Jenins, Aussprache jeníns () ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Sie gehört zur Region Landquart und ist eine der vier Gemeinden der Bündner Herrschaft.

Geographie Die Gemeinde liegt auf einem Schuttfächer der Teilerrüfi am Fuss des Berges Vilan auf der rechten Talseite des Churer Rheintals. Vom gesamten Gemeindeareal von 10,5 km² sind 504 ha landwirtschaftlich nutzbar (z. T. Alpwirtschaften, teilweise Ackerland und 87 ha Rebbaupflanzungen). Weitere 421 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt. Vom Rest ist 87 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge) und 38 ha Siedlungsfläche. Östlich des gleichnamigen Hauptortes liegt die Ruine der Burg Neu-Aspermont.

Jenins grenzt an Maienfeld, Malans und Seewis im Prättigau.

Geschichte mini|links|Luftbild von Werner Friedli von 1954 mini|links|Ähnliche Perspektive im Jahr 2023 Der Ort wurde 1139 als Uienennes und 1142 als Gininnes erwähnt und war frühmittelalterliches Ausbaugebiet. Die Deutung des Namens ist unsicher.Jenins Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 15. März 2024. Ab dem Hochmittelalter gehörte Jenins zur Burg Neu-Aspermont und bildete im Spätmittelalter zusammen mit Malans ein niederes Gericht der Herrschaft Maienfeld. Ab 1436 war Jenins Mitglied des Zehngerichtenbundes. 1536 erwarben die Drei Bünde das niedere Gericht. 1803 wurde Jenins eine souveräne Gemeinde des Hochgerichts Maienfeld.

Die Kirche St. Mauritius wurde 1209 indirekt, 1330 direkt erwähnt. Die Kollatur lag bei den Herren auf Neu-Aspermont, das Präsidium beim Bistum, ab 1536 bei den Drei Bünden. 1540 erfolgte die Reformation, vom 14. bis 16. Jahrhundert der Wechsel von der rätoromanischen zur deutschen Sprache. 1786 bis 1793 betrieb Johann Baptista von Tscharner in Jenins eine Privatschule (Philanthropinum). Die Patrizierhäuser der Familien Sprecher von Bernegg und von Salis stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Seit jeher spielt der Weinbau eine grosse Rolle im milden Klima, das heute abseits der Hauptverkehrsachsen liegt. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts sollte Jenins eine Station der geplanten Schmalspurbahn Schaan–Landquart erhalten. Die Bahn konnte aber letztlich kriegsbedingt nicht realisiert wurde.Heinz Schild: Liechtenstein wurde am Perron stehen gelassen. Zu einem nicht realisierten Bahnprojekt zwischen Schaan und Landquart. Auf: eLiechtensteinensia (online). Jahrbuch (2014) (113). Die Gemeinde hat seit den 1960er Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum erfahren und sich zur Wohngemeinde entwickelt. 2000 war gut die Hälfte der Erwerbstätigen Wegpendler. Der Anteil des 1914 errichteten gemeindeeigenen Elektrizitätswerks an der kommunalen Stromversorgung nimmt stetig ab.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1860 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2019 Einwohner 503 405 432 461 398 468 604 656 780 851 895

Religionen – Konfessionen Konfession reformiert katholisch andere / ohne Anteil 63 % 20 % 17 %

Politik Der Gemeindepräsident ist Baseli Werth (2019–2023). Ihm stehen zwei Gemeinderätinnen und zwei Gemeinderäte zur Seite.

Sehenswürdigkeiten

Jenins ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche. Oberes Sprecher-Haus (der Familie Sprecher von Bernegg) Unteres Sprecher-Haus SalishausSalishaus (1745 erbaut durch die von Salis-Jenins). Hier übernachtete oft Johanna Spyri, die Schöpferin der Romanfigur Heidi. Burgruine Neu-Aspermont Greisinger MuseumGreisinger Museum auf greisinger.museum.

Bilder

Literatur

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Jenins

Einzelnachweise

Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden Kategorie:Bündner Herrschaft

Kategorie:Weinbauort in der Schweiz Kategorie:Ort im Churer Rheintal Kategorie:Ersterwähnung 1139