Knutange [] ( zuletzt Kneuttingen, früher auch Knütingen und Knutange) ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand: ) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Thionville und zum Gemeindeverband Thionville Fensch Agglomération. Die Einwohner werden Knutangeois und Knutangeoises genannt.

Geographie Das Dorf liegt in Lothringen an der Fensch, etwa zwölf Kilometer südwestlich von Thionville () auf einer Höhe zwischen 196 und 366 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 2,44 km².

Wahrzeichen der Gemeinde ist die 260 Meter lange Eisenbahnbrücke über das Fenschtal (Viaduc de Knutange) an der Bahnlinie Lille-Thionville. Am 20. August 1899 war auf der Bahnstrecke Diedenhofen–Fentsch in Kneuttingen ein Haltepunkt für den Personen-, Gepäck- und Expressgutverkehr eröffnet worden.

Durch die Industriegeschichte und die damit zusammenhängende dichte Bebauung ist Knutange mit den Gemeinden Nilvange, Hayange, Algrange, Serémange-Erzange und Florange zusammengewachsen.

Geschichte Der Ort, der früher zum Bistum Metz im Heiligen Römischen Reich gehörte,Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 324 (Google Books). wurde erstmals 1193 als Cneutengis erwähnt und ist nach einem fränkischen Grundbesitzer namens Knuto benannt. Bei der Rückgabe des Herzogtums Lothringen im Friedensvertrag vom 21. Januar 1718 behielt das Königreich Frankreich das Dorf Kneutingen.Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870–1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 3–50, insbesondere S. 10 (Google Books).

Nach dem Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 kam Knütingen zusammen mit 19 weiteren Orten von Französisch-Lothringen durch Gebietsaustausch an Deutschland,Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 77–78 unten (online). wo es dem Kreis Diedenhofen-West im Bezirk Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet wurde.

mini|Totalansicht Fentscherhütte (Bildpostkarte um 1900) mini|Begichtungs-Drahtseilbahnanlage ­der Fentscher Hütten-Actien-Gesellschaft zu Kneuttingen um 1902 Die Gemeinde hat eine lange Industriegeschichte. Das Hüttenwerk Kneuttingen („Fentscher Hütten-A.-G. Kneuttingen“) war von 1895 bis in die 1970er Jahre in Betrieb. Es verfügte über eine 145 m lange, von Adolf Bleichert & Co. erbaute Gichtseilbahn, die als Besonderheit zwei um 360° drehende Winkelstationen hatte, weil die Möllerplätze bzw. Erzrümpfe dicht neben den Hochöfen lagen. Am 6. Januar 1898 stürzte ein 21 m hoher Schornstein der Kühlungsanlage des Hochofens ein, wobei sechs Tote sowie drei Schwerverletzte zu beklagen waren. Im Geschäftsjahr 1904/05 erzielte die Hütte einen Betriebsüberschuss von 4.438.275 Mark (entspricht heute etwa  EURDiese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100.000 EUR gerundet und vergleicht 1905 mit Januar .).

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Frankreich abgetreten werden; während des Zweiten Weltkriegs war sie von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Das Gemeindewappen nimmt oben Bezug auf die alten Herrschaften über Knutange: die Herzöge von Bar und die Herzöge von Luxemburg. Der flammende Berg unten symbolisiert die Metallurgiegeschichte.Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)

Demographie + Bevölkerungsentwicklung vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Jahr Einwohner Anmerkungen 1793 369 Knutange – statistische Angaben der Arbeitsgruppe für Demographie und Geschichte der École des hautes études en sciences sociales (EHESS), Frankreich 1821 408 1841 687 1861 893 Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 31 (online) 1871 937 auf einer Fläche von 242 ha, in 184 Häusern mit 233 Familien, darunter zwei Juden;Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 324 (Google Books).Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 109 (online). nach anderen Angaben 940 EinwohnerGustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung, Band II, Grg. Ferd. Otto Müller, Berlin 1874, S. 560–562 (online) 1880 1006 am 1. Dezember, auf einer Fläche von 242 ha, in 184 Häusern, davon 996 Katholiken und neun ProtestantenStatistisches Büro des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen (Hrsg.): Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 113, Ziffer 1361 (online). 1885 1193 1890 1200 in 193 Häusern mit 294 Haushaltungen, davon 1192 Katholiken und acht ProtestantenStatistisches Büreau des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen: Die Bewegung der Bevölkerung in Elsaß-Lothringen, Druck von M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1893, S. 106–107, Kanton Fentsch, Ziffer 6 (online). 1900 3445 meist katholische EinwohnerKneuttingen, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig/Wien 1907, S. 171 (Zeno.org) 1905 4892 1910 5612 am 1. DezemberKneuttingen, Landkreis Diesenhofen-West, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Kneuttingen (meyersgaz.org).

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2012 2019Einwohner 5767 4433 4104 3649 3772 3632 3239 3192

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kirche Saint-Charles Kirche Saint-Charles

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Einzelnachweise

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