mini |hochkant=2|Verlauf der Donau mini |Donauschifffahrtspolizeiverordnung vom 28. September 1935|169x169px Die Donau und ihre Schifffahrt sind seit jeher miteinander verbunden. Auf dem rund 2800 km langen Fluss bzw. Strom findet Binnenschifffahrt statt: Tagesausflugsschiffe, Kabinenschiffe, Frachtschiffe, Motorboote und andere Schiffstypen befahren ihn. Hier sollen der Fluss Donau, die historische Entwicklung der Donauschifffahrt und die heute wichtigsten Tagesausflugs-Schifffahrts-Unternehmen auf der Donau vorgestellt werden.
Wegen dem Niedrigwasser aufgrund der Dürre und Hitze in Europa 2026 und durch die Aufschüttung eines Dammes im August 2026 beim Kernkraftwerk Paks ist die Schifffahrt blockiert.Bettina Pfluger: Lieferketten. Sperre der Donau trifft Voestalpine. Dürre des Sommers wirkt nach. Der Standard, 10. September 2026
Schifffahrt auf der Donau Die Donau ist seit dem 20. Jahrhundert für die kommerzielle und die Freizeitschifffahrt erst ab Kelheim, fast 500 Kilometer unterhalb der Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 Kilometern bis zur Mündung für die Binnenschifffahrt befahrbar. Technisch ist sie schon ab Ulm für Schiffe in den Maßen der historischen Ulmer Schachtel befahrbar. An Staustufen bestehen entsprechende Schleusen. Genutzt wird diese Infrastruktur aber nur für Dienstfahrten und Wartungsverkehr der Landeswasserstraße. Mit dem Main-Donau-Kanal, der im September 1992 eröffnet wurde und bei Kelheim in die Donau mündet, gibt es nun eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee über Rhein und Main bis ins Schwarze Meer.
In der Binnenschifffahrt ist es üblich, die Donau in drei Bereiche einzuteilen:
Obere Donau von Kelheim bis Komárom/Komárno Mittlere Donau von Komárom/Komárno bis Turnu Severin Untere Donau von Turnu Severin bis zur Mündung ins Schwarze Meer.
Die Donau ist zwischen Kilometer 0–1140 als Binnenwasserstraße der Klasse VII eingestuft, bis Regensburg als Klasse VIa,b, ab Regensburg als Klasse Vb und ab Main-Donau-Kanal bis Kelheim als Klasse II. Allerdings entspricht die Donau nicht allen Einstufungskriterien hinsichtlich Wassertiefe und Brückendurchfahrtshöhen. Die meisten Donaubrücken sind niedriger als die Rheinbrücken. Deshalb ist zum Beispiel die Containerschifffahrt auf drei Lagen begrenzt.
Entwicklung der Donauschifffahrt Bereits vor den Römern benutzte Wasserstraße mini|Flöße und Boote bei der Ferdinandsbrücke in Wien, 1825 Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Das Römische Reich nutzte weite Abschnitte der Donau als Nordgrenze, den sog. nassen Limes und bewachte diesen mit Patrouillenbooten, Navis lusoria, und betrieb auf der Donau Frachtschifffahrt. Bis in die Neuzeit wurden Boote, die nach dem langen und damals stellenweise gefährlichen Weg ihren Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Bauholz verkauft. Wenn mit dem beschwerlichen und langsamen Rückweg auf Schiffen nicht genug verdient werden konnte, wurde dieser vermieden. Typisch für die Donauschifffahrt waren deshalb einfache Schiffskonstruktionen wie Zillen (siehe auch Ulmer Schachteln) und Plätten, die am Oberlauf ab Ulm (am Inn ab Hall in Tirol) verkehrten, und den Holzverbrauch im Vergleich zum Bau von Flößen reduzierten. Größere Zillen mit Längen bis ca. 30 Metern und 2 Tonnen Zuladung, die Kelheimer, oder Ulmer Ordinarischiffe wurden gelegentlich mit lohnender Ladung wie Wein, Salz u. ä. stromaufwärts zurückgezogen. In der Regel zog man jedoch nur kleinere Zillen mit den Habseligkeiten der Schiffer stromaufwärts.
Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts nur durch Treideln entlang der hier Treppelpfade genannten Leinpfade vorankommen. Dabei wurden die Boote zuerst von Menschen, ab dem 15. Jahrhundert zunehmend von Zugtieren stromaufwärts gezogen. Außerdem setzte man nach Abschaffung der Todesstrafe durch Kaiser Joseph II. in der Habsburgermonarchie um 1787 aus wirtschaftlichen Gründen und weil es abschreckender und empfindlicher sein sollte, Sträflinge stattdessen zum Treideln auf der Donau ein. Viele der Verurteilten überlebten jedoch diese Tortur nicht.
Diese späteren Schiffszüge waren streng organisiert und umfassten bis zu 60 Pferde und ebenso viel Mannschaft. Als Schiffe kamen ein oder mehrere Kelheimer, auch Hohenau genannt, zum Einsatz und stets mehrere Zillen und Plätten als Funktionsschiffe für Tauwerk, Pferde und Vorräte. Wegen des weit verästelten Flusssystems mit wechselnden Untiefen war ein solcher Schiffszug sehr langsam unterwegs. Oft ging es an einem Tag nur wenige Kilometer voran. Häufig musste mitsamt Pferden die Flussseite gewechselt werden; Wetter und Wasserführung behinderten zusätzlich das Vorankommen.
Dampfschifffahrt auf der oberen Donau mini|DDSG Expressdampfer Helios (1928) miniatur|Raddampfschlepper Ruthof / Érsekcsanád (gebaut 1923, heute Donau-Schiffahrts-Museum Regensburg)
Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt und später der Lokomotiven begann der Niedergang der historischen Donauschifffahrt, die letzten Schiffszüge wurden um 1900 stromaufwärts gezogen. Im Jahr 1812 wurde in Wien das erste Donaudampfschiff probeweise in Betrieb genommen.
Die Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft Im Jahre 1829, wurde die Erste Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft (DDSG) ins Leben gerufen. Durch die rasch fortschreitende Entwicklung in der Dampfmaschinentechnik wurden die Schiffe immer größer und schneller, zum Beispiel fuhr das erste DDSG-Dampfschiff Franz I. im Jahre 1830 die Talfahrt von Wien nach Budapest in 14 Stunden 15 Minuten. Für die Bergfahrt von Budapest nach Wien benötigte es 48 Stunden 20 Minuten. 1834 passierte mit der Argo erstmals ein Dampfschiff das Eiserne Tor und ab September 1837 befuhr das Schiff Maria Anna die Strecke Wien – Linz und zurück.
Die DDSG entwickelte sich in Folge zur größten Binnenreederei der Welt und dominierte mit ihren zeitweise 200 Dampfschiffen und über 1.000 Frachtkähnen jahrzehntelang den Verkehr auf dem Fluss. Allein im Jahr 1888 wurden über 1,6 Millionen Passagiere befördert. Eine Spezialität der Reederei waren neben Post- und Eildampfern sowie den Lokalfahrten im Nahbereich von Wien und Budapest vor allem der Expressdienst an die untere Donau, getreu dem Motto „von Passau bis zum Schwarzen Meer“. Die Reederei übernahm nicht nur die Postbeförderung auf der Donau, sondern erlangte durch ihre Dominanz eine sehr große Popularität, im deutschen Sprachraum wurde vor allem der Donaudampschiffahrtsgesellschaftskapitän als Beispiel für ein Schachtelwort bekannt. Erst der für Österreich-Ungarn verlorene Erste Weltkrieg und die Internationalisierung der Donau sollten das de facto Monopol der DDSG auf dem Fluss brechen.
Eine in Regensburg 1835 gegründete Schifffahrtsgesellschaft eröffnete eine eigene Werft und ließ hier das erste mit Dampf betriebene deutsche Donauschiff vom Stapel laufen, am 25. August 1837. Nach einigen erfolgreichen Probefahrten erfolgte am 17. Oktober 1837 die feierliche Schiffstaufe auf den Namen Ludwig I. Die Baupläne hatte ein Ingenieur Röntgen geliefert, nachdem gestandene Schiffsbauer dem Dampfantrieb keine Chance eingeräumt hatten. Ab dem Jahr 1839 fuhr das Dampfschiff Ludwig I. nach einem festen Fahrplan.Aus Donauschiffahrt Bd. 2
Eines der letzten Exemplare eines Donaudampfschiffs, der Zugdampfer Ruthof, ist in Regensburg als Museumsschiff zu besichtigen. Das Schiff wurde 1922/1923 durch die Schiffswerft Christof Ruthof für den Bayerischen Lloyd erbaut.Museumsschiff Ruthof/Érsekcsanád, Donau-Schiffahrts-Museum Regensburg Ebenso betreibt die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte mit der 1912 von der Schiffswerft Obuda für die DDSG gebauten Schönbrunn den letzten betriebsfähigen Schaufelraddampfer auf der Donau.
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der Kettenschleppschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss „hinaufzogen“. Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke Wien–Pressburg verlegt, 1891 auch bei Ybbs und Regensburg.
Nach 1918 mini|Die Schönbrunn ist der letzte erhaltene DDSG-Passagierdampfer Ursprünglich war die Donau ein offener Handelsfluss, nutzbar für jedermann, trotzdem nahm jedes Uferland Handelszölle. Im Pariser Frieden 1856 wurde das Recht des freien Handels auf der Donau erstmals kodifiziert und eine Europäische Donaukommission gegründetDonaukommission, angelehnt an die Bestimmungen der Wiener Kongressakte von 1815 zur freien Schifffahrt. Dieses Recht auf freien Handel auf der Donau wurde durch das Abkommen von Barcelona am 20. April 1921 bekräftigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau dieses Recht erneut festgeschrieben: das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt. Die Einhaltung der Regeln und die Erhaltung der Schifffahrtstauglichkeit werden durch die Internationale Donaukommission überwacht. Auf ihren Vorgaben beruht die in Deutschland geltende Donauschifffahrtspolizeiverordnung.
Von 1946 bis 1955 (damals stand ein Teil von Österreich unter sowjetischer Besatzung) errichteten „die Russen“ (wie die Sowjetsoldaten bis heute umgangssprachlich genannt werden) mit ihrer Verwaltung USIA beschlagnahmter Großbetriebe in der sowjetischen Zone ein eigenes, von österreichischen Instanzen nicht kontrollierbares Wirtschaftsimperium, zu dem u. a. die Ölförderung im Marchfeld und die österreichische Donauschifffahrt gehörten.
Schifffahrt seit dem Ende des 20. Jahrhunderts mini |Donauschubverband mini |Flusskreuzfahrtschiff Excellencemini |Massengutfrachter in Linz, Österreich
Die Stromgeschwindigkeit liegt selbst bei Hochwasser – solange noch geschleust wird – nicht über 10 km/h, die ehemals berüchtigten Hexenkessel wie etwa das Eiserne Tor oder die Stromenge bei Grein sind durch Staustufen entschärft worden und problemlos zu überwinden.
Seit etwa den 1990er Jahren befahren verschiedene Schiffstypen die Donau. Neben rund 100 Flusskreuzfahrtschiffen, welche zu Mehrtags-Kreuzfahrten vor allem zwischen Passau, Wien, Budapest und dem Schwarzen Meer ablegen, sind viele Frachtschiffe und zahlreiche Tagesausflugsschiffe auf der Donau unterwegs.
Die oft durchaus bedeutenden Strudel sind zwar gewöhnungsbedürftig, für den aufmerksamen Rudergänger aber nicht gefährlich. Nur der Einsatz eines Autopiloten ist an diesen Stellen stark eingeschränkt, zumindest im Bereich der oberen Donau, und bei Niedrigwasser auch dort, wo sich das Fahrwasser gelegentlich von mehreren Kilometern auf wenige hundert Meter Breite verengt. Das ermöglicht in diesem Bereich auch erstmals den Einsatz von Containerschiffen. Ein großes Containerterminal ist in Russe (Bulgarien) entstanden, das an eine Eisenbahnlinie angeschlossen ist.Containerterminal Russe siehe Balgarski Darschawni Schelesnizi#Containerterminals Auf der unteren Donau bis zur Nordgrenze Rumäniens wird vor allem mit Schubverbänden von bis zu 10 Einheiten – ein Schubboot und neun Schubleichter, dies ergibt eine Transportkapazität von 15.000 t – gearbeitet, auf der mittleren Donau bis zur Nordgrenze Ungarns mit bis zu fünf Einheiten und im oberen Bereich mit drei Einheiten. Ein großer Teil der Fracht besteht dabei aus Massengütern wie Kohle und Baustoffen.
Zu massiven Eingriffen in den Frachtbereich führten Regelungen der ungarischen Regierung zu Beginn des Jahres 2012, die die Anzahl der Bargen in Schubverbänden herabsetzte und ihren Tiefgang auf Werte limitierte, wie er üblicherweise nur bei Niedrigwasser gefahren wird. Dadurch werden die Transportkapazitäten (künstlich) stark verringert und die Transportkosten verteuert.. Auf Wien international, 9. Mai 2012; abgerufen am 10. Mai 2012