Die Muzaka waren eine albanische Adelsfamilie aus Konstantinopel,Rosario Jurlaro, S. 12 die im Spätmittelalter das Gebiet von Myzeqeja (; ; ) mit Zentrum Berat in Zentralalbanien kontrollierte. Laut einiger Autoren werden die Muzaka auch als Stamm oder Clan bezeichnet.
1372 erhielt die Familie Muzaka vom byzantinischen Kaiser Johannes V. die Investitur von Kastoria, den Titel eines Despoten von Epirus mit dem . Kaiser Johannes gewährte außerdem sein Wappen, den Doppeladler mit dem Stern in der Mitte.
Die Muzaka sind auch mit der Adelsfamilie Kastrioti verbunden. Donika, Tochter des Fürsten Gjergj Arianiti († 1461) und seiner Ehegattin Maria Muzaka († 1444) heiratete am 21. April 1451 Georg Kastriota, den Nationalhelden Albaniens.
Herkunft und Name Die Muzaka gelten als eine der wichtigsten albanischen Familien. Laut dem albanischen Historiker Skënder Anamali stammt die Familie aus Maliq bei Korça, einem Dorf, das dem nicht unumstrittenen Autor Gjon Muzaka zufolge von Slawen bewohnt war.Early Albania: A Reader of Historical Texts. S. 40 Gjon Muzaka zufolge wurde der Name der Familie vom Myzeqeja-Gebiet, dem Land der Molosser, abgeleitet. In Abwandlung des Namens Molossachi etablierten sich die Namen Mosachia/Musachi.Early Albania: A Reader of Historical Texts. S. 39
Nach Karl Hopf hieß die Landschaft im Mittelalter Savra und erst die albanische Adelsfamilie Musachi (Musac, Musacus), die von 1280 bis 1600 in Albanien regierte, prägte der Landschaft den Namen.Carl Hermann Friedrich Johann Hopf, S. 278
Nach dem österreichisch-ungarischen Historiker Lajos Thallóczy hätte die Ebene zwischen Durazzo und Valona, die Musakja genannt wird, den Namen nach der Familie Musachi erhalten.
Verschiedene Schreibweisen des Namens beziehen Muzaki, Musachi,Carl Hermann Friedrich Johann Hopf, S. 270 Molesachi,Johann Georg von Hahn, 1869, S. 102 Musaka, Musaki,Carl Hermann Friedrich Johann Hopf, S. 35 Musac und Musacus ein.
Heute gibt es in Italien die italianisierte Variante Musciacchio, Nachfahren der Arbëresh, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert ins Königreich Neapel kamen. Die Musciacchio befinden sich hauptsächlich in Apulien Varianten dieses Nachnamens sind: Musacchio, Musachi, Musajo, Mussacchio, Masciacchi, Musacchi, Musacchia, Mosacchio, Masacchio, Musacchii, Musacci und Masciocchi, die in Amerika und Italien vorkommen.
Das Gebiet der Muzaka Im 13. Jahrhundert erstreckten sich die Besitztümer der Familie Muzaka von der Myzeqeja bis zum Fluss Vjosa und umfasste die kleine Mussachia, bekannt als Tomonist (Tumenishti). Wenig später dehnte die Familie ihre Herrschaft auf Selenica, Tormoniza in der Nähe des Berges Tomorr aus. Teil ihres Vermögens waren die Städte Berat, Korça, Soviani (Sclepari), Shkepari, Opari, Maserechi (Masreku) und andere Orte, wie Costuri (Casoria), die Dörfer von Lodari (Lopari), die sich in der Umgebung von Korça befanden.
Nachdem 1417 der Adriahafen Vlora an die Osmanen fiel, zogen auch diese „Via Musachia“ (auch Capo de Musachia genannt) nach Beligrad (Weiße Stadt), Larissa, Volos oder Thessaloniki.
Der Historiker Milan Šufflay bezeichnete 1924 die große Ebene Musakja nur noch theoretisch als fruchtbar.Milan Šufflay, S. 33
1929 wurde das Gebiet Musachia (Myzeqè) als die größte Tiefebene von Albanien beschrieben, die durch die Überschwemmungen des Shkumbin, Seman und Vjosa entstanden sei und im Winter über weite Gebiete überflutet wurde. Auf dem Gebiet befinden sich Lagunen mit unsicheren Ufern (Kravasta, Terbuf, Arta).Carlo Tagliavini, Paolo Emilio Pavolini, Roberto Almagià, Mario Berti u. a.: Albania. In: Enciclopedia Italiana. Band 2: Agro–Ammi. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1929.
Geschichte Hochmittelalter Im Jahr 1090 wird ein Mitglied der Muzaka-Familie erstmals von der byzantinischen Historikerin Anna Komnena als loyaler Kommandant des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos erwähnt.
Spätmittelalter mini|links|hochkant=1.1|Das Königreich Sizilien um 1154 mini|hochkant=1|Die maximale Ausdehnung des Regnum Albaniae mini|hochkant|Wappen Karls von Anjou, benutzt ab 1246 Als Karl I. von Anjou nach der Schlacht bei Benevent (26. Februar 1266) König von Neapel und Sizilien wurde, wurde die Witwe von Manfred von Hohenstaufen, Helena Angelina Dukaina (Tochter von Michael II. aus der Adelsdynastie der Komnenen des Byzantinischen Reiches), bis zu ihrem Tod in Trani im Juli 1271 gefangen gehalten. Ihre griechische Mitgift (Küstenstädte, wie Dyrrhachion (Durrës), Butrinto, Vlora, Kanina samt Berat, das Gebiet von Spinarza an der Mündung der Vjosa und die Insel Korfu) sah er als sein Erbgut. Karl I. von Anjou nahm vom Kreuzritter Garnier l’Aleman im März 1267 Korfu in Besitz, der als Generalkapitän von Karl I. nach und nach das Despotat Epirus eroberte. Vlora, Kanina, Dyrrhachion (Februar 1271) und schließlich Berat (1273) wurden so zum angevinischen Gebiet.Gustav Friedrich Hertzberg, S. 167
Am 21. Februar 1272 verkündete Karl I. von Anjou das Regnum Albaniae – Königreich Albanien, dessen Territorium ungefähr einem Dreieck zwischen Dyrrhachion, Berat und Vlora entsprach. Karl, der über das Königreich Albanien eine Militärherrschaft verhängte, die versprochene Autonomie und Privilegien „de facto“ abschaffte, neue Steuern einführte, Grundstücke zu Gunsten der angevinischen Adeligen konfiszierte und die albanischen Adligen von den Regierungsaufgaben ausschloss, nahm in einem Versuch, seine Herrschaft und die lokale Loyalität durchzusetzen, die Söhne der lokalen Adligen als Geiseln (1273 befanden sich albanische Geiseln in Bari),Johann Georg von Hahn 1867, S. 277 was zu einer allgemeinen Unzufriedenheit im Land brachte, sodass sich einige Adlige mit dem byzantinischen Kaiser Michael VIII. Palaiologos in Verbindung setzten, der ihnen versprach, ihre alten Privilegien anzuerkennen.Skënder Anamali, Kristaq Prifti, S. 208 ff.
Gjon Muzaka Im April 1274 erreichte der neu ernannte Generalvikar Norjaud de Toucy Dyrrhachion und wurde von Gjon Muzaka (auch: Gjin; ) und seinem Schwiegersohn Paolo (Paulus) Groppa, Herr von Ohrid als begrüßt, die ihnen die Ergebenheit ihrer Landsleute versicherten. Trotzdem sorgte Toucy dafür, die Stadt zu befestigen und versorgte Vallona mit einer guten Besatzung. Die großenteils aus Albanern bestehende Bevölkerung, die teilweise noch ihre Freiheiten behaupteten, versuchte Toucy durch Verleihung von Privilegien zu gewinnen.
Als Kaiser Michael VIII. Palaiologos noch im selben Jahr von Ioannina aus ein Heer gegen Dyrrhachion sandte, Berat einnahm und in Butrint eine starke Besatzung stationierte, schlossen sich nicht wenige von denen, die den Anjou Treue versprachen, dem byzantinischen Kaiser an. König Karl lieferte jede Art von Hilfsgelder, Truppen, Schiffen, Munition, Getreide, Salz usw. Diese Unterstützungen aus dem Königreich Sizilien und Toucy’s energisches Vorgehen überzeugten die albanischen Stammeshäuptlinge mit dem Generalvikar einen Vergleich einzugehen, der ihnen die alten Privilegien garantierte. Karl genehmigte ihn am 1. Dezember 1274 unter der Bedingung, dass sie Geiseln aus ihrer Mitte stellten, was sie auch taten. Und doch widersetzten sich einige Clans den Anjou und hofften auf den Beistand der Palaiologen, die 1275 neu aufrüsteten, um Dyrrhachion zu erobern und die Anjou aus dem Epirus zu verdrängen. Gjon Muzaka wurde einer der Hauptanführer des albanischen Widerstandes. Als Verbündeter des byzantinischen Kaisers Michael VIII. Palaiologos bekämpfte er die Expansionsbestrebungen Karls I. in Albanien und wurde am 11. Oktober 1279 mit drei seiner Helfershelfern, Carnesius und Gulielmus Blenisti oder Blenishti und dem griechischen Demitrius Socus (Zûxoç) von Karl I. gefangen genommen und nach Trani gebracht.Skënder Anamali, Kristaq Prifti, S. 211Johann Georg von Hahn 1867, S. 278
Obwohl das Königreich Albanien von den sarazenischen Truppen Karls besetzt und ausschließlich von französischen und italienischen Beamten verwaltet wurde, versuchte Karl nun die Unterstützung der lokalen albanischen Herrscherfamilien, wie den Gropa, Scura, Muzaka, Jonima und Arianiti zu bekommen und, um dies zu erhalten, befreite Karl die oben zitierten albanischen Adligen aus den neapolitanischen Gefängnissen und gab einigen von ihnen byzantinische Titel, wie z. B. den des Sebastokrator. 1280 wurde (Johannes, genannt Musac), der in Brindisi gefangen saß, freigelassen.
Andrea I. Muzaka
Einer der ersten bemerkenswerten Mitglieder der Familie war Andrea I. Molosachi oder Muzaki (* err. um 1258; † 1319 im Alter von ca. 60 Jahren). 1280 wurde (treu), der dem Statthalter von Durazzo, Vaubecourt, gehuldigt hatte, ermahnt seinen Eid zu halten. Zwischen 1281 und 1285 war Andrea I. Vasall von König Karl I. und erhielt von ihm den byzantinischen Titel Sebastokrator, mit der Absicht, sich eine lokale Machtbasis zu sichern. Zwischen 1280 und 1319 begründete Andrea I. eine weitgehend unabhängige Territorialherrschaft, indem er das Gebiet um Tormoniza, Berat, Këlcyra und Skrapar erweiterte. 1318 schrieb Papst Johannes XXII. an Andream Musatium und nannte ihn (königlicher Marschall von Albanien).
Theodor I. Muzaka
Theodor I. erbte nach dem Tod seines Vaters Andrea I. (1319) dessen.Rosario Jurlaro, S. 60 Theodor I. lebte in einer unruhigen Zeit. Nach der Ermordung des Despoten von Epiros, Thomas Komnenos Dukas Angelos (1296–1318), durch seinen Neffen Nikola Orsini, dem Pfalzgrafen von Kefalonia, wurde dieser neuer Despot von Epiros. Diese Usurpation des Thrones rief Byzantiner, Anjou und Serben nach, von denen jeder versuchte sich seinen Anteil von dem zertrümmerten Despotat zu erhaschen. Der serbische König Stefan Uroš II. Milutin rüstete zur Unterwerfung von Albanien. Bereits im Juni 1319 nahm er den Titel eines Herrschers von Raszien, Dioclea, Albania und der Seeküste an.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. 1867, S. 419
Papst Johannes XXII. ermahnte die 1318 der Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. 1867, S. 419 f.
Theodor I. starb um 1335. Sein Nachfolger wurde sein ältester Sohn Andrea II. Muzaka.
Andrea II. Muzaka mini|hochkant=0.5|Wappen der Familie Muzaka ab 1372
Andrea II. Muzaka übernahm nach dem Tod seines Vaters Theodor I. Muzaka (um 1335) die Herrschaft und regierte mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod im Jahr 1372. Das stark befestigte Berat machte Andrea II. zur Hauptstadt seines Fürstentums Muzakaj. Durch eine geschickte Schaukelpolitik zwischen den regionalen Großmächten Byzanz, Serbien und Neapel gelang es Andrea II. Muzaka, seine Stellung als autonomer Fürst in Mittelalbanien zu wahren und auszubauen.
Ab 1336 unterwarf der serbische König Stefan IV. Dušan in mehreren Feldzügen die albanischen Fürstentümer. Auch Andrea Muzakas Territorium wurde dem neuen Großreich einverleibt.
1337 erhielt Andreas Musacius von Papst Benedikt XII. für seine Loyalität während Ludwigs von Durazzo Feldzuges nach Romania den Titel (königlicher Despot von Albanien) und die von Ludwig versprochenen Privilegien und seinen Besitz bestätigt. Im Gegenzug sollte stets einer der beiden älteren Söhne (filii majores) von Andrea (Gjin II. oder Theodor II.) als Geisel beim Statthalter Guglielmo de Sanseverino in Dyrrhachion verweilen.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. 1867, S. 442
mini|hochkant=1.3|Sankt Antoniuskirche in Durrës Andrea II. Muzaka konnte seine Herrschaft bis in die Ebene von Korça nach Osten ausdehnen. 1360 eroberte er den Adriahafen Vlora und beim Ausweichen nach Osten gelang es ihm, nach der Schlacht an der Mariza 1371 dem serbischen Prätendenten Marko Kraljević die Stadt Kastoria am Pindos abzunehmen. Für diesen Sieg erhielt Andrea II. 1372Vgl. Nicol, Epiros, S. 197. vom byzantinischen Kaiser Johannes V. die Investitur von Kastoria, den Titel eines Despoten von Epirus, ein Wappen mit einem Doppeladler mit einem Stern in der Mitte. das .