Zug (Kürzel ZG; in der schweizerdeutschen Ortsmundart Zùùg , , , , mittellateinisch Tugium) ist ein Kanton in der Deutschschweiz und zählt zur Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz) sowie zur Metropolregion Zürich. Der Hauptort und zugleich der grösste Ort ist die gleichnamige Stadt Zug, die am Zugersee liegt.
Der Kanton ist mit einer Fläche von 239 Quadratkilometern der kleinste Kanton, der – im Gegensatz zu den früher als Halbkantone bezeichneten Kantonen – zwei Sitze im Ständerat hat. Er ist in elf Einwohnergemeinden unterteilt und weist mit rund 500 Einwohnern pro Quadratkilometer eine – für Schweizer Verhältnisse – hohe Bevölkerungsdichte auf.
Der Kanton Zug gilt als der wohlhabendste Kanton der Schweiz.Die Vertreibung aus dem Paradies – Wie Zug den Zugern allmählich abhanden kommt. SRF. Abgerufen am 17. Oktober 2023.
Geographie Zug liegt zwischen den Kantonen Zürich, Schwyz, Luzern und Aargau im Übergangsgebiet zwischen den Voralpen und dem Mittelland. Die an der Schwyzer Grenze gelegenen höheren Berge, wie Rossberg (), Chaiserstock (), Morgartenberg () und Höhrohnen (), werden in Richtung Nordwesten durch Vorberge abgelöst. Zu den Vorbergen gehören unter anderem der Zugerberg () und Gubel ().
Landnutzung Der Kanton Zug hat eine Fläche von circa 239 Quadratkilometern. Davon sind circa 110 Quadratkilometer Wies- und Ackerland, circa 61 Quadratkilometer Wald, wovon wiederum ca. 25 Quadratkilometer Schutzwald sind,Marco Morosoli: Die Natur schützt vor der Natur. In: Neue Zuger Zeitung, Ausgabe vom 22. Juli 2008. circa 33 Quadratkilometer Gewässer, circa 27 Quadratkilometer überbautes Gebiet und circa neun Quadratkilometer Weiden und Ödland.
In einigen Gebieten des Kantons Zug entstanden ausserhalb von im Zusammenhang bebauten Orten Wohnsiedlungen, wie beispielsweise zwischen Cham, Steinhausen und Lorzen, einem dem Zuger Ortsteil westlich der Stadt. Auch die beiden Ortschaften Oberägeri und Unterägeri sind aufgrund der Zersiedelung entlang des Ägerisee nahezu zusammengewachsen.
Flüsse und Seen Der Hauptfluss des Kantons ist die Lorze, die dem voralpinen Ägerisee im Kanton Zug entspringt und zwischen Zug und Cham in den Zugersee mündet. Von dort durchfliesst sie weiter die Stadt Cham bis in die Reuss, die, wie an der Nordostgrenze die Sihl, den Kanton bloss streift. mini|Zugersee im Kanton Zug in der Schweiz
Flora und Fauna Flora Heute gibt es im Kanton Zug 6'371 Hektaren Wald. Noch im Jahre 1845 gab es nur 2'400 Hektaren Wald. Der Wald wurde durch intensive Aufforstung bis ins Jahr 1950 auf eine Fläche von 6'000 Hektaren vergrössert. Dies entspricht rund 30 Prozent der Fläche des Kantons Zug (ohne Seeanteil). Seit 56 Jahren nimmt der Waldbestand jährlich leicht zu. Es wird weniger Holz genutzt als nachwächst. Dadurch werden die Bäume älter und das Alter der Wälder nimmt zu.
Der grösste Teil des Waldes liegt im Voralpengebiet (circa 80 Prozent). Das Mittelland hingegen besitzt eher viele kleinere Wälder wie die Baarburg oder der Steinhauser Wald. Der Wald gehört zu 5 Prozent dem Kanton, zu 30 Prozent privaten Eigentümern, zu 64 Prozent verschiedenen Kooperationen und 1 Prozent verschiedenen Einwohner-, Bürger-, Kirchgemeinden und dem Bund.
Die Waldschäden im Kanton Zug nehmen jährlich (seit circa 40 Jahren) zu. Ursachen sind Pilzerkrankungen, Weisstannensterben, Sturmschäden und Insektenschäden, vor allem durch den Borkenkäfer. Über 600 Pflanzenarten kommen in den Zuger Wäldern vor, dies entspricht bei 3000 Arten in der Gesamtschweiz einem Fünftel der Artenvielfalt. Insbesondere seltene Arten wie der Frauenschuh haben auf sogenannten Extremstandorten eine Chance, da sie sich auf diese Nischen spezialisiert haben (sehr trockene, sehr nass oder sehr nährstoffarme Böden).Monika Albrecht: Heimisch oder zugewandert? Interview mit Kantonsförster Martin Ziegler. In: Personalziitig der kantonalen Verwaltung Zug, Ausgabe Nr. 42/07, Oktober 2007, S. 24–25.
Fauna mini|links|Der verbreitete Rothirsch
Im Kanton Zug leben viele verschiedene Arten. Besonders zahlreich sind die Rehe. Auf dem Kantonsgebiet verbreitet sind auch Rothirsche und Feldhasen. Auch Gämsen sind in den hügeligeren Regionen vereinzelt anzutreffen.
Daneben gibt es viele Nager wie Eichhörnchen, Mäuse, Ratten und teilweise Biber. Wegen der Vielzahl an Nagern ist auch der Mäusebussard im ganzen Kanton weit verbreitet. Im Zugersee und Ägerisee gibt es zudem Schwäne, Enten, Tauben und Möwen. Gefährdet ist der Auerhahn, weshalb ein Schutzprojekt im Gange ist.
Der Fuchs ist weiterhin stark verbreitet, wobei es in den letzten Jahren durch Impfungen praktisch keine Tollwuterkrankungen mehr gegeben hat. Der Fuchs taucht auch immer mehr in den Städten auf, um dort auf Nahrungssuche zu gehen.
mini|Der Mäusebussard
Der Dachs ist seit den letzten Jahren immer häufiger geworden. Auch er wird immer weniger menschenscheu und besucht immer öfter die Städte.
Aktuell gibt es in den Seen des Kantons Zug 32 Fischarten. Neben der Bach-, der Regenbogen- und der Seeforelle, dem Hecht, dem Egli und dem Aal gibt es folgende Fischarten: Alet, Äsche, Barbe, Bitterling, Blicke, Brachsmen, Elritze, Felchen, Groppe, Gründling, Hasel, Karpfen, Kaulbarsch, Laube, Nase, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Schmerle, Schneider, Seesaibling, Sonnenbarsch, Steinbeisser, Stichling, Trüsche und Zander. Ausserdem gibt es eine Rundmaulart, das Bachneunauge, und drei Krebsarten: den Steinkrebs, den Edelkrebs und den Galizierkrebs.
Bevölkerung Per betrug die Einwohnerzahl des Kantons Zug . Die Bevölkerungsdichte liegt mit Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Schweizer Durchschnitt ( Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am auf Prozent, während landesweit Prozent Ausländer registriert waren. Per betrug die Arbeitslosenquote Prozent gegenüber Prozent auf eidgenössischer Ebene.
+ Bevölkerung nach den zehn am häufigsten vertretenen NationalitätenBevölkerungsstand, Bevölkerungsentwicklung Zuger Gemeinden, Ständige Wohnbevölkerung, 1981 bis 2024. Abgerufen am: 4. März 2026.Nationalität 2008 2018 77,09 % 71,69 % 5,01 % 5,38 % 2,39 % 2,64 % 1,07 % 1,87 % 1,36 % 1,66 % n.n. 1,02 % 0,46 % 0,93 % n.n. 0,87 % 0,43 % 0,84 % 1,09 % 0,80 %
Sprache Amtssprache des Kantons ist Deutsch. Umgangssprache im Kanton Zug ist Schweizerdeutsch.
Ein eigentliches «Zugerdeutsch» gibt es nicht, da der Kanton von mehreren grundlegenden Dialektgrenzen durchschnitten wird:Das Folgende nach Rudolf Hotzenköcherle: Zur sprachlichen Stellung und Struktur der Innerschweiz. In: Ders.: Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz (Sprachlandschaft 1). Hrsg. von Niklaus Bigler und Robert Schläpfer. Sauerländer, Aarau / Frankfurt a. M. / Salzburg 1984, S. 237–292, spezifisch zu Zug S. 286–292; Peter Dalcher: Die zugerischen Mundartformen. Ein Beitrag zur Sprachgeographie. In: Zuger Neujahrsblatt 1951, S. 27–38; Peter Dalcher: Zur Mundart von Cham. In: Zuger Neujahrsblatt 1958, S. 52–68; Peter Dalcher: Einleitung. In: Hans Bosshard: Zuger Mundartbuch. Zürich 1962, S. 15–17; Sprachatlas der deutschen Schweiz, Bände I–VIII, Francke, Bern (später Basel) 1962–1997; siehe ferner Gabriela Bart: ‹Summersprosse› oder ‹Merzefläcke›, ‹schneie› oder ‹schniie›? Die Zuger Mundart(en) – gestern, heute, morgen. In: Zuger Neujahrsblatt 2013, S. 38–47; Helen Christen: «Die cheibe Zuger» oder: Gibt es Zugerdeutsch? In: Regula Schmidlin, Heike Behrens, Hans Bickel (Hrsg.): Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein. Implikationen für die Sprachtheorie. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2015, S. 133–154. Ägeri und Walchwil gehen in Richtung Schwyz: schnye ‚schneien‘, Süü ‚Säue‘, üüs ‚uns‘, appe ‚hinab, herab‘, Haar ‚Haar‘, grouss ‚gross‘, täüff ‚tief‘; Steinhausen, Baar, Neuheim und Menzingen gehen mit schneie ‚schneien‘, Söi ‚Säue‘, öis ‚uns‘, grooss ‚gross‘ in Richtung Mittelland; mit täiff ‚tief‘, Haar ‚Haar‘ in Neuheim und Menzingen einerseits und mit töiff, Hòòr in Steinhausen und Baar anderseits schliessen sich diese Orte jedoch zugleich südlicheren bzw. westlicheren Dialekträumen an; Cham, Hünenberg und Risch gehen deutlicher in Richtung Aargau und Luzern, man sagt dort nicht nur (wie in Steinhausen und Baar) normal-mittelländisch schneie, Söi, öis, grooss, töiff, Hòòr, sondern auch spezifisch luzernisch und teilweise freiämterisch chromm ‚krumm‘, Loft ‚Luft‘, Löffu ‚Löffel‘; die Stadt Zug liegt im Zentrum dieser vorigen drei Mundartgebiete und hat von allen etwas, typisch hierfür ist der Satz es schnyt uf d Hòòr, also mit schnye wie im Südostzugerischen und Hòòr wie im Westzugerischen.
Religion Mit Stand 2025 gehörten 39,6 % der Gesamtbevölkerung der römisch-katholischen Kirche an, daneben gehörten 10,7 % der reformierten Kirche an und 49,7 % gehörten anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.Kirchenmitgliedschaft Die Kirchenmitgliedschaft in Kantonen Mit Stand 2024 gehörten 40,5 % der Gesamtbevölkerung der katholischen Kirche an, daneben gehörten 11 % der reformierten Kirche an und 48,5 % gehörten anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. Ende 2017 waren noch 50 % katholisch. Der Kanton Zug ist traditionell katholisch geprägt, aber im Kanton sind auch viele andere Religionen und Konfessionen vertreten.
Seit der Volkszählung 2000 liegen keine genauen Mitgliederzahlen zu anderen Religionsgemeinschaften im Kanton Zug mehr vor. Jedoch führt das Bundesamt für Statistik (BFS) Stichprobenerhebungen durchSeit 2010 basieren die Daten des Bundesamts für Statistik zu den Religionsgemeinschaften im Kanton Zug auf einer Stichprobenerhebung, für welche Personen ab dem Alter von 15 Jahren befragt werden. Es gilt zu beachten, dass die Resultate der Erhebungen ein Vertrauensintervall aufweisen. (Siehe auch Volkszählung in der Schweiz#Strukturerhebung.) Seit der letzten Volkszählung im Jahr 2000 liegen keine Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Gesamtbevölkerung (jeden Alters) im Kanton Zug mehr vor. Eine Ausnahme bilden die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche, deren Mitglieder aufgrund der Kirchensteuer amtlich registriert werden., welche auch andere Religionsgemeinschaften im Kanton erfassen. Bei der Stichprobenerhebung von 2017 gab rund ein Drittel der befragten Personen ab 15 Jahren im Kanton Zug an, keiner der beiden Landeskirchen anzugehören. Zudem gibt es unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (je nach Staatsangehörigkeit bzw. Herkunft der Befragten) grosse Unterschiede in der Religionszugehörigkeit.
Bei der Erhebung 2023 waren bereits ein Drittel der Befragten konfessionslos, während es 2017 noch ein circa Viertel waren.
+ Zuger Bevölkerung ab 15 Jahren nach Religion und Staatsangehörigkeit/Herkunft, 2023 und 2023 (Angaben in Prozent, gerundet)20232017 ReligionTotalallerBefragten TotalallerBefragten Schweizer Staats-angehörigkeit Schweizer ohne Migrations-hintergrund Schweizer mit Migrations-hintergrund Ausländische Staats-angehörigkeit Christentum50 70 78 81 59 49 – römisch-katholische Kirche43 50 57 62 36 32 – evangelisch-reformierte Kirche11 14 17 17 12 6 – andere christliche Kirchen6 6 4 2 11 11 Islam4 4 2 0 11 11 andere Religionen1 2 1 1 4 3 konfessionslos33 23 18 17 24 36 keine Angabe1 1 1 1 2 1
Politik und Staatsrecht
Zug war in seiner eidgenössischen Geschichte immer Teil der sogenannten Fünf Innern Orte, also der Zentralschweiz – in den Reformationswirren, im kurzen Widerstand gegen Napoleons Truppen 1798, im Sonderbundskrieg von 1847. Die mentale Verbundenheit mit der Zentralschweiz zeigt sich in seiner Politik. Die beiden Zuger Bundesräte Philipp Etter (im Bundesrat 1934–1959) und Hans Hürlimann (1973–1982) gehörten der Katholisch-Konservativen Partei bzw. der CVP an. Noch heute ist die CVP im Kantonsrat die grösste Partei – wie fast überall in der Zentralschweiz. Allerdings bröckelt ihr Wählerpotential auch im Kanton Zug. Unter Druck steht auch die zentralschweizerische Kooperation.
Kantonsverfassung