Das Weidengelbkehlchen (Geothlypis trichas) ist ein Singvogel aus der Familie der Waldsänger (Parulidae).
Beschreibung Das Männchen hat ein schwarzes Gesicht, das oberhalb mit einem weißen bis grauen Streifen eingefasst ist, und einen gelben Kehlbereich. Das Unterseitengefieder ist weiß bis bräunlich, das Obenseitengefieder olivgrün. Bei den dreizehn Unterarten unterscheiden sich die Gesichtsmaske, der Kehlbereich und das Unterseitengefieder bei dem Männchen nur geringfügig. Bei den südwestlichen Arten ist das Unterseitengefieder heller und der Kehlbereich gelber. Bei den Weibchen fehlt die schwarze Gesichtsmaske.
Verhalten Weidengelbkehlchen ernähren sich überwiegend von Insekten, die sie in der dichten Vegetation aufstöbern. Gelegentlich werden auch Sämereien aufgenommen.
Das Weidengelbkehlchen brütet zwischen April und Juni. Das Weibchen legt in einem schalenförmigen Nest, das in der dichten Vegetation angelegt wird, drei bis fünf weiße bis cremeweiße braun- oder schwarzgefleckte Eier. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Aufzucht der Küken, die nach etwa zwölf Tagen schlüpfen. Nach weiteren acht Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Ein häufiger Brutschmarotzer des Weidengelbkehlchens ist der Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater).
Verbreitung und Bestand Weidengelbkehlchen brüten unter anderem bei Sümpfen, Weiden und weiteren nassen Lebensräumen mit einer dichten niedrigen Vegetation in Nordamerika, von Alaska über Kanada bis nach Zentralmexiko. Im Winter ziehen sie nach Mittelamerika und kommen auch als seltener Gast in Westeuropa vor. In einigen Regionen kam es zu lokalen Populationsabnahmen durch Zerstörung ihrer Lebensräume. Weidengelbkehlchen sind jedoch allgemein noch zahlreich anzutreffen.
Unterarten Bisher sind vierzehn Unterarten bekannt:IOC World Bird List New World warblers & oropendolas Geothlypis trichas trichas (, 1766)Carl von Linné, S. 293. – Die Nominatform kommt im Südosten Kanada und dem Osten, aber nicht im Südosten der USA vor. Geothlypis trichas typhicola , 1934Thomas Dearborn Burleigh, S. 21. – Diese Unterart ist im Landesinneren im Südosten der USA verbreitet. Geothlypis trichas ignota , 1890Frank Michler Chapman, S. 11. _ Diese Unterart kommt in den Küstenregionen im Südosten der USA vor. Geothlypis trichas insperata , 1933Josselyn Van Tyne, S. 3. – Diese Unterart kommt im Süden von Texas im südlichen zentralen Teil der USA vor. Geothlypis trichas campicola , 1947 – Diese Unterart kommt im inneren Westen Kanadas, dem nordwestlichen sowie nördlichen zentralen Gebiet der USA vor. Geothlypis trichas arizela , 1899Harry Church Oberholser, S. 257. – Diese Unterart kommt an den Küstem im Westen Kanada, dem Westen der USA und Nordwesten Mexikos vor. Geothlypis trichas occidentalis , 1883Joel Asaph Allen u. a., S. 159. – Diese Unterart ist im westlichen zentralen Gebiet der USA präsent. Geothlypis trichas sinuosa , 1901Joseph Grinnell, S. 65. – Diese Subspezies kommt im Norden von Kalifornien im Westen der USA vor. Geothlypis trichas scirpicola , 1901 – Diese Unterart ist im Südwesten der USA sowie im Nordwesten Mexikos verbreitet. Geothlypis trichas chryseola , 1930Adriaan Joseph van Rossem (1930), S. 298. – Diese Unterart kommt im Südwesten und dem südlichen zentralen Teil der USA sowie dem westlichen Zentralmexiko vor. Geothlypis trichas melanops , 1865Spencer Fullerton Baird, S. 219, 222. – Die Unterart ist in Zentralmexiko verbreitet. Geothlypis trichas modesta , 1900Edward William Nelson (1900), S. 269. – Diese Unterart kommt im Westen Mexikos vor. Geothlypis trichas chapalensis , 1903Edward William Nelson (1903), S. 156. – Diese Unterart komm am Chapalasee in Jalisco im westlichen zentralen Mexiko vor. Geothlypis trichas riparia , 1941Adriaan Joseph van Rossem (1941), S. 292. – Die Subspezies ist im südlichen Sonora im Nordwesten Mexikos verbreitet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Carl von Linné beschrieb das Weidengelbkehlchen unter dem Namen Turdus Trichas. Als Fundort des Typusexemplars gab er Nordamerika an. Es war Jean Louis Cabanis, der 1847 erstmals die neue Gattung GeothlypisJean Louis Cabanis, S. 316, 349. für Trichas , 1827William Swainson, S. 167. einführte, da dieser Gattungsname bereits einen Monat zuvor durch Constantin Wilhelm Lambert Gloger vergeben wurde und somit belegt war.Constantin Wilhelm Lambert Gloger, S. 278. Dieser Name setzt sich aus den griechischen Worten »geō-, gē « für »boden-, Erde« und »thlupis « für einen »nicht bekannten kleinen Vogel«James A. Jobling, S. 172. zusammen. Das Artepitheton »trichas« leitet sich von »trikhas « für »eine Art Drossel« ab.James A. Jobling, S. 389. Typhicola ist ein lateinisches Wortgebilde aus »typhus« für »Rohrkolben« und »-cola, colere« für »-bewohner, bewohnen«.James A. Jobling, S. 393. Ignota stammt von »ignotus« für »obskur, unbekannt« ab.James A. Jobling, S. 202. Insperata stammt von »insperatus« für »unerwartet« ab.James A. Jobling, S. 205. Campicola setzt sich aus »campus, campi« für »Feld« und »-cola, colere« zusammen.James A. Jobling, S. 87. Arizela leitet sich von »arizēlos « für »erstaunlich, auffällig« ab.James A. Jobling, S. 55. »Occidentalis, occidens, occidentis« ist lateinischen Ursprungs und bedeutet »westlich, Westen«.James A. Jobling, S. 278. Sinuosa leitet sich von »sinuosus« für »voller Kurven« ab.James A. Jobling, S. 357. Scirpicola setzt sich aus »scirpus« für »Schilf« und »-cola, colere« zusammen.James A. Jobling, S. 351. Chryseola leitet sich von »khryseos, khrysos « für »golden, Gold« ab.James A. Jobling, S. 104. Melanops ist ein Wortgebilde aus »melas, melanos « für »schwarz« und »ōps, ōpos « für »Gesicht«.James A. Jobling, S. 247. Modesta leitet sich von »modestus« für »einfach, bescheiden« ab.James A. Jobling, S. 257. Chapalensis steht für den Fundort, den Chapalasee. Riparia hat seinen Ursprung in »riparius« für »am Ufer das Nest bauen« von »ripa« für »Flussufer«.James A. Jobling, S. 336.
Literatur Jon Curson, David Quinn, David Beadle: New World Warblers. Helm, London 1994, ISBN 0-7136-3932-6.
Weblinks
Quellen
Kategorie:Waldsänger