mini|hochkant=1.3|Teilnehmermedaille des Berlin-Marathons ausgegeben vom SCC Der SC Charlottenburg e. V. (offiziell: Sport-Club Charlottenburg e. V.), auch: SCC Berlin, ist ein Berliner Sportverein aus dem Ortsteil Westend. Der 1902 in der damals noch eigenständigen Stadt Charlottenburg gegründete Verein betätigt sich in 36 verschiedenen Sportarten (Stand: 2023).

Zu den bekanntesten Abteilungen zählen die Leichtathleten, die viele Berliner Laufveranstaltungen, darunter auch den Berlin-Marathon, ins Leben gerufen haben. Die Volleyball-Mannschaft, spielt als Berlin Recycling Volleys in der Volleyball-Bundesliga. Die American-Football-Mannschaft Berlin Rebels spielt in der German Football League. Die Fußballmannschaft des SCC verbrachte die Saison 1983/84 in der 2. Fußball-Bundesliga.

Vereinsgeschichte mini|150px|Historisches Vereinswappen

Der Verein wurde 1902 als Charlottenburger Sport-Club 1902 (kurz ChSC 02) in „Eckmanns Tanzinstitut“ in der damaligen Scharrenstraße 13 (heute Schustehrusstraße), dem heute ältesten erhaltenen Bürgerhaus Charlottenburgs,Ältestes erhaltenes Wohnhaus Charlottenburgs auf berlin.de. gegründet. Gründungsvorsitzender war Paul Martin. Zunächst wurde das Barlaufspiel betrieben, wo der ChSC 02 von 1905 bis 1907 Berliner Meister wurde. Doch bald setzte sich die Leichtathletik als hauptsächlich betriebene Sportart durch, sodass der Verein das Barlaufspiel bereits 1908 wieder aufgab. Im selben Jahr begann man auch mit dem Fußballsport. Am 10. Juni 1911 vereinigten sich der Charlottenburger SC und der Sport-Club Westen 05 zum SC Charlottenburg. Dabei wechselten die Klubfarben von Blau-Gelb (in Anlehnung an die Farben der Stadt Charlottenburg) zu Schwarz-Weiß.

Die erste Spielstätte des Vereins befand sich von 1910 bis 1926 gegenüber dem Bahnhof Witzleben an der Stelle des heutigen ICC Berlin. Danach wechselte man zunächst an einen Standort neben der AVUS, bevor man 1930 aufgrund des sich weiter ausdehnenden Messegeländes schließlich das SCC-Stadion, heute Mommsenstadion, bezog.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der SCC zunächst aufgelöst und 1946 als kommunale Sportgruppe Eichkamp wieder zugelassen. Am 10. Oktober 1949 bekam der Verein schließlich wieder seinen alten und heutigen Namen zurück.

American Football

Eishockey Geschichte Die 1907 gegründete Eishockeyabteilung des Charlottenburger SC gehörte zu den Pionieren im deutschen Eishockey. Die ersten bekannten Begegnungen – 4:13 am 5. Januar 1908 gegen den Berliner Hockey Club und ein rekordverdächtiges 2:40 gegen den Leipziger Sportclub am 13. Januar 1908 – waren vermutlich Spiele mit dem Ball (später Bandy genannt). Beim ersten internationalen Turnier in Deutschland im November 1908 stand der SCC in der Vorrunde dem Berliner Schlittschuhclub gegenüber und verlor mit 0:13. Die gleiche Partie war auch die Finalpaarung des ersten Endspiels um die deutsche Eishockeymeisterschaft 1912; auch hier verlor der SCC mit 1:2 n. V. Auch an den Berliner Meisterschaften nahm der Verein seit der ersten Austragung 1909/10 teil. Mit den Vereinsgründern Paul Martin und Erich Hohndorf sowie Erich Warmuth gehörten drei Spieler der deutschen Nationalmannschaft dieser Zeit an.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte der SCC zu den ersten Vereinen, die den Spielbetrieb wieder aufnahmen. In den Folgejahren nahm der SCC mehrmals an den Deutschen Meisterschaften teil und wurde noch drei Mal Vizemeister. Den größten Erfolg erreichte man 1927 mit dem Gewinn der Berliner Meisterschaft. 1932 trat ein Großteil der Eishockeyspieler zum Berliner Eislauf-Club über, so dass die Mannschaft neu gegründet werden musste. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestand etwa von 1948 bis 1951 nochmals eine Eishockeymannschaft beim SCC. Seit 1987 wird im SCC wieder Eishockey betrieben. Die erste Mannschaft spielte ab 1988 mit Unterbrechungen in der Landesliga Berlin, der niedrigsten Spielklasse. Die größten Erfolge in dieser Zeit waren der Gewinn der Berliner Meisterschaft 1998, 2000 bis 2003 sowie 2009. Heimspielstätte ist seit 2012 die Eissporthalle P9 am Glockenturm mit einer Zuschauerkapazität von 1.000 Zuschauern.

mini|Mannschaften des Berliner Schlittschuhclubs und des Charlottenburger Sport-Clubs aus der Saison 1918/19

Im Herbst 2020 gründeten die Nachwuchsmannschaften des aufgelösten ECC Preussen Berlin innerhalb des SCC die SCC Adler als Nachwuchs-Eishockeyabteilung (Laufschule bis U20). 2022 gründete die Nachwuchsabteilung eine Männermannschaft, welche die Landesliga Berlin gewinnen konnte, während die Mannschaft der Eishockeyabteilung nur Neunter wurde. Die Adler steigen zur Saison 2023/24 in die Regionalliga Ost auf, wo sie den letzten Platz belegten und sich nach einem Jahr wieder zurückzogen. Die U17-Mannschaft der SCC Adler spielt seit 2023/24 erstmals auf nationalem Niveau in der DEB Division II Nord. Die U20 spielte 2024/25 erstmals in der DNL Division III Nord.

Erfolge Deutscher Vizemeister: 1912, 1923, 1924 (inoffiziell), 1926, 1927 Dritter der deutschen Meisterschaft: 1920, 1922 Halbfinalist der deutschen Meisterschaft: 1914

Fußball

Die Fußballer nahmen 1908 den Spielbetrieb auf. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schlossen sie sich 1919 mit dem FC Union Halensee 1898 zum FC Union-SC Charlottenburg zusammen und spielten danach erfolgreich in der höchsten Liga des VBB. Der größte Erfolg war das Erreichen des Finales um die Berliner Fußballmeisterschaft gegen den SV Norden-Nordwest (das mit 0:1 und 2:4 verloren ging) 1921/22. Nachdem die Verbindung 1926 wieder aufgelöst worden war, konnte sich der SCC nicht mehr dauerhaft in der obersten Spielklasse halten und wechselte regelmäßig zwischen 1. und 2. Liga.

Mit der Einführung der Gauliga Berlin-Brandenburg blieben die Charlottenburger bis 1945 unterklassig und spielten in der zweitklassigen Fußball-Bezirksklasse Berlin-Potsdam. Nach dem Kriegsende schlossen sich die Mannschaften von Tennis Borussia Berlin und dem SCC in der SG Charlottenburg zusammen, wobei TeBe den maßgeblichen Anteil am Erfolg der Sportgruppe in den folgenden Jahren bis 1949 haben sollte. Folgerichtig blieb Tennis Borussia nach der Wiederzulassung der Klubs in der Berliner Stadtliga, während der SCC weiter unterklassig spielte.

Lange Zeit spielte der SCC in den unteren Ligen West-Berlins in der A- bzw. B-Klasse. Doch 1978 begannen die Charlottenburger eine beeindruckende Erfolgsserie, die den Verein innerhalb von fünf Jahren in die 2. Fußball-Bundesliga brachte. Zunächst gelang 1979 der Aufstieg von der B- in die A-Klasse, dem 1980 der Aufstieg in die Landesliga und erneut ein Jahr später in die Berliner Oberliga folgte. In seiner Premierensaison 1981/82 belegte der Verein überraschend Platz drei. Doch auch in der Folgesaison blieb der SCC erfolgreich, sicherte sich sowohl den Berliner Pokal als auch die Berliner Fußballmeisterschaft und setzte sich auch in der anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga durch. Kurios war, dass Charlottenburg in den fünf Aufstiegssaisons vier Mal den Trainer wechselte.

In der 2. Bundesliga konnte sich die Mannschaft nicht halten und stieg nach nur einer Saison wieder ab; nach 38 Spielen betrug der Rückstand zum rettenden Platz 16, den Rot-Weiß Oberhausen belegte, zwei Punkte. Ausschlaggebend dafür war letztlich die schwache Bilanz auf fremden Plätzen: Lediglich am 23. Spieltag gelang mit dem 2:1 beim VfL Osnabrück ein Auswärtssieg. Zur Mannschaft gehörte u. a. der spätere Nationaltorhüter Andreas Köpke; weitere Leistungsträger waren Jörg Gaedke, mit 15 Treffern bester Torschütze des SCC, sowie Jürgen Schulz, Edmund Malura und Thorsten Schlumberger. Trainer Bernd Erdmann wurde im Saisonverlauf durch Slobodan Čendić ersetzt. In der Saison 1984/85 verpasste der Verein den direkten Wiederaufstieg, wurde hinter Tennis Borussia nur Zweiter und qualifizierte sich damit nur für die deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft 1985. Ein Jahr später belegte der SCC wieder den ersten Platz, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde am FC St. Pauli und Rot-Weiss Essen. Danach verließen viele Leistungsträger den Verein, sodass Charlottenburg 1986/87 als amtierender Berliner Meister und Pokalsieger Letzter der Oberliga wurde und abstieg.

Nach dem Wiederaufstieg konnten sich die Charlottenburger wieder in der Oberliga behaupten und qualifizierten sich am Ende der Saison 1990/91 für die neugeschaffene Oberliga Nordost, wo sie in den ersten beiden Jahren die Klasse hielten. Am Ende der Saison 1993/94 verpasste der SCC die Qualifikation für die neugegründete Regionalliga Nordost und verblieb in der nunmehr viertklassigen Oberliga. Erst in der Saison 1995/96 gelang der Sprung in die Regionalliga, wo der SCC nach nur einer Saison wieder abstieg. Zwei Jahre später stieg der SCC dann auch aus der Oberliga in die Verbandsliga Berlin ab.

Charlottenburg spielte lange Jahre im Mittelfeld der Verbandsliga mit, jedoch ohne Aussicht auf den Aufstieg. Stattdessen folgte 2009 der Abstieg in die siebtklassige Landesliga. In der Saison 2014/15 gelang der Wiederaufstieg in die inzwischen Berlin-Liga genannte Verbandsliga, aus der man jedoch direkt wieder absteigen musste. Das Ziel Wiederaufstieg in Berlins höchste Spielklasse konnte in der Saison 2017/18 mit dem 1. Platz der Landesliga Staffel 2 erreicht werden. In der Saison 2018/19 spielten die 1. Herren des SCC Berlin somit wieder in der Berlin-Liga, stiegen aber zur Saison 2019/20 direkt wieder ab, im Folgejahr erfolgte die prompte Rückkehr in die Berlin-Liga.

Erfolge 2. Bundesliga Teilnahme: 1983/84 DFB-Pokal 2. Runde: 1984 Deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft Halbfinale: 1985 Oberliga Nordost (Staffel Nord) Meister: 1996 Berliner Fußballmeisterschaft Meister: 1983, 1986 Vizemeister: 1922, 1985 Berliner Fußballpokal Sieger: 1983, 1986 Finalist: 1948, 1985

Statistik Spielzeit Liga (Klasse) Platz 1980/81 Landesliga (IV) 1. 1981/82 Oberliga Berlin (III) 3. 1982/83 Oberliga Berlin (III) 1. 1983/84 2. Bundesliga (II) 18. 1984/85 Oberliga Berlin (III) 2. 1985/86 Oberliga Berlin (III) 1. 1986/87 Oberliga Berlin (III) 16. 1987/88 Landesliga (IV) 1. 1988/89 Oberliga Berlin (III) 15. 1989/90 Oberliga Berlin (III) 4. 1990/91 Oberliga Berlin (III) 11. 1991/92 Oberliga Nordost, Staffel Mitte (III) 15. 1992/93 Oberliga Nordost, Staffel Mitte (III) 10. 1993/94 Oberliga Nordost, Staffel Mitte (III) 10. 1994/95 Oberliga Nordost, Staffel Nord (IV) 5. Spielzeit Liga (Klasse) Platz 1995/96 Oberliga Nordost, Staffel Nord (IV) 1. 1996/97 Regionalliga Nordost (III) 17. 1997/98 Oberliga Nordost, Staffel Nord (IV) 10. 1998/99 Oberliga Nordost, Staffel Nord (IV) 15. 1999/00 Verbandsliga Berlin (V) 3. 2000/01 Verbandsliga Berlin (V) 10. 2001/02 Verbandsliga Berlin (V) 11. 2002/03 Verbandsliga Berlin (V) 8. 2003/04 Verbandsliga Berlin (V) 6. 2004/05 Verbandsliga Berlin (V) 12. 2005/06 Verbandsliga Berlin (V) 6. 2006/07 Verbandsliga Berlin (V) 11. 2007/08 Verbandsliga Berlin (V) 15. 2008/09 Berlin-Liga (VI) 16. 2009/10 Landesliga – Staffel 2 (VII)7. Spielzeit Liga (Klasse) Platz 2010/11 Landesliga – Staffel 2 (VII) 10. 2011/12 Landesliga – Staffel 1 (VII)3. 2012/13 Landesliga – Staffel 1 (VII)3. 2013/14 Landesliga – Staffel 1 (VII)4. 2014/15 Landesliga – Staffel 2 (VII)2. 2015/16 Berlin-Liga (VI) 17. 2016/17 Landesliga – Staffel 2 (VII)3. 2017/18 Landesliga – Staffel 2 (VII)1.2018/19 Berlin-Liga (VI)17. 2019/20 Landesliga – Staffel 2 (VII)1. 2020/21 Berlin-Liga (VI)7. 2021/22 Berlin-Liga (VI) 13. 2022/23 Berlin-Liga (VI) 15. 2023/24 Berlin-Liga (VI) 5. 2024/25 Berlin-Liga (VI) 14.

Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg. Rot unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Abstieg.

Bekannte Spieler In Klammern: Zeit der Vereinszugehörigkeit als Spieler

Hockey Die Hockeyabteilung des SCC bildete sich mit der ersten Mannschaft im Jahre 1910.