mini|Heißluftballon mit Personen im Korb
Ein Ballon (aus mittelfranzösisch von italienisch , Vergrößerungsform von Kugel, Ball‘, aus dem Germanischen, verwandt mit ) ist im heutigen Sprachgebrauch eine (zumindest im gefüllten Zustand) selbsttragende, gasdichte Hülle mit einer bauchigen, runden Form, die mit Gas oder Flüssigkeit gefüllt ist oder werden kann.
Die Aussprache im Hochdeutschen ist [] bzw. [] und variiert im südlichen deutschen Sprachraum: süddeutsch, österreichisch und schweizerisch: [].
Manche ballonförmige Gegenstände besitzen den Wortteil in ihrer Bezeichnung, wie
Heißluft- und Gasballon (Luftfahrzeuge) Luftballon (oft als Kinderspielzeug) die Ballonflasche als Form-Kategorie von (Glas-)Flaschen
Arten und Verwendungen
mini|Wasserbomben mini|Pilotballon mini|Gasballon (AirCrane in Cargolifter-Halle)
Freiballons sind im Gegensatz zu Fesselballons nicht mit einer Verankerung, etwa am Erdboden, verbunden. Sie werden vom Wind durch die Luft getrieben.
Kleine Ballons (Volumen 0,1 bis etwa 100 Liter)
Luftballon Spielzeug, zum Beispiel Wasserbombe, oder mit Ballonhelikopter und Ballonrakete Dekoration Ballonpost im Rahmen von Ballonwettbewerben und als Träger von Propagandamaterial Solarballon Kong-Ming-Laterne (befeuerter Papier-Heißluftballon) Ballongetragener Lichteffekt Glasballon, Gärballon (großes Gefäß aus Glas, auch Weinballon genannt) (Hier trifft obige Definition mit statischem Auftrieb nicht exakt zu.) Hebeballons, luftgefüllt und unten offen, heben Lasten unter Wasser bis nahe zur Oberfläche Flogo, stückig fliegender Seifenblasenschaum, mit klarer Kontur und gewisser Steife, gebildet aus Blasen Seifenblasen, gefüllt mit Luft oder Traggas, können als Ballons aufgefasst werden; die Haut mancher Typen trocknet zu einem flexiblen Häutchen ein
Mittlere Ballons (Volumen 100 bis 10.000 Liter)
Transport und Abwurf von Brandbomben (im Zweiten Weltkrieg, siehe auch: FUGU-Ballon) Transport und Abwurf von Flugblättern (im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg) zum Hochschleppen von Drahtantennen für mobile Lang- und Längstwellensender, wie beim Versuchssender GQV 2003 Transport von Messgeräten, d. h. als Ballonsonde, insbesondere als Wetterballon Pilotballons zur Messung der Wolkenhöhe sowie der Windrichtung und -geschwindigkeit Fesselballons, beispielsweise Werbeträger Modellballons, meist ferngesteuert Partyballon – kleine Heißluftballons, typisch aus Papier Leuchtballons 30–40 cm Durchmesser aus trocknender Kunststoffhaut, etwa kugelförmig, luftgefüllt am Stab mit 2-adrigem Drahtkabel in Schleifen mit etwa 100 LEDs, seit etwa 2023 60–100 cm Dm. Latex mit Normalglühbirne indoors 150–300 cm Dm. Kugel oder Wurst oder Skulptur, Folie/Textil/Folie in Bahnen genäht
Große Ballons (Volumen 2200 bis 12000 Kubikmeter) als Fesselballon manntragender Beobachtungsballon (bis zum Zweiten Weltkrieg) Sperrballon zur Abwehr von feindlichen Flugzeugen (Zweiter Weltkrieg) zum Positionieren von Atombomben für die Durchführung oberirdischer Atombombentests Personenbeförderung Heißluftballon Gasballon (beispielsweise Wasserstoffballon) lenkbare Ballons, siehe Prallluftschiff Forschungsballon (meistens Heliumfüllung) zur Erdatmosphären- und Stratosphärenforschung (die Manhigh-Flüge der USA), im Unterschied zum Wetterballon mit aufwändiger Instrumentierung. Auch als Träger von ferngesteuerten Teleskopen, Project Stratoscopemini|Künstlerische Darstellung eines Ballons der Vega-Sonden in der Venusatmosphäre Spionageballon: Im Kalten Krieg wurden Höhenballons von den USA als Kameraträger zur militärischen Aufklärung verwendet. als Rockoon zum Start von Raketen als Träger von Atombomben für Atombombentests in der höheren Atmosphäre Ultra Long Duration Ballooning der NASA, in 40 km Höhe 40 Tage lang mehrmals um die Antarktis als Waffe, siehe Ballonbombe
mini|links|FlyingScreen
Eine weitere Anwendung ist der Ballonsatellit; er wird wie jeder Satellit mit einer Rakete in den Erdorbit geschossen und ist mit winzigen Mengen Gas gefüllt, um sich im Weltall zu einem großen Volumen aufzublähen.
Andere Verwendung von Ballons Medizin – Aufblähbare Ballonkatheter erweitern etwa Blutgefäße. Ballonaufblasen mit dem Mund trainiert therapeutisch die Atemfunktion. Sogenannte Nasenballons können bei Kindern zur Schmerzlinderung bei Mittelohrentzündungen eingesetzt werden. Musik, Akustik – Die Membran eines gasgefüllten Ballons kann wie ein Trommelfell geschlagen aber auch durch Darüberreiben mit dem feuchten Finger zum Schwingen angeregt werden. Gefüllte Ballons sind schwingungsfähige Gebilde, je größer, desto tiefer die Frequenz. Eine besonders niedrige Frequenz wird durch (mäßiges) Füllen mit einem viel schweren Fluid, wie etwa Wasser, liegend auf glattem Boden erreicht. Das Ausströmen des Füllgases durch den quer gespannten Hals eines Latexballons erzeugt Töne auf ähnliche Art wie die Stimmbänder. Das Platzen erzeugt einen Knall. Judy Dunaway musiziert mit Ballons. Spielzeug – Ein luftgefüllter Ballon dient als Druckspeicher für den Rückstoßantrieb eines kleinen Wagens. Beim kleinen Ballonhubschrauber wird die Luft an den Enden der (meist drei) Rotorblätter ausgestoßen. Latexballons als gasdichter Einweg-Liner für leichte Bälle mit Textilhülle, Seele mit Ventil für aus Leder genähte Sportbälle Wasserbombe – kleiner Latexballon als bei Aufprall platzendes Wurfgeschoss Dekoration – luft- oder heliumgefüllt einzeln oder als Büschel, Leine, Girlande; schnurbefestigt an hohen oder tiefen Verankerungspunkten, zwischen 2 Punkten schnurverspannt; gebunden oder geklebt an Bögen, Gestelle, Figuren, glatte Flächen; in eine Lücke geklemmt; den Boden oder die Decke belegend. Spiral-Girlanden (eigentlich: Doppelhelix) – zusammengeknotete Ballonpaare, durch Umwendeln der Knotenstellen mit Nylondraht oder -seilchen auf Lücke aneinander gereiht; 1- bis 4-färbig Figurenballons – überwiegend aus Folie und mit Aufdruck, dann oft konturiert, manchmal mit Anhängseln (evtl. Stehbeine) oder als Buchstabe/Ziffer oder beschriftbarer Pfeil Latexballons mit 3 dünnen Fortsätzen, die sich beim Füllen nicht aufblähen, können rasterartig zusammengeknotet werden. Bühne – Der Einsteige- oder Climb-In-Ballon bietet Raum und Luftvorrat für eine oder sogar mehrere Personen. Das Aufstechen befreit. Modellieren – dünne, lange Modellierballons werden zu Objekten (Schwert, Krone), Figuren und Tiermotiven gedehnt, verdrillt und geknotet. Als Form zum Werken – Ballons werden mit Kleister eingestrichen und mit Papier beklebt, um einen leichten, kugeligen Hohlkörper zu erhalten.Physiotherapie in der Pädiatrie. Georg-Thieme-Verlag, 2004, ISBN 978-3-13-129511-8, S. 175, books.google.de Experimente der Physik und Chemie nützen den Latexballon als elastisches Medium zum Speichern von meist Gasen – mit Druck oder drucklos, oder als Auftriebskörper. Wertvolles Helium wird in Kälteanlagen der Tieftemperaturphysik drucklos in gummierten, in Rahmen aufgehängten Textilballons zur Wiederverwendung zwischengelagert. Inflatables sind durch Schweißen oder Nähen von Folie, Gewebeplane oder Textilien hergestellte Werbeobjekte. Sie werden durch Gebläse gefüllt und prall gehalten, eventuell von innen beleuchtet, auch durch Ausströmöffnungen bewegt. Kytoon, die Kombination von Drachen und Ballon, wird zum windtoleranten Heben von Funkantennen, Fischerleinen und Kameras verwendet Fetisch – Die Haptik, das Tönen, das glänzend pralle Aussehen, das überraschende laute Platzen werden von vielen geliebt – bis zum Erheben zum Fetisch. Hebeballons sind unter Wasser luftgefüllte Säcke, die zum Heben von Lasten verwendet werden, etwa um ein versunkenes Schiff aufzurichten oder zu heben. Auftriebsbestimmend ist hier die Dichte von Wasser, 800-mal so groß wie die von Luft. Gefertigt aus reißfester Gewebeplane sind Hebeballons unten meist offen, so dass die beim Aufsteigen expandierende Luft herausquellen kann. Die DARPA führte 2009 ein Experiment zur Schwarmintelligenz durch. Dabei sollten für ein Preisgeld von 40.000 $ geheim gehaltene, über die USA verteilte Orte ausfindig gemacht werden, an denen zehn rote Luftballons an einem Dezembertag für einige Stunden sichtbar waren. Der Versuchsaufbau sollte zu einer kollaborativen Suche animieren. Das Experiment war erfolgreich; alle zehn Orte wurden gefunden.Zehn rote Luftballons dradio.de, Deutschlandradio Kultur, 16. März 2011, abgerufen am 13. November 2021.
Heißluft- und Gasballon
Als Füllgas wird im Allgemeinen Luft (Heißluftballon, Luftballon) oder ein Traggas wie Helium oder Wasserstoff (Gasballon), eventuell auch Wasserdampf (Heißdampfballon) verwendet. Der Ballon kann in gefülltem Zustand verschlossen sein, wodurch das eingeschlossene Gas auch unter Druck stehen kann. Die gängigen Bauformen bemannter Ballons haben eine Öffnung nach unten. Dadurch kann das leichte Traggas nicht entweichen, aber Druckänderungen oder Verformungen der Hülle durch Erwärmung des Gases oder beim Ändern der Flughöhe werden vermieden.
Bis in das 20. Jahrhundert wurden Ballons und Luftschiffe auch als Aerostaten bezeichnet. Im Sprachgebrauch werden bemannte Ballons nicht geflogen, sondern gefahren, siehe Ballonfahren#Fahren oder fliegen. Die Besatzungsmitglieder von Ballons sind die Ballonfahrer und wurden zu Anfang auch „Luftschiffer“ genannt.
Ballontaufe Der Luftfahrzeugführer vollzieht meist für Ballonerstfahrer ein besonderes Ritual. Die Teilnehmer stoßen auf die Fahrt an und schwören, nie mehr „Ballonfliegen“ zu sagen und außerdem jedem Ballonfahrer, den sie treffen, zu helfen und auf Nachfrage seinen vollständigen Luftfahrernamen zu sagen. Kann dieser nicht aufgesagt werden, kostet dies eine Runde für alle Ballonfahrer. Anschließend wird eine Locke des Erstfahrers vom Piloten (für das Feuer das einen in die Luft brachte) angesengt und durch Champagner (für das Wasser (als Bestandteil der Luft) die einen getragen hat) gelöscht sowie Erde auf dem Kopf gestreut (auf der man gelandet ist) „getauft“. Als weitere Tradition gilt die Vergabe von Adelstiteln wie: „Lieblich schwebendes Burgfräulein Christine über Neuschwanstein“. Diese Tradition ist auf die Zeit zurückzuführen, als es nur Adligen gestattet war, Ballon zu fahren. Heutzutage ist das Ritual auch unter dem englischen Namen „Propane and Champagne“ bekannt.
Funktionsweise mini|Erhitzen der Luft im Heißluftballon
Der Ballon steigt auf, da das sich im inneren Teil befindliche Gas (sei es warme Luft oder ein gefangenes Gas) eine geringere Dichte als kalte Luft hat. Genauer gesagt: Die Masse des gesamten Ballons inklusive Füllgas ist im Schwebezustand gleich wie die Masse der verdrängten Luft (siehe Archimedisches Prinzip). Ist seine Masse geringer, so steigt er; ist sie größer, so sinkt er.
Ballongas Manntragende Gasballons (wie auch Luftschiffe) werden im Ballonsport meist mit Wasserstoff gefüllt. Hauptgrund ist, dass Helium um ein Vielfaches teurer wäre und das Traggas am Zielort in der Regel einfach ausgelassen werden muss, da ein Ballon mit typisch > 6 m Durchmesser über Straßen nicht transportabel ist; das Rekomprimieren von Gas in Stahlflaschen ist ein sehr aufwendiger Vorgang. Weiters ist Helium mit Molekül- gleich Atommasse 4 doppelt so schwer (dicht) wie Wasserstoff mit H2-Molekülmasse 2, was durch die geringere Dichtedifferenz zu (feuchter) Luft zumindest 8 % weniger Auftrieb ergibt und zuletzt strömt Helium wegen seines kleineren Atoms viel leichter durch Membrane und Undichtheiten als das hantelförmige Wasserstoffmolekül.