mini|Bernhard Borst (Bronze-Büste des Bildhauers Martin Mayer) mini|Borstei, Gesamtanlage mini|Grab von Bernhard Borst auf dem Westfriedhof in München Bernhard Borst (* 18. Februar 1883 in Offenburg, Baden; † 23. Januar 1963 in München) war ein deutscher Architekt, Bauunternehmer und Senator ehrenhalber.
Leben und Werk Seit 1888 in München ansässig, kam Borst mit 13 Jahren in die Lehre als Maurer (1896–1898) und besuchte anschließend (1899–1903) die Baugewerkschule München. Nach Ableistung des Wehrdienstes 1903–1905 wurde er Mitarbeiter verschiedener Architekten und erwarb sich Anerkennung durch seine Planungsarbeiten. Er machte sich 1908 als Architekt und Bauunternehmer selbständig. Sein Bauunternehmen war wesentlich an August Exters Siedlungsbau in Pasing beteiligt. In der „Pasinger Kolonie“ errichtete er für sich ein eigenes von einem parkähnlichen Garten umgebenes Haus. Er plante und baute zahlreiche Einfamilienhäuser in und um München. Es gibt kaum Veröffentlichungen und keine Bücher von Bernhard Borst.
1913 wurde er auf der Internationalen Baufachausstellung in Leipzig ausgezeichnet. 1925 gründete Borst die Fachzeitschrift Baukunst und fungierte bis zur Einstellung der Zeitschrift 1931 als ihr Herausgeber.
Borstei Seine Vorstellungen von einer besseren Wohn- und Baukultur äußerte er in Briefen und realisierte sie im Bau der Wohnanlage Borstei, die zu seiner Lebensaufgabe wurde. Für sein Bauunternehmen erwarb er 1923 ein großes Grundstück an der Dachauer Straße. Im Rahmen des Bauprogramms der Stadt München begann er im Sommer 1924 mit dem Bau erster Wohnblocks. Als 1927 die Stadt den Bau von 26 Häusern bewilligte, entschied er, mit einem durch großzügige Gartenflächen aufgelockerten Grundriss das gesamte Gelände mit Wohnungen zu bebauen. Durch Gewölbe und Durchfahrten wurden die Höfe und Wohnhäuser verbunden. So entstand die Borstei mit Zentralheizwerk und allen sinnvollen Einrichtungen als Siedlung für das gehobene Bürgertum. Mit Gartenkonzerten und anderen Veranstaltungen für Erwachsene wie Kinder gestaltete er das gesellschaftliche Leben in der Borstei mit. Interessiert an Kunst und Natur, stattete Borst die Freianlagen nach und nach mit unterschiedlichsten Brunnen, Skulpturen, Reliefs und Fresken aus.
Mit dem Bau der Borstei verwirklichte der Unternehmer Borst eines seiner Ideale: Und 13 Jahre nach dem Bau der Borstei schrieb er in einem Brief:
Ab 1947 wohnte er mit seiner Frau Erna in der Borstei, Hildebrandstraße 9. Er war Förderer, Auftraggeber und Freund vieler Künstler. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat er vielen mit Aufträgen aus ihrer wirtschaftlichen Not geholfen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Münchener Westfriedhof (Grab Nr. 2-2-2).
Bauwerke (Auswahl) mini|Villa Hugo Junkers in Gauting 1901: Villa Rembrandtstraße 7 in München ab 1910: Einige Villen in der Villenkolonie Pasing I und II (z. B. Pippinger Straße 35) 1911: Villa Rembrandtstraße 13 in München Einige Reihen- und Doppelhäuser in München-Laim 1923: Villa Junkers in Gauting 1924–1929: Wohnsiedlung Borstei in München (zusammen mit Oswald Bieber)
Auszeichnungen 1933: Senator h. c., Technische Hochschule Karlsruhe 1953: Bundesverdienstkreuz 1953: Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München 1959: Bayerischer Verdienstorden
Literatur Axel Winterstein: Borstei. Bernhard Borst, Leben für eine Idee. Münchenverlag, München 2005, ISBN 3-934036-99-6. Karl Stöger: Die Gärten der Borstei, Verlag Benedikt Bickel, München 2009, ISBN 978-3-922803-18-8 Karl Stöger: Die Kunstwerke der Borstei, Verlag Benedikt Bickel, München 2010, ISBN 978-3-922803-19-5
Weblinks
Borsts Stereoskop
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (München) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Ehrensenator des Karlsruher Instituts für Technologie
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann