürtel, durch höhlenförmig gebildete Decken, bestehend aus Schichten in Falten – alternierend kommen hier Meeresablagerungen von Tonsteinen, Schiefer und Sandsteine vor, die aus ihrem Substrat abgelöst und Dutzende Kilometer nach Norden verschoben wurden. Der Faltengürtel ist eine neogener vulkanischer Komplex, eine tektonische Zone, welche am gesamten Karpatenbogen verläuft.der "Carpathian Flysch Belt"

Höhenzüge und Platten hochkant=1.8|mini|Topographie der Ukraine Betrachtet man eine Karte der Region heben sich deutlich außer dem Timanrücken und der Donezplatte drei fast meridional verlaufende Höhenzüge hervor. Es sind die Wolynisch-Podolische Platte und deren östliche Verlängerung, das Dneprhochland, die Mittelrussische und die Wolgaplatte mit ihrer Fortsetzung, dem Jergenihügel. Diese Höhenzüge werden durch die tiefer liegenden Flächen der Dnepr- und Oka-Don-Niederung voneinander getrennt.

Am Ufer des Schwarzen und Asowschen Meeres erstreckt sich die Schwarzmeer-Niederung ⑨. Somit ist die Rolle der tektonischen (orographischen) Faktoren bei der Reliefformenbildung der Osteuropäischen Ebene verhältnismäßig groß. Jedoch stärker als die tektonischen Elemente wirken die äußeren physisch-geographischen Kräfte auf das Relief ein, wie die Meerestransgressionen, die quartäre Vereisung und die Flusserosion.

Das Bild der Ebene in ihrer Nordhälfte ist gestaltet durch die Tätigkeit des Eises. Zu Beginn des Quartärs wurde eine weite Fläche des Europäischen Teils der Ukraine wiederholt vom Eise bedeckt, das von Nordwesten, von den Höhen Skandinaviens, vorrückte. Zur Zeit der größten Vergletscherung erstreckte sich das Eis in zwei Zungen in den Tälern des Dnepr und Don nach Süden (am Dnepr bis jenseits der Worskla, am Don bis zur Medwediza).

Im Osten der Ukraine befindet sich eine weitere markante geomorphologische Struktur: Die Donezplatte (mit einer Höhe von bis zu ), die ein welliges Plateau darstellt und durch eingeschnittene Täler und Schluchten (Owrag und Balka) gegliedert ist.

Im Süden befindet sich auf der Halbinsel Krim eine weitere Erhebung: Das Krimgebirge ⑪ verläuft von Südwesten nach Nordosten an der Südküste der Halbinsel mit einer Länge von etwa 150 km und einer Breite von fast 50 km. Die Westhälfte des Gebirges ist am höchsten. Hier erhebt sich der flache Gipfel des „Roman Kosch“ () und der höchste Wasserfall der Ukraine, der Utschan-Su-Wasserfall befindet sich in dieser Region. Nach Osten hin nimmt die Höhe ab. Es gibt gleichfalls Aufschlüsse vulkanischer Gesteine und Lakkolithen (z. B. das Massiv des Ajudag bei Hursuf). Das heutige Krimgebirge entstand durch eine kuppelförmige Hebung eingeebneter, alter Berge im oberen Tertiär und Quartär, deren Aufbau sich durch zahlreiche Brüche und Verwerfungen komplizierte. Der Hauptrücken der Krim wird durch die Kette von Tafelmassiven (Jaila) gebildet, die aus mächtigen Kalksteinschichten zusammengesetzt sind und Karstformen enthalten (Trichter, Höhlen, Einsturzdolinen). Im Osten lässt sich der Hauptrücken in zahlreiche kleine, von Verwerfungen und von der Erosion gegliederten Ketten und Massive auf, die sich flach nach Norden neigen und mit einer scharfen Steilstufe nach Süden zum Meer abbrechen.

Im Südwesten der Ukraine befindet sich bei Dilowe der 1887 errechnete Mittelpunkt Europas. Hier erheben sich die Karpaten, welche sich nur zu einem Teil in der Ukraine befinden. Die Berge sind in einigen parallelen Ketten angeordnet, die von Nordwesten nach Südosten verlaufen und eine Höhe von bis haben. Am Nordfuß der Karpaten liegt eine Vorgebirgszone mit Hügeln und Plateaus von bis Höhe. Die Landschaft trägt vorwiegend Mittelgebirgscharakter. Die Berge sind durch tiefe Quer- und Längstäler gegliedert, die Gipfel und Hänge flach und bewaldet. Steile Felsengipfel und -ketten treten im zentralen Teil des Gebirges auf, welches Gorgane genannt wird, mit Höhen von bis zu . Die Schwarzen Berge (Tschornohora) auf der südlichen Wasserscheide haben ebenfalls Felsformen, die durch die quartäre Vergletscherung geschaffen wurden. Hier erreichen die ukrainischen Karpaten mit der Howerla ihre größte Höhe ().

Der Südhang der Ukrainischen Karpaten liegt in der Transkarpaten-Ukraine. Dieser Hang ist stark durch die Nebenflüsse der oberen Theiß zerschnitten, senkt sich zu der Niederung an der mittleren Donau und wird von ihr durch vulkanische Randketten und Gipfel mit Höhen von bis getrennt. Zur Transkarpaten-Ukraine gehört ferner eine kleine Niederung am Fuß des Gebirges.

Niederungszonen Die randlichen Niederungszonen, welche während der quartären Vergletscherung entstanden, lassen sich in zwei Bereiche von Landschaftstypen einteilen: 1. Die weiten, ebenen Niederungen bestehen aus Sandablagerungen, die von den Wasserströmen der schmelzenden Gletscher (fluvioglaziale Ablagerungen) ausgebreitet wurden, sowie aus Alluvialsanden. Diese Niederungen sind stark versumpft. Als klassisches Gebiet für eine derartige Landschaft gilt die riesige Polessje-Senke im Flussgebiet des Pripjat. 2. Im Bereich der Gletscherzungen aus der maximalen (Riss-)Vereisung liegen die Niederungen am Dnepr und am Don mit Spuren von Moränenablagerungen, mit einer Deckschicht lößartiger, sandiger Lehme und mit breiten Terrassen an den Flusstälern, die am stärksten am linken Dnepr-Ufer entwickelt sind.

Im Süden der Ukraine zeichnet sich die Geomorphologie durch Niederungsebenen aus die mit breiten Flusstälern und ausgeprägten Mikroreliefformen, die für Steppengebiete durch Hohlformen verschiedenen Art („Pad“, „Pod“, „Sapadina“, „Bljudze“ – Schüssel) charakteristisch sind. Folgende 3 Ebenen fallen unter diese Gruppe: 1. Die Schwarzmeer-Lösebene: Sie liegt an der Nordküste des Schwarzen und Asowschen Meeres. 2. Eine geeignete Lößebene erstreckt sich am linken Dnepr-Ufer in den Flussgebieten der Sula, des Psel und der Worskla. Südlich der „Poltawstschina“ (Oblast Poltawa) vereinigt sie sich mit der Lößebene des Schwarzen Meeres. 3. Einen wellige und geneigte Ebene reicht auf der linken Uferseite der Wolga von der Kama nach Süden bis fast 50° n. Br. und besteht aus Syrt-Tonen.

Waldgebiete Der Wald ist, in Bezug auf das Dnepr-Becken, recht uneinheitlich verteilt. Er erstreckt sich hauptsächlich auf den oberen Teil des Beckens und ist weniger im unteren Teil verbreitet. Dort, wo Wald die Fläche bedeckt, ist er begrenzt auf kleine angelegte Plantagen und windbrechende Streifen um landwirtschaftliche Gebiete.

Der obere Teil des Dnepr-Beckens, nördlich der Ukraine, besteht aus einer uneinheitlichen Mischung von Wald und bedeckt eine Fläche von 3,2 Millionen Hektar. Wichtige Baumarten sind die Kiefer, hierbei handelt es sich um eine besonders wertvolle Art, sowie Birke und Espe (auch Zitterpappel genannt). Andere weitverbreitete Arten sind Eiche, schwarze Erle, Esche und Ahorn. Pflege und Unterhaltung vieler nicht wirtschaftlich genutzten Waldflächen ist dringend notwendig. So kann beobachtet werden, dass bewaldete Flächen an Fernstraßen, Eisenbahnlinien, entlang von Stromleitungen, vor allem aber auch in der Nähe von Siedlungen und Städten in großem Maße entfernt werden.

Der ukrainische Teil des Dnepr-Beckens ist mit 5 Millionen Hektar Wald bedeckt. Hierfür kann, durch landwirtschaftliche Bearbeitung, von einer Nutzholzmenge von 890 Mio. m³ ausgegangen werden. Die durchschnittliche Bewaldung ist relativ gering (17 %), im Gegensatz zum oberen Teil des Beckens, wo von 25%iger Bewaldung auszugehen ist. Eine regenerative Nutzung von Waldplantagen spielt im unteren Dnepr-Becken eine besondere ökologische Rolle, obwohl ihr Anteil am Gesamtwald gering ist, das sind 1 %, also überschlagen 40.000 Hektar.

Die naturbelassenen Waldreserven der Ukraine im Gebiet des Dnepr-Beckens sind in einem erbärmlichen Zustand. Das hängt damit zusammen, dass sich Waldgebiete oft im Einflussbereich industrieller Anlagen befinden. Als Folge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl sind 2,5 Mio. Hektar Wald in der Ukraine von radioaktiver Kontamination betroffen, außerdem sind 200.000 Hektar vom Zugang ausgeschlossen worden, über 165.000 Hektar liegen in der Sperrzone.

Biologische Ressourcen hochkant=1.8|mini|Europäische Florengebiete