mini|Flagge der IMRO, welche die Losung „Freiheit oder Tod“ symbolisieren soll. Rot stand für das vergossene Blut für die Freiheit, schwarz für den Tod.100 years IMARO, (in Bulgarian) ISBN 954-8187-10-8, Publisher: Macedonian Scientific Institute, Authors: Professor D. Michev, Ph.D. D. Gotsev, Sofia – 1994, S. 7. mini|Kokarde der IMRO mit der Losung „Freiheit oder Tod“ und der Aufschrift „Für Verdienste um die versklavte Heimat Makedonien“ Die Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation ( bzw. Schreibweise bis 1945 Вѫтрешна македонска революционна организация, ), kurz IMRO, VMRO oder WMRO, war eine revolutionäre nationale Befreiungsbewegung der BulgarenPer Loring Danforth's article about the IMRO in Encyclopedia Britannica Online, its leaders, including Delchev, had a dual identity – Macedonian regional and Bulgarian national. According to Paul Robert Magocsi in many circumstances this might seem a normal phenomenon, such as by the residents of the pre–World War II Macedonia, who identified as a Macedonian and Bulgarian (or "Macedono-Bulgarian"). Per Bernard Lory there were tho different kinds of Bulgarian identity at the early 20th century: the first kind was a vague form that grew up during the 19th century Bulgarian National Revival and united most of the Macedonian and other Slavs in the Ottoman Empire. The second kind Bulgarian identity was the more concrete and strong and promoted by the authorities in Sofia among the Bulgarian population. Per Julian Allan Brooks' thesis there were some indications to suggest the existence of inchoate Macedonian national identity then, however the evidence is rather fleeting. For more see: Paul Robert Magocsi, Carpathian Rus': Interethnic Coexistence without Violence, p. 453, in Shatterzone of Empires: Coexistence and Violence in the German, Habsburg, Russian, and Ottoman Borderlands with editors, Omer Bartov, Eric D. Weitz, Indiana University Press, 2013, ISBN 0-253-00631-7, pp. 449–462.According to Loring M. Danforth at the end of the World War I there were very few historians or ethnographers, who claimed that a separate Macedonian nation existed. It seems most likely that at this time many of the Slavs of Macedonia in rural areas, had not yet developed a firm sense of national identity at all. Of those who had developed then some sense of national identity, the majority considered themselves to be Bulgarians… The question as of whether a Macedonian nation actually existed in the 1940s when a Communist Yugoslavia decided to recognize one is difficult to answer. Some observers argue that even at this time it was doubtful whether the Slavs from Macedonia considered themselves to be a nationality separate from the Bulgarians. Per Stefan Troebst Macedonian nation, language, literature, history and church were not available in 1944, but since the creation of the Yugoslav Macedonia they were accomplished in a short time. For more, see: One Macedonia With Three Faces: Domestic Debates and Nation Concepts, in Intermarium; Columbia University; Volume 4, No. 3 (2000–2001), pp. 7–8; The Macedonian conflict: ethnic nationalism in a transnational world, Loring M. Danforth, Princeton University Press, 1997, ISBN 0-691-04356-6, pp. 65–66. in der historischen Region Makedonien, eine radikal-nationalistische Partei im Zarentum Bulgarien und eine paramilitärische Organisation im mazedonischen Teil Jugoslawiens, die sich auch terroristischer Mittel bediente.Dimitar Georgiev: Internal Macedonian Revolutionary Organization (IMRO). In Peter Chalk: Encyclopedia of Terrorism. Band 1, ABC-CLIO, Santa Barbara (CA) 2013, S. 318.Robert Bideleux, Ian Jeffries: The Balkans. A Post-Communist History. Routledge, Abingdon (Oxon)/New York 2007, S. 79. Sie wurde 1919 von Todor Aleksandrow gegründet und war die Nachfolgeorganisation der Bulgarischen Makedonisch-Adrianopeler Revolutionären Komitees (BMORK). Nach dem Putsch vom 19. Mai 1934 und der darauf folgenden Königsdiktatur des Zaren Boris III. wurde die IMRO noch im selben Jahr aufgelöst.
Geschichte
Vorläufer
Die IMRO wurde 1919 nach dem Ersten Weltkrieg von Todor Aleksandrow gegründet. Dabei sah sich die Organisation als Nachfolgerin des Bulgarischen Makedonisch-Adrianopeler Revolutionären Komitees (kurz BMORK) an und baute auf dessen Strukturen und Personal auf. Das BMORK selbst war 1895 in Thessaloniki durch Christo Tatartschew und Dame Gruew, Petar Poparsow, Anton Dimitrow, Christo Batandschiew und Iwan Chadschinikolow nach dem Vorbild der Inneren Revolutionären Organisation und des BGRZK gegründet worden. Das ursprüngliche Ziel war es, unter der mit der osmanischen Herrschaft unzufriedenen Bevölkerung in Makedonien und Thrakien einen Aufstand zu organisieren. Zunächst wurden die Befreiung und der Zusammenschluss mit Bulgarien angestrebt. Später änderte man die Strategie dahingehend, dass man im ersten Schritt Autonomie und im zweiten Schritt den Anschluss an Bulgarien nach dem Vorbild Ostrumeliens zu erreichen suchte. 1903 brach dann der lange vorbereitete Ilinden-Preobraschenie-Aufstand aus, und die kurzlebigen Republiken von Kruševo und Strandscha wurden ausgerufen."ДВИЖЕНИЕТО ОТСАМЪ ВАРДАРА И БОРБАТА СЪ ВЪРХОВИСТИТE по спомени на Яне Сандански, Черньо Пeевъ, Сава Михайловъ, Хр. Куслевъ, Ив. Анастасовъ Гърчето, Петъръ Хр. Юруковъ и Никола Пушкаровъ", съобщава Л. Милетичъ (София, Печатница П. Глушковъ, 1927); Материяли за историята на македонското освободително движение. Издава "Македонскиятъ Наученъ Институтъ". Книга VII. (L. Miletich, ed. Materials on the History of the Macedonian Liberation Movement, Macedonian Scientific Institute, Sofia, 1927 – "The Movement on this Side of the Vardar and the Struggle with the Supremists according to the memories of Jane Sandanski, Chernjo Peev, Sava Mihajlov, Hr. Kuslev, Iv. Anastasov – Grcheto, Petar Hr. Jurukov and Nikola Pushkarov") Der in seinen Anfängen erfolgreich verlaufene Aufstand wurde von der osmanischen militärischen Übermacht blutig niedergeschlagen.
Mit der konstitutionellen Jungtürkischen Revolution 1908 bildeten sich aus dem BMORK im Osmanischen Reich zwei konkurrierende Parteien (die Union der bulgarischen Verfassungsclubs in Makedonien und die Volksföderative Partei (bulgarische Sektion)), die an den Wahlen zum osmanischen Abgeordnetenhaus teilnahmen. 1911 wurden Todor Aleksandrow, Petar Tschaulew und Christo Tschernopeew an der Spitze des BMORK gewählt. Als sich 1912 der Erste Balkankrieg abzeichnete, ging das BMORK großenteils als Makedonisch-Adrianopeler Landwehr in der bulgarischen Armee auf und kämpfte an deren Seite in Thrakien gegen die Türken sowie im Zweiten Balkankrieg in Makedonien gegen die Serben und Griechen.
In Bulgarien etablierte sich nach dem Zweiten Balkankrieg ein politischer Arm des BMORK, der als nationalistische Partei am äußersten rechten Rand schon bald erheblichen Einfluss auf die bulgarische Politik während des Ersten Weltkriegs haben sollte. Die Mitglieder der Organisation, die den Kurs des Zaren, als Teil der Mittelmächte am Ersten Weltkrieg teilzunehmen, unterstützte, erhoffte so, das gesamte Makedonien von Serbien und Griechenland abzutrennen und an Bulgarien anzuschließen. Während der Kriegsjahre sah dieses Vorhaben angesichts erheblicher bulgarischer Gebietsgewinne und eines Deutsch-Bulgarischen Abkommens von 1915, das Bulgarien nicht nur ganz Vardar-Makedonien, sondern auch den Osten Serbiens zuschlug, auch aussichtsreich aus.
Aufbau und Radikalisierung der IMRO mini|hochkant|Todor Aleksandrow
Bulgarien erlitt als Ergebnis des Ersten Weltkriegs als Teil der unterlegenen Mittelmächte erhebliche Gebietsverluste. Der Vertrag von Neuilly-sur-Seine schien nun den Verbleib der größten Teile Makedoniens bei Griechenland und Serbien endgültig zu machen; darüber hinaus musste Bulgarien die Dobrudscha an Rumänien abtreten und verlor auch Westthrakien mit seinem Zugang zur Ägäis. Dies wurde vielfach als „zweite nationale Katastrophe“ (nach der ersten 1913) wahrgenommen. Hunderttausende von Flüchtlingen strömten aus den verlorenen Gebieten ins verbliebene bulgarische Territorium. Die Folgen des Ersten Weltkriegs stürzten Bulgarien darüber hinaus in eine ernste soziale und wirtschaftliche Krise, zu deren Überwindung der damalige Ministerpräsident Aleksandar Stambolijski den Ausgleich mit Griechenland und Serbien suchte.
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs beschlossen am 20. Dezember 1919 die Mitglieder des letzten Zentralkomitees des BMORK Todor Alexandrow, Peter Tschaulew und der aus Ohrid stammende General Alexandar Protogerow (anstelle des 1915 gefallene Christo Tschernopeew) die Gründung der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation und begannen mit dem Aufbau der Strukturen. Am 19. März 1920 wurde die Restaurierung offiziell verkündet. Der Name der Organisation wurde geändert, weil nach dem Krieg eine separate Innere Thrakische Revolutionäre Organisation (VTRO) gegründet wurde, die in Westthrakien unter der Führung von Tane Nikolow operierte. Einige Aktivisten des ehemaligen BMORK, wie Christo Tatartschew (Vertreter der Provisorischen Vertretung des ehemaligen BMORK) und die Mazedonische Föderale Organisation sprachen sich gegen die Teilung und Wiederherstellung der Organisation in dieser Form aus. In der äußerst schwierigen Situation interner Kämpfe und großer Flüchtlingsbewegungen (→Makedonische Bulgaren) gelang es Todor Alexandrow, die Strukturen der Organisation aufzubauen. Weiter gelang es ihm, sich als ihr Anführer mit großer Autorität unter den Flüchtlingen in Bulgarien und der Bevölkerung in der serbischen Banschaft Vardar zu behaupten.
Mit Todor Aleksandrow übernahm damit ein Anhänger eines Großbulgarien die Führung der IMRO und beschritt nun endgültig einen radikalen bulgarisch-nationalistischen Kurs der Organisation. Das Hauptziel der Organisation war es, die einzelnen Teile Makedoniens zu einer autonomen und langfristig unabhängigen Einheit zu vereinen. Die IMRO setzte nun ihre Komitadschi genannten Guerilla-Kämpfer immer häufiger ein, um Anschläge und Attentate auf serbische und griechische Ziele auszuüben.
Eskalation der Gewalt Damit geriet Stambolijski in die Rolle des Feindbildes Nummer eins der IMRO und der bulgarischen Offizierselite. Als Instrument des Militärs verübten IMRO-Komitadschi – nachdem sie am 22. Oktober 1921 bereits den Außen- und Verteidigungsminister Aleksandar Dimitrow ermordet hatten und ein erstes Attentat auf Stambolijski am 2. Februar missglückt warDimitar Georgiev: Internal Macedonian Revolutionary Organization (IMRO). In Peter Chalk: Encyclopedia of Terrorism. Band 1, ABC-CLIO, Santa Barbara (CA) 2013, S. 318. – im Juni 1923 ein Attentat auf Stambolijski, bei dem dieser ums Leben kam. Mit Stambolijskis Nachfolger Aleksandar Zankow hatte Bulgarien nun wieder eine rechte Regierung, die der IMRO die Hoheit über Pirin-Makedonien verlieh. Die IMRO übernahm die Kontrolle über die Grenze zwischen Bulgarien und dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und unterstützte nicht nur die rechte Regierung, sondern knüpfte auch enge Kontakte zum faschistischen Italien unter Benito Mussolini.