Die Sezession ist eine deutsche Zeitschrift für Politik, Kultur und Zeitgeschichte, die von der Metapolitik Verlags UG (haftungsbeschränkt) herausgegeben wird. Herausgeber und leitende Redakteure sind Erik Lehnert und Götz Kubitschek.

Von Politikwissenschaftlern und Extremismusforschern wird sie als ein zentrales Organ der Neuen Rechten in Deutschland eingeordnet. Die Sezession erscheint zweimonatlich. Die das Magazin begleitende Webseite (sezession.de) wurde 2009 in einen gleichnamigen Autoren-Blog umgewandelt.Marc Felix Serrao: Rechtsintellektuelle im Internet – Wo Gehirne sich übergeben. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Februar 2009.

Geschichte Die Zeitschrift wurde 2003 gegründet und von der 2000 gegründeten Organisations- und Aktionsplattform Institut für Staatspolitik (IfS), eine vom Bundesamt für Verfassungsschutz seit April 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Bestrebung, herausgegeben. Nach der Auflösung des IfS am 17. April 2024 erfolgt die Herausgabe der Zeitschrift durch die am 29. Februar 2024 gegründete Metapolitik Verlags UG (haftungsbeschränkt), vertreten durch Erik Lehnert. Bis Ende 2006 erschien sie vierteljährlich, seit 2007 wird sie im Zweimonatsrhythmus herausgegeben. Ältere Ausgaben werden auf der Internetseite im PDF-Format zum Herunterladen angeboten.

Die Zeitschrift hat nach eigenen Angaben ca. 4.000 Abonnenten (Stand 2026) und ca. 600 Einzelheftverkäufe pro Ausgabe (Stand 2011).Sezession.de: Blauer Jahrgang. Die Sezession erscheint im angeschnittenen Din-A4-Format und ist bebildert.

Themen Die Sezession behandelt geisteswissenschaftliche und politisch-kulturelle Themen und erscheint jährlich mit sechs Ausgaben, drei themengebundenen und drei „offenen“ Heften. Als metapolitisches Zeitschriftenprojekt zielt sie darauf ab, rechte Ideologien in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und politische Veränderungen durch eine langfristige Einflussnahme auf Kultur, Sprache und Denkmuster zu erreichen. Nach eigenen Angaben wurde „vieles, was an der AfD und an anderen Widerstandsprojekten grundsätzlich, kompromisslos, nicht verhandelbar und angriffslustig wirkt und ist, in unserer Zeitschrift vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist“.

Das erste Sonderheft der Sezession erschien 2005 und war Oswald Spengler gewidmet, im Verlauf erschienen weitere Sonderheften zu den Themen Sarrazin (2010), 10 Jahre IfS (2010), Alternativen für Deutschland (2013), Pegida (2015) und Sieferle lesen (2017).

Die Zeitschrift beinhaltet Grundlagenbeiträge mit Analysen zu theoretischen oder konzeptionelle Themen, Kurzbeiträge mit Kommentaren zu politischen und kulturellen Ereignissen und Rezensionen von Büchern mit Bezug zum rechtsintellektuellen Spektrum.

Redaktion und Autoren Autoren der gedruckten Zeitschrift waren bisher u. a. Jost Bauch Martin van Creveld Felix Dirsch Wilhelm Hankel Roland Hartwig Hans-Peter Hasenfratz Gunnar Heinsohn Lothar Höbelt Hans-Hermann Hoppe Till Kinzel Ellen Kositza Adorján Ferenc Kovács Frank Lisson Konrad Löw Fritjof Meyer Tilman Nagel Ernst Nolte Bernd Rabehl Jonas Schick Günter Scholdt Gerd Schultze-Rhonhof Harald Seubert Robert Spaemann Fritz Süllwold Galin Tihanov Andreas Vonderach Franz Uhle-Wettler Uwe Wolff

Zu den Redakteuren der Zeitschrift zählten Karlheinz Weißmann (bis Dezember 2013), Wolfgang Dvorak-Stocker (bis Oktober 2022), Erik Lehnert und Götz Kubitschek (verantwortlicher Redakteur).

Feste Autoren der Sezession im Netz waren mit Stand 2026Autoren auf sezession.de Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Martin Lichtmesz, Benedikt Kaiser (Lektor von 2013 bis 2021), Erik Lehnert, Nils Wegner, Daniel Fiß, Caroline Sommerfeld, Heino Bosselmann und Martin Sellner.

Einordnung Die Sezession wurde unter anderem als „Pflichtlektüre der neurechten Intelligenz“ (Tagesspiegel) bezeichnet sowie als Publikation, die sich anschicke, „die durch das Umschwenken oder Abrutschen von Criticón entstandene publizistische Leerstelle im Feld der neurechten Periodika zu füllen“ und das Erbe Armin Mohlers fortzuführen.Fußnoten, Die Welt, 2. September 2003

Nach einer Auswertung von Sezession-Artikeln zum Thema Religion kam der Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn 2015 zu dem Schluss, dass für die Zeitschrift das Christentum das „Eigene“ und der Islam das „Fremde“ darstelle, das Judentum jedoch das „Andere“, das daher von einer möglichen Wesensgleichheit ausgeschlossen sei. Für den Islam habe die Sezession eine „furchtvolle Faszination“ entwickelt, Juden hingegen stellen für die Zeitschrift „alles in Frage, wofür die Sezession streitet, und werden demgemäß in der antisemitischen Vorstellung dann auch ident mit der Moderne, der Aufklärung und allen ‚universalistischen Weltbildern‘ gesetzt“.Samuel Salzborn: Religionsverständnis im Rechtsextremismus. Eine Analyse am Beispiel des neurechten Theorieorgans „Sezession“. In: Martin Möllers, Robert von Ooyen (Hg.): Jahrbuch öffentliche Sicherheit 2014/15, S. 297 Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählte Akteure der Zeitschrift zu dem Lager innerhalb der Neuen Rechten, das sich „dezidiert israelkritisch“ geriere, in einer „propalästinensischen […] Denktradition“ stehe und „den ideologischen Hauptfeind viel mehr im Liberalismus als im Islamismus“ sehe.Bundesamt für Verfassungsschutz: Lagebild Antisemitismus 2020/21, S. 37

Dem Historiker Volker Weiß zufolge bildete die Zeitschrift samt IfS und dem Verlag Antaios ursprünglich ein gemeinsames „jungkonservatives Kartell“ mit der Jungen Freiheit. Ab etwa 2010 habe die Sezession jedoch einen neofaschistischen Kurs eingeschlagen. Einhergegangen sei dieser mit einer offenen Bewunderung für die italienische CasaPound, in welcher der Kreis um Kubitschek „endlich die ersehnte Verbindung heroisch-männlicher Haltung und revolutionärer Dynamik mit der Ästhetik einer Bewegung“ vorgefunden habe.Volker Weiß: Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. 2. Auflage. Stuttgart 2017, S. 74, 78f.

Laut der Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl propagiert die Zeitschrift völkischen Sozialdarwinismus. Während der COVID-19-Pandemie habe sich die Zeitschrift für ein Durchlaufen des Virus ausgesprochen und davon geschrieben, dass der verwöhnte moderne Mensch nichts mehr aushalte und einen möglichen Tod nicht mehr gelassen zu ertragen imstande sei.Natascha Strobl: „Der Hass auf alles Schwache.“ In: Frédéric Valin, Paul Schuberth: Die verdrängte Pandemie. Linke Stimmen gegen den Pandemierevisionismus. Unrast, Münster 2025, S. 210–213, hier S. 212

Im Verfassungsschutzbericht wurde Herausgeber Götz Kubitschek 2021 als „prominenteste[r] Repräsentant“ des „IfS“ genannt. Laut Verfassungsschutzbericht entfaltet insbesondere der Onlineblog „Sezession im Netz“ Reichweite innerhalb der Neuen Rechten.Verfassungsschutzbericht 2021. , S. 78–79. Im Verfassungsschutzbericht 2023 wird Sezession unter der Rubrik „Rechtsextremistische Akteure der Neuen Rechten“ erwähnt.Verfassungsschutzbericht 2023, S. 104

Literatur Armin Pfahl-Traughber: Zeitschriftenporträt: Sezession. In: Backes, Gallus, Jesse (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 29. Jahrgang (2017). Nomos Verlag, Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8452-8864-2, S. .

Einzelnachweise

Kategorie:Zeitschrift (Neue Rechte) Neue Rechte Kategorie:Deutschsprachige zweimonatliche Zeitschrift Kategorie:Politische Zeitschrift (Deutschland) Kategorie:Ersterscheinen 2003