Tonnerre ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Norden der Region Bourgogne-Franche-Comté, Département Yonne. Sie gehört dem Gemeindeverband Communauté de communes Le Tonnerrois en Bourgogne an.

Lage Die Stadt liegt etwa 35 Kilometer östlich von der Départementshauptstadt Auxerre. Der Ort liegt am Armançon und am Canal de Bourgogne (deutsch: Burgund-Kanal) und an der Bahnstrecke Paris–Marseille. Ein kleiner Hafen, der fast ausschließlich von Hausbooten genutzt wird, liegt am Kanal.

Bevölkerungsentwicklung Jahr18811962196819751982199019992006201120162022Einwohner56815595583463366007600859795322523547054268 Quelle: Cassini und INSEE

Geschichte Erste Besiedlungsspuren datieren auf die vorchristliche Zeit. Es wurde Ruinen aus dem ersten Jahrtausend vor Christus gefunden. Die Gegend war dicht bebaut.

Bereits im 6. Jahrhundert soll hier das Ternoderense castrum gestanden haben, so laut Glorienbuch des Hl. Gregor von Tours. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung findet sich in einem Diplom Kaiser Ludwigs des Frommen, der 814 dem Bischof von Langres Besitzungen auch an einer „Veste“ in Tornotrinse bestätigt.Regesta Imperii I, 539. 853 ernennt König Karl der Kahle die Bischöfe von Langres und Autun zu missi (Gesandten) in der Grafschaft Tonnerre.MGH Capit.II,260 = Regesta Imperii I,2,1 772. 861 sorgt der König dann dafür, dass die Güter im Gau Tonnerre (in pago Tornetrense) den Mönchen des Klosters Saint-Germain in Auxerre zum Lebensunterhalt dienen.RI I,2,1,1055. Eine Grafschaft wird auch in Papsturkunden des 12./13. Jh. erwähnt. Margarete von Burgund gründete 1293 ein Hospiz für Kranke und Arme, das Hôpital Notre-Dame des Fontenilles, es diente später als Vorbild für das Hôtel-Dieu in Beaune.

Sehenswürdigkeiten Die folgenden Gebäude der Gemeinde Gratot werden vom französischen Kulturministerium (Ministère de la Culture) als historische Denkmale (Monument historique) geführt: Hôtel-Dieu, mittelalterliches Krankenhaus aus dem 13. Jahrhundert. Der ehemalige Krankensaal mit einem hölzernen Tonnengewölbe hat eine Länge von 91 Meter. Heute finden im Saal wechselnde Ausstellungen statt. Hôtel d’Uzès, Stadthaus aus dem 16. Jahrhundert. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Geldinstitut. Die Karstquelle Fosse Dionne, unterhalb der Kirche Sankt-Pierre ist nach der keltischen Quellgöttin Divona benannt, der sie geweiht war. Ab dem 18. Jahrhundert diente die Quelle als Waschplatz; dazu wurde um sie herum ein Waschhaus gebaut aus dem 16. Jahrhundert. Kirche Saint-Pierre aus dem 16. Jahrhundert.

Städtepartnerschaften Tonnerre unterhält Städtepartnerschaften zur rheinland-pfälzischen Stadt Montabaur (Deutschland), zur irischen Stadt Nenagh und zur tschechischen Stadt Dobříš.Website Tonnerre

Mit der Stadt Montabaur unterhält Tonnerre einen jährlichen, einwöchigen Schüleraustausch, an dem auf französischer Seite das Collège Abel Minard und auf deutscher Seite das Mons-Tabor-Gymnasium und die Anne-Frank-Realschule+ teilnehmen.

In Tonnerre geboren Charles-Geneviève-Louis-Auguste-André-Timothée d’Éon de Beaumont (1728–1810), Diplomat, Soldat, Freimaurer, Schriftsteller Jean-Baptiste Campenon (1819–1891), General und Kriegsminister Pierre Patout (1879–1965), Architekt, Innenarchitekt und Stadtplaner.

Weblinks

Tonnerre auf der Website des INSEE Tonnerre auf cassini.ehess.fr

Einzelnachweise

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