mini|Logo Das Klinikum Stuttgart entstand am 1. Juli 1999 durch den Zusammenschluss der städtischen Krankenhäuser Bürgerhospital, Katharinenhospital, Krankenhaus Bad CannstattDie Frauenklinik war 1999 noch Teil des Krankenhaus Bad Cannstatt, ist aber seit 2014, zusammen mit dem Olgahospital, am Standort „Mitte“ stationiert. und Olgahospital. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und verfügt über 40 Prozent der Krankenhausbetten in Stuttgart. Im Jahr werden rund 90.000 Patienten stationär und 600.000 ambulant am Klinikum versorgt. In den Jahren 2022 und 2023 hat das Klinikum Stuttgart die Sportklinik Stuttgart, das Krankenhaus vom Roten Kreuz in Bad Cannstatt und die Sana Herzchirurgie Stuttgart übernommen. Im Klinikum Stuttgart sind etwa 9.000 Personen beschäftigt.
Träger der wirtschaftlich selbständigen gemeinnützigen Kommunalanstalt öffentlichen Rechtes ist die Landeshauptstadt Stuttgart. Die Krankenhausleitung besteht aus dem Medizinischen Vorstand, der Kaufmännischen Vorständin, dem Pflegedirektor und dem Personaldirektor.
Standorte Neben kleinen ambulanten Strukturen konzentrieren sich die Häuser des Klinikums Stuttgart seit 2014 auf die Standorte Mitte (Katharinenhospital und Olgahospital/Frauenklinik) und den Standort Bad Cannstatt mit dem Krankenhaus Bad Cannstatt (KBC).
Katharinenhospital mini|Klinikum Stuttgart, Neubau am Standort Mitte Das Katharinenhospital ist ein Krankenhaus der MaximalversorgungWeiterführende Diagnostik, klinikum-stuttgart.de, abgerufen am 21. Februar 2024 und dient auch als akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Als überregionales Traumazentrum verfügt das Katharinenhospital über 2 Schockräume, eine moderne interdisziplinäre Notaufnahme, eine Stroke Unit für Schlaganfallpatienten sowie die einzige Neurochirurgie in der Region Stuttgart.
Das Hospital wurde 1820–1827 als erstes allgemeines Krankenhaus der Stadt Stuttgart erbaut und bis zu seiner Zerstörung 1944 ständig umgebaut und erweitert. 1957–1967 wurde das Krankenhaus wiederaufgebaut und 1993 um das Funktionsgebäude ergänzt.
mini|Gedenktafel zur ersten erfolgreichen Thrombektomie mit einem Stent-Retriever (2008) In der Neuroradiologischen Klinik führte Hans Henkes im Jahr 2008 mithilfe eines Solitaire-Stents die erste Stent-Retriever-Thrombektomie, also die Entfernung eines Blutgerinnsels aus einem verschlossenen Hirngefäß mit einem Stent-Retriever, durch. Spätere Studien zeigten, dass die Stent-Retriever-Thrombektomie im Vergleich zur medikamentösen Behandlung zu besseren klinischen Ergebnissen führte. Sie gehört inzwischen zu den Standardtherapien bei akuten ischämischen Schlaganfällen.
Im Jahr 2018 fällte der Stuttgarter Gemeinderat den Beschluss, das Katharinenhospital vollständig neu zu bauen. Dafür werden die bestehenden Gebäude sukzessive zurückgebaut und am gleichen Standort neu errichtet. Mit einer Fertigstellung des letzten Bauabschnitts ist 2032 zu rechnen. Im Januar 2022 wurde der erste Teil des Neubauprojekts in Betrieb genommen.Einweihung Neubau des Klinikums Stuttgart und Rundgang durch die Klinik, Bericht auf Regio TV vom 15. Oktober 2021, aufgerufen am 28. Januar 2023 Im als Haus F bezeichneten Gebäude befindet sich der neue Haupteingang zum Katharinenhospital, die zentrale Patientenaufnahme, die radiologischen Kliniken, Teile der Inneren Medizin und Bettenstationen mit etwa 250 Betten, eine große interdisziplinäre Intensivstation mit über 60 Betten, eine hämato-onkologische Transplantationsstation sowie eine der größten Endoskopieabteilungen Süddeutschlands.
Nach drei Jahren Bauzeit wurde im Frühjahr 2023 der Neubau des Stuttgart Cancer Center – Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl (SCC) im Klinikum Stuttgart eröffnet. Hier bündelt das Klinikum Stuttgart die Expertise für die Behandlung von jährlich über 11.000 Krebspatienten. In das Gebäude zogen die onkologische Tagesklinik, das Lungenkrebszentrum sowie die Kliniken für Nuklearmedizin und Strahlentherapie.
Auf dem Dach des Katharinenhospitals befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz.
Olgahospital Das Kinderkrankenhaus Olgahospital (kurz: „Olgäle“) steht seit Mai 2014 am zentralen Standort des Klinikums Stuttgart und teilt sich dort einen Neubau mit der Frauenklinik. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen und gilt als die größte Kinderklinik Deutschlands.
mini|Das Olgahospital des Klinikums Stuttgart Jährlich werden 16.000 kranke Kinder und Jugendliche stationär behandelt. Nahezu das komplette Behandlungsspektrum in der Kinder- und Jugendmedizin wird angeboten. In den pädiatrischen Spezialambulanzen und dem Sozialpädiatrischen Zentrum kümmert man sich um die ambulante Versorgung von chronisch und schwer kranken Kindern. Notfälle (ambulant und stationär) werden in der Pädiatrisch-Interdisziplinären Notaufnahme rund um die Uhr versorgt. Zusammen mit der Frauenklinik bildet das Olgahospital das zweitgrößte Perinatalzentrum Deutschlands. Das Olgahospital blickt auf eine über 175-jährige Geschichte zurück.
Seit 2008 wird der krankenhausinterne Radiosender Radio Rio produziert. Seit dem Neubau des Olgahospitals besitzt der Sender ein eigenes Studio im Krankenhaus. Jeden Mittwoch werden vier Stunden live Geschichten rund um das Olgäle und aus der Welt präsentiert. Der private Hörfunksender Antenne 1 ist Medienpartner von Radio RiO.
Krankenhaus Bad Cannstatt mini|Das Krankenhaus Bad Cannstatt des Klinikums Stuttgart Das Krankenhaus Bad Cannstatt verfügt über rund 800 vollstationäre und tagesklinische Betten. Das Zentrum für Hautkrankheiten im Krankenhaus Bad Cannstatt ist die älteste und mit mehr als 8.000 stationären Fällen jährlich die aktuell größte Versorgungsstruktur für stationäre dermatologische Patienten in Deutschland. Am Krankenhaus Bad Cannstatt befindet sich auch der Großteil des klinischen Angebotes des Zentrums für Seelische Gesundheit. Es ist eine der größten und differenziertesten psychiatrischen Abteilungen an einem Allgemeinkrankenhaus in Deutschland. Seit Ende 2023 erbringt zudem die Sportklinik Stuttgart als Teil des Klinikums Stuttgart einen großen Teil ihres medizinischen Angebots am Krankenhaus Bad Cannstatt.
Geschichte mini|Ansicht des Katharinenhospitals von Süden, 1828. mini|Lageplan des Katharinenhospitals, 1827.In den späten 1790er Jahren gab es einen Mangel an Krankenhausbetten, der durch den Bau eines neuen Krankenhauses oder die Erweiterung einer bestehenden Einrichtung behoben werden sollte. Jedoch wurden diese Pläne aufgrund von Finanzierungsproblemen und unklaren Zuständigkeiten nicht umgesetzt. Jahr Anzahl Betten 1828 230 1928 635 – Bettenzahl des Katharinenhospitals ohne die Frauenklinik in der Bismarckstraße. 1944 720 1977 983 2012 1300 Zu den vorhandenen Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen gehörten das Bürgerhospital (eine Altersheim- und Krankenhauskombination), das Lazarett, das Herzogliche Pfleghaus, das Seelhaus (eine Herberge und Entbindungsstation) und das Siechenhaus (ein Krankenhaus).
Im Jahr 1817 beschloss König Wilhelm I., ein neues Krankenhaus zu errichten, das den aktuellen Bedürfnissen entsprach. Der plötzliche Tod der sozial engagierten Königin Katharina von Württemberg im Jahr 1819 gab den Anstoß für die zügige Realisierung dieses Vorhabens, um ihr ein Denkmal zu setzen. Die Baukosten in Höhe von fast 250.000 Gulden wurden vom König, einem Spendenkomitee, der Staatskasse und der Stadt finanziert.
Von 1820 bis 1827 wurde das neue Krankenhaus mit 230 Betten nach den Plänen von Nikolaus Friedrich von Thouret an der Ecke Kriegsbergstraße und Herdweg errichtet. Bereits im Jahr der Grundsteinlegung 1820 wurde das bisherige Bürgerhospital in St. Katharinenhospital umbenannt, um dem neuen Krankenhaus den Namen der verstorbenen Königin Katharina zu geben („Catharinen-Hospital“). Die offizielle Eröffnung fand am 9. Januar 1828, dem neunten Todestag von Königin Katharina, statt.
Das Krankenhaus hatte eine Breite von etwa 90 Metern, während die beiden Seitenflügel etwa 40 Meter lang waren. Es wurde im einfachen klassizistischen Stil als dreistöckiger Dreiflügelbau mit einem Walmdach errichtet. Der breite Mittelflügel war durch einen Mittelrisalit gekennzeichnet, der mit einem Dreiecksgiebel abschloss. Die vorspringenden Seitenflügel und der Mittelflügel umschlossen einen offenen Innenhof. Der Mittelbau hatte an der Vorderseite 15 Fensterachsen, die sich auf den Mittelrisalit und die beiden Zwischenbauten aufteilten, während die Seitenflügel an der Vorderseite jeweils drei Achsen hatten.
In den Jahrzehnten nach der Gründung wurde das Krankenhaus kontinuierlich ausgebaut und durch weitere Bauten ergänzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Katharinenhospital, das zu dieser Zeit über 720 Betten verfügte, bei mehreren Bombenangriffen am 25. und 26. Juli 1944 nahezu vollständig zerstört.#Kolb 1978, Seite 23, 14.
Nach dem Zweiten Weltkrieg mini|Katharinenhospital am Standort Mitte, vor dem Neubau (2006)
In den Jahren 1955–1968 wurde das Katharinenhospital von der Architektengruppe Döcker, Eisenlohr und MüllerMüller: Regierungsbaumeister Otto Müller. wiederhergestellt bzw. neu aufgebaut. Neben dem Hauptbau (Haus A und B) entstand eine Vielzahl weiterer Kliniken.#Kolb 1978, Seite 41–44.
Infolge der im Jahr 2005 beschlossenen Neuordnung der Stuttgarter Kliniken wurden ab 2011 mit einem Budget von über 300 Millionen Euro neben dem Katharinenhospital neue Gebäude errichtet und bestehende Gebäude – so der sogenannte „Katharinenhof“ – umgestaltet."Klinikum Stuttgart: Katharinenhof soll einem Neubau weichen", Bericht vom 20. November 2011 in den Stuttgarter Nachrichten (online), aufgerufen am 28. Januar 2023
„Bettenhausriegel“ In den Jahren 1992/1993 erbaute die Architektengruppe Heinle, Wischer und Partner zwischen Kriegsbergstraße und dem (bis zu zehn Stockwerke hohen) „Bettenhausriegel, der früher die Straßenansicht des Krankenhauses bestimmte,“#Sayah 1993, Seite 30. – Bettenhausriegel: Haus A und B. den wesentlich niedrigeren fünfstöckigen Funktionsneubau (Haus E), der „als zentraler Eingangsbereich den Zugang zum Konglomerat der Altbauten neu ordnet.“#Sayah 1993, Seite 27.
„So kompakt und niedrig wirkt der Neubau von außen, daß erstmals eintretende Besucher auf die hohe, über alle Geschosse reichende, luftige Halle, die sich wie ein riesiger Wintergarten hinter dem Eingang auftut, gar nicht gefaßt sind. »Wintergarten« bezeichnet exakt das bauphysikalische Prinzip, das die Architekten bei der Konzeption im Kopf hatten: Die von einem gläsernen TonnendachTragwerksplanung: Schlaich, Bergermann und Partner. – #Holgate 1997, #Schlaich 1999. überwölbte Halle ist nicht klimatisiert, sondern dient als Klimapuffer für die Behandlungsräume und Labors ringsum, die alle über sie belichtet und belüftet werden. Ein Hain aus Eukalyptusbäumen, Basaltpflaster und ein kleiner Wasserlauf bilden eine hübsche, wenn auch etwas karge Reminiszenz an den Garten des Karharinenhospitals, der sich einstmals hier befand und (sehr zum Leidwesen der Angestellten) dem Neubau geopfert werden mußte.“#Sayah 1993, Seite 30.
Im Jahr 2017 begann eine umfangreiche bauliche Erweiterung des Gebäudekomplexes, unter anderen um ein zentrales Gebäude mit einer mehrgeschossigen Halle, die mehrere Klinikgebäude verbinden sollte."Die Modernisierung des Klinikums schreitet voran", Bericht vom 15. Februar 2017 auf der Website des Klinikums Stuttgart, aufgerufen am 18. Januar 2023 Im Jahr 2018 fällte der Stuttgarter Gemeinderat den Beschluss, das Katharinenhospital vollständig neu zu bauen. Mit einer Fertigstellung des letzten Bauabschnitts ist 2032 zu rechnen.
Kinderklinik mini|Der ehemalige Standort des Olgahospitals aus der Luft gesehen