mini|Nadja Uhl (2018) Nadja Uhl (* 23. Mai 1972 in Stralsund, DDR) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben Nadja Uhl wurde als Tochter einer Kindergärtnerin in Stralsund geboren. Sie wuchs ohne Vater in Franzburg auf, wo sie auch erste schauspielerische Erfahrungen im Schultheater machte.www.ostsee-zeitung.de, Ines Sommer: „Schauspielerin Nadja Uhl liebt Franzburg: Jetzt will sie ihrer Heimatstadt helfen“, in: Ostseezeitung Stralsund, 19. November 2023, abgerufen am 23. November 2023 Später zog ihre Mutter mit ihr nach Hennigsdorf.

Nach vielen Jahren in Berlin-Mitte lebt Uhl in Potsdam. 2005 kaufte sie mit drei Freunden die alte Villa Gutmann und sanierte sie mit viel Eigenarbeit zu einem Mehr-Generationen-Haus.Filmstar Nadja Uhl hat mit Freunden eine Villa gekauft – Linke fordern, das Haus offen zu halten Winter vorm Traumschloss berliner-zeitung.de vom 9. Januar 2006, abgerufen am 19. Januar 2018

Im April 2021 beteiligte sich Uhl an der Protestaktion #allesdichtmachen, bei der rund 50 prominente Schauspieler in Einzelvideos diverse Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie kommentierten, was laut den Beteiligten als „ironisch-satirisch“ verstanden werden sollte.

Mit ihrem Lebensgefährten und Manager Kay Bockhold hat sie zwei Töchter.Ihre zweite Tochter ist auf der Welt bunte.de vom 1. Oktober 2009, abgerufen am 19. Januar 2018

Karriere Ausbildung und Theater Nach dem Abitur absolvierte Uhl von 1990 bis 1994 ihre Schauspielausbildung an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy., abgerufen am 13. September 2021 Ihr erstes Engagement erhielt sie 1994 am Potsdamer Hans Otto Theater. Dort spielte sie die Viola in William Shakespeares Was ihr wollt, Polly Peachum in Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper, das Gretchen in Johann Wolfgang von Goethes Faust und die Paula in Ulrich Plenzdorfs Die Legende vom Glück ohne Ende.

Film und Fernsehen mini|Nadja Uhl in Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume (1996) Ihr Filmdebüt gab Uhl 1993 gegen Ende ihres Studiums in Thomas Koerfers deutsch-schweizerisch-französischer Literaturverfilmung Der grüne Heinrich in der Rolle der Agnes nach dem gleichnamigen Roman von Gottfried Keller. Seit Mitte der 1990er wirkt sie verstärkt in Film- und Fernsehproduktionen. Positive Aufmerksamkeit brachte ihr ihre Rolle der heroinabhängigen Bibi Dinkel im Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume im Jahr 1996 ein.

Für ihre Darstellung in Schnee in der Neujahrsnacht wurde sie 2000 für den New Faces Award als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert. Der Durchbruch gelang ihr im gleichen Jahr in Schlöndorffs Film Die Stille nach dem Schuss als ausgeflippte Arbeiterin Tatjana.

In Uli Edels und Bernd Eichingers Verfilmung Der Baader Meinhof Komplex stellte sie 2008 die Terroristin Brigitte Mohnhaupt dar, im gleichzeitig entstandenen Film Mogadischu spielte sie als Stewardess des entführten Flugzeugs ein Terroropfer.Die Frau mit dem extremen Etwas. In: Der Tagesspiegel, 24. November 2008. Für ihre Nebenrolle in Simon Verhoevens Komödie Männerherzen (2009), in der sie als Verkäuferin Susanne Feldberg zu sehen ist, die von ihrem cholerischen Ex-Mann (gespielt von Wotan Wilke Möhring) verfolgt wird, wurde sie für den Deutschen Filmpreis 2010 nominiert. 2011 übernahm sie in der Fortsetzung Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe diese Rolle erneut.

In den Jahren 2012 und 2016 spielte Uhl in Operation Zucker und der Fortsetzung Operation Zucker: Jagdgesellschaft die Hauptrolle der LKA-Kriminalkommissarin Karin Wegemann, die gegen einen Kinderhändlerring und den dortigen sexuellen Missbrauch ermittelt.Die Darsteller und ihre Rollen: Nadja Uhl ist Karin Wegemann. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 24. Februar 2023. Matthias Schweighöfer besetzte sie 2013 in seiner Filmkomödie Schlussmacher als Totos unentschlossene Lebensgefährtin Kati. 2015 war sie in dem ZDF-Historien-Mehrteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes neben Heiner Lauterbach in einer der Hauptrollen als Schneiderin Liesbeth Erler zu sehen. Im Zweiteiler Tod im Internat übernahm sie 2017 an der Seite von Hanno Koffler die Hauptrolle der LKA-Kriminalkommissarin Isabell Mosbach.

Seit 2019 spielt Uhl die Titelrolle der Staatsanwältin Judith Schrader in der ZDF-Fernsehreihe Die Jägerin. 2022 war sie in der sechsteiligen Polit-Krimiserie ZERV – Zeit der Abrechnung an der Seite von Fabian Hinrichs als Mordermittlerin Karo Schubert zu sehen. In der im Oktober 2024 uraufgeführten Komödie Alter weißer Mann übernahm sie neben Jan Josef Liefers die Hauptrolle der Carla Hellmich.

Uhl wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie als Yvonne in Andreas Dresens Romanverfilmung Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen (2017) oder als Miss Mary Cornfield in der Kinderbuchverfilmung Die Schule der magischen Tiere (2021) und deren Fortsetzung Die Schule der magischen Tiere 2 (2022).

Filmografie Kino

Fernsehen

Auszeichnungen 2000: Silberner Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin als beste Darstellerin für Die Stille nach dem Schuss (zusammen mit Bibiana Beglau) 2005: Silver Hugo Award des Filmfestivals Chicago in der Kategorie Beste Darstellerin für Sommer vorm Balkon 2005: Sonderpreis der Jury des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden für herausragende darstellerische Leistungen in Mord am Meer 2007: Jupiter in der Kategorie Beste TV-Darstellerin für Die Sturmflut 2007: nominiert für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Nicht alle waren Mörder 2010: nominiert für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle für Männerherzen 2010: nominiert für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Der Tote im Spreewald 2013: Bayerischer Fernsehpreis als beste Schauspielerin in der Kategorie Fernsehfilme für ihre Rollen in Operation Zucker und Der Turm 2013: Günter Rohrbach Filmpreis, Darstellerpreis für ihre Rolle in Operation Zucker 2013: Bambi in der Kategorie Schauspielerin national 2013: nominiert für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Operation Zucker und Der Turm 2014: Goldene Kamera in der Kategorie Beste Deutsche Schauspielerin für ihre Rolle in Operation Zucker 2014: nominiert für den Jupiter Award in der Kategorie Beste Deutsche Schauspielerin für ihre Rolle in Schlussmacher 2018: nominiert für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Tod im Internat

Literatur

Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 451 ff.

Weblinks

(mit Fotogalerie) Nadja Uhl lässt Hollywood sausen. In: Die Welt, 14. August 2004. Die Frau mit dem extremen Etwas. Porträt von Katja Hübner in: Der Tagesspiegel, 24. November 2008. Die zweigeteilte Frau. Porträt von Andrea Hünniger in: FAZ, 27. November 2008.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Träger des Silbernen Bären Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Frau