Die Feuerwehr Hamburg ist ein Amt der Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg.

Organisation Die Feuerwehr Hamburg besteht aus der Berufsfeuerwehr (BF) und 86 Freiwilligen Feuerwehren (FF).

Zu den Aufgaben gehören der vorbeugende und abwehrende Brandschutz, die Technische Hilfeleistung, die Notfallrettung inklusive Beförderung von Notfallpatienten (Rettungsdienst), die Kampfmittelräumung sowie die Mitwirkung im Katastrophenschutz. Der Krankentransport von Nicht-Notfallpatienten wurde 1990 aufgegeben.

Amtsleiter +AmtszeitNameAmtsbezeichnungseit 02.2023Jörg SauermannOberbranddirektor11.2018 – 02.2023Christian SchwarzOberbranddirektor07.2006 – 10.2018Klaus MaurerOberbranddirektor08.1991 – 09.2006Dieter FarrenkopfOberbranddirektor11.1968 – 07.1991Manfred GebhardtOberbranddirektor10.1963 – 10.1968Hans BrunswigOberbranddirektor04.1963 – 09.1963Horst HertellBranddirektor09.1949 – 03.1963Wilhelm SchwarzenbergerOberbranddirektor08.1945 – 03.1949Johannes WestphalBranddirektor02.1937 – 07.1945Otto ZapsOberbranddirektor04.1934 – 1935Georg BraatzOberbaurat07.1926 – 03.1934Otto SanderBranddirektor01.1916 – 06.1926Theodor KrügerBranddirektor04.1893 – 01.1916Adolph Libert WestphalenBranddirektor04.1872 – 10.1892Friedrich Wilhelm KippingBranddirektor Landesbereichsführer der FF Hamburg ist seit Juli 2019 Harald Burghart, welcher seinen Vorgänger André Wronski ablöste. Dieser löste im Jahr 2010 den LBF Herman Jonas ab. Hermann Jonas war 16 Jahre lang Chef der Freiwilligen Feuerwehrleute in Hamburg. Für seine Verdienste wurde er am 7. Dezember 2010 durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Christoph Ahlhaus, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Einsatzstatistik 2024 Im Jahr 2024 wurde die Feuerwehr Hamburg 425.493-mal zu 334.630 Einsätzen alarmiert. Die Alarmierungen schlüsseln sich wie folgt auf: +BereichAlarmierungenEinsätzeBrandbekämpfung39.41012.840Technische Hilfeleistung34.79424.541Rettungsdienst350.219295.314

Geschichte Die Anfänge Die Organisation der Brandbekämpfung lag im Mittelalter bei Hamburgs Kirchspielen, die jeden ihrer Bürger zur Mitarbeit verpflichteten. Vom Jahr 1625 an wachten ständig je zwei Thürmers und Tüters auf den fünf Kirchtürmen der Kirchspiele. Nachts mussten die Brandwächter jede Viertelstunde in allen vier Himmelsrichtungen ins Horn blasen, damit jeder Bürger sich davon überzeugen konnte, dass sie auch Wacht hielten.

mini|hochkant=0.5|Johann Georg Repsold mini|hochkant=0.5|Adolf Repsoldum 1870

Als erste Stadt Deutschlands bildete Hamburg im Jahr 1750 weitere ständige Feuerwachen. Jede Nacht übernahmen zwei Aufseher und 25 Sprützenleute den Wachdienst. Pro Nacht erhielten die Aufseher 24 Schillinge Sold, die Sprützenmänner acht bis zehn Schillinge. Entdeckten die mit Feuerhut, weißem Leinenkittel und ledernem Löscheimer ausgestatteten Männer einen Brand, so wurde ihnen bei Löscherfolg zwei, andernfalls einen Reichstaler Prämie ausgezahlt. Wer allerdings bei Feueralarm als Letzter an der Brandstelle erschien, dem wurde eine Strafe von 20 Kronen auferlegt. Ein Wasserträger, der überhaupt nicht am Brandherd gesichtet wurde, musste zwei Gulden Strafe bezahlen. Auch an Gaffer wurde in den Vorschriften gedacht: Sie sollten bei Androhung der Entbehrung ihrer obersten Kleider und Bezahlung mit Schlägen von der Brandstelle abgehalten werden. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Hansestadt über 25 Feuerspritzen, 25 Zubringerpumpen und sechs Schiffsspritzen.Hans Georg Prager: Florian 14: Achter Alarm. Das Buch der Feuerwehr. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1965, S. 49ff. ISBN 978-3-86680-899-7.

Im Jahr 1809 wurde Johann Georg Repsold zum Oberspritzenmeister des gesamten Löschwesens in Hamburg gewählt. Repsold starb bei einem Brandeinsatz am 14. Januar 1830 durch einen herabstürzenden Giebel. Sein Sohn Adolf Repsold übernahm das Amt des Spritzenmeisters. Den Einsatz der Feuerwehr während des Hamburger Brandes 1842 leitete Repsold. 1856 wurde Adolf Repsold Oberspritzenmeister. Im Jahr 1858 richtete er in seinem Haus das Central Bureau des Löschwesens ein. Nach seinem Tod im Jahr 1871 trat Branddirektor Friedrich Wilhelm Kipping aus Danzig an seine Stelle. 1872 wurde er mit der Einrichtung einer Berufsfeuerwehr für die Stadt Hamburg beauftragt, bis dahin gab es in den Spritzenhäusern lediglich eine Nachtwache. Kipping begann mit einigen aus seiner Heimatstadt Danzig mitgebrachten Oberfeuerwehrmännern die Einrichtung und Ausbildung einer Berufsfeuerwehr. Für diese waren insgesamt 3 Feuerwachen mit 6 Oberfeuerwehrmännern, 6 Maschinisten und 36 Feuerwehrmännern vorgesehen.

1872: Gründung der Berufsfeuerwehr Am 12. November 1872 um 12 Uhr mittags nahm die Berufsfeuerwehr die Feuerwache I („Hauptstation“) in der Spitalerstraße/Ecke Schweinemarkt, die Feuerwache II in provisorischen Anbauten an der Katharinenkirche und die Feuerwache III („Nebenstation“) an der Davidstraße in Dienst.Jahresberichte der Hamburger Verwaltungsbehörden, Jahrgänge 1877–1914 Die Dienstschichten dauerten jeweils 48 Stunden, gefolgt von 24 Stunden Freizeit, in denen jedoch teilweise noch Theatersicherheitswachen geleistet werden mussten. In den Feuerwachen standen je ein pferdebespannter Mannschaftswagen, eine Handdruckspritze mit Schlauchkarre, ein Wasserwagen und eine Dampfspritze zur Verfügung. Die Feuerwehr unterstand der Deputation für das Feuerlöschwesen.

Im Jahr 1875 zog die Feuerwache III aus dem provisorischen Standort an die Glacischaussee; 1876 wurde die provisorische Feuerwache II an den Sandthorquai verlegt. Bereits 1878 konnten mit der Feuerwache IV („Rotherbaum“) in der Louisenstraße und der Feuerwache V („Hohenfelde“) in der Burgstraße zwei weitere Feuerwachen in Dienst gestellt werden.

Die Feuerwache II musste bereits 1885 der geplanten Speicherstadt weichen und zog als sogenannte Interimswache an die Admiralitätstraße. Es sollte jedoch noch 24 Jahre dauern, bis dieses Provisorium aufgelöst werden konnte.

Um der Brandgefahr des wachsenden Hafens südlich der Norderelbe zu begegnen, wurde 1888 die Feuerwache VII am Worthdamm fertiggestellt. Bereits 1891 folgte die Feuerwache VIII („Steinwärder“), zunächst mit einem provisorischen Bau an der Norderelbstraße; die Wache wurde 1892 in den Kupferdamm verlegt. Am 22. Oktober 1892 verstarb Branddirektor Kipping bei Löscharbeiten unweit der Feuerwache VII, einen Tag später wurde die Feuerwache VI in der Billhorner Brückenstraße eingeweiht. Im April 1893 übernahm Branddirektor Westphalen die Leitung der Feuerwehr Hamburg.

Im Jahr 1898 wurde die Anzahl der Feuerwachen auf zehn erhöht; in der Quickbornstraße in Eimsbüttel wurde die Feuerwache IX, in der Bachstraße in Barmbek die Feuerwache X eröffnet. Diese Wachen wurden nach neuesten Erkenntnissen, die Westphalen auf mehreren Studienreisen erworben hatte, errichtet; hier fanden sich erstmals Rutschstangen an Hamburger Feuerwachen. Des Weiteren wurden die Pferde nun direkt in der Wagenremise untergebracht, was die Anschirrzeiten erheblich verkürzte.

+ Feuerwachen der Feuerwehr Hamburg, Stand 1900 Nummer Bezeichnung Standort Indienststellung I Hauptfeuerwache Spitaler Straße 1872 II Feuerwache Admiralitätstraße Admiralitätstraße 1885 III Feuerwache Millerntor Glacischaussee 1875 IV Feuerwache Rotherbaum Sedanstraße (hieß bis 1899 Louisenstraße) 1878 V Feuerwache Hohenfelde Freiligrathstraße (hieß bis 1888 Burgstraße) 1878 VI Feuerwache Rothenburgsort Billhorner Brückenstraße 1892 VII Feuerwache Grasbrook Worthdamm 1888 VIII Feuerwache Steinwärder Kupferdamm 1892 IX Feuerwache Quickbornstraße Quickbornstraße 1898 X Feuerwache Bachstraße Bachstraße 1898

Die Feuerwache VIII „Steinwärder“, die wie die Feuerwache VII eine Wache „kleinen Typs“ war, bekam im Jahr 1905 ein neues Wachgebäude am Ellerholzdamm und war damit nun ebenfalls eine vollwertige Wache. Im Gegenzug wurde die Feuerwache VII auf dem Grasbrook 1907 aufgelöst, weil das Gebäude einem Brückenneubau weichen musste.

Bereits im Jahr 1906 wurde die Feuerwache II, deren provisorischer Standort einem Neubau an gleicher Stelle weichen sollte, temporär in die Wetkenstraße verlegt. Am 12. Februar 1909 wurde die neue Feuerwache II („Neustadt“) in der Admiralitätstraße in Dienst genommen. In ihr war der erste motorisierte Löschzug stationiert. Er bestand aus einer Gasspritze, einer Dampfspritze, einem Mannschaftswagen und einer Drehleiter mit einer Steighöhe von 25 Metern. Alle Fahrzeuge wurden auf Fahrgestelle der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) aufgebaut und mit Batterien angetrieben. Pferde spielten in Hamburg aber weiterhin eine wichtige Rolle bei der Feuerwehr, und erst am 17. Dezember 1925 wurden die letzten beiden pferdebespannten Löschzüge der Wachen III (Glacischaussee) und IV (Sedanstraße (bis 1899 Louisenstraße)) durch Fahrzeuge mit Benzinmotor ersetzt.

Im Jahr 1913 konnte mit der Feuerwache „Petroleumhafen“ am Tankweg wieder eine Feuerwache VII eröffnet werden. 1914 folgte dann die Feuerwache XI an der Alsterkrugchaussee, um die nördlichen Stadtteile Hamburgs brandschutztechnisch abzudecken.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs zog Branddirektor Westphalen als Major der Reserve ins Feld und fand 1916 den Tod. Sein Nachfolger wurde Branddirektor Theodor Krüger. Im Laufe der gesellschaftlichen Neuordnung nach Ende des Kaiserreichs konnte ein Beamtenrat eine Verkürzung der Arbeitszeit von bis dato 112 h/Woche auf 84 h/Woche sowie den Wegfall des militärischen Formaldienstes durchsetzen. Der neue Dienstplan sah nun 24 Stunden Dienst, gefolgt von 24 Stunden Freizeit, vor. Vor diesem Hintergrund wurde das Personal in zwei sogenannte „Wachabteilungen“ aufgeteilt, die sich von nun an gegenseitig ablösten.

Durch den Ersten Weltkrieg und die daraus resultierende schlechte Versorgungslage, die Abgabe von Personal, Pferden und Material war der weitere Ausbau der Feuerwehr Hamburg drastisch verzögert worden. Der bereits im Jahr 1914 begonnene Neubau für eine neue Feuerwache 1 (nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Wachen nicht mehr mit römischen Zahlen bezeichnet) konnte erst 1922 fertiggestellt werden. Am 19. Juni 1922 zog die Feuerwache 1 aus der Spitaler Straße in den Westphalensweg im Hamburger Stadtteil St. Georg.

Auf Branddirektor Krüger folgte am 1. Juli 1926 Branddirektor Otto Sander. Unter seiner Leitung wurden 1928 die Feuerwache 12 am Zollhafen auf der Veddel und 1931 die Feuerwache 13 am Rugenberger Damm im Stadtteil Waltershof errichtet. Im Jahr 1928 wird die Feuerwehr als Amt in die Polizeibehörde eingegliedert.

Zeit des Nationalsozialismus mini|Eine 1941 im Polizei-Tannengrün ausgelieferte Magirus-Kraftfahrleiter

Nach der Machtergreifung Hitlers und der NSDAP Ende Januar 1933 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ein erstes Feuerlöschgesetz (FLG) erlassen, das am 1. Januar 1934 in Kraft trat.

Branddirektor Sander wurde am 31. März 1934 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.Manfred Gihl: „Feuerwehr Hamburg Eins-Eins-Zwo“; EFB Verlag, Erlensee 1997. Die Leitung der Feuerwehr wurde vorerst kommissarisch wahrgenommen, erst im Jahr 1937 wurde Oberbranddirektor Otto Zaps neuer Amtsleiter. Große Veränderungen sowohl für die Stadt Hamburg als auch für die Feuerwehr brachte im selben Jahr das Groß-Hamburg-Gesetz, das am 1. April 1938 in Kraft trat. Durch die Eingemeindung der Städte Harburg-Wilhelmsburg, Altona und Wandsbek vergrößerte sich das Stadtgebiet erheblich. Gleichzeitig verfügten die Städte Harburg-Wilhelmsburg und Altona über eigene Berufsfeuerwehren, die nun in die Feuerwehr Hamburg eingegliedert wurden.