mini|310px|Lage von Koprivnica in der Gespanschaft Koprivnica-Križevci mini|310px|Fußgängerzone im Stadtzentrum Koprivnica [] (deutsch Kopreinitz, ungarisch Kapronca) ist eine kroatische Stadt mit 28.580 Einwohnern (2021), nahe der kroatisch-ungarischen Grenze am gleichnamigen Fluss. Koprivnica ist Hauptstadt der historischen Drauregion Podravina und zugleich Hauptsitz der Gespanschaft Koprivnica-Križevci (Koprivničko-križevačka županija).
Stadtgliederung Laut der letzten Volkszählung von 2021 hatten alle Ortschaften der Gemeinde Koprivnica zusammen 28.580 Einwohner.Volkszählung in Kroatien 2021 Davon befanden sich insgesamt 511 Personen, sogenannte Auslandskroaten, zum Zeitpunkt der Volkszählung im Ausland. Bakovčice – 295 Draganovec – 444 Herešin – 682 Jagnjedovec – 301 Koprivnica – 22262 Kunovec Breg – 578 Reka – 1317 Starigrad – 2248 Štaglinec – 453
Geographie Die Stadt Koprivnica liegt etwa 40 Kilometer östlich von Varaždin und etwa 20 Kilometer südlich der ungarischen Staatsgrenze, nahe dem Fluss Drau. Momentan befindet sich die Autobahn A12 von Vrbovec über Koprivnica nach Ungarn im Bau, und wird bei der Fertigstellung insgesamt 86 Kilometer Streckenkilometer betragen.
Geschichte Mittelalter Im 13. Jahrhundert wurde der Name des Flusses Koprivnica in Schriften (aus den Jahren 1207, 1209, 1217) des kroatisch-ungarischen Königs Andreas II. erwähnt. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 1272 in der Schenkungsurkunde des Prinzen Ladislaus IV. erwähnt. Im Jahre 1356 wurde Koprivnica durch König Ludwig I. als eine selbstständige Stadt proklamiert, danach entwickelte sich die Stadt im Bereich des Handels und auch als ein militärischer Stützpunkt.
Der Stern, eine Art von Burg, wurde bis zu den 1660er Jahren als eine der modernsten antiosmanischen Festungen der Renaissance bezeichnet. Nach dem Frieden in Zsitvatorok im Jahre 1606 wurden Bedingungen für eine ruhigere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Koprivnica geschaffen. Gleichzeitig wurden die Verkehrswege sicherer, und die Städte wurden anziehender für Kaufleute. Erste Kaufleute im 17. Jahrhundert kamen aus Deutschland und Venedig. Die Stadt hatte gut organisierte und regulierte Messen, wo städtische und andere Handwerker ihre Waren anboten. Die Messen trugen zur Stärkung des Handels in Koprivnica bei. Später waren als Kaufleute besonders orthodoxe Kaufleute griechischer Herkunft und Juden von Bedeutung. Die Kaufleute von Koprivnica waren 1821 Mitglieder einer Zunft.
Frühneuzeit Im 18. Jahrhundert wurde der Generalstützpunkt auf Anweisung der Habsburger Erzherzogin Maria Theresia aus Koprivnica nach Bjelovar versetzt, damit wurde Koprivnica aus der slawonischen Provinz ausgegliedert. Der große wirtschaftliche Fortschritt der Stadt begann im Jahr 1870, als die Eisenbahnstrecke Budapest–Zakany–Koprivnica–Zagreb in Betrieb genommen wurde. Am Anfang des 20. Jahrhunderts trug die Fleischfabrik „Danica“ und in der zweiten Hälfte der Nahrungsmittelkonzern Podravka viel zum wirtschaftlichen Fortschritt bei. Seit der Jahrhundertwende sowie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und bis zum Friedensvertrag von Trianon gehörte die Stadt zum Komitat Bjelovar-Križevci.Karten und Infos zu den Komitaten/Gespanschaften um 1910 Im Jahr 1918 wurde die Region ein Teil des neu entstandenen Staates der Slowenen, Kroaten und Serben und kurze Zeit später gehörte es zum Königreich Jugoslawien.
Neuzeit Während des Zweiten Weltkrieges befand sich in unmittelbarer Nähe das von der rechtsextremen Ustaša betriebene KZ Danica. 1943 wurde Koprivnica von jugoslawischen Partisanenverbänden eingenommen und blieb für kurze Zeit in deren Einflussbereich. Im Frühjahr 1944 wurde die Stadt durch die Deutsche Wehrmacht und Einheiten der Ustaša wieder besetzt, nachdem die Jugoslawen die Stadt aufgeben mussten. Im Herbst desselben Jahres wurde bei der Schlacht von Koprivnica eine der heftigsten Gefechte während des Zweiten Weltkrieges auf kroatischem Gebiet geführt. Damals wurde die Stadt von zwei Partisanenkorps der Volksbefreiungsarmee (Jugoslawien) angegriffen und konnten diese bis zum Ende des Krieges nicht mehr einnehmen.Schwere Niederlage der Partisanen - Autor: Ante Junaković Im Jahr 1945 folgte dann die Eingliederung von Koprivnica in die SFR Jugoslawien.
Nach der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 und dem darauffolgenden Kroatienkrieg wurde zunächst Ende September die Kaserne in Koprivnica von der Jugoslawischen Volksarmee an die kroatischen Streitkräfte friedlich übergeben. Dennoch wurde Koprivnica mehrere Tage später, am 7. Oktober 1991, von der Luftwaffe angegriffen. Bei diesem Angriff auf die Kaserne durch mehrere abgefeuerte Raketen kam damals ein Mensch ums Leben und mehrere Gebäude wurden beschädigt. Weitere Luftangriffe folgten im Jahr 1992. Dabei wurde über der Stadt ein Hubschrauber der UNPROFOR abgeschossen und es gab mehrere Tote und Verletzte.Koprivnica während des Heimatkrieges 1991 und 1992 - Autor: Marko Fijačko
Politik Kommunalwahlen Bei der Kommunalwahl vom 16. Mai 2021 waren 26.238 Bürgerinnen und Bürger in Koprivnica wahlberechtigt und aufgefordert den neuen Gemeinderat sowie den neuen Bürgermeister zu wählen, wovon 10.193 Menschen ihr Wahlrecht nutzten. Dabei gab es insgesamt 9.891 (97,04 %) gültige und 302 (2,96 %) ungültige Stimmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 38,9 % kam es zu folgendem Ergebnis:Stadt Koprivnica, Gemeinderatswahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 20. September 2023 Parteien und Wählergemeinschaften %2021 Stimmen2021 Sitze2021RESTARTRESTART Socijaldemokratska partija Hrvatske/Hrvatska seljačka stranka/Hrvatska stranka umirovljenika/Hrvatska socijalno-liberalna stranka/Građansko-liberalni savez53,6530111HDZHrvatska demokratska zajednica14,514393MREŽAMreža nezavisnih lista/Hrvatska narodna stranka – Liberalni demokrati12,712612ParteiloseNezavisni10,210092DPDomovinski pokret5,35211MOSTMost nezavisnih lista3,63600Gesamt100989119Wahlbeteiligung38,9 %
Bürgermeister Bei der Wahl des Bürgermeisters und seines Stellvertreters im Mai 2021 waren die Bürgerinnen und Bürger in Koprivnica aufgerufen, ein neues Oberhaupt der Stadt zu wählen. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,84 % und der amtierende Stadtchef Mišel Jakšić wurde in seinem dritten Amt mit 6.031 Stimmen (59,2 %) bestätigt.Stadt Koprivnica, Bürgermeisterwahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 20. September 2023
Wappen Das Wappen der Stadt ist das historische Wappen der im Mittelalter freien Königsstadt Koprivnica. Der Hintergrund ist blau und auf dem halbkreisförmigen Schild befindet sich ein weißer Turm mit Zinnen sowie hervorstehendem Pfosten. Über dem Turm befindet sich eine goldene Königskrone und links und rechts eine goldene Lilie, zu Ehren des Königshauses der Anjou, die damals Koprivnica den Status einer freien königlichen Stadt verliehen haben.
Städtepartnerschaften Koprivnica unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft: Domžale (Domschale), Region Osrednjeslovenska in Slowenien Nikšić, in Montenegro Kaposvár (Kopisch), im Kreis Kaposvár in Ungarn Poreč (Parenz), in der Gespanschaft Istrien in Kroatien Arilje, im Verwaltungsbezirk Okrug Zlatibor in Serbien Čapljina, im Kanton Herzegowina-Neretva in Bosnien und Herzegowina
Bevölkerung BevölkerungsentwicklungBevölkerungsentwicklung in Kroatien von 1857 bis 2001Volkszählung 2011 1857 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1931 1948 1953 1961 1971 1981 1991 2001 2011 2021 3224 4243 4627 5118 5710 8018 8115 7934 8663 9566 11444 16150 20812 24238 24809 23955 22262
Bei der Volkszählung der ungarischen Behörden im Jahr 1910 waren von insgesamt 8018 Einwohnern 7138 Kroaten (89 %), 271 Ungarn (3,4 %), 232 Deutsche (2,9 %), 120 Serben (1,5 %) und 257 andere (3,2 %).Volkszählung von 1910 – Koprivnica (Kaproncza város) - Seite 2_462 und 2_463
Kultur und Sehenswürdigkeiten Denkmäler und Sehenswürdigkeiten Die Kirche und Pfarrei des Heiligen Nikolaus befindet sich im Zentrum der Stadt und wurde 1657 an der Stelle der älteren Kirche der Heiligen Jungfrau Maria innerhalb des Franziskanerklosters erbaut. Das Gotteshaus hat einen langgestreckten Grundriss mit einem rechteckigen Altarraum und einer Sakristei. Der Glockenturm befindet sich an der Nordostseite des Gebäudes. Der Altarraum ist kreuzgewölbt und über das Kirchenschiff erstreckt sich ein bemaltes Spiegelgewölbe. Das wertvolle Kircheninventar aus dem 17. Jahrhundert ist erhalten geblieben. Im Jahr 1892 wurde die Kirche mit dem dazugehörigen Pfarrhaus restauriert und erhielt ihr heutiges Aussehen.Denkmalregisternummer: Z-820. Die Kirche und das Franziskanerkloster des Heiligen Anton aus Padua wurde im Jahr 1292 gegründet. Nachdem das alte Kloster, das sich ursprünglich an der Stelle der heutigen Kirche des Heiligen Nikolaus befand, im 16. Jahrhundert aufgegeben worden war, wurde im Jahr 1675 mit dem Bau eines neuen Klosters innerhalb der damaligen Festungsmauern begonnen. Die Kirche hat einen rechteckigen Grundriss mit einem dreiseitigen Altarraum und einem Glockenturm. Entlang der Nordwand wurde 1745 eine quadratische Kapelle des Heiligen Petrus errichtet. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1989 und 1990 zum Teil renoviert.Denkmalregisternummer: Z-819. Die Kirche der Heiligen Maria (Močile) im Barockstil wurde zwischen den Jahren 1700 und 1706 als Filialkirche des Heiligen Nikolaus an der Stelle einer älteren Holzkapelle erbaut. Im Jahr 1983 wurde sie nach der Gründung der dortigen Pfarrei zur Pfarrkirche.Denkmalregisternummer: Z-2796. Die Festung Kamengrad in Starigrad (Altstadt) wurde zum ersten Mal 1272 urkundlich als „Castrum Kopurnycka“ erwähnt. Die Ruine befindet sich nördlich an den Hängen des Bilogora-Gebirges auf einem 199 Meter hohen Hügel und wenige Kilometer von der Ortschaft Jagnjedovac entfernt. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg zum letzten Mal erwähnt und vermutlich während des Streites zwischen Ladislaus Hunyadi und dem Grafen Ulrich II. (Cilli) im Jahre 1446 zerstört.Altstädte, Festungen, Burgen und mittelalterliche Kultur - Kamengrad in Starigrad Die Festung in Koprivnica wurde zwischen 1583 und 1598 erbaut und diente in erster Linie der Verteidigung der Stadt durch die ständige Bedrohung der Türken. Das Bauwerk war ursprünglich in den Erdwall der ehemaligen Festung neben den Überresten der südöstlichen Bastion eingebettet. Ein Gebäude der Bastion ist noch erhalten geblieben. Dabei handelt es sich um ein einstöckiges Gebäude mit rechteckigem Grundriss und hohem Dach. Die Hauptfassade ist nach Süden ausgerichtet und entlang der nordöstlichen Ecke befindet sich ein Anbau der an eine Außentreppe angeschlossen ist und das Erdgeschoss mit dem ersten Stock verbindet.Denkmalregisternummer: Z-2642. Der Renaissanceplatz (Dr. Leander Brozović Platz) wurde im 16. Jahrhundert errichtet und zusammen mit dem Barockplatz aus dem 17. Jahrhundert (Zrinski-Platz und Platz des Bans Josip Jelačić) prägen das heutige Stadtbild in Koprivnica. Die Synagoge in Koprivnica wurde 1875 erbaut. Das Bauwerk hat einen rechteckigen Grundriss und ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, wobei die südliche Hauptfassade zur Straße hin ausgerichtet ist. Das Gebäude gehört zu einem dreiteiligen Synagogentyp, der nach dem Vorbild Wiens errichtet wurde. Der geräumige Innenraum ist durch Eisensäulen in drei Teile unterteilt, von denen der mittlere höher und breiter ist. Über der Eingangshalle befand sich ein Auditorium mit einer Orgel.Denkmalregisternummer: Z-3382.
Der jüdische Friedhof wurde im Jahr 1851, damals noch am Stadtrand, angelegt. Am Eingang des Friedhofes befindet sich eine geschmiedete Tür und dahinter ein Denkmal, das Teil der ehemaligen Aussegnungshalle ist, die an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert errichtet wurde. Der ältere östliche Teil des Geländes beinhaltet Gräber mit einer vertikalen Stele aus zerbrochenen Steinen und hebräischen Inschriften und Symbolen. Später entstanden Grabsteine in Form eines Obelisken, die Inschriften in deutscher Sprache enthalten.Denkmalregisternummer : Z-3544.