Idem per idem (lateinisch für „dasselbe durch dasselbe“; dt. auch Zirkeldefinition) ist die lateinische Bezeichnung für den logischen Fehler, der darin besteht, dass bei der Definition eines Begriffs dieser selbst im zu definierenden Ausdruck (Definiens) auftritt. Einige Autoren verwenden bei identischer Definition idem per idem synonym mit Tautologie.Z. B. Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. 2. Aufl. Berlin 1904: „Tautologie […] oder Fehler des idem per idem, d. h. der Cirkeldefinition […]“ (Bd. 2, S. 484).Auch Heinrich Schmidt (Philosophisches Wörterbuch. Begründet von Heinrich Schmidt. 14. Aufl., durchgesehen und ergänzt und hrsg. von Georgi Schischkoff. Stuttgart 1957) vermerkt: „Tautologie ist auch die Zirkeldefinition“ (S. 589), die er (unter Diallele) definiert als „jede Definition, die das zu Erklärende in offener oder versteckter Weise in die Erklärung aufnimmt“ (S. 111). Die Wortbedeutung beider Ausdrücke ist ebenfalls identisch: = = dt. dasselbe.

Wird nicht ein Begriff durch sich selbst bestimmt, sondern ein Satz durch sich selbst bewiesen, liegt nicht der Fehler idem per idem, sondern ein Zirkelschluss vor. Beide sind Spezialfälle der Petitio Principii.

Begriffsgeschichte Karl Christian Friedrich Krause formuliert als erstes „Grundgesetz der Definition“:

Krause liefert zwei Beispiele:

Friedrich Ueberweg unterscheidet den Fehler idem per idem von der Diallele (circulus sive orbis in definiendo), .Friedrich Ueberweg: System der Logik und Geschichte der logischen Lehren. 2. Auflage. Adolph Marcus, Bonn 1865, S. 128.

Heinrich Schmidt verwendet idem per idem nicht, dafür eine andere Definition von Diallele: „… Zirkelschluß, … auch jede Erklärung, die das zu Erklärende […] in die Erklärung aufnimmt.“Heinrich Schmidt: Philosophisches Wörterbuch. Begründet v. Heinrich Schmidt. 14. Aufl., durchgesehen u. ergänzt u. hrsg. v. Georgi Schischkoff. Stuttgart 1957., S. 111. (Zirkeldefinition, s. o.)

Siehe auch

Literatur G. S. Ogden: Idem Per Idem: Its Use and Meaning. In: Journal for the Study of the Old Testament. Band 17, Nr. 53, 1992, S. 107–120. Marek Piela: Four topics in modern Hebrew grammar. In: Studia Linguistica Universitatis Iagellonicae Cracoviensis. Band 125, 2008, S. 121–132 (Volltext auf academia.edu).

Einzelnachweise

Kategorie:Philosophische Logik