Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) ist ein Käfer aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae), der in ganz Europa, sowie Teilen von Nordafrika und Asien heimisch ist.Oxythyrea funesta (Poda, 1761). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026

Merkmale Die Käfer werden 8 bis 12 Millimeter lang. Ihr Körper ist glänzend schwarz gefärbt und hat neben einer struppigen, weißen Behaarung viele kleine weiße Flecken auf den Deckflügeln, dem Halsschild und der Unterseite des Körpers. Die sechs Flecken des Halsschildes verlaufen in zwei parallelen Längsreihen beidseits der Mitte des Halsschildes, an der eine Längsschwiele ausgebildet ist. Die Deckflügel besitzen fünf erhabene Längsstreifen. Bei älteren Exemplaren sind meist keine Haare zu finden, da diese mit der Zeit abgerieben werden.

Vorkommen Die Tiere leben in Wärmegebieten, vor allem in Nordafrika und dem restlichen Mittelmeerraum, östlich bis Transkaukasien auf Steppenheiden und Kalkböden. Auch kommt die Art in der Nähe von Waldrändern und blütenreichen Wiesen vor. Ursprünglich waren Trauer-Rosenkäfer sehr selten nur in Südwestdeutschland zu finden, es gibt jedoch (vermutlich im Zuge der Klimaerwärmung) eine deutliche Verschiebung und zahlreiche Sichtungen im nördlichen Europa. Mittlerweile kann die Art regelmäßig z. B. in Bayern oder auch in Sachsen (mittlerweile bis hin nach Norddeutschland) beobachtet werden, stellenweise sogar häufig.Trauer-Rosenkäfer beim Rote Liste Zentrum Mittlerweile werden Trauer-Rosenkäfer, auf GBIF, sowie auf iNaturalistTrauer-Rosenkäfer Oxythyrea funesta. iNaturalist, abgerufen am 27. Mai 2026, auch in Skandinavien, (z. B. Finnland, Schweden) und dem gesamten Baltikum beobachtet.

Lebensweise mini|Trauer-Rosenkäfer mini|thumbtime=69|Trauer-Rosenkäfer, Paarung

Die Imagines ernähren sich von Pollen, die Larven von Pflanzenwurzeln. Die Weibchen legen wenige Eier jeweils einzeln in den Boden ab. Die Larven werden bis zu 30 Millimeter lang. Vor dem Herbst schlüpfen die adulten Käfer, die aber auch bis zum nächsten Frühling in der Erde verbleiben können. Die Tiere fliegen von Mai bis Juli.

Gefährdung und Schutz In einigen Bundesländern, wie Bayern, war der Trauer-Rosenkäfer, kurz nach der Jahrtausendwende, noch selten und galt als stark gefährdet (Rote Liste Stand 2003).Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 978-3-896-24110-8

Neben den Käfern profitierten auch zahlreiche weitere Arten von punktuellen Schutzmaßnahmen, wie der Förderung naturnaher, extensiver Beweidungsformen, dem Schutz von Magerrasen, Binnendünen, Mooren und naturbelassenen Fließgewässern, sowie der Erhöhung des Alt- und Totholzanteils in naturnahen Waldgebieten. In Deutschland kann er aktuell als ungefährdet gelten.

Die 2021 aktualisierte „Rote Liste der Blatthornkäfer Deutschlands“ verzeichnet den Trauer-Rosenkäfer als ungefährdet. Zudem wird die wärmeliebende Art zu den "Gewinnern des Klimawandels" gezählt.Vom Verlierer zum Gewinner. Wenn die Käfer Trauer tragen. Rote-Liste-Zentrum, abgerufen am 27. Mai 2026

Systematik Die Gattung Oxythyrea, wurde erstmals 1848 von Étienne Mulsant beschrieben und umfasst laut GBIF 20 verschiedene Käferarten (Stand: Mai 2026).Oxythyrea Mulsant, 1842. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026

Weiter Arten sind unter anderem Oxythyrea cinctella (nicht in Mitteleuropa heimisch)Oxythyrea cinctella (Schaum, 1841). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026 Oxythyrea noemi (Nördliches Afrika)Oxythyrea noemi Reiche & Saulcy, 1856. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026 Oxythyrea (Oxythyrea) pantherina (Nördliches Afrika)Oxythyrea (Oxythyrea) pantherina (Gory & Percheron, 1833). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026 Oxythyrea testaceoguttata (Afrika)Oxythyrea testaceoguttata Blanchard, 1850. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026

Darüber hinaus besteht optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ZottigenRosenkäfer (Tropinota hirta), der ebenfalls in Europa vorkommt, jedoch deutlich stärker behaart ist.

Belege Einzelnachweise

Literatur Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa und Edwin Möhn: Der Kosmos Käferführer: Die mitteleuropäischen Käfer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-06959-1 Edmund Reitter: Fauna Germanica – Die Käfer des Deutschen Reiches. Band 2 S. 343, K. G. Lutz, Stuttgart 1909 Edmund Reitter: Fauna Germanica – Die Käfer des Deutschen Reiches. 5 Bände, Stuttgart K. G. Lutz 1908–1916, Digitale Bibliothek Band 134, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2006, ISBN 3-898-53534-7

Weblinks

www.insektenbox.de

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