Rossija 1 (), zuvor auch RTR (PTP) oder Telekanal Rossija (Телеканал Россия) genannt, ist ein staatlicher Fernsehsender in Russland. Er unterhält in Russland landesweit 80 Regionalredaktionen, die sich in Regionalfenstern in das landesweite Programm einblenden. Der Sender ist Bestandteil der russischen Propaganda, diese wurde seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 nochmals verschärft.
Geschichte Der Vorläufer von Rossija 1 existierte bereits zu Zeiten der Sowjetunion als offizieller Staatssender der Russischen Teilrepublik und wurde 1991 in Telekanal Rossija umbenannt. 1998 wurde der Sender in die staatliche Medienholding WGTRK integriert und untersteht seitdem indirekt der Medienaufsicht der Regierung. Ähnlich wie beim ebenfalls staatlichen Sender Perwy kanal wird vor allem die einseitig-regierungstreue Berichterstattung von Rossija von politischen Beobachtern kritisch gesehen. Weiter kritisiert wird die mangelnde Unabhängigkeit des Senders durch die Aufsicht der Regierung über die Staatsholding als Besitzer.Internationale Gesellschaft für Menschenrechte Mit der Umfirmierung des vorherigen Kanals Rossija Sport zu Rossija 2 im Januar 2010 und dessen Ausbau zu einem Vollprogramm wurde der Telekanal Rossija in Rossija 1 umbenannt.
Marktanteile Die Popularität des Senders nahm Ende der 2010er Jahre ab. Die Anzahl der Befragten, die Rossija 1 regelmäßig einschalten, sank von 72 auf 47 Prozent. Als Hauptgrund für den Zuschauerschwund beim staatlichen TV-Sender gilt der drastische Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Nur noch knapp über die Hälfte aller Zuschauer glaubt dem, was der Sender berichtet. Der landesweite Marktanteil des Kanals Rossija auf dem russischen TV-Sektor betrug laut einer Erhebung 2003 noch über 20 %, womit er hinter ORT auf Rang 2 lag. 96 % der russischen Bevölkerung können Rossija empfangenRusslandanalysen der Forschungsstelle Osteuropa an der Uni Bremen vom 28. November 2003 und über 75 % haben bei einer Umfrage 2006 den Sender mindestens wöchentlich eingeschaltet,Russlandanalysen der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde Nr. 118/06 womit der Sender auch in diesen beiden Disziplinen landesweit auf Rang 2 lag.
Programm mini|HD-Logo (seit 29. Dezember 2012) Rossija strahlt ein Fernsehvollprogramm aus, das von 135 Millionen Zuschauern empfangen werden kann. Bis 2001 war ein hoher Anteil US- und Lateinamerikanischer Produktionen bei Rossija. Seit einigen Jahren produziert der Sender eigene Filme und Serien.
Der Sender ist Bestandteil der russischen Propaganda, die seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 nochmals verschärft wurde.Russischer Militärexperte äußert sich pessimistisch zur Kriegslage
Vorgeworfen werden vor allem die Verbreitung von Desinformation.
Ausländische Serien (in Klammern die Jahre der Ausstrahlung) California Clan (1992–2002)„Санта-Барбара“ смывается незаметно Muñeca Brava (1999–2000) Manuela Ricos y Famosos Celeste (2001–2002) Kachorra (2001) Teletubbies Kommissar Rex (oft wiederholt) Fort Boyard
Russische Serien Marsch Turezkogo (, ) (2000–2002) – Krimiserie Kamenskaja (, ) (1999–2005) – Krimiserie Worowka (, ) (2001–2002) – Drama- und Krimiserie Undina (, ) (2003–2005) – Telenovela Bednaja Nastja (, ) (2004–2005) – historische Telenovela Iszelenije ljubowju (, ) (2005) – Telenovela Odnaschdy budet ljubow (, ) – Telenovela Karmelita (, ) (2005) – Telenovela Karmelita: Zyganskaja strast (, ) (2009–2010) – Telenovela Sklifosowskij () (seit 2012) – Krankenhausdrama Scherlok Holms (, ) (2013) – Krimiserie Rodina (, ) (2015) – Psychothriller, Spionagethriller Tichij Don (, ) (2015) – Kriegsdrama
Sendungen Westi () (seit 1991) Westi nedeli () (seit 2001) Utro Rossii () (seit 1998) Westi. Deschurnaja tschast () Spezialny korrespondent () Wokrug sweta () Spokojnoj notschi, malyschy! () (seit 2002) Gorodok () (seit 1993) Sto k odnomu () (seit 1998) Sam sebe reschissjor () (seit 1992) Woskresny Wetscher s Wladimirom Solowjowym () (seit 2012 auf Rossija 1, 2005–2008 auf NTW) Tanzy so swjosdami (), russische Variante von Let’s Dance Anschlag und Smechopanorama
Verbot Seit Juni 2022 sind die russischen Programme von Rossija 1 in der EU verboten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte im September 2022 wegen Kriegspropaganda die Sperrung von Rossija 1 in Frankreich, außerdem die von Perwy kanal und NTW. Die von den drei Sendern ausgestrahlten Inhalte riefen zu Hass und Völkermord auf. Im Dezember 2022 ordnete die französische Medienaufsicht Arcom wegen mehrfachen Falschinformationen und Anstiftung zu Gewalt und Hass das Verbot von Rossija 1 an.
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