Fontoy (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Thionville und zum Gemeindeverband Thionville Fensch Agglomération. Die Einwohner werden Fenschois und Fenschoises genannt.

Geographie Die Gemeinde liegt etwa 18 Kilometer westlich von Thionville (). Im Westen des Gemeindegebietes verläuft der Fluss Conroy.

Etymologie Der deutsche beziehungsweise moselfränkische Ortsname leitet sich vom Bach Fensch () ab, der durch den Ort fließt. Die älteste bekannte Ortsbezeichnung lautet Ad Fontes (959).Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen. Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 125; .

Geschichte Die Ortschaft geht auf eine antike römische Siedlung zurück und wurde erstmals 959 unter dem lateinischen Namen ad Fontes genannt. Dies bedeutet bei den Quellen. Im 12. Jahrhundert wurde eine Burg errichtet.

Um 1643/48 kam der Ort zu Frankreich. Am 21. Februar 1871 wurde Fontoy von deutschen Truppen besetzt. Nach dem Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 kam Fentsch zusammen mit neunzehn weiteren Orten von Französisch-Lothringen durch Gebietsaustausch an Deutschland.Verzeichnis der Orte von französisch Lothringen, welche in Folge des Frankfurter Friedensvertrages durch Gebietsaustausch an Deutschland gekommen, aber bereits im ersten Abschnitt mit aufgezählt sind. In: Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 77–78 unten (books.google.de). Fentsch wurde 1873 zum Sitz des Kantons bestimmt, der aus Gemeinden der Kantone Audun-le-Roman und Longwy gebildet wurde, die 1871 an das Deutsche Reich gefallen waren.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges bestimmte der Versailler Vertrag die Abgabe des Orts an Frankreich. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Fontoy von deutschen Truppen besetzt (17. Juni 1940), es wurde eine deutsche Zivilverwaltung eingerichtet; am 9. September 1944 wurde der Ort von den Westalliierten eingenommen.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Jahr Einwohner Anmerkungen 1793 580 Fontay – statistische Angaben der Arbeitsgruppe für Demographie und Geschichte der École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Frankreich 1821 816 1841 971 1866 1059 Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 15 (books.google.de) 1871 1058 auf einer Fläche von 1614 ha, in 261 Häusern mit 288 Familien, darunter elf Evangelische;Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 323 (books.google.de). nach anderen Angaben fünf EvangelischeGeorg Lang (Hrsg.): Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch. Metz 1874, S. 108 (books.google.de). nach anderen Angaben 960 EinwohnerGustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band II. Grg. Ferd. Otto Müller, Berlin 1874, S. 560–562 (books.google.de). 1880 1057 am 1. Dezember, auf einer Fläche von 1668 ha, in 249 Wohnhäusern, davon 1012 Katholiken, 43 Protestanten und zwei JudenStatistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. C. F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 113, Ziffer 1359; . 1885 1094 1890 1082 in 243 Häusern mit 277 Haushaltungen, davon 991 Katholiken, 89 Protestanten und zwei JudenStatistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Die Bewegung der Bevölkerung in Elsaß-Lothringen, Druck von M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1893, S. 106–107, Kanton Fentsch, Ziffer 4; . 1900 1949 1905 2463 1910 3399 am 1. DezemberFentsch, Kreis Diedenhofen-West, Lothringen. In: Meyers Gazetteer. Mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Fentsch (meyersgaz.org).

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019 Einwohner 4050 3718 3614 3619 3256 3149 3069 3095

mini|hochkant|Turm der Kirche Saint-Pierre

Verkehr Der Bahnhof Fontoy lag an der Bahnstrecke Mohon–Thionville. Nach 1871 war Fontoy der deutsche Grenzbahnhof nach Frankreich an dieser Strecke. Der gegenüber liegende französische Grenzbahnhof war Audun-le-Roman. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Fontoy, das noch aus französischer Zeit stammte, wurde 1875 von den Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen erweitert. Es wird heute nicht mehr genutztLaurent Baudoin: Les gares d'Alsace-Lorraine. Un heritage de l'annexion Allemande (1871–1918). Editions Pierron, Sarreguemines 1995. Ohne ISBN, S. 36. und der ehemalige Bahnhof wird im Verkehr nicht mehr bedient.Eisenbahnatlas Frankreich. Band 1: Nord – Atlas ferroviaire de la France. Tome 1: Nord. Schweers + Wall, Aachen 2015, ISBN 978-3-89494-143-7, Tafel 19 C3.

Persönlichkeiten Peter Merot (* 31. August 1848; † nach 1907), Brauereibesitzer, Bürgermeister und Mitglied des Deutschen Reichstags Werner Dietrich (* 9. Mai 1916; † 16. Dezember 1997 in Pforzheim), Mediziner und Funktionär des Tanzsports

Weblinks

Homepage der Gemeinde Fontoy

Einzelnachweise

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