Starship Troopers ist ein amerikanischer Military-Science-Fiction-Actionfilm des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1997. Der Film basiert auf Robert A. Heinleins gleichnamigem Roman des Jahres 1959, unterscheidet sich von diesem aber maßgeblich durch das Setzen satirischer Schwerpunkte und einen zeitgenössischeren Hintergrund. Er entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zum Kultfilm. Der Film startete am 29. Januar 1998 in den deutschen Kinos.

Handlung In der Zukunft lebt die gesamte Menschheit vereint unter einer militärischen Weltregierung, der in Genf tagenden Föderation. Deren interaktives Medium ist der Weltkanal „FedNet“, wo um neue Rekruten für die mobile Infanterie geworben wird. Im Anschluss folgt eine Live-Reportage über die Invasion des „Bugplaneten“. Der berichtende Reporter wird dabei von einem anstürmenden „Bug“ getötet.

Es folgt ein Zeitsprung um ein Jahr zurück. Eine Gruppe Klassenkameraden steht vor ihrem Schulabschluss. Johnny Rico und Carmen Ibanez sind ein Paar. Isabel „Dizzy“ Flores macht Johnny dennoch Avancen und wird von diesem zurückgewiesen. Carl Jenkins und Carmen sind entschlossen, zum Militär zu gehen: Carl will seine telepathischen Fähigkeiten weiterentwickeln, Carmen will Raumpilotin werden. Rico will vor allem Carmen beeindrucken. Die Eltern von Rico sind gegen eine militärische Karriere des Sohns. Bei einem Rugby-Spiel gerät Rico mit Zander Barcalow aneinander, welcher mit Carmen flirtet und diese mit seinem Vorhaben beeindruckt, auf die Flottenakademie zu gehen. Für Carl geht es zum militärischen Geheimdienst und für Carmen zur Flottenakademie auf den Mond. Für Rico geht es zur Grundausbildung der mobilen Infanterie ins Ausbildungslager „Camp Currie“. Zu seiner Überraschung trifft er auf Dizzy, die sich gezielt dorthin beworben hat. Er weist sie erneut zurück. Ausbilder ist der unerbittliche Sergeant Zim. Rico bewährt sich und wird zum Gruppenführer befördert.

Carmen beendet in einer Videobotschaft die Beziehung zu Rico, weil sie Berufssoldatin werden will. Ihr fortführender Flugausbilder wird Zander Barcalow, der sich dazu hat bestimmen lassen. Beide kommen sich in weiterer Folge näher. Sie werden von Captain Deladier belobigt, als sie während eines Asteroidenangriffs der „Bugs“ eine Schiffskatastrophe abwenden.

Rico wird dagegen nach einem tödlichen Übungsunfall degradiert und ausgepeitscht. Als er seinen Eltern über Videotelefonat mitteilt, nach Hause kommen zu wollen, bricht die Verbindung ab. Auf seinem Weg aus dem Camp trifft eine Meldung über einen Asteroidenangriff ein: Die „Bugs“ haben Ricos Heimatstadt Buenos Aires ausgelöscht. Seine Eltern sind tot. Rico entscheidet sich, seinen Dienst fortzusetzen.

mini|Die Badlands von Hell’s Half Acre. Hier wurden einige Szenen des Films gedreht.

Der Vorsitzende des in Genf zusammengetretenen Weltrates erklärt, die menschliche Zivilisation, und nicht Insekten, seien die unbestrittenen Herrscher der Galaxie und müssten dies auch bleiben. Anschließend startet die Großinvasion auf Klendathu. Die im Orbit befindliche Föderationsflotte wird durch Projektile der „Bugs“ teils zerstört, und auch Carmens Schiff wird getroffen. Rico und Dizzy erleben ihren ersten Kampfeinsatz auf dem Boden, der im stürmischen Hurra-Stil beginnt und mit einer katastrophalen Niederlage für die Menschen endet.

Die leichtverletzte Carmen besucht ein von zahlreichen Verwundeten belegtes Weltraum-Lazarett und sieht dort Rico unter den 308.563 Verlusten als getötet ausgewiesen. Tatsächlich überlebt dieser aber schwer verwundet. Nach seiner Genesung werden Dizzy, Rico und ihr Freund Ace zu einer neuen Einheit versetzt, den Roughnecks. Das Kommando hat ihr ehemaliger Lehrer Rasczak. Rico bewährt sich abermals und wird zum Sergeant befördert. Rico und Dizzy kommen sich nun doch noch näher.

Am nächsten Tag gerät ihr Zug in einen Hinterhalt. Als Rasczak im Kampf beide Beine verliert, erschießt Rico ihn auf dessen Bitte hin. In letzter Sekunde evakuiert eine Landefähre, die von Carmen und Zander gesteuert wird, die Überlebenden. Carmen stellt dadurch fest, dass Rico doch noch am Leben ist. Dizzy wurde aber tödlich verletzt und stirbt in Ricos Armen.

Auf dem Raumschiff „Rodger Young“ wird Dizzys Leichnam mit militärischen Ehren im All beigesetzt. Carl Jenkins, der inzwischen Colonel im Geheimdienst ist, eröffnet Rico und Carmen, dass der Hinterhalt erwartet und die Einheit bewusst auf eine wohl aussichtslose Mission geschickt worden war. Die Führung der Streitkräfte vermutet auf dem Planeten einen „Brain Bug“, einen intelligenten Anführer der Arachnoiden. Diesen wolle man sich holen. Carl befördert Rico zum Lieutenant; er ist nun, als Rasczaks Nachfolger, Anführer der Roughnecks.

Während des folgenden Großangriffs auf „Planet P“ wird die „Rodger Young“ zerstört. Carmen und Zander können sich in einer Rettungskapsel retten, stranden in einer Höhle und werden von den „Bugs“ gefangen genommen. Der „Brain Bug“ saugt Zander mit einem Stachel das Gehirn heraus. Als er dies auch mit Carmen tun will, kann sie mit einem versteckten Messer den Stachel abhacken. Rico, der sich mit seiner Einheit auf der Planetenoberfläche befindet, erhält von Carl einen telepathischen Hinweis auf Carmens Standort. Er begibt sich mit Freiwilligen in die Höhle und befreit Carmen. Der „Brain Bug“ flieht. Rico und Carmen ziehen sich zurück und finden einen Weg aus dem Höhlensystem. Als sie dieses verlassen, wird der „Brain Bug“ gerade von einer großen Zahl Soldaten mit einem Netz aus seiner Höhle gezogen – Ricos ehemaliger Ausbilder Zim hat den Bug gefangen. Zim hat sich vom Ausbilder zum einfachen Soldaten degradieren lassen, um an der Front kämpfen zu können. Carl untersucht den Alien und stellt durch Handauflegen fest, dass dieser sich fürchtet. Die Soldaten jubeln.

Schließlich berichtet der interaktive Weltkanal, wie Wissenschaftler dem „Brain Bug“ metergroße Spritzen in den Körper rammen. Man müsse die Bugs verstehen, um gegen sie zu siegen. Man habe nun die Schiffe und die Waffen, aber man brauche mehr Soldaten. Daraufhin wird Carmen gezeigt, die nun Kapitänin ihres eigenen Schiffes ist und auch Rico, der seine Soldaten lautstark antreibt, und sie rennend zu einem Landetransporter führt.

Produktionsgeschichte Absichten und Ideen der Produzenten Die Autoren des Films wie Edward Neumeier produzierten bereits die satirische Dystopie RoboCop aus dem Jahr 1987. Der Film beschäftigt sich mit der kritischen Behauptung, dass alle Actionfilme von Natur aus faschistisch sind. Die im Film eingebaute Ironie wurde eingesetzt, um das ursprüngliche Narrativ des Romans zu kontern, womit der Film den Stoff parodiert. Einiges an Bildsprache sei daher von Nationalsozialistischer Propaganda entliehen worden, weshalb manche dem Film Nazismus unterstellten. Er sei aber gemacht worden, um die Kritik an der US-Politik spielerisch zu zeigen und nicht frontalunterrichtend. Nach Einschätzung von Lee Adams wurde Verhoevens Film in einer Ära herausgebracht, als Hollywood dumpfe Pro-US-Actionfilme wie Independence Day hervorbrachte, welche durch Starship Troopers lächerlich gemacht werden sollten. Weil man die Rechte für Starship Troopers erst im letzten Moment erwerben konnte, sollte der Film ursprünglich Bug Hunt at Outpost Nine heißen. Der Film weist markante Unterschiede zum Hauptwerk auf, was notwendig war, um einem Rechtsstreit keine Grundlage zu bieten.http://www.warpedfactor.com/2017/01/1997-10-things-you-might-not-know-about.html; abgerufen am 23. Juli 2023.

Unterschiede zum Roman Robert A. Heinleins Roman Starship Troopers von 1959 kann nur lose als Filmgrundlage betrachtet werden, da der Film aus der Zeit nach dem Kalten Krieg die Buchvorlage aus der Zeit vor der Hochphase des Kalten Krieges mit antimilitaristischen Untertönen parodiert.

Verhoeven wollte nach eigener Aussage einen offenen Kampf mit dem Buch führen, da dieses von ihm und von anderen Kritikern als militaristisch und faschistisch rezipiert wird. Die Schaffung dieses „politisch inkorrekten“ Films sei vor allem möglich gewesen, weil damals bei Sony/TriStar Pictures niemand sich das tägliche Material anschauen konnte, weil die Führung so oft ausgetauscht wurde, dass diese nie genug Zeit dafür gehabt habe.

Wie im Roman wird auch im Film die Militärkarriere Johnny Ricos beschrieben, allerdings nicht in der Darstellung eines Bildungs- und Entwicklungsromans. Die Unterschiede sind zahlreich: Beispielsweise ist Juan Rico im Film aus Argentinien statt von den Philippinen, er tritt im Film dem Militär wegen Carmen bei, anders als im Buch, um es seinem besten Freund Carl gleichzutun, da sie seit ihrer Kindheit alles zusammen gemacht haben. Im Buch verstirbt seine Mutter, aber nicht der Vater, bei der Zerstörung von Buenos Aires, welches nicht durch den Einschlag eines Meteors, sondern durch einen Angriff der Arachnoidenflotte vernichtet wird. Der Vater, der im Buch selbst nie gedient hat und Juan wegen seines Eintritts verstoßen hat, wird deshalb selbst Soldat und trifft auf seinen Sohn, der zunächst davon ausgegangen ist, beide Eltern verloren zu haben. Dizzy Flores ist im Buch nicht etwa eine Mitschülerin und spätere Kameradin und Geliebte Ricos, sondern ein männlicher Kamerad, der schon im ersten geschilderten Kampfeinsatz stirbt.

Sein Lehrer ist nicht Rasczak, sondern Jean V. Dubois, ein pensionierter Colonel, und taucht später nicht mehr persönlich auf, nur mehr in einem Brief, den er Rico während dessen Ausbildung schreibt. Von 2009 Männern des erweiterten Trainings schlossen 187 ab und 14 starben während der Ausbildung, während der Film zahlreiche Soldaten kennt, ein Soldat durch einen Unfall starb und eine andere, die Unfallverursacherin, das Training verlassen musste. Das der Gesellschaft zugrunde liegende System von Recht und Justiz wird im Buch ausführlich und nicht bloß oberflächlich dargestellt, was bedeutet, dass dieses System über demütigende Körperstrafen für Soldaten, ein bürokratisches Zweiklassensystem bei den Bürgerrechten und die Überwindung einer chaotischen Demokratie, die durch „Sozialwissenschaftler“ zugrunde gerichtet wurde, im Buch noch weiter hinausgeht. Ricos Werdegang zum Offizier wird weit ausführlicher geschildert, er besucht auch eine Offiziersschule und wird zu einer anderen Einheit, den „Blackstone’s Blackguards“, versetzt, mit denen er gegen die Bugs kämpft (und nicht mit den Rauhnacken, bei diesen ist er erst wieder ganz am Schluss des Buches). Und er kämpft auch nicht nur gegen die Bugs, sondern im Lauf seiner Karriere gegen viele verschiedene Alienvölker auf vielen Planeten. Deren Vegetation, Gravitation und Atmosphäre ist ebenfalls unterschiedlich und nicht erdähnlich.

Inhaltsänderungen durch die Synchronisation In der deutschen Synchronisation wurden mehrere Textstellen inhaltlich verändert. Der Charakter der Dialoge änderte sich dadurch von einer reaktionären, antidemokratischen, antiprogressiven Gesellschaftsdoktrin einer Zweiklassengesellschaft hin zu einer einfachen Militärdoktrin zur Abwehr einer Invasion, wie sie beispielsweise der Bundeswehr entspricht. Die folgende Passage, Teil des Vortrags von Rasczak in einer Unterrichtsstunde,

wurde geändert zu:

Die dem Zitat folgende Aussage in der Originalfassung des Films ist, dass Veteranen als Bürger gelten, weil sie den Militärdienst geleistet haben; sie dürfen wählen, nicht als Belohnung für ihren Dienst, da ein geschenktes Privileg keinen Wert besitze, sondern weil die Ausübung einer politischen Autorität mit der Anwendung von Gewalt gleichzusetzen wäre. Die Autorität der Gewalt spreche für alle anderen. Der Behauptung, Gewalt würde nichts nützen, wird entgegengesetzt, dass die Stadtväter von Hiroshima der Behauptung nicht mehr widersprechen könnten, da sie durch die Zerstörung der Stadt gestorben seien. Der Unterschied zwischen einem Bürger und einem Zivilisten sei, dass ersterer persönliche Verantwortung für das Gemeinwesen übernehme und es mit seinem Leben verteidige, letzterer nicht.