Die Lamprologini sind eine Tribus der Buntbarsche (Cichlidae). Die große Mehrheit der fast 100 Arten der Lamprologini lebt endemisch im Tanganjikasee und haben dort die verschiedensten ökologischen Nischen, vor allem aber Felsbiotope, besiedelt. Sie stellen dort etwa 40 % der Buntbarscharten. Die neun Arten der Gattung Lamprologus leben im Stromgebiet des Kongo, Telmatochromis devosi im Malagarasi.Sturmbauer et al. (2010), Seite 266. Sie sind nicht, wie die Mehrzahl der ostafrikanischen Buntbarsche, Maulbrüter, sondern Substratbrüter und legen ihre Eier in Höhlen und in Felsspalten ab.

Merkmale mini|Julidochromis popelini mini|Neolamprologus cunningtoni mini|Telmatochromis vittatus Die Lamprologini sind ein sehr variabler Buntbarschtribus. In den meisten Fällen ist der Körper mehr oder weniger langgestreckt und von bräunlicher, gelblicher, schwarzer oder bläulicher Farbe, manchmal auch eine Kombination mehrerer dieser Farben. Schwarz oder dunkel sind für gewöhnlich vertikale oder horizontale Streifen, bläulich die unpaaren Flossen und die untere Augenpartie. Die Schuppen sind Kammschuppen. In einer Längsreihe auf den Körperseiten (vom Hinterrand des Kiemendeckels bis zur Schwanzflosse) finden sich 33 bis 85 Schuppen. Die Schuppen auf der Brust sind für gewöhnlich kleiner. Sie können dort auch fehlen. Die Seitenlinie ist meist zweigeteilt. Die Zähne sind konisch, vier bis acht vergrößerte Fangzähne sind oft auch bei geschlossenem Maul sichtbar. Die Rückenflosse hat 17 bis 25 Stachelstrahlen, die Afterflosse drei bis zehn.Mark Smith: Lake Tanganyika Cichlids. Seite 10, Barron's Educational Series, 1998, ISBN 0764106155 Google Books Im Unterschied zu den oft farbenprächtigen Maulbrütern aus dem Malawi- und dem Victoriasee sind die Lamprologini in den meisten Fällen schlichter gefärbt und Männchen und Weibchen zeigen keinen Dichromatismus, d. h. sie haben die gleiche Färbung.Sturmbauer et al. (2010), Seite 267.

Gattungen Gegenwärtig gehören sieben Gattungen zur Tribus Lamprologini: Altolamprologus Poll, 1986, (3 Arten) Julidochromis Boulenger, 1898, (9 Arten) Lamprologus Schilthuis, 1891, (9 Arten) Lepidiolamprologus Pellegrin, 1904, (10 Arten) Neolamprologus Colombe & Allgayer, 1985, (über 60 Arten) Telmatochromis Boulenger, 1898, (8 Arten) Variabilichromis Colombe & Allgayer, 1985, (1 Art)

Innere Systematik Die Tribus Lamprologini besteht aus zwei artenreichen Kladen, die sich morphologisch unterscheiden, aber auch in mehreren auf DNA-Vergleichen beruhenden Studien eindeutig nachgewiesen wurden. Morphologisch unterscheiden sich die zwei Kladen im Vorhandensein eines Sesambeins im Lippenknorpel des Unterkiefers. Bei der einen Gruppe (“ossified group”) ist die Verknöcherung vorhanden, bei der anderen nicht (“non ossified group”). Zur “ossified group” gehören die Gattungen Altolamprologus, Lepidiolamprologus, sowie einige Neolamprologus-Arten, darunter zahlreiche Schneckenbuntbarsche. Die Gattung ist nicht monophyletisch. Zur “non ossified group” gehört die Gattungen Julidochromis, Lamprologus, Telmatochromis und Variabilichromis, sowie zahlreiche Neolamprologus-Arten. Die Typusart von Neolamprologus (N. tetracanthus) gehört zur “non ossified group”.

Vereinfachtes Kladogramm der Tribus Lamprologini:

Literatur Christian Sturmbauer, Walter Salzburger, Nina Duftner, Robert Schelly, Stephan Koblmüller: Evolutionary history of the Lake Tanganyika cichlid tribe Lamprologini (Teleostei: Perciformes) derived from mitochondrial and nuclear DNA data. Molecular Phylogenetics and Evolution 57 (2010) 266–284, doi:10.1016/j.ympev.2010.06.018

Einzelnachweise Julia Day, Simona Santini, Jaime Garcia Moreno: Phylogenetic relationships of the Lake Tanganyika cichlid tribe Lamprologini: The story from mitochondrial DNA. Molecular Phylogenetics and Evolution 45(2):629-42 · Dezember 2007 DOI: 10.1016/j.ympev.2007.02.025 Fernando Alda, S Elizabeth Alter, Naoko P Kurata, Prosanta Chakrabarty, Melanie L J Stiassny: Phylogenomic and Population Genomic Analyses of Ultraconserved Elements Reveal Deep Coalescence and Introgression Shaped Diversification Patterns in Lamprologine Cichlids of the Congo River. Systematic Biology, Mai 2025, doi: 10.1093/sysbio/syaf032

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