Schnepfenreuth ist seit 1923 ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg in der Nordwestlichen Außenstadt und gab der Gemarkung 3462 ihren Namen. Schnepfenreuth bildet zusammen mit Buch und Höfles den statistischen Bezirk 73.
Geographie Lage Schnepfenreuth liegt im Norden Nürnbergs am Südrand des Knoblauchslandes. Ein Dutzend landwirtschaftlicher Betriebe bildet das Zentrum. Unmittelbar westlich des Ortes entspringt der Poppenreuther Landgraben, der ein rechter Zufluss der Pegnitz ist. Im Westen wird die Flur Beim Großen Ruhestein genannt.Schnepfenreuth im BayernAtlas
Nachbarorte
Geschichte Schnepfenreuth wurde erstmals 1281 als „Snepfenrude“ erwähnt, als König Rudolf die Nürnberger Burggrafen aus dem Hause Zollern mit der Ortschaft belehnte. 1427 wurde das Dorf von der Reichsstadt Nürnberg gekauft, die das Hochgericht (Fraisch) innehatte. Die zuständige Pfarrei war Poppenreuth. Im Ersten und Zweiten Markgrafenkrieg wurde Schnepfenreuth zerstört, im Dreißigjährigen Krieg schwer geschädigt und auch während der Napoleonischen Kriege in Mitleidenschaft gezogen.H. Rusam: Schnepfenreuth, S. 943f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schnepfenreuth aus 18 Anwesen (1 Dreiviertelhof, 3 Zweidrittelhöfe, 3 Halbhöfe, 2 Drittelhöfe, 4 Viertelhöfe, 4 Gütlein, 1 Haus). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf strittig gemacht wurde. Alleiniger Grundherr war das Amt der Vesten der Reichsstadt Nürnberg.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 169.
1796 wurde Schnepfenreuth wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt und 1810 dem Königreich Bayern übergeben. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Schnepfenreuth dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Kraftshof und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Kraftshof zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Schnepfenreuth. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. Ab 1862 gehörte Schnepfenreuth zum Bezirksamt Fürth und zum Landgericht Fürth (ab 1876 Stadt- und Landgericht Fürth, 1879 in Amtsgericht Fürth umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Fürth übernommen (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 243. Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 1,582 km². Am 1. November 1923 wurde Schnepfenreuth nach Nürnberg eingemeindet. Seitdem sind das Amtsgericht und Finanzamt Nürnberg zuständig.
Obwohl seit Jahren die großstädtische Bebauung eingesetzt hat, blieb die ländliche Struktur bis heute teilweise erhalten.
Baudenkmäler
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919Einwohner 141 159 158 159 183 191 187 182 189 212 200 220 219 227 268 240HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1900 als Wohngebäude. 25 26 26 30 30 36 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter und Paul (Poppenreuth) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Clemens (Nürnberg) gepfarrt.
Kultur Jedes Jahr im September findet die Schnepfenreuther Kärwa statt. Bis vor wenigen Jahren wurde diese auf einer Freifläche an der Bamberger Straße abgehalten, seitdem diese aber bebaut wurde, findet sie direkt in der Dorfmitte statt. Der Festumzug am Sonntag verläuft auch durch das nördliche Thon, er wendet an der Schleswiger Straße.
Der Sportverein Turnerbund St. Johannis 1888 e. V. ist hier beheimatet. Derzeit existieren Abteilungen für Fußball, Tennis, Turnen und Gymnastik, Ski und Wandern, Tischtennis, Boule, Cornhole und Präventionssport. lt. Internetseite des TB (aufgerufen am 15. August 2025)
Infrastruktur Es gibt einen Kiosk, ein Restaurant und eine Gärtnerei. Im Osten befindet sich ein Gewerbegebiet mit diversen Firmen. Unter anderem ist dort ein Catering-Betrieb für die Versorgung von Airlines untergebracht, welche am nahegelegenen Nürnberger Flughafen starten und landen.
Verkehr Der Ort ist über Gemeindestraßen mit dem südlich gelegenen Thon verbunden. Auf der Fahrt von Flughafen bzw. B4 Richtung Westen (Fürth) kommend endet auf Höhe der Schnepfenreuther Hauptstraße die Bamberger Straße und geht auf ca. 500 m Länge in einen Feldweg über. Der Verkehr führt auf einem Umweg durch die Ortsmitte. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nördlich nach Buch.
Die Stadtbuslinie 31 verbindet die Ostseite des Dorfes mit Neunhof und Thon. Die Straßenbahnlinie 4 hält am Ortsrand (Bamberger Straße).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Nürnberg) Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Gemarkung von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1281 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1923