Harry Dember (* 11. Juli 1882 in Leimbach; † 22. März 1943 in New Brunswick, New Jersey) war ein deutscher Physiker.

Leben Harry Dember war ein Sohn des Louis Dember und der Henriette Philippsthal. Er war Absolvent des Realgymnasiums Mansfeld und studierte Physik an der Universität Berlin, an der Universität Göttingen und war an der Technischen Hochschule Dresden als Assistent tätig. Die Promotion erfolgte 1906 in Berlin, die Habilitation unter Wilhelm Hallwachs im Jahr 1909 in Dresden. Ab 1909 war er Privatdozent unter Hallwachs und a. o. Professor. 1914 unternahm er eine Forschungsreise nach Teneriffa. Die Insel konnte er auf Grund des Kriegsausbruches bis 1918 nicht verlassen.

Im Jahr 1923 wurde er an der Technischen Hochschule Dresden zum ordentlichen Professor für Physik ernannt und nahm damit die Nachfolge von Hallwachs ein. Bereits im Jahr 1933 zwangen ihn die Nationalsozialisten, die Hochschule zu verlassen, da Dember jüdischer Abstammung war. 1939 wurde sein Haus in Altenberg zwangsweise verkauft.

Unmittelbar nach seinem erzwungenen Verlassen der TU Dresden emigrierte Dember mit seiner Familie in die Türkei und wurde noch 1933 Professor für Physik an der Universität Istanbul. 1941/42 reiste er weiter in die USA und lehrte an der Rutgers University in New Brunswick, anfangs als Lecturer, dann als Visiting Professor.

Dember war mit Victor Klemperer befreundet. Seine Person wie auch seine wissenschaftlichen Leistungen werden an der TU Dresden mit dem Dember-Preis geehrt. Eine Straße im Dresdner Stadtteil Omsewitz trägt seinen Namen.

Leistungen Dember ist der Entdecker des Kristallfotoeffektes, der nach ihm auch Dember-Effekt genannt wird und dessen bekannteste Anwendung die Solarzelle ist. Er bestimmte 1916 die Loschmidtsche Zahl mit einem für damalige Verhältnisse geringen Fehler von 7 %.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, . Dember, Harry, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 1. München: Saur, 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 209.

Quellen Eintrag im Professorenkatalog der Technischen Universität Dresden

Weblinks

judentum.de: Rolle der Juden in Wirtschaft und Kultur Sachsens judentum.net: Harry Dember vor 120 Jahren geboren

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Istanbul) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in der Türkei Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann