Der Kreis Rügen war von 1956 bis 1990 ein Landkreis im Bezirk Rostock der DDR. Ab dem 17. Mai 1990 bestand er als Landkreis Rügen fort. Sein Gebiet gehört heute zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Bergen auf Rügen.
Geographie Das Gebiet des Kreises umfasste die Ostseeinseln Rügen und Hiddensee.
Geschichte Bereits seit 1818 bestand in der preußischen Provinz Pommern ein Landkreis Rügen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel dieser Landkreis in die Sowjetische Besatzungszone und wurde in das Land Mecklenburg eingegliedert. Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Aus dem Gebiet des alten Landkreises Rügen wurden die beiden neuen Kreise Bergen und Putbus gebildet. Diese beiden Kreise wurden am 1. Januar 1956 zum Kreis Rügen vereinigt. Der Kreis Rügen umfasste die Insel Rügen mitsamt den vorgelagerten Inseln wie Hiddensee und Ummanz.
Der Kreis Rügen war neben dem Saalkreis der einzige Kreis in der DDR, der nicht nach seiner Kreisstadt benannt war.
Im Zuge der Wiedervereinigung wurde aus dem Kreis Rügen im Bezirk Rostock (noch vor der Wiedervereinigung am 17. Mai 1990 in Landkreis Rügen umbenanntDurch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF).) der Landkreis Rügen im Land Mecklenburg-Vorpommern.
Einwohnerentwicklung Kreis RügenJahr 1960 1971 1981 1989 Einwohner 91.553 86.866 84.359 87.248
Wirtschaft Bedeutende Betriebe im Kreis Rügen waren unter anderem
VEB Brot- und Backwaren Bergen VEB Spezialbau Binz VEB Fischkombinat Sassnitz VEB Vereinigte Kreidewerke Rügen VEB Bootsbau Rügen
Der Kreis war auch für den Tourismus der DDR von besonderer Bedeutung.
Verkehr Der Kreis Rügen war durch die F96 Sassnitz–Berlin an das Fernstraßennetz der DDR angebunden, die über den Rügendamm bei Stralsund eine Verbindung zum Festland herstellte.
Eine Eisenbahnverbindung zum Festland bestand mit der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz, die ebenfalls über den Rügendamm führte. Dem Bahnverkehr im Kreisgebiet dienten außerdem die Nebenbahnen Bergen–Lauterbach Mole und Lietzow–Binz sowie die Rügensche Kleinbahn.
In den 1980er-Jahren wurde in Mukran der Fährhafen Mukran neugebaut. Der Hafen diente insbesondere dem Bahngüterverkehr mit der Sowjetunion.
Gemeinden Die folgenden Gemeinden gehörten dem Kreis Rügen von 1956 bis 1990 an: Altefähr Altenkirchen Baabe Bergen auf Rügen, Stadt Binz Breege Buschvitz Dranske Dreschvitz Gager Garz/Rügen, Stadt Gingst Glowe Groß Schoritz Gustow Göhren Insel Hiddensee Karnitz Kasnevitz Kluis Lancken-Granitz Lietzow LohmeMiddelhagen Neuenkirchen Parchtitz Patzig Poseritz Putbus, Stadt Putgarten Ralswiek Rambin Rappin Sagard Samtens Sassnitz, Stadt Schaprode Sehlen Sellin Thesenvitz Thiessow Trent Ummanz Wiek Zirkow Zudar Die folgenden Gemeinden wurden zwischen 1956 und 1990 eingemeindet:
Alt Reddevitz, am 20. Mai 1974 zu Middelhagen Altensien, am 1. Januar 1962 zu Sellin Boldevitz, am 19. Mai 1974 zu Parchtitz Dubnitz, am 1. Januar 1960 zu Sassnitz Groß Kubitz, am 1. Juli 1961 zu Ummanz Jarkvitz, am 19. Mai 1974 zu Altefähr Karow, am 1. Juli 1961 zu Bergen Neu Reddevitz, am 1. April 1959 zu Lancken-Granitz Seedorf, am 1. April 1959 zu Altensien Swantow, am 1. Juli 1961 zu Poseritz Zühlitz, am 16. September 1961 zu Altenkirchen
Kfz-Kennzeichen Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren AN und AO begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war AT 70-01 bis AT 99-99.
Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen RÜG.
Literatur Walter Ohle: Die Kunstdenkmale des Kreises Rügen. Leipzig 1963.
Einzelnachweise
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