mini|Zwei Schwäne Die Zwei (2) ist die natürliche Zahl zwischen eins und drei. Sie ist sowohl die einzige gerade als auch die erste Primzahl. Im Sprechfunk ist es üblich, die Zahl als Zwo zu bezeichnen.
Sprachliches Die Zahl zwei hat wohl in allen gesprochenen Sprachen ein eigenes Wort. Zum Teil kennen jedoch so genannte Naturvölker wie die Torres-Strait-Insulaner bis heute nur eigene Wortstämme für die 1 und die 2. Mit diesen beiden kombinieren sie die Zahlen 3, 4, 5 und 6. Alle Zahlen, die danach kommen, bezeichnen sie lediglich mit „viel“. Es gibt auch Fälle, in denen eine Sprache keinerlei Zahlen hat, wie in Pirahã.
Zwei Das deutsche Zahlwort zwei entstand aus der indogermanischen Wurzel *duwo bzw. *duôu und geht zurück auf die sächliche Form zwei, die bereits im Althochdeutschen belegt ist (die weibliche Form lautete zwo, die männliche zween).Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 894. Weitere Bildungen aus dieser indogermanischen Wurzel sind beispielsweise die Wörter Zuber, Zweck, Zweifel, Zwilling, Zwirn, Zwist und Zwitter. Siehe auch DWDS („zwei“) und
Kardinalzahl Bis ins 18. Jahrhundert wurden im Hochdeutschen bei dem Zahlwort zwei die drei grammatischen Geschlechter unterschieden. In einigen Dialekten des Schweizerdeutschen, des Bairischen und des Moselfränkischen sind diese Unterscheidungen noch geläufig, wobei sächlich für gemischtgeschlechtliche Paare stehen kann.
Deklination:Johann Christoph Gottsched: Grundlegung der deutschen Sprachkunst. Abschnitt Von den Zahlwörtern. (bei zeno.org) Fall ohne Artikel und mit Substantiv(zwei Kinder) mit Artikel und mit Substantiv(die zwei Kinder) ohne Artikel und ohne Substantiv(zwei) männlich weiblich sächlich männlich weiblich sächlich männlich weiblich sächlichNominativ zween zwo zwei zween zwo zwei zweene zwo zweiGenitiv zweener zwoer zweier zween zwo zwei zweener zwoer zweierDativ zweenen zwoen zweien zweenen zwoen zweien zweenen zwoen zweienAkkusativ zween zwo zwei zween zwo zwei zweene zwo zwei In älterer OrthografieVgl. auch Eugen Stulz: Die Deklination des Zahlwortes „zwei“ vom XV. bis XVIII. Jahrhundert. In Zeitschrift für deutsche Wortforschung 2, 1902, S. 85–117. findet sich auch zwen für zween und zwey für zwei.
So übersetzte Luther im alten Testament beispielsweise:
„Und sollst Ketten zu dem Schildlein machen mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde, und zween güldene Ringe an das Schildlein, also daß du dieselben zween Ringe heftest an zwo Ecken des Schildleins und die zwo güldenen Ketten in die selben zween Ringe an den beiden Ecken des Schildleins tust.“
In späteren Zeiten herrschte Unsicherheit und Inkonsequenz in der Verwendung dieser Formen, bis die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern schließlich völlig veraltete; die Beugung von zwei unterbleibt heute bis auf den Genitiv und noch seltener den Dativ ganz, wenn die Form eindeutig ist.
Vom Genitiv zweier stammt die ebenfalls veraltete Form zwier für „zweimal“, so bereits im 15. JahrhundertGundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 496 (zwyr, zwir: zweimal; etwa in zwyr des tags für ‚zweimal täglich‘, oder in zwyr so viel für ‚zweimal so-viel‘). und später auch bei Luther: „Ich faste zwier in der Woche.“
Mit dem Aufkommen elektronischer Sprechverbindungen (Telefon und Sprechfunk) bürgerte sich die Form zwo für zwei ein, um bei schlechter Übertragungsqualität das Wort besser vom ähnlich lautenden „drei“ unterscheiden zu können. Diese Lautung ging in Deutschland auf den allgemeinen geschäftlichen Verkehr und auf die Umgangssprache über. Mittlerweile ist die „Zwo“ weniger verbreitet, allerdings wird nach wie vor im Sprechfunk „Zwo“ verwendet, das die Verwechslungsgefahr verringert. Dies trifft für Feuerwehren und im Alltagsbetrieb bei der Bundeswehr, dem Bundesheer und der Schweizer Armee zu. Auch in Bahnhöfen wird Gleis 2 in Durchsagen häufig als „Gleis Zwo“ bezeichnet. Bei Skatspielern ist sie für den Reizwert 22 gängig. Im bairischen Sprachraum erfüllt die Unterscheidungsfunktion im Alltag, so benötigt, die bairischen Varianten zwoa/zwà.
Aus dem Zahlwort zwei ist das Präfix zwie- abgeleitet, das die Zweiheit ausdrückt, wie bei Zwieback oder Zwiespalt.
Das griechische Wort für zwei (δύο - dýo) und das lateinische duo finden sich in zahlreichen Lehnwörtern, Beispiele: Dyadik, Hendiadyoin, Duo, Duell, Dual, Duett.
Ebenfalls aus der oben erwähnten indogermanischen Wurzel stammen die Präfixe (lat.) bi-: bilateral, Bimetall, Bisexualität, und (griech.) δι- (di-): Dichotomie, Diode, Diptychon.
Ordnungszahl Der deutschen Ordnungszahl der zweite entsprechen lateinisch secundus (eigentlich „der folgende“) und griechisch δεύτερος (deuteros), die in Wörter wie Sekunde, Sekundogenitur, Deuterium und Deuteron eingegangen sind.
Multiplikativzahl Neben zweifach und zwiefach hat sich im Deutschen das Wort doppelt (aus lateinisch duplus) entwickelt. Das lateinische duplus bzw. duplex ist Bestandteil zahlreicher Lehnwörter wie Duplex, Duplik, Duplikation. Vom entsprechenden griechischen διπλόος (diplóos - doppelt) stammen Wörter wie Diplodocus und diploid.
Beide Aus der indogermanischen Wurzel *ambho, verkürzt *bho, die ebenfalls eine Zweiheit oder Paarheit bezeichnete, entstand über den althochdeutschen Ausdruck bei diu („beide diese“) das neuhochdeutsche Zahlwort beide, das wie ein Adjektiv dekliniert wird und zwei eine Einheit bzw. ein Paar bildende Dinge beschreibt. Erst in der Neuzeit bildete sich die Singularform beides.
Von derselben Wurzel stammen die griechische Dualform ἄμφω (ámpho - beide) und die Präsposition ἀμφί (amphí - auf beiden Seiten, beid-) sowie das gleichbedeutende lateinische ambo bzw. ambi. Sie kommen in zahlreichen Lehnwörtern vor. Beispiele dafür sind Amphitheater („auf beiden Seiten von Zuschauerplätzen umgebenes Theater“), Amphibium (in beiden Elementen (Wasser und Luft) lebendes Lebewesen), Ambivalenz („Gültigkeit beider (gegensätzlicher) Seiten“), Amphore („Henkel auf beiden Seiten“) und Ambiguität („Doppeldeutigkeit“).
Der Dual In vielen Sprachen gab oder gibt es für die Zweizahl einen eigenen Numerus, den Dual. Reste im Deutschen sind die bairischen Fürwörter eß für „ihr“ und enk für „euch“ (die heute aber allgemeine Pluralformen sind). Indogermanische Sprachen, die den Dual noch ausdrücken, sind beispielsweise das Slowenische und das Sorbische.
Pluraliatantum und Singular-Entsprechungen Für manche Gegenstände, die aus zwei identischen Hälften bestehen, werden in Sprachen wie Englisch, Französisch usw. immer Pluralformen benutzt, im Deutschen gelten sie jedoch als Einheit, und man verwendet Singularformen.
Beispiele:
Englisch: Where are my eyeglasses? - They are in the living-room. Französisch: Où sont mes lunettes ? - Elles sont dans le salon. Aber im Deutschen: Wo ist meine Brille? - Sie ist im Wohnzimmer.
Im Deutschen kann man von solchen Wörtern Pluralformen bilden und sie mit Zahlwörtern verbinden („eine Brille, zwei Brillen“), in anderen Sprachen muss man zu Umschreibungen greifen („a pair of eyeglasses, two pairs of eyeglasses“, „une paire de lunettes, deux paires de lunettes“).
Eine Ausnahme bildet das zumindest regional noch gebräuchliche (ein Paar) Hosen – wegen der zwei Beine – alternativ zu Hose.
Sonstiges Die Plansprache Esperanto kennt zwei Fälle: Nominativ und Akkusativ.
Zwei in verschiedenen Sprachen Deutsch: zwei Englisch: two Spanisch: dos Französisch: deux Italienisch: due Russisch: два (dva) Portugiesisch: dois Esperanto: du
Mathematik Wenn man eine Zahl mit zwei multipliziert, erhält man das Doppelte der Ausgangszahl. Wenn man eine Zahl durch zwei teilt, erhält man die Hälfte der Ausgangszahl.
Eine ganze Zahl wird als gerade bezeichnet, wenn sie durch 2 teilbar ist, d. h. ohne Rest. Andernfalls wird sie als ungerade bezeichnet. Bei ganzen Zahlen, die in einem auf einer geraden Zahl basierenden Zahlensystem geschrieben sind, wie beispielsweise dem Dezimal- und Hexadezimalsystem, lässt sich die Teilbarkeit durch 2 leicht durch eine einfache Überprüfung der letzten Ziffer feststellen: Ist diese gerade, dann ist die ganze Zahl gerade.
Gottfried Wilhelm Leibniz entdeckte das Dualsystem (Binärsystem oder Zweiersystem), das nur zwei Ziffern zur Darstellung von Zahlen benutzt. Es erlebte mit der Entwicklung der Digitaltechnik eine starke Verbreitung. Auf Grund dessen ist es das bekannteste und wichtigste Zahlensystem neben dem gewöhnlich benutzten Dezimalsystem.
Zwei ist die kleinste und die einzige gerade Primzahl und die einzige, auf die direkt eine weitere (die 3) folgt. Zwei ist die dritte Zahl der Fibonacci-Folge. Zwei ist eine Størmer-Zahl.
Geometrie Ein Kegel hat zwei Flächen. Ein Zylinder hat zwei Kanten.
Schreibweisen Das arabische Zahlzeichen Ein ursprüngliches Zahlzeichen für die Zahl zwei wurde aus zwei parallelen Strichen gebildet, horizontal (wie das chinesische Zeichen (二) und die Brahmi-Zahl) oder vertikal. Aus der Brahmi-Zahl entwickelte sich über die Vermittlung durch die Araber das heutige Zahlzeichen 2 (siehe Abbildung). Entwicklung Entwicklung des arabischen Zahlzeichens von „=“ zu „2“
Die Ziffer, die in der modernen westlichen Welt zur Darstellung der Zahl 2 verwendet wird, hat ihren Ursprung in der indischen Brahmi-Schrift, in der die „2“ als zwei horizontale Linien geschrieben wurde. Die modernen Sprachen Chinesisch und Japanisch (sowie Koreanisch Hanja) verwenden diese Methode noch immer. In der Gupta-Schrift wurden die beiden Linien um 45 Grad gedreht, sodass sie diagonal verliefen. Die obere Linie wurde manchmal auch verkürzt und ihr unteres Ende zur Mitte der unteren Linie hin gebogen. In der Nagari-Schrift wurde die obere Linie eher wie eine Kurve geschrieben, die mit der unteren Linie verbunden war. In der arabischen Ghubar-Schrift war die untere Linie vollständig vertikal, und die Ziffer sah aus wie ein Fragezeichen ohne Punkt. Die Wiederherstellung der unteren Linie in ihrer ursprünglichen horizontalen Position, wobei die obere Linie jedoch als Kurve beibehalten wurde, die mit der unteren Linie verbunden ist, führte zu unserer modernen Ziffer.
Andere Zahlschriften rahmenlos|rand|rechts|50px Die römische Zahl ist II.
Naturwissenschaft Astronomie In der Astronomie werden verschiedene Zeitspannen zweigeteilt, wie Tag und Nacht (siehe auch Taghimmel und Nachthimmel) oder zunehmender und abnehmender Mond (siehe auch nidsigend und obsigend). Im Sommerhalbjahr sind die Tage länger als die Nächte und im Winterhalbjahr umgekehrt. Die Beobachtung von astronomischen Himmelsobjekten ist nur zwischen Auf- und Untergang möglich. Ferner wird im Horizontsystem der Erde zwischen Osthimmel und Westhimmel und im Äquatorsystem der Erde in Bezug auf die Hemisphären zwischen Nordhimmel und Südhimmel unterschieden. Die Erde hat weiterhin zwei Pole: den Nordpol und den Südpol.
Weiterhin ist Venus der zweite Planet im Sonnensystem und der Mars hat zwei Monde (Phobos und Deimos). Der große Asteroid Pallas trägt die Nummerierung 2. Die meisten Sterne bilden Doppelsternsysteme (Binärsysteme). Messier 2 (M 2) ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Wassermann.
Biologie