mini|Gisela Oechelhaeuser (2015) Gisela Oechelhaeuser, geborene Ekardt (* 22. Januar 1944 in Schmauch, Kreis Preußisch Holland in Ostpreußen) ist eine deutsche Kabarettistin.
Leben Die Pfarrerstochter und gelernte IndustrieuhrenmacherinHinweis in einer Rezension von studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig Germanistik und Romanistik und wurde dort 1975 mit der Arbeit Zu Problemen der ästhetischen Theorie der ‚Kritischen Theorie‘ der Frankfurter Schule über Max Horkheimer und Theodor W. Adorno promoviert.
Während ihres Studiums spielte sie Studententheater und wurde 1975 Mitglied des Studentenkabaretts academixer. Später war sie Dozentin für Schauspielkunst, Kabarettistin und ab September 1984 Vizepräsidentin des neukonstituierten Komitees für Unterhaltungskunst der DDR.Neues Deutschland vom 25. September 1984 Sie war seit 1989 als Kabarettistin in der Distel tätig und leitete diese nach dem Zusammenbruch der DDR 1990. Darüber hinaus moderierte sie im ORB-Fernsehen die Zeitzeugen-Sendung „Am Tag, als ...“.Verweis darauf in einem Text zur IM-Tätigkeit von
1999 wurde eine von ihr geleistete Unterschrift bekannt, die sie als Inoffizielle Mitarbeiterin des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit von 1976 bis 1980 ausweist, und sie schied aus der Distel aus.Ihre IM-Tätigkeit wurde in den Medien kontrovers diskutiert. Kommentar von Nachrichtliche Meldung Seitdem tritt sie mit politischen Soloprogrammen und mit einem Programm, das sich der Schriftstellerin und sächsischen Mundartdichterin Lene Voigt widmet, als freischaffende Kabarettistin auf.
Oechelhaeuser war von 1980 bis 1995 mit dem Minister für Kultur der Regierung Modrow, Dietmar Keller, verheiratet.
Zitate „Ein guter Kabarettist muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Leute auch dann klatschen, wenn er tot von der Bühne fällt – weil sie glauben, das gehört auch zum Stück ...“
„Satire muss Dinge ganz auf die Spitze treiben. Das bringt Leute zum Lachen und damit zum Nachdenken – über Geschehnisse, die zum Heulen sind ...“Beide Zitate einem Interview mit Gisela Oechelhaeuser entnommen, geführt von
Auszeichnungen 1998: Verdienstorden des Landes Berlin 2007: Kleinkunstpreis der Stadt Aschersleben
Werke Von der Wende bis zum Ende. Wendejahr – die Distel im Scharfen Kanal. Berlin (Edition Hentrich) 1990. Lothar Bisky: „So tief bücke ich mich nicht!“. Berlin (Dietz Verlag) 1993, ISBN 978-3-320-01832-0 Gisela Oechelhaeuser singt und spielt Lene Voigt. Ein Live-Mitschnitt. Audio-CD. Leipzig (Connewitzer Verlagsbuchhandlung) 2002, ISBN 978-3-928833-78-3 Hiergeblieben! Leben in Geschichten. Berlin (Eulenspiegel Verlag) 2005, ISBN 978-3-359-01630-4
Weiterführende Literatur Adelheid Kabis: Das Porträt: Die Kabarettistin Gisela Oechellaeuser. In: Sibylle. Nr. 1, 1989, , S. 46–49. Günter Gaus: Zur Person. Band 4. Mit Beiträgen über: Katarina Witt, Inge Vieth, Barbara Thalheim, Hildegard Hamm-Brücher, Gisela Oechelhaeuser, Antje Vollmer, Ellen Brombacher. Das Neue Berlin, Berlin 1999, ISBN 978-3-932180-03-3. Hans-Dieter Schütt: Das halbstarke Lachen. Gespräche mit Gisela Oechelhaeuser. Dietz Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-320-01950-1. Michael Kleff, Hans-Eckardt Wenzel u. a.: Kein Land in Sicht. Gespräche mit Liedermachern und Kabarettisten der DDR. Ch. Links Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-962-89038-4.
Weblinks
Offizielle Website Artikel der Berliner Zeitung über die Stasi-Verstrickungen vom 24. April 1999
Einzelnachweise
Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Berlin Kategorie:Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Frau