Generale für den Frieden war eine 1980/1981 gegründete Organisation, in der sich ehemalige NATO-Generale zusammengeschlossen hatten.

Organisiert wurde die GruppeRobert Lorenz: Unkonventionelle Politiker-Karrieren in der Parteiendemokratie, S. 419 von dem als „Geschäftsführer“ firmierenden Agenten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, Gerhard Kade, der als Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Darmstadt und unter dem Decknamen „Super“ zugleich als inoffizieller Mitarbeiter für das MfS tätig war. Westmitarbeiter der Staatssicherheit hatten die Aufgabe, der Friedensbewegung einen antiamerikanischen Einschlag zu geben und die Meinung zu verbreiten, US-amerikanische Raketen gefährdeten den Weltfrieden, während sowjetische Raketen diesem dienten. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben 1993, dass die Gründung der Gruppe auf eine Initiative der Hauptverwaltung A der Staatssicherheit zurückging.Rüdiger Steinmetz, Tilo Prase: Dokumentarfilm zwischen Beweis und Pamphlet, S. 130

Die Idee zur Gründung der Organisation kam ursprünglich vom sowjetischen Geheimdienst KGB und der DDR-Staatssicherheit. Kade arbeitete auch für den KGB unter dem Tarnnamen „Robust“.Der Stasi-Maulwurf von Bonn (Die Welt, 28. April 2004)

Der DDR-Geheimdienst sammelte Daten und erstellte Reden und Vorträge für die Generale, die zum Teil später wörtlich gehalten wurden.

Jährlich wurde die Organisation vom MfS mit 100.000 DM unterstützt. Diese wurden laut dem Chef der Hauptverwaltung A des MfS, Markus Wolf, in Form einer Spende durch das Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) ausgezahlt. Wolf sagte außerdem aus, dass man in den Erklärungen der Gruppe den Einfluss wiedererkenne, den die Staatssicherheit über Kade ausgeübt habe.Hubertus Knabe: Die unterwanderte Republik, S. 254 Der Verlag Pahl-Rugenstein, in dem das Buch Generale für den Frieden erschien, wurde ebenfalls von der DDR finanziert.Robert Lorenz: Seiteneinsteiger: Unkonventionelle Politiker-Karrieren in der Parteiendemokratie, S. 419Hans-Peter Schwarz: Die Bundesrepublik Deutschland: eine Bilanz nach 60 Jahren, S. 176 Am 24. März 1986 sah Gert Bastian in Ost-Berlin zusammen mit drei anderen Generalen, darunter der niederländische General Michiel von Meyenfeldt,Beatrice de Graaf: Meijenfeldt, Michiel Hermann von (1923–1990) in Biografisch Woordenboek van Nederland. eine Vorfassung des Films „Die Generale“ der SED-Propagandafilmer Walter Heynowski und Gerhard Scheumann, dessen Endfassung am 25. September 1986 in Anwesenheit von Erich Honecker und weiteren Mitgliedern des SED-Politbüros uraufgeführt wurde.Jochen Staadt, Stefan Wolle, Tobias Voigt: Operation Fernsehen:die Stasi und die Medien in Ost und West, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2008, ISBN 978-3-525-36741-4, S. 174–178Robert Lorenz: Unkonventionelle Politiker-Karrieren in der Parteiendemokratie, Verlag für Sozialwissenschaften, 2009, ISBN 978-3-531-16483-0. S. 420

Mitglieder der Gruppe waren (Stand September 1986) die ehemaligen NATO-Militärs:Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Gerhard Kade: Die Generale. Verlag der Nation, Berlin 1986, ISBN 3-373-00195-1, S. 321.Buchrezension Generals Against War in der Zeitschrift Soviet Military Review No.7 1983 General Michiel H. von Meyenfeldt (Niederlande – Vorsitzender) Generalmajor Gert Bastian (Bundesrepublik Deutschland) General Johan Christie (Norwegen) Marschall Francisco da Costa Gomes (Portugal) General Michael Harbottle (Großbritannien) General Leonard V. Johnsen (Kanada) General Georgios Koumanakos (Griechenland) General Joao Rangel de Lima (Portugal) General Alis Mackie (Großbritannien) General Nino Pasti (Italien) Admiral Miltiades Papathanassiou (Griechenland) Admiral Antoine Sanguinetti (Frankreich) General Michalis Tombopoulos (Griechenland) General Günter Vollmer (Bundesrepublik Deutschland) Admiral John Marshall Lee (USA)

Literatur Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Gerhard Kade: Die Generale. Verlag der Nation, Berlin 1986, ISBN 3-373-00195-1 Jochen Staadt: Die SED und die Generale für den Frieden. In: Jürgen Maruhn, Manfred Wilke (Hrsg.): Die verführte Friedensbewegung – Der Einfluss des Ostens auf die Nachrüstungsdebatte. Olzog Verlag, 2002, ISBN 3-7892-8069-0

Weblinks Planet-schule.de: Planspiel Atomkrieg

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation der Friedensbewegung Kategorie:Staatssicherheit (DDR) Kategorie:KGB Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1980