Unter der historischen Bezeichnung Yakama (bis 1994 Yakima genannt) versteht man eine Stammesgruppe sprachlich-kulturell eng verwandter fünf (ursprünglich sechs) Bands des Columbia River PlateauPlateau Peoples' Web Portal – Spokane Tribe of Indians, Confederated Tribes Of The Colville Reservation, Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation, Coeur d'Alene Tribe of Indians, Confederated Tribes of Warm Springs, Confederated Tribes and Bands of the Yakama Nation im Pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten, deren Stammesgebiete ihr Zentrum entlang des Yakima Rivers (und dessen Nebenflüssen) im Südosten des US-Bundesstaats Washington hatten. Alle sprachen gegenseitig verständliche nördliche Dialekte der Sahaptian-Sprachen (auch Sahaptin, Shahaptian), einer Untergruppe der Plateau Penuti-Sprachfamilie. Neben der gemeinsamen Kultur waren sie daher auch sprachlich eng verwandt mit den ebenfalls Sahaptin-sprachigen Palus (Palouse), Walla Walla, Nez Percé, Umatilla und Cayuse.

Reservat Heute bilden sie zusammen mit weiteren Stämmen den auf Bundesebene anerkannten Stamm (federally recognized tribe) der Confederated Tribes and Bands of the Yakama Nation. Die Yakama Indian Reservation umfasst ca. 5.260 km² östlich der Kaskadenkette und liegt am Yakima River nördlich des Columbia River, der größte Teil befindet sich im Yakima County und dem nördlichen Klickitat County, ein kleiner Teil reicht in die südöstliche Ecke des Lewis Countys hinein. Der Stamm wird durch das Yakama Tribal Council (Stammesrat) regiert, in dem die historischen 14 Stämme bzw. Bands durch Abgeordnete repräsentiert werden. Heute gibt es ca. 10.851 Stammesmitglieder (2000 Census) und die Yakama Nation besteht aus Nachfahren folgender Stämme: den Yakama, Klikitat, Palus, Walla Walla, Wanapam, Wenatchi, Wishram und Tenino (Warm Springs). Als Folge des Dawes Act sind die Yakama heute in der Minderheit, denn laut United States Census 2000 lebten insgesamt 32.000 Personen in der Reservation, hiervon waren nach Definition Race und Ethnie beim United States Census 50 % Latino, 26 % Yakama, 23 % Weiße Amerikaner und 1 % Filipino-Amerikaner. Die Yakama stellen nur in der Stadt White Swan (mit ca. 60 % der Bevölkerung) und in Satus (mit ca. 37 % der Bevölkerung) die größte ethnische Gruppe. Jedoch sind sie in der Minderheit in den Gemeinden Parker (20 %), Toppenish (8 %), Wapato (9 %) und Harrah (19 %). Einige Yakama leben außerhalb der Reservation in der Stadt Yakima sowie der angrenzenden Stadt Union Gap, andere im ländlichen Goldendale im Klickitat County südlich der Reservation. Zwecks besserer Jobaussichten und Ausbildungs/Studiumsmöglichkeiten ziehen auch viele Yakama in die zwei nahegelegenen Metropolen: Seattle und Portland.James J. Siegel: COOPERATIVE MANAGEMENT OF TOPPENISH CREEK WETLANDS IN CENTRAL WASHINGTON: A QUESTION OF HISTORY, CULTURE, AND SOVEREIGNTY

Name Der Name bedeutet, folgt man dem Ethnologen John Reed Swanton, „Ausreißer“ (runaway). Nach Frederick Webb Hodge hießen die Yakama Waptailmin oder Pakiutlema, was „Volk von der Schlucht“ bedeutet. Spokane und Nespelem bezeichneten mit Yah-ah-kama aber nur die Upper Yakima, die auch Kittitas genannt wurden („Felsenleute“). Auch andere Deutungen, wie „großer Bär“ oder „dicker Bauch“ wurden berichtet, so dass letztlich nicht zu klären ist, was der Name bedeutet.

Stammesgebiete der Yakama Historisch wurden unter dem Sammelbegriff „Yakima“ (heute Yakama) sprachlich-kulturell eng verwandte fünf (ursprünglich sechs) regionale Bands im Einzugsgebiet des Yakima Rivers (in Yakama: Tapteal) verstanden, deren Stammesgebiete größtenteils östlich der Kaskadenkette lagen, im Süden entlang der nördlichen Nebenflüsse des Columbia River (in Yakama: Nch’i-Wána – „großer Fluss“) (wo die Yakama-Bands oftmals in zweisprachigen Dörfern zusammen mit Südlichen/Columbia River Sahaptin-sprachigen Bands lebten: Umatilla, Skin-pah/Skin, Tenino/Warm Springs), im Südwesten entlang des Lower Snake River und Columbia River (hier lebten Yakama-Bands ebenfalls in zweisprachigen Dörfern zusammen mit Lower Snake River Sahaptin-sprachigen Lokalgruppen (Dorfgruppen) der Chamnapam/Chamná-pam („Volk aus [der Siedlung] Chamná“), der Wauyukma („[Volk aus der Siedlung] Wawyuk'má“) und der Naxiyampam/NaxiyamlámaArcheology - Kennewick - Überprüfung der linguistischen Informationen - Eugene S. Hunn), im Nordosten reichten sie bis zum Wenatchee River (einige hier lebende Bands der Binnen-Salish-sprachigen Wenatchi übernahmen auf Grund oftmaliger Heiraten bald das Sahaptin als Sprache), im Norden bis zu den Seen Cle Elum Lake, Kachess Lake und Keechelus Lake am Oberlauf des Yakima River (mit den direkt nordwestlich lebenden Küsten-Salish-sprachigen Snoqualmie unterhielten sie familiäre Bande), im Westen über die Kaskadenkette hinweg bis zum Oberlauf des Cowlitz River, Lewis River und des White Salmon River (wo ebenfalls familiäre Bande zu den Lower Cowlitz und Wasco und Wishram bestanden).

Wichtigste Fischgründe und jährliche Treffpunkte vieler Stämme des Plateaus (Sahaptin-Völker, Binnen-Salish) und der Nordwestküste (Küsten-Salish, Lower und Upper Chinook) befanden sich meist an verengten Flusstälern oder Wasserfällen, da die Lachse und andere Fische sich hier leichter mittels Fischwehren, Stangen und Kescher fangen ließen: Celilo Falls (Horseshoe Falls) (in Sahaptin: Wayám/Wyam – „Echo des herabstürzenden Wassers“, „Klang, wenn Wasser auf Felsen stürzt“) und das etwa 12 Meilen flussabwärts gelegene The Dalles entlang des Middle Columbia waren hierunter die bedeutendsten und zudem gleichzeitig die Grenze der beiden Kulturareale – westlich hiervon verständigten sich die Stämme mittels der Handelssprache Chinook Wawa, bei Celilo FallsHistory of Celilo Falls (suh-LIE-low) (Heimat der Sk’in-pa / Sk'in BandEugene S. Hunn, Katrine Barber und Andrew H. Fisher: Remembering Celilo Falls – Sk'in (The Other Side of the River) sowie der Wyam (Wayámɫáma) Band der Tenino/Warm Springsbeide betrachteten sich lt. Häuptling Yallup als „eine große Familie“, obwohl sie jeweils am anderen Ufer des Columbia lebten und verschiedene Häuptlinge anerkannten – siehe Andrew H. Fisher: Shadow Tribe: The Making of Columbia River Indian Identity, Seite 25) und The Dalles (Heimat der Upper Chinook (Kiksht)-sprachigen Wasco und Wishram sowie der Tinainu (Tinaynuɫáma) Band der Tenino/Warm Springs)die Wyam (Wayámɫáma) (in Yakama: Wayámpam) sind auch als „Celilo Indians“ oder „Lower Deschutes“ bekannt und die Tinainu (Tinaynuɫáma) als „Dalles Tenino“ oder „eigentliche Tenino“ – zusammen mit den Dock-Spus (Tukspush) (Takspasɫáma) bzw. „John Day“ sowie den the Tygh (Taih, Tyigh) bzw. „Upper Deschutes“ werden alle kollektiv als Warm Springs bands bezeichnet sowie ostwärts landeinwärts war das Sahaptin dominierend. Weitere bedeutende Lachsfanggründe waren: Cascade Falls, Priest Rapids und Rock Island Rapids am Middle Columbia River sowie die Wenatshapam Fishery nahe der heutigen Stadt Wenatchee, weniger bedeutende befanden sich im Yakima River Valley: bei Selah am Wenas Creek, Soo-nooks am Tieton River, Prosser Falls (in Yakama: Tapteil, Tap tut, Toptut – „Stromschnellen, Fälle“) am Yakima River sowie am Kachess Lake („mehr Fische“) und Keechelus Lake („wenige Fische“) am Oberlauf des Yakima River (Hunn 1990).Center for the Study of Migrant and Indian Education YAKIMA INDIAN NATION Alle bedeutenden Fischgründe sind zwischenzeitlich auf Grund der Errichtung von Talsperren (von 1938 bis 1973) zur Trinkwasserversorgung, Energieerzeugung, Betriebswasserversorgung (Industrie und Landwirtschaft), Hochwasserschutz und Schiffbarmachung der Flüsse unter mehreren riesigen Stauseen verschwunden – und gleichzeitig eine jahrhundertealte indigene Kultur.Columbia River Inter-Tribal Fish Commission – YAKAMA – UMATILLA – WARM SPRINGS – NEZ PERCE

Bands der Yakama Lower Yakama / eigentliche Yakama oder Mámachatpam:Handbook of North American Indians, V. 12, Plateau, Band 10, Seite 328 (Listung der Bands von Nord nach Süd) Ihr Stammesgebiet befand sich generell östlich der Kaskadenkette im Einzugsgebiet des Unterlaufs des Yakima Rivers, sie wurden daher auch Lower Yakima genannt, als größte Gruppe der Yakama werden sie oftmals als eigentliche Yakama bezeichnet. Ihr Gebiet erstreckte sich von der heutigen Stadt Selah am Wenas Creek im Norden – unmittelbar nördlich des heutigen Yakima – bis in die Gegend rund um das heutige Prosser im Süden. Alle wichtigen Flüsse in diesem Gebiet – wie der Naches River, Ahtanum Creek, Toppenish Creek und Satus Creek sind Nebenflüsse des Yakima Rivers. Die einzelnen Bands wurden nach den Flüssen benannt, an denen sie ihre Hauptlager hatten. Síla-ħlama („Volk entlang des ruhigen Wassers, d. h. Selah“, entlang des Yakima River, zwischen dem Wenas Creek und dem Umtanum Creek, nördlichste Lower Yakama Band) Wínas-ħlama („Volk entlang des Wenas Creek“, dieser bildete ungefähr die Grenze zwischen den Upper Yakama und Lower Yakama Bands) Nahchísh-ħlama („Volk entlang des tosenden Wassers, d. h. Naches River“, entlang des Tieton River sowie des Naches River, Letzter ist der größte Nebenfluss des Yakima River) Tkaíwaichaś-ħlama (entlang des Cowiche Creek) Átanŭm-ħlama („Volk entlang des Ahtanum Creek“, eines rechten Nebenflusses des Yakima River, oberhalb der Ahtanum Ridge westlich der heutigen Stadt Union Gap mündet dieser in den Yakima River; die Pa'kiut'-ħlama werden entweder als eigenständige Lower Yakama Band oder als bedeutende Untergruppe der Átanŭm-ħlama betrachtet.) Sí-ħlama (entlang des Yakima River oberhalb der Einmündung des Toppenish Creeks) Pa'kiut'-ħlama („Volk von der Schlucht; wörtlich: Volk vom Ort, wo die Bergspitzen zusammenkommen, d. h. eine Schlucht bilden“, im Tal zwischen Ahtanum Ridge und Rattlesnake Ridge befand sich ihr Hauptdorf Pa'kiut („Hügel beieinander / Schlucht“); daher wurde die Eigenbezeichnung Pa'kiut'-ħlama der Bewohner des Dorfes von den Europäern als Pah-quy-ti-koot-lema/Pakiutlema bald auf alle Lower Yakama und benachbarte Bands übertragen; manchmal werden sie nur als eine Untergruppe der Átanŭm-ħlama betrachtet.) Písko-ħlama („Volk des Beifuß“, auch als Pisko-pum bekannt, der Toppenish-Ebenen an der Mündung des Toppenish Creek, eines rechten Nebenflusses des Yakima River) Thápnĭś-ħlama („Volk entlang des Toppenish Creek“, eines rechten Nebenflusses des Yakima River nördlich der Simcoe Mountains) Símkoe-ħlama („Volk entlang des Simcoe Creek“ im Gebiet des späteren Fort Simcoe) Se'tas-ħlama („Volk entlang des Satus Creek“)DEPARTMENT OF THE INTERIOR – National Park Service – Notice of Intent To Repatriate Cultural Items: Thomas Burke Taptat-ħlama („Volk bei den Stromschnellen, Fällen“, entlang des Yakima Rivers mit einem Hauptfischgrund bei den Wasserfällen von Prosser Falls (in Yakama: Tapteil, Tap tut, Toptut – „Stromschnellen, Fälle“), der heutigen Stadt Prosser) Upper Yakama / Kittitas oder Pshwánwapam / Psch-wan-wap-pam („Volk der vielen Felsen [im Fluss], d. h. Volk der Felsen/Berge“): Ihr Stammesgebiet befand sich generell meist nördlich des Wenas Creek und des Selah Creek sowie entlang des Oberlaufs des Yakima Rivers, daher wurden sie zur Unterscheidung von den Yakama Bands am Unterlauf des Flusses oftmals als Upper Yakima bezeichnet. Zudem hatten sie noch die Gebiete rund um den Cle Elum River bis zu den Wenatchee Mountains, inklusive der Seen Cle Elum Lake, Kachess Lake und Keechelus Lake inne.