zentriert|166px|Martin Luther Martin Luther schlägt seine95 Thesen an die … zentriert|174px|Thesentür … Tür der Schlosskirchezu Wittenberg. zentriert|350px|Theuerdank Das von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegebene Werk Theuerdank wird in Nürnberg gedruckt. 1517 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 965/966 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1509/10 Aztekischer Kalender 11. Feuerstein – Matlactli ozce Tecpatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 10. Rohre – Matlactli Acatl) Buddhistische Zeitrechnung 2060/61 (südlicher Buddhismus); 2059/60 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus Jahr des Feuer-Büffels 丁丑 (am Beginn des Jahres Feuer-Ratte 丙子) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 879/880 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 3850/51 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 895/896 Islamischer Kalender 922/923 (Jahreswechsel 23./24. Januar) Jüdischer Kalender 5277/78 (16./17. September) Koptischer Kalender 1233/34 Malayalam-Kalender 692/693 Seleukidische Ära Babylon: 1827/28 (Jahreswechsel April) Syrien: 1828/29 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1573/74 (Jahreswechsel April)

Im Jahr 1517 werden Ereignisse in Gang gesetzt, die das religiöse und politische Geschehen über Jahrhunderte hinweg prägen werden. Empört über den von der römisch-katholischen Kirche praktizierten Ablasshandel sendet der Augustinermönch Martin Luther einen Brief an Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Diesem Brief fügt er seine 95 Thesen bei, in denen er gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftritt. Die daraus entstehende kirchliche Erneuerungsbewegung der Reformation führt mittelfristig zu einer Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen.

Ereignisse Politik und Weltgeschehen Osmanisches Reich

23. Januar: In Ägypten geht nach der Niederlage ihres Heeres vor Kairo gegen das Osmanische Reich unter Sultan Selim I. die Herrschaft der Mamluken zu Ende. Ihr Sultan, Tuman Bay gerät bei Gizeh in osmanische Gefangenschaft und wird am 14. April hingerichtet. Das Land wird Teil des Osmanischen Reichs. Wenig später nehmen die Osmanen Kairo ein. Die Mamluken bleiben allerdings weiterhin regierende Oberschicht unter der Oberherrschaft des osmanischen Sultans. Syrien wird der Verwaltung durch Ägypten entzogen. 20. April: Nach dem Tod seines Vaters Bogdan III. besteigt der elfjährige Stefan IV. den Thron des unter osmanischer Oberhoheit stehenden Fürstentums Moldau. Die Regentschaft übernimmt Hetman Luca Arbore. Nach der Unterwerfung Ägyptens beginnen die Osmanen mit der Eroberung des Jemen. Mit dem Fall Adens endet die Dynastie der Tahiriden. Die islamischen Pilgerstätten Medina und Mekka gelangen unter osmanische Herrschaft. Im Libanon wird unter osmanischer Oberhoheit das halbautonome Emirat Libanonberg gegründet. Die Osmanen erobern Diyarbakır in Südostanatolien. Lopo Soares de Albergaria, Generalgouverneur von Portugiesisch-Indien, wird im Roten Meer beim Angriff auf Dschidda von einer osmanischen Flotte vernichtend geschlagen.

Mittel- und Osteuropa

Dietrich von Schöneberg, der Berater des Hochmeisters Albrecht von Preußen trifft am 24. Februar in Moskau ein und schließt nach kurzen Verhandlungen am 10. März einen Vertrag, der gegenseitigen militärischen Beistand gegen Polen und Litauen und eine russische Finanzhilfe im Kriegsfall vorsieht. Der Deutsche Orden nähert sich damit an das Großfürstentum Moskau an. Dies ist unter dem Eindruck der habsburgisch-jagiełłonischen Verständigung und der Wiener Doppelhochzeit im Jahr 1515 nötig geworden. 2. Juni: Christoph stirbt im Alter von 18 Jahren nach nur sechs Jahren als Herr von Jever, möglicherweise vom ostfriesischen Grafen Edzard I. vergiftet. Christophs Schwester Maria wird seine Nachfolgerin. Sie und ihre beiden Schwestern Anna und Dorothea sehen sich rasch von mehreren Seiten bedroht. Balthasar von Esens erhebt als erster Anspruch auf die Herrschaft Jever, zieht aber bald unverrichteter Dinge wieder ab. Die Ansprüche Heinrichs von Braunschweig werden von Marias Vormund und Onkel Johann V. von Oldenburg abgewehrt. Auch Edzard versucht sich die Herrschaft einzuverleiben.

Der spanische König Carlos I. aus dem Haus Habsburg setzt seine Tante Margarete von Österreich neuerlich als Statthalterin der habsburgischen Niederlande ein. Im November schickt er seinen 15-jährigen Bruder Ferdinand zur Ausbildung an Margaretes Hof nach Flandern.

Kalmarer Union

Im Kampf gegen das aufständische Schweden und um die Wiederherstellung der Kalmarer Union ernennt der dänische König Christian II. Søren Norby zum Oberbefehlshaber der dänischen Flotte und zum dänisch-gotländischen Amtmann in Visby, der seinen Amtssitz auf der Festung Visborg hat. Im August unterliegt das dänische Heer den Schweden in der Schlacht bei Vädla.

Italien

Februar: Francesco Maria I. della Rovere versucht, das im Vorjahr an Lorenzo di Piero de’ Medici verlorene Herzogtum Urbino zurückzuerobern. In einem Gefecht bei Mondolfo in der Romagna erleidet Lorenzo am 25. Mai eine Kopfwunde. Della Rovere scheitert aber vorläufig, da er immer noch unter dem Bann von Papst Leo X. steht. Im September muss er sich mit seinem Heer aus spanischen Söldnern wieder zurückziehen.

Frankreich

8. Oktober: Frankreichs König Franz I. unterzeichnet die Gründungsurkunde für einen Kriegshafen namens Franciscopolis, aus dem die Hafenstadt Le Havre am Atlantik hervorgeht.

Nordafrika

Nach dem Tod von Abu Abdallah al-Qa'im wird sein Sohn Ahmed al-Araj Scheich der Saadier in Marokko. Er teilt sich die Herrschaft mit seinem jüngeren Bruder Mohammed ech-Cheikh. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die Portugiesen in der Region auf.

Amerika

mini|hochkant|Francisco Hernández de Córdoba Der spanische Konquistador Francisco Hernández de Córdoba verlässt Kuba am 8. Februar mit drei Schiffen und 110 Mann im Auftrag des dortigen Gouverneurs Diego Velázquez de Cuéllar. Am 4. März erreicht er als erster Europäer Yucatán und feiert am 22. März bei der heutigen Stadt Campeche eine Messe. Auf ihrem Landgang gerät die Expedition immer wieder in schwierige Situationen mit den Einheimischen. Trotzdem setzt sie ihre Reise der Küste entlang fort. Bei einem weiteren kriegerischen Aufeinandertreffen werden mehrere Spanier verwundet, unter ihnen auch der Expeditionsleiter de Córdoba. Als zwei der Verletzten von den Einheimischen verschleppt werden, entschließen sich die Männer, die Heimreise anzutreten und segeln über Florida wieder zurück nach Kuba, wo sie nach dem Verlust von zwei Dritteln der Mannschaft rund zwei Monate nach Beginn der Reise wieder eintreffen. Zehn Tage später erliegt Francisco Hernández de Córdoba seinen Verletzungen. Die an sich erfolglose Expedition bringt nur wenige Schmuckstücke mit, die jedoch ausreichen, um die Goldgier der Spanier weiter zu befeuern. Diego Velázquez de Cuéllar rüstet schon im folgenden Jahr eine neue Expedition aus.

Asien

15. August: Fernão Pires de Andrade trifft als erster Portugiese in China ein und verhandelt mit den Ming-Herrschern wegen möglicher portugiesisch-chinesischer Handelskontakte. 21. November: Nach dem Tod von Sikandar Lodi wird sein Sohn Ibrahim Lodi muslimischer Sultan von Delhi. Er sieht sich mit einem Aufstand der Rajputen konfrontiert. Als er beginnt, die älteren Militärs und Beamten durch jüngere, ihm ergebene zu ersetzen, zieht er sich die Missgunst der Oberschicht zu.

Wirtschaft

Der böhmische Ort Conradsgrün, wo im Vorjahr große Silbervorkommen entdeckt worden sind, wird in Anlehnung an die Bergstadt Sankt Annaberg in Sankt Joachimsthal umbenannt. Gleichzeitig wird im Auftrag der Grafen Schlik mit dem Bau der Burg Freudenstein begonnen, die dem Schutz und der Verwaltung des Silberbergbaus dienen soll.

Wissenschaft und Technik

August: Der wohlhabende Humanist Hieronymus Buslidius gründet, inspiriert durch Erasmus von Rotterdam, mit seinem letzten Willen das Collegium Trilingue in Löwen zum Studium der drei heiligen Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein.

mini|hochkant|Johannes Aventinus Johannes Aventinus erstellt für das Studium des bayerischen Herzogssohns Ernst eine systematische Darstellung der Wissenschaften, die er unter dem Namen Encyclopedia orbisque doctrinarum, hoc est omnium artium, scientiarum, ipsius philosophiae index ac divisio seinem Werk rudimenta grammaticae als Anhang hintanstellt. Es ist die erste gedruckte selbständige Abhandlung, die den Titel Enzyklopädie trägt. Hans von Gersdorff veröffentlicht in Straßburg das medizinische Lehrbuch Feldbuch der Wundarzney, das mit Holzschnitten, die Hans Wechtlin zugeschrieben werden, illustriert ist.

Kultur Kultur Cinquecento in Italien Renaissance Hochrenaissance in Italien Frührenaissance im deutschsprachigen Raum Spätgotik Manuelinik in Portugal Plateresker Stil in Spanien

Architektur

Das Dannenbaumsche Haus in Braunschweig wird errichtet.

Bildende Kunst

mini|L'incendio di Borgo, Der Borgobrand Raffael vollendet gemeinsam mit seinem Schüler Giulio Romano nach dreijähriger Arbeit einen weiteren Raum im Apostolischen Palast, die Stanza dell'incendio di Borgo. Die Werkstatt von Paul von Leutschau vollendet den gotischen Hochaltar in der Kirche St. Jakob in Levoča, den höchsten holzgeschnitzten Altar der Welt. Der italienische Maler Andrea del Sarto malt sein bekanntestes Werk, das Altarbild Harpyienmadonna. Lorenzo Lotto malt Susanna im Bade. um 1517: Raffael vollendet das Gemälde Kreuztragung Christi.

Literatur

mini|hochkant|Holzschnitt zu Kapitel 118 des Theuerdank nach Hans Burgkmair Das von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegebene Werk Theuerdank wird in Nürnberg gedruckt. Der Druck enthält 118 kolorierte Holzschnitte, für die führende Künstler, Hans Schäufelin, Hans Burgkmair und Leonhard Beck, die Zeichnungen lieferten. In Mailand veröffentlicht Francesco Torniello da Novara das Werk Opera del modo de fare le littere maiuscole antique, das zum ersten Mal eine Schriftart vollständig geometrisch spezifiziert. Ulrich von Hutten erhält von Maximilian I. die Dichterkrone als poeta laureatus. Erasmus von Rotterdam verfasst seine pazifistische Hauptschrift Die Klage des Friedens, die vielfach gelesen und gelobt wird.

Musik und Theater

Das vermutlich im Zeitraum von 1450 bis 1460 in der Umgebung von Friedberg entstandene Hessische Weihnachtsspiel hat seine erste bekannte Aufführung in Alsfeld. Formell ist es das „szenenreichste und liturgisch am wenigsten gebundene“ Spiel seiner Art, da es aus 870 Versen besteht. Diese sind sowohl in frühneuhochdeutscher als auch in lateinischer Sprache verfasst, wobei die in Latein verfassten Stellen aus Regieanweisungen und Gesängen bestehen.

Gesellschaft Das Gemeindebuch Schrebitz erhält seinen ersten datierten Eintrag.

Religion Christentum Katholische Kirchenhierarchie

mini|hochkant|Holzschnitt der Wappen der beiden Augsburger Bischöfe Heinrich von Lichtenau und Christoph von Stadion 12. April: Nach dem Tod von Heinrich IV. von Lichtenau wird Christoph von Stadion zu seinem Nachfolger als Bischof von Augsburg gewählt. Am 5. Juli wird er in der Dillinger Pfarrkirche vom Eichstätter Fürstbischof Gabriel von Eyb zum Bischof geweiht.

mini|links|hochkant|Philipp von Burgund 9. Mai: Friedrich IV. von Baden wird von Kaiser Maximilian I. als Bischof von Utrecht zum Rücktritt gezwungen, nachdem er mit dem König von Frankreich paktieren wollte, um auch Bischof von Metz zu werden. Nachfolger wird Philipp von Burgund. Bei seinem Einzug in Utrecht hat dieser noch keine der notwendigen Weihen erhalten, was aber in den folgenden Tagen nachgeholt wird. 25. Mai: Guillaume III. de Croÿ, Bischof von Cambrai, wird Kardinalpriester der Titelkirche Santa Maria in Aquiro. Am 31. Dezember wird er als Nachfolger des am 8. November verstorbenen Francisco Jiménez de Cisneros zum Erzbischof von Toledo erhoben.