Gerhard Klampäckel (* 15. September 1919 in Vaitele, Samoa; † 7. März 1998 in Chemnitz) war ein deutscher Maler, Grafiker und Plastiker.
Leben Klampäckel war der Sohn von Gertrud und Oskar Klampäckel. Er kam im Städtchen Vaitele der ehemals deutschen Kolonie Samoa zur Welt, wohin seine in der sächsischen Städt Glauchau lebenden Eltern vor dem Ersten Weltkrieg ausgewandert waren. Zur Familie gehörte der 1916 ebenfalls auf Samoa geborene Bruder Rudolf.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kehrte die Familie nach Glauchau zurück. Der Schulzeit folgte eine Ausbildung zum Reklamemaler und nebenbei Zeichenunterricht. Nach der Gesellenprüfung ging Klampäckel auf die Walz. Er arbeitete in Leipzig und Hamburg, war Briefträger im Wiener Judenviertel und lernte parallel dazu Aktzeichnen an der Abendschule der Wiener Kunstakademie.
Ab 1940 nahm Klampäckel als Angehöriger der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. 1945 geriet er in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Hier beschäftigte er sich auch mit Zeichnen und Malen. 1947 kehrte er nach Glauchau zurück, wo er als Reklamemaler und Porträtzeichner arbeitete. 1948 nahm er erstmals an einer Ausstellung teil (Mittelsächsische Ausstellung Mittweida).
Von 1949 bis 1953 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Lea Grundig und Max Schwimmer. Nach dem Diplom war er kurze Zeit Kulturreferent im Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt. Ab 1955 betätigte er sich in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz als freischaffender Künstler. Er erhielt öffentliche Aufträge u. a. für architekturbezogene Werke und Werke im öffentlichen Raum, vor allem in Karl-Marx-Stadt. Er beteiligte sich an Grafik-Mappen und schrieb Gedichte und andere Texte.
Klampäckel arbeitete seit den 80er Jahren als Professor an der von seinem polnischen Malerfreund Leon Jończyk und dessen Frau Jola begründeten Academia Polona Artium in München. Er war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Nach dem Fall der Mauer reiste er mehrmals in die Karibik, auf die Kanarischen Inseln und nach Griechenland sowie einmal auch nach Paris. Es entstand ein umfangreiches und vielfältiges Werk eines sich auch in neuen Formen, Materialien, Techniken zu beweisen suchenden Künstlers – so nach 1990 zum Beispiel auch eine Reihe von Entwürfen für Brunnengestaltungen, die im öffentlichen Raum der Stadt Chemnitz einen Platz finden sollten. Mitte der 90er begann er mit der Umsetzung von Entwürfen für großformatige Bilder.
Im Sommer 1997 reiste er nach Samoa und besuchte seinen Geburtsort Vaitele. Im Ergebnis dieser Reise entstand der Bilderzyklus „Südseebilder“. Weitere schon geplante Reisen nach London und New York sowie nach Kanada zu seinem langjährigen Freund Max und dessen Frau waren Gerhard Klampäckel nicht mehr vergönnt.
Klampäckel wurde auf dem Friedhof St. Andreas in Chemnitz-Gablenz bestattet; dort erinnert ein Grabstein des Chemnitzer Bildhauers Armin Forbrig mit einem Wort des Dichters Antoine de Saint-Exupéry an ihn.
Fotografische Darstellung Klampäckels
Christine Stephan-Brosch: Porträt Gerhard Klampäckel (1974)
Werk Literarisches Werk Gerhard Klampäckel hat zahlreiche Gedichte verfasst, die jedoch nicht in Buchform veröffentlicht worden sind. Einige von ihnen wurden in Katalogen und auf Faltblättern zu Ausstellungen abgedruckt und sind heute auf der Website des Autors nachzulesen. Er hat seine Gedanken „über Gott und die Welt“, seine große Liebe zum Leben und seinen Zorn über das Eingeschlossensein bis 1989, seine Phantasien von der wunderbaren Welt und sein politisches Ausgeliefertsein auch in Prosatexten niedergeschrieben.
In seinem Nachlass finden sich zahlreiche in den Jahren 1980/81 sowie 1986 bis 1998 verfasste illustrierte Briefe an seine dritte Frau Maria und ihren Sohn Till, mit denen Gerhard Klampäckel seit 1986 zusammen lebte.
Künstlerisches Werk Arbeiten Klampäckels befinden sich in öffentlichen Sammlungen und Museen, in Privathand und in Familienbesitz. Eine umfangreiche Sammlung bedeutender Arbeiten von Gerhard Klampäckel besitzt die Familie Peter Patt in Chemnitz.
Zu sehen sind Arbeiten von Gerhard Klampäckel zum Teil noch im öffentlichen Raum, wie die sorgfältig restaurierte „Windrose“ im Rosenhof in Chemnitz, oder die Gipsintarsien in der Bar der Stadthalle Oelsnitz/Erzgeb. Andere gehören als vom Künstler verfügte Schenkungen zum Besitz öffentlicher Einrichtungen und Unternehmen wie im Klinikum Bethanien Chemnitz, in der Firma Börner im Gewerbepark Werner-Seelenbinder-Straße sowie in der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen (Haus Straße der Nationen 25).
Weitere Beispiele für architekturbezogene Werke
Pferde; als Symbol für Energie (1962; Wandmosaik aus Naturstein-Riemchen, amorph, etwa 2,70 × 5,60 m; Karl-Marx-Stadt, Annaberger Straße; Pausenhalle im 1. Obergeschoss des damaligen Instituts für Werkzeugmaschinen)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 33
Raumfahrt (1968; Wandbild, Ölmalerei auf Gipsgrund, 3,00 × 5,60 m; Karl-Marx-Stadt, Straße der Nationen, Tagesgaststätte im Erdgeschoß des damaligen Hauses der Industrieverwaltung)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 18/19
Öffentliche Sammlungen und Museen mit Werken Klampäckels (unvollständig)
Chemnitz: Kunstsammlungen Chemnitz Chemnitz: Neue Sächsische Galerie Chemnitz, Chemnitz: Sächsisches Industriemuseum, Chemnitz Chemnitz: Kunstsammlung der Wismut GmbH Dresden: Sächsischer Kunstfonds Frankfurt/Oder: Kleist-Museumhttps://nat.museum-digital.de/object/26737 Köln: Museum Ludwig Oelsnitz: Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1971 Zakopane 1974 Karl-Marx-Stadt 1977 Leipzig und Berlin 1978 Berlin, Galerie Schweinebraden 1979 Meerane 1980 Karl-Marx-Stadt und Dresden 1981 Berlin, Galerie Arkade 1981 Zwickau, Galerie am Domhof 1985 Karl-Marx-Stadt, Galerie oben 1987 Düsseldorf 1996 Chemnitz
Postum 1999 Chemnitz, Galerie im Schauspielhaus 2004 Chemnitz, Galerie Weise
2019 Chemnitz, Galerie Weise („Abstraktionen – Gerhard Klampäckel zum 100. Geburtstag“)
Ausstellungsbeteiligungen 1957 und 1958 Mittelsächsische Kunstausstellung, Karl-Marx-Stadt 1958 und 1987/1988 Vierte Deutsche Kunstausstellung und X. Kunstausstellung der DDR, Dresden 1965: Intergrafik, Berlin 1970: Im Geiste Lenins, Altes Museum, Berlin 1973: Petite Confrontation Europeenne, Galerie Edison, Den Haag; Amsterdam 1974, 1979 und 1985: Bezirkskunstausstellung Karl-Marx-Stadt 1981: 25 Jahre NVA, Ausstellungszentrum am Fučík-Platz, Dresden,
1984/1985: Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz, Karl-Marx-Stadt, 1994: Kunst aus Sachsen, Dresdner Schloß
Postum 1999: Aufbruch und Fall der Moderne, Weimar 2001/2002 Das Eigene, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz 2009/2015: Beteiligung an Ausstellungen im Schloß Schlettau, Sammlung Erzgebirgischen Landschaftskunst 2009/2013/2017/2018: Beteiligung an Ausstellungen in der Neuen Sächsischen Galerie, Chemnitz 2011: Schloßbergmuseum Chemnitz, 80 Jahre Schloßbergmuseum. Bilder von Kloster und Schloss seit 1750 2018: Galerie Weise, Auswahl Porträtgrafik
2018/2019: Neue Sächsische Galerie, Generation im Schatten
2019: Galerie Weise, Abstraktionen. Transformationen zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von Gerhard Klampäckel
2019: Galerie denkART, Südsee-Bilder zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von Gerhard Klampäckel
2024 Sommerkeller am Rathaus in Bernried, Beteiligung an der Ausstellung zum 50. Gründungsjubiläum der Academia Polona Artium (APA)
Literatur
Christa Reuschel: Vier neue Wandbilder in Karl-Marx-Stadt. In: Bildende Kunst, Berlin, 1974, S. 274–279
Künstler in Karl-Marx-Stadt, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1981
Quellen
Weblinks
https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22klamp%C3%A4ckel%2C%20gerhard%22%20&index=obj-all Bildindex https://katalog.arthistoricum.net/?tx_find_find%5Bq%5D%5Bdefault%5D=Klamp%C3%A4ckel#tx_find
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