thumb|Peter Schuster 2011 Peter Schuster (* 7. März 1941 in Wien; † 14. Juni 2026) war ein Universitätsprofessor für Theoretische Chemie an der Universität Wien und von 2006 bis 2009 Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Wissenschaftliche Laufbahn Nach mit Auszeichnung bestandener Reifeprüfung im Jahr 1959 studierte Peter Schuster an der Universität Wien Chemie und Physik und promovierte 1967 sub auspiciis praesidentis zum Dr. phil. Von 1968 bis 1969 war er Post-Doc-Assistent am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen beim Nobelpreisträger Manfred Eigen, mit dem er gemeinsam das Quasispezies-Modell entwickelte.

1971 habilitierte er sich an der Universität Wien im Fach Theoretische Chemie und wurde 1973 für das gleiche Fach zum Ordentlichen Universitätsprofessor an der Universität Wien ernannt. Seit diesem Jahr war er (mit einer kurzen Unterbrechung) bis 2010 Vorstand des Instituts für Theoretische Chemie und war 2004 der erste Dekan der neu geschaffenen Fakultät für Chemie.In memoriam Peter Schuster (1941 - 2026). Fakultät für Chemie der Universität Wien, 19. Juni 2026, abgerufen am 20. Juni 2026.

Peter Schuster war seit 1984 korrespondierendes Mitglied und seit 1992 wirkliches Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war Obmann des Kuratoriums des Akademie-Instituts für Biophysik und Röntgenstrukturforschung. Von 2000 bis 2003 bekleidete er die Funktion des Vizepräsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2006 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Seine Forschungsgebiete umfassen die Theorie der Wasserstoffbrücken und der zwischenmolekularen Kräfte, Kinetik der Protonenübertragungsreaktionen in wässrigen Lösungen, nicht-lineare Dynamik komplexer Systeme, Theorie und Modellierung der molekularen Evolution, Strukturen und Eigenschaften von RNA-Molekülen, Optimierung von RNA-Strukturen, „neutrale Netzwerke“ bei Biopolymeren, analytische Näherungen von nicht-linearen Differentialgleichungen aus Physik, Chemie und Neurobiologie, sowie genetische Regulation und metabolische Netzwerke.

Von 1992 bis 1995 war er von der Universität Wien beurlaubt, um die Funktion des Gründungsdirektors des Instituts für Molekulare Biotechnologie (heute Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut) in Jena wahrzunehmen. Peter Schuster war externes Fakultätsmitglied der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena und External Faculty Member des Santa Fe Instituts in den USA. Er war Inhaber mehrerer Gastprofessuren.

Er war Mitglied mehrerer weiterer wissenschaftlicher Gesellschaften, etwa seit 2009 der National Academy of Sciences, und Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter seit 1992 des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst.

Peter Schuster war Autor von neun Büchern und etwa 300 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften (Originalarbeiten, Übersichtsartikeln und Aufsätzen). In mehreren wissenschaftlichen Journalen war er (Mit-)Herausgeber.

Im Herbst 2012 wurde Schuster von Senat der Technischen Universität Wien für die Periode von 2013 bis 2018 zum Universitätsratsmitglied der TU Wien gewählt.

Am 14. Juni 2026 starb Peter Schuster im Alter von 85 Jahren. Er wurde am Sieveringer Friedhof bestattet.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften (Auswahl) 1971: Theodor Körner Förderungspreis 1971: Jubiläumspreis der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft 1983: Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989: Dr. Asen-Zlatarov-Preis der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften 1992: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1993: Mitglied der Leopoldina 1995: Philip Morris Forschungspreis 1995: Josef-Loschmidt-Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker 1997: Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften 1997: Kardinal-Innitzer Würdigungspreis für Naturwissenschaften 1999: Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins 2009: Mitglied der Academia Europaea 2010: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 2014: Mitglied der EMBOEMBO enlarges its membership for 50th anniversary. Pressemitteilung vom 8. Mai 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de) 2018: Kardinal-Innitzer-Preis (Großer Preis)

Weblinks

Website von Peter Schuster Peter Schuster in die „National Academy of Sciences“ gewählt, Artikel mit biographischen Angaben in der Online-Universitätszeitung

Peter Schuster im Theoretical Chemistry Genealogy Project

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Theoretischer Chemiker Kategorie:Theoretischer Biologe Kategorie:Sub-auspiciis-Promovierter (Universität Wien) Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der European Molecular Biology Organization Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Erwin-Schrödinger-Preisträger Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Kardinal-Innitzer-Preisträger Kategorie:Träger der Wilhelm-Exner-Medaille Kategorie:Theodor-Körner-Preisträger Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann