mini|hochkant|Grab von Hans John und anderen auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Hans Georg Fritz John (* 31. August 1911 in Treysa; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Leben Hans John wuchs in Treysa und ab 1922 in Wiesbaden auf. In Wiesbaden war er wie sein älterer Bruder Otto Schüler des Staatlichen Realgymnasiums, an dem er 1930 das Abitur ablegteAugust Schnell u. a.: Die Abiturienten des Realgymnasiums. In: 100 Jahre Staatliches Gymnasium und Realgymnasium Wiesbaden, Wiesbaden 1951, S. 167 ff., 178. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften promovierte er 1937 in Frankfurt am Main.Dissertation: Vom Werden des spartanischen Staatsgedankens; veröffentlicht 1939 als 60. Heft der Abhandlungen aus dem Staats- und Verwaltungsrecht mit Einschluß des Völkerrechts, Verlag Märtin, Breslau. 1938 bestand er das Assessorexamen.Anklageschrift; siehe Weblinks Ab 1. August 1939 war er Assistent am Institut für Luftrecht, das damals der Universität Leipzig angegliedert warVgl. neben der Anklageschrift auch Otto John, Falsch und zu Spät, erweiterte Ausgabe Ullstein Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-548-33108-4, S. 124. und 1940 an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin verlegt wurde. Die Anstellung erfolgte durch Rüdiger Schleicher auf Empfehlung von Klaus Bonhoeffer.Uwe Gerrens, Rüdiger Schleicher, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-08037-6, S. 151 f. Im Juni 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und im März 1942 an der Ostfront schwer verwundet. Er wurde wehruntauglich aus der Wehrmacht entlassen und setzte anschließend am Institut für Luftrecht die Arbeit an seiner Habilitationsschrift fort.
Hans und sein Bruder Otto hatten Kontakte zu den Widerstandskreisen im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht. Sie erfuhren vom Unternehmen Walküre und entschlossen sich, daran teilzunehmen. Sie waren an der Vorbereitung des Umsturzversuches und des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt. Sie unterstützten auch den nach seiner Verhaftung im März 1944 entflohenen Hauptmann Ludwig Gehre bei der Anmietung wechselnder Unterkünfte. Otto John, Falsch und zu Spät, erweiterte Ausgabe Ullstein Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-548-33108-4, S. 38 ff., 49.
Hans John wurde am 17. August 1944 im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert und in der Haft schwer misshandelt. Am 2. Februar 1945 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde nicht schriftlich abgesetzt.Uwe Gerrens, Rüdiger Schleicher, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-08037-6, S. 202. Er wurde in der Nacht zum 23. April 1945 auf einem Gelände in der Nähe des Zellengefängnisses Lehrter Straße von einem Sonderkommando unter der Führung des SS-Sturmbannführers Kurt Stawitzki aus dem Reichssicherheitshauptamt erschossen. Seinem Bruder Otto dagegen gelang am 24. Juli 1944 die Flucht aus Deutschland.
Weblinks
Das Zellengefängnis Lehrter Straße, Biografien; dort ist auch die Anklageschrift einsehbar.
Einzelnachweise
Kategorie:Militärperson (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 Kategorie:Person (Schwalmstadt) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann