WWE, Vollbezeichnung World Wrestling Entertainment, ist eine US-amerikanische Wrestling-Federation. Sie gilt als weltweit größte Wrestling-Veranstalterin. WWE wird von TKO Group Holdings betrieben, einer Tochtergesellschaft der Endeavour Group Holdings.

WWE wurde 1963 gegründet, nachdem sich Promoter im Nordosten der USA von der National Wrestling Alliance (NWA) trennten, um die World Wide Wrestling Federation (WWWF) zu gründen. Nach dem Wiedereintritt in die NWA im Jahr 1971 wurde die WWWF 1979 in World Wrestling Federation (WWF) umbenannt, bevor die Promotion 1983 die NWA endgültig verließ.

Zu diesem Zeitpunkt übernahm Vince McMahon die Promotion von seinem Vater Vincent James McMahon und machte sie zum größten Wrestlingverband der Welt mit einem Quasi-Monopol in den USA. Nach einem Quotenkrieg mit ihrem einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten World Championship Wrestling (WCW), der als „Monday Night Wars“ in die Geschichte einging, übernahm WWF die WCW im Jahr 2001.

Im Jahr 2002 wurde die WWF nach einem Rechtsstreit mit dem World Wildlife Fund in World Wrestling Entertainment umbenannt. 2023 übernahm Endeavor Group Holdings die Mehrheit an WWE und fusionierte sie mit seiner Tochter UFC.https://www.ran.de/wwe/news/wwe-ufc-zusammenschluss-fragen-antworten-mega-deal-mcmahon-171788

Die WWE strahlt Shows wie Raw und SmackDown in mehr als 150 Ländern aus, veranstaltet jährlich mindestens 12 Pay-per-View-Events, darunter WrestleMania, und hält weltweit etwa 320 Live-Events pro Jahr ab. Nahezu alle bedeutenden Wrestler der vergangenen Jahrzehnte standen bei WWE unter Vertrag, etwa Hulk Hogan, der ab Mitte der 1980er-Jahre zum Aushängeschild der Promotion und zum ersten Weltstar der WWE wurde.

Geschichte Vorgeschichte Roderick James „Jess“ McMahon war eigentlich ein Box-Promoter, der im amerikanischen Nordosten beheimatet war. Doch ab etwa 1933 veranstaltete McMahon erstmals Wrestlingshows im Municipal Stadium in Freeport, Long Island. Durch seine Kontakte mit Wrestlinggrößen, wie Raymond Mondt und Ray Fabiani, wurde es seinem Sohn Vincent James McMahon später möglich, Partnerschaften mit angrenzenden Promotern einzugehen.

1948 wurde Vince Manager der Turner Arena in Washington, D.C., 1952 erwarb er die Rechte an dieser Arena komplett. 1953 schließlich veranstaltete McMahon unter dem Banner Capitol Wrestling Federation seine erste eigene Wrestlingshow und trat dem Dachverband National Wrestling Alliance bei. Er benannte 1955 die Arena in Capitol Arena um und 1956 wurden die Matches erstmals im DuMont-Network ausgestrahlt. Im gleichen Jahr intensivierte McMahon seine Zusammenarbeit mit Raymond Mondt in New York und am 26. November des Jahres veranstalteten sie ihre erste gemeinsame Show im Madison Square Garden.

1957 eröffnete McMahon in Washington ein zentrales Büro, von dem aus er alles steuerte. Als Organisation wurde die Capitol Wrestling Corporation (CWC) in das Register eingetragen. Teilhaber waren zunächst McMahon und Mondt zu gleichen Teilen. 1961 folgte schließlich die entsprechende Eintragung der Organisation in New York.

World Wide Wrestling Federation (1963–1979)

Der Dachverband NWA vergab seit 1948 einen von allen Mitgliedsverbänden anerkannten NWA-World-Heavyweight-Wrestling-Champion-Titel, der weltweit verteidigt werden konnte. Seit dem 30. Juni 1961 war „Nature Boy“ Buddy Rogers der amtierende NWA-Weltmeister. Rogers stand jedoch meist bei der CWC unter Vertrag und verteidigte seinen Titel hauptsächlich im amerikanischen Nordosten, womit einige Mitglieder der NWA unzufrieden waren. Mondt und McMahon bestanden jedoch darauf, dass Rogers den Titel behalten sollte. Als Kompromiss wurde beschlossen, die Sicherheitskaution, die der NWA-Titelhalter an den Dachverband zahlen musste und die verfiel, wenn er nicht antrat, von 10.000 auf 25.000 US-Dollar zu erhöhen. Rogers war nicht bereit, diese zusätzliche Summe aufzubringen, und so musste er am 24. Januar 1963 im benachbarten Kanada seinen NWA-Championship-Titel an Lou Thesz abgeben.

mini|Die ehemaligen Wrestling-Territorien in den USA und Kanada. Aus Protest gegen diese Entscheidung verließ die CWC den NWA-Dachverband und gründete im April des gleichen Jahres die neue Promotion World Wide Wrestling Federation (WWWF), eine zu NWA in Konkurrenz stehende Liga, die kurzfristig unter dem Namen World Wide Wrestling Association mit der National Wrestling Association assoziiert war. Buddy Rogers wurde zum ersten regulären WWWF-Champion ernannt. Laut WWE-Geschichte gab es im April 1963 ein Wrestling-Turnier in Rio de Janeiro, bei dem sich Buddy Rogers im Finale gegen Antonino Rocca durchsetzten und somit erster WWWF-World-Heavyweight-Champion werden konnte. Die Wahrheit ist jedoch, dass er den Titel kampflos zugestanden bekam. Bereits einen Monat später, am 17. Mai 1963, verlor der gesundheitlich angeschlagene Rogers (er hatte schon einige Zeit mit Herzproblemen zu kämpfen) seinen WWWF-Titel an Bruno Sammartino in weniger als 60 Sekunden.

Da die WWWF aber noch mit der NWA assoziiert war, saß Vince McMahon sr. (der Sohn von Jess McMahon) weiterhin im Aufsichtsrat der National Wrestling Alliance. Auch war die WWWF zu der Zeit noch an ihr Stammterritorium gebunden und durfte ihre Wrestler nicht landesweit antreten lassen. Mitte der 1960er-Jahre verließ Raymond Mondt die Promotion und diese ging nun in den alleinigen Besitz der Familie McMahon über.

Ende 1972 wurde die World Wide Wrestling Federation von Seiten der NWA wieder in den Dachverband aktiv eingebunden und so begann Vince McMahon sr. ab 1973, wieder unter dem alten Banner von NWA Capitol Wrestling Federation seine Shows abzuhalten. Auch wurde in diesem Jahr mit der heutigen Promotion World Wrestling Council auf Puerto Rico eine Suborganisation (engl. Affiliate) von WWWF aufgestellt.

World Wrestling Federation (1979–2002) Übergang und Golden Era (1979–1993) mini|links|150px|WWF Logo (1982–1998) Im März 1979 wurde die WWWF in World Wrestling Federation (WWF) umbenannt und nun langsam zur größten Wrestling-Liga der Vereinigten Staaten, indem man begann, kleinere Regionalligen aufzukaufen.

1980 gründete Vince McMahon Jr. die Firma Titan Sport Inc., die er als Eigentümer der Liga einsetzte und kaufte 1982 die CWC von seinem Vater. Vince McMahon hatte im Gegensatz zu seinem Vater, der diesbezüglich noch der NWA-Einstellung nahestand, erkannt, dass Wrestling in erster Linie Unterhaltung war. So begann er, die WWF landesweit zu einem sportlich angehauchten Show-Entertainment umzufunktionieren. Die WWF stand damals in unmittelbarer Konkurrenz zur AWA, die sich ebenfalls von der NWA getrennt hatte. Später konnte Vincent McMahon diese Wrestling-Liga in seine WWF eingliedern.

mini|Jimmy Snuka, Hulk Hogan und Mr. T bei WrestleMania I (1985) Andere NWA-Mitgliedsverbände waren darüber verärgert, dass sich Vince McMahon nicht an das ungeschriebene Gesetz hielt, nur in seinem Territorium TV-Sendungen auszustrahlen. Nachdem McMahon einige finanzstarke Sender auf seine Seite gezogen hatte, liefen WWF-Sendungen wie „All American Wrestling“, „Wrestling Challenge“ und „Superstars of Wrestling“ in den ganzen Vereinigten Staaten und auch in Kanada. Da die WWF nun eine gewisse Größe erreicht hatte, benötigte sie aus ihrer Sicht die Mitgliedschaft in der NWA nicht mehr. So trat 1983 die World Wrestling Federation endgültig aus der National Wrestling Alliance aus.

Mit der Rückkehr Hulk Hogans aus der AWA wurde das Bild der WWF nochmals verändert. Nach 1984, als dieser sich zum ersten Mal den WWF-Heavyweight-Titel sichern konnte, wurde die gesamte WWF und deren Marketing rund um Hogan aufgebaut.

Mit der ersten „Wrestlemania“-Veranstaltung war es der WWF 1985 gelungen, die für die spätere Entwicklung des Wrestlings bedeutendste Großveranstaltung auf die Beine zu stellen. Sie wurde später das Vorbild anderer WWF-Großereignisse. Die Wrestlemania ähnelte zwar der NWA Starrcade, es traten dort aber vor allem die Superstars der WWF auf, während Starrcade zu der Zeit hauptsächlich noch aus Jobber–Kämpfen mit wenigen NWA-Stars bestand. Ab 1985 wurden die Sendungen der WWF auch in das nationale Kabelfernsehen aufgenommen und liefen nun in den gesamten Vereinigten Staaten. In der Folgezeit begann die sogenannte „Rock-’n’-Wrestling-Ära“, die das Unternehmen an die Spitze dieser Unterhaltungsart brachte. Die WWF hat mit ihrem amerikanischen Helden Hulk Hogan einen Publikumsliebling (Babyface) zum Zugpferd gemacht und der Fankult „Hulkamania“ war für das Unternehmen ein Segen. Hulk Hogan hatte die WWF Championship in seiner ersten Regentschaft 1474 Tage inne und diese Zeit wurde von vielen als das „Second Golden Age“ (zu Deutsch „Zweites Goldenes Zeitalter“) des Wrestlings bezeichnet.

New Generation und Attitude Era (1993–2002) mini|links|150px|New Generation Era WWF Logo (1995–1997) Doch nach fast zehn erfolgreichen Jahren drohte ein Skandal. Es wurde bekannt, dass WWF-Superstars wie Hulk Hogan unter dem Verdacht des Steroid-Missbrauchs standen. Auch gegen Vince McMahon wurde ein Verfahren eröffnet, dessen Kosten sich auf rund 5 Millionen US-Dollar bezifferten. Die WWF war gezwungen zu reagieren und machte daher 1993 den wesentlich kleineren Bret Hart zum neuen Zugpferd. Vince McMahon kürzte seinen Wrestlern und dem WWF-Personal ihre Gehälter um fast 40 Prozent, was dazu führte, dass viele ehemalige WWF-Superstars sich zwischen 1993 und 1995 bei der vom Medienunternehmer Ted Turner finanzierten WCW verpflichteten. Infolge stand die Promotion kurz vor dem Bankrott. Um an frisches Geld für die Liga zu kommen, wurde die WWF schließlich in ein Börsen-notiertes Unternehmen umgewandelt.

mini|Steve Austin vs. The Rock bei WrestleMania XIX. In den mehrjährigen Monday Night Wars kämpften die Montag-Nacht-Shows der beiden Wrestlingpromotions um Einschaltquoten. Um diesen Quotenkrieg gewinnen zu können, begann 1997/98 die „Attitude-Ära“, die Superstars wie The Rock und Steve Austin hervorbrachte. Die WWF strahlte mehr Gewalt, Schimpfwörter und unerwartete Wendungen aus, um mit der WCW zu konkurrieren. Nachdem Bret Hart im Anschluss an den „Montreal Screwjob“-Vorfall zur WCW gewechselt war, nutzte Vince McMahon die resultierende Antipathie gegen ihn und schuf den Charakter des „Mr. McMahon“ mit dem Gimmick eines „skrupellosen Bösewichts“ und diktatorischen Herrschers der WWF. Er bevorzugte Heels, die „gut fürs Geschäft“ waren, und verabscheute „missratene“ Faces wie Steve Austin. Dies führte schließlich zur Fehde zwischen Austin gegen McMahon und war, neben der Formierung der Gruppe D-Generation X, die Grundlage der Attitude-Ära. Auch wurde nun die Zielgruppe der WWF geändert: Standen vor dieser „Attitude-Ära“ hauptsächlich Kinder und Jugendliche im Fokus, wurden nun auch die Altersgruppen darüber ins Auge gefasst. Viele neue Gesichter kamen zur WWF, wie Mick Foley, Chris Jericho, Kane und der olympische Goldmedaillen-Gewinner von 1996, Kurt Angle.

Während die WWF zunehmend den Quotenkrieg für sich entscheiden konnte, geriet die WCW durch innere Querelen und durch Umstrukturierungen ihres Mutterkonzerns in die Krise. Schließlich konnte McMahon 2001 sowohl die WCW als auch Extreme Championship Wrestling erwerben, wodurch die WWF in den USA zum faktischen Monopolisten und weltweit zum unbestrittenen Marktführer im Wrestling-Bereich aufstieg.

Die WWF versuchte auch in andere Unterhaltungsbereiche zu expandieren und gründete im Jahr 2000 eine eigene Football-Liga, die aber nach finanziellen Rückschlägen wieder eingestellt wurde.

World Wrestling Entertainment (seit 2002) Ruthless Aggression Era (2002–2008) mini|links|150px|WWE Logo (2002–2014) Im Mai 2002 verlor die World Wrestling Federation einen Rechtsstreit gegen den World Wide Fund for Nature, einer internationalen Umweltorganisation, um die Verwendung des Kürzels „WWF“ und der Internet-URL „WWF.com“ und musste sich daraufhin in World Wrestling Entertainment (WWE) umbenennen.