mini|Alkoven in einem Willingshäuser Bauernhaus, Gemälde von Hermann Sondermann, 1886 mini|Alkoven im Museumsdorf Cloppenburg mini|Wohnmobil mit Alkoven über der Fahrerkabine

Ein Alkoven ist ein durch eine große Wandöffnung mit dem Wohnraum verbundener, kleiner fensterloser Nebenraum, in dem das Bett steht. Allgemein wird eine Bettnische oder Schlafnische so bezeichnet.

Begriff und Wortherkunft Die aus dem arabischen Wohnhaus stammende Anordnung kam über Spanien seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in fast allen europäischen Ländern in Gebrauch.Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 31. Mai 2026), S. 11: Alkoven. Ebenso kommt der Begriff von und wurde um 1700 über und zum deutschen Alkoven. Eine alternative Herleitung führt spanisch alcoba auf lateinisch cubare, „liegen“ zurück, auf das auch italienisch cova, „Lagerstätte“, und covo, „Höhle“ zurückgehen.Johann Knobloch: Span. alcoba, dt. Alkoven, „Schlafnische“ – kein arab. Lehnwort. In: Sintagma, Band 2, 1990, S. 27 f. (Digitalisat auf raco.cat, abgerufen am 31. Mai 2026)

Im Plattdeutschen wird für Bettnische auch der Begriff Butze verwendet. Im Münsterland, in Südoldenburg und Ostwestfalen ist die Bezeichnung Durk gebräuchlich.Nabil Osman (Hrsg.): Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft. Beck, München 2002, S. 26.

Unterschiedliche Verwendungen Verschiedene Formen von Bettnischen können unterschieden werden:

Eine historische Bett­nische oder ein kleiner Nebenraum in einem Zimmer, in dem sich die Schlafgelegenheit (Bett oder einfach Decken) befindet. Alkoven waren wärmer als freistehende Betten und boten eine größere Intimsphäre. Dienstboten hatten früher nicht selten nur eine kleine Kammer mit einem Alkoven, in die sie sich zurückziehen konnten. In Bauernhäusern ein Schrankbett. Solche Alkoven wurden früher meistens zwischen Döns und Küche eingebaut oder in der Querdiele, die den Wohn- und den Wirtschaftsbereich trennte. Im höfischen Bereich bedeutete das Bett im Alkoven etwas Privates. Es stand nicht frei mit einem exponierten Betthimmel, wie die Paradebetten in den Schlössern des Absolutismus. Eine Bettnische in einem Wohnmobil oder Lastkraftwagen hinter oder über dem Führerstand.

In historischen Alkoven wurde meist in sitzender Haltung geschlafen, weshalb die Alkoven oft nur ca. 1,60 m lang sind. Alkoven waren hygienisch problematisch, da das Stroh teilweise nur selten gewechselt wurde, die Belüftung schlecht war und in Bauernhäusern unter den Alkoven oft Lebensmittelvorräte gelagert wurden. Zur Bekämpfung der Tuberkulose wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts gegen Alkoven baupolizeilich vorgegangen. Im Freistaat Oldenburg zahlten die Krankenkassen 1926 pro entferntem Alkoven 100 Reichsmark. Dennoch blieben Alkoven in Norddeutschland bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Benutzung, überwiegend in ärmeren Bevölkerungsschichten.Beatrice Härig: Was ist ein Durk? In: Monumente, Heft 4/2016, S. 41.

Literatur

Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 31. Mai 2026), S. 11: Alkoven.

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Einzelnachweise

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