mini|270px|Blick auf Hosenfeld Hosenfeld ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Fulda.

Geographie Geographische Lage Hosenfeld, dessen Zentrum sich auf Höhe befindet, liegt im Westen des Landkreises Fulda an den östlichen Ausläufern des Vogelsberges, etwa 19 Kilometer von der Kreisstadt Fulda entfernt.

Die Gemeinde wird von der Jossa durchflossen, die nur etwas weiter nördlich in Hosenfeld-Hainzell in die Lüder mündet. Über die Lüder fließt sie in die Fulda und gilt somit als Nebenarm der Fulda.

Ausdehnung Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 50,74 km² und hat eine Flächenausdehnung von 8,8 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und von 5 Kilometer in Ost-West-Richtung, wobei die geschlossene Waldlage und das Naturschutzgebiet „Himmelsberg“ nicht mit einbezogen ist.

Nachbargemeinden Hosenfeld grenzt im Norden an die Gemeinde Großenlüder, im Osten und Süden an die Gemeinde Neuhof (beide im Landkreis Fulda), im Westen an die Gemeinden Freiensteinau und Grebenhain sowie die Stadt Herbstein (alle drei im Vogelsbergkreis).

Gliederung mini|Der Weiler (Gasthof) Sieberzmühle zwischen Giesel und Hosenfeld

Zur Gemeinde gehören neben dem Kernort Hosenfeld mit dem Weiler Sieberzmühle, die Ortsteile Blankenau, Brandlos, Hainzell, Jossa, Pfaffenrod, Poppenrod und Schletzenhausen mit Gersrod.

Die ältesten erhaltenen urkundlichen Erwähnungen der einzelnen Ortsteile der Gemeinde sind wie folgt belegbar: Blankenau 1265, Brandlos 1030, Hainzell 1279, Hosenfeld 1284, Jossa 1375, Pfaffenrod 1582, Poppenrod 1273, Schletzenhausen 1270.

Geschichte Ortsgeschichte Die zufällige Öffnung eines Hügelgrabes westlich von Hosenfeld im Jahre 1934 erbrachte der Bronzezeit zugehörige Funde.

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Hosenfeld erfolgte unter dem Namen Hosenfelt im Jahr 1284. Das gesamte Gebiet der Gemeinde Hosenfeld gehörte als Gericht Hosenfeld zum Oberamt Herbstein des Hochstifts Fulda.

Im Jahr 1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Giesel (Fulda Süd).

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Blankenau, Brandlos, Hainzell, Jossa, Pfaffenrod, Poppenrod und Schletzenhausen (mit Gersrod) zum am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Hosenfeld eingemeindet. Für alle nach Hosenfeld eingegliederten Gemeinden und die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk gebildet.Gemeinde Hosenfeld: Hauptsatzung vom 1. Dezember 2008

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hosenfelt angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Propsteiamt Blankenau 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Fürstentum Fulda, Amt Blankenau 1806–1810: Kaiserreich Frankreich,Infolge der Napoleonischen Kriege. Fürstentum Fulda (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Großenlüder ab 1816: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Großherzogtum Fulda, Amt Großenlüder ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis FuldaVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Großenlüder) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Fulda ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich,Deutsche Reichsgründung Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Hosenfeld 4726/4477 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 876/718 Einwohner unter 18 Jahren, 1989 /1536 zwischen 18 und 49, 904/1178 zwischen 50 und 64 und 955/1043 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 61/214 (1,3 %)/(4,8 %) Ausländer, von denen 23/77 aus dem EU-Ausland, 22/26 aus anderen europäischen Ländern und 14 /112 aus anderen Staaten kamen. Die Einwohner lebten in 1919/1272 Haushalten. Davon waren 479/? Singlehaushalte, 530/568 Paare ohne Kinder und 729/568 Paare mit Kindern, sowie 148/141 Alleinerziehende und 34/? Wohngemeinschaften. In 435/843 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1275/843 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen seit dem Jahr 1939 geben eine Übersicht über die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Hosenfeld. Die Bevölkerungsentwicklung beschreibt die Entwicklung der Zahl der Menschen (Einwohner) auf einer bestimmten Fläche der einzelnen Orte. Sie ergibt sich zum einen aus der Differenz zwischen Geburtenrate und Sterberate (natürliche Bevölkerungsentwicklung). Hinzu kommt der Migrationssaldo. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Zu- und Abwanderungen über die Gebietsgrenze hinweg. Je nach dem Vorzeichen des Gesamtsaldos spricht man von Bevölkerungswachstum oder Bevölkerungsrückgang. Die Bevölkerungsentwicklung ist eines der zentralen Untersuchungsgebiete der Demografie.

Stand zum 31. Dezember des Jahres, 1961 am 6. Juni und 1970 am 27. Mai (Volkszählungsergebnisse). Ortsteil / Einwohner 2020 2016 2007 2001 1995 1979 1970 1961 1950 1939 Hosenfeld (Kernort) 1471 1587 1557 1557 1435 1179 1100 1055 1011 985Blankenau 635 791 789 752 693 610 572 525 585 474 Brandlos 135 152 152 150 136 137 145 119 135 126 Hainzell 1139 1227 1270 1185 1153 1005 955 802 932 716 Jossa (Hosenfeld) 455 445 445 472 504 502 501 445 449 374 Pfaffenrod 116 126 126 134 142 118 119 117 156 126 Poppenrod 209 220 220 197 174 161 143 112 112 76 Schletzenhausen mit Gersrod 334 367 397 414 389 408 412 380 440 372 Gemeinde insgesamt 4624 4930 5015 4836 4626 4120 3947 3555 3844 3275

Die am 31. Dezember 2007 gemeldeten 5015 Personen unterteilen sich in 2538 männliche und 2477 weibliche Einwohner. Die Bevölkerung wuchs von 1939 bis 2007 um 1740 Personen, was einer Zunahme von 48 % entspricht. (¹ Haupt- und Nebenwohnsitze nach Angaben der Gemeinde)

Konfessionsstatistik • 1987: 181 evangelische (= 4,5 %), 3766 katholische (= 93,8 %), 66 sonstige (= 1,7 %) Einwohner • 2011: 493 evangelische (= 10,4 %), 3808 katholische (= 80,6 %), 425 sonstige (= 9,0 %) Einwohner • 2022: 499 evangelische (= 11,1 %), 3090 katholische (= 69,0 %), 891 sonstige (= 19,9 %) Einwohner

Religion Katholisch Das Gebiet der Gemeinde Hosenfeld gehörte in vergangenen Jahrhunderten herrschaftlich zum Kloster Fulda bzw. Hochstift Fulda und ist somit von Grund auf in der katholischen Tradition beheimatet. Der Landkreis Fulda umfasst in seinen heutigen Grenzen im Wesentlichen das Kerngebiet des ehemaligen Hochstiftes Fulda und ist daher bis auf einzelne kleinere Regionen überwiegend römisch-katholisch geprägt. Demgegenüber war der frühere Landkreis Lauterbach, der im Jahre 1972 in den Vogelsbergkreis eingegliedert wurde, durch die Reformation überwiegend evangelisch (protestantisch) geprägt. Mit der Gründung des Bistums Fulda im Jahre 1752 wurde Hosenfeld diesem zugeordnet und eingegliedert. Somit liegt Hosenfeld seit der Reformation heute noch an der seit Jahrhunderten bestehenden „Konfessionsgrenze“, der früheren Grenze zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus mit überwiegend von evangelischen und katholischen Christen bewohnten Gebieten.

Nach der Gliederung der Kath. Kirche sind die kath. Pfarreien der Gemeinde Hosenfeld dem Dekanat Neuhof-Großenlüder des Bistums Fulda zugeordnet.

Pfarreien in der Gemeinde Die Gemeinde Hosenfeld ist in drei katholische Pfarreien gegliedert. Es sind dies:mini|hochkant=1.4|Die Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Hosenfeld, erbaut 1779 PfarreiOrtsteil(e)DekanatPastoralverbund St. Peter und Paul Hosenfeld, Schletzenhausen mit Gersrod, Jossa, Poppenrod und Pfaffenrod. Ab dem 1. Advent 2017 wurde Brandlos von der Pfarrei Hauswurz in die Pfarrei Hosenfeld umgepfarrt. Dekanat Neuhof-Großenlüder Kleinheiligkreuz St. Simplicius, St. Faustinus und St. Beatrix von Rom Hainzell Dekanat Neuhof-Großenlüder Kleinheiligkreuz St. Simon und St. Judas Blankenau – Kath. Kirche Blankenau Dekanat Neuhof-Großenlüder Kleinheiligkreuz

In Hosenfeld, Hainzell und Blankenau stehen die Pfarrkirchen. Jossa hat eine Filialkirche, die St. Rochus geweiht ist. In der Gemarkung Jossa befindet sich bei der Schlingenmühle eine Wallfahrtskirche, die sogenannte „Schlingenkapelle“. Sie ist der Gottesmutter Maria geweiht. Schletzenhausen hat eine Filialkirche, die St. Nikolaus geweiht ist. Poppenrod, Pfaffenrod und Brandlos haben keine Kirchen. Das gemeinsame Pfarramt für alle drei Kirchengemeinden der Gemeinde Hosenfeld befindet sich in 36154 Hosenfeld-Blankenau, Propsteiplatz 4 (ehem. Propstei). Der Ortsteil Brandlos zählte bis zur Umpfarrung zum 1. Advent 2017 nicht zu den in Hosenfeld bestehenden Pfarreien. Es war der Pfarrei St. Bartholomäus in Neuhof-Hauswurz zugeordnet. Die Pfarrkirche St. Bartholomäus und das zuständige Pfarramt befanden sich in 36119 Neuhof-Hauswurz, Brandloser Straße 4.

Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth In der Pfarrgemeinde Hosenfeld befindet sich das Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth, eine Einrichtung der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul –KdöR– in Fulda. Auf zwei Etagen können 60 Bewohner in vier Wohngruppen ihren Lebensabend verbringen. Die baulichen Gegebenheiten von St. Elisabeth nehmen auf die Bedürfnisse der Bewohner Rücksicht.

An der Stelle des ehemaligen Blankenauer Altenheimes im alten denkmalgeschützten Hospital wurde im Dezember 2012 das neue Alten- und Pflegeheim in Betrieb genommen. Es bietet 60 vollstationäre Heimplätze sowie Kurzzeitpflege an. Im Jahr 2019 begann in direkter Nachbarschaft des stationären Altenpflegeheims St. Elisabeth in Hosenfeld mit dem ersten Spatenstich der Bau eines neuen Gebäudekomplexes für betreutes Wohnen und Tagespflege.

Neuzeit und Gegenwart der Pfarreien Das Bistum Fulda, zu dem Hosenfeld gehört, wurde 2002 unter dem Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, in einem „Pastoralen Prozess“ neu gegliedert. Ein Punkt dabei ist der Zusammenschluss selbstständiger Gemeinden zu Pastoralverbünden, d. h. zu größeren Seelsorgeeinheiten, die aus mehreren Pfarreien bestehen. In diesem Zusammenhang wurden die Pfarreien im Laufe des Jahres 2006 zu 48 Pastoralverbünden zusammengelegt, wobei die Pfarreien ihre Selbstständigkeit behalten haben. Auch die Struktur der Dekanate wurde zum Teil durch Zusammenlegungen verändert. Seit dem 1. April 2007 gibt es bistumsweit insgesamt nur noch zehn Dekanate.

Pfarrverbund/Pastoralverbund Das Bistum Fulda hat mit Wirkung ab 3. Dezember 2011 den Pastoralverbund „Kleinheiligkreuz“ errichtet und dem Dekanat Neuhof-Großenlüder zugeordnet. Dem Pfarrverbund gehören die acht Katholischen Pfarreien im Westen des Landkreises Fulda an die damit an den Vogelsbergkreis und somit an das Bistum Mainz angrenzen. Es sind dies: St. Vitus in Bad Salzschlirf