Catherine Lucile Moore,Der mittlere Name erscheint gelegentlich auch als Lucille. als Autorin meist C. L. Moore oder in ihren letzten Büchern Catherine L. Moore (geboren am 24. Januar 1911 in Indianapolis; gestorben am 4. April 1987 in Hollywood, Kalifornien) war eine amerikanische Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Autorin.

Leben Moore war die Tochter von Otto Newman Moore und von Maude Estelle, geborene Jones.

Nachdem sie bereits im November 1930 als Studentin an der Indiana University in der literarischen Studentenzeitschrift The Vagabond drei Erzählungen veröffentlicht hatte, begann ihre eigentliche literarische Laufbahn mit Shambleau, ihrer ersten in einem Pulp-Magazin veröffentlichten Science-Fiction-Geschichte, die zugleich ihre berühmteste ist. Bekannt ist die Anekdote, wie Farnsworth Wright, damals der Herausgeber von Weird Tales, aus dem Stapel mit Schrottmanuskripten ein paar Seiten herausholte und sie E. Hoffman Price, einem seiner Autoren zuwarf. Der rief nach dem Lesen der von C. L. Moore verfassten Geschichte begeistert aus: „Bei Gott, Plato,„Plato“ war der Spitzname von Farnsworth. wer ist C. L. Moore? Er, sie oder es ist kolossal!“ Worauf die beiden einen C.-L.-Moore-Tag erklärten und sich frei nahmen.Sam Moskowitz: Seekers of Tomorrow. Hyperion, 1974, S. 303 f.

Nicht nur der Herausgeber war beeindruckt, auch die Leser waren beim Erscheinen der Geschichte im November 1933 begeistert, darunter ein anderer Autor von Weird Tales, H. P. Lovecraft, der sich geradezu enthusiastisch äußerte:

Die Geschichte entstand Moore zufolge als ein Akt des Unbewussten oder als Folge einer Inspiration. Sie hatte wegen der Wirtschaftskrise die Universität verlassen müssen, arbeitete seit 1930 als Chefsekretärin bei der Fletcher Trust Company in Indianapolis und übte gerade Maschinenschreiben, als sie wie von ungefähr von einer „roten, rennenden Gestalt“ zu schreiben begann, eine halberinnerte Gedichtzeile, vielleicht von William Morris, wie Moore meinte. Sie schrieb weiter, und aus diesem fragmentarischen, halbautomatischen Schreiben entstand die Erzählung Shambleau.C. L. Moore: Footnote to “Shambleau” … and Others. In: (dies.): The Best of C. L. Moore. Hrsg. von Lester del Rey. Nelson Doubleday / SFBC, 1975. Vgl. Susan Gubar: C. L. Moore and the Conventions of Women’s Science Fiction. In: Science Fiction Studies. Vol. 7, No. 1, Science Fiction on Women, Science Fiction by Women (März 1980), , S. 17.

Der Protagonist von Shambleau ist Northwest Smith, ein Schurke und Schmuggler in der Tradition zahlreicher Westernhelden, auf allen Planeten zuhause, vorzugsweise dort anzutreffen, wo das Gesetz kaum eine Geltung hat. Mit ihm hatte Moore eine ihrer Hauptfiguren gefunden, und weitere Erzählungen mit Northwest Smith sollten folgen. Die andere Hauptfigur Moores trat erstmals in der Erzählung Der Kuss des schwarzen Gottes (1934) auf: Die rothaarige Kriegerin Jirel von Joiry ist Feudalherrscherin in einem fantastischen Mittelalter, die in ihren Kämpfen im Wesentlichen nicht durch das Schwert, sondern durch ihre innere Stärke obsiegt.

Durch den Umkreis der Korrespondenten von Lovecraft kam Moore 1936 in Kontakt mit Henry Kuttner, einem jungen Autor, der einige Horrorerzählungen im Stil Lovecrafts veröffentlicht hatte. Der war sehr überrascht, als sich herausstellte, dass die Person hinter den Initialen „C. L.“ eine Frau war. 1938 begegneten sich die beiden erstmals und es entstand eine Freundschaft, die mit Briefen und gelegentlichen Treffen fortgeführt wurde. Kuttner lebte damals in New York, fuhr aber öfters mit dem Auto quer durch den Kontinent zur Westküste, wo er seine Wurzeln hatte, und besuchte auf dem Weg Moore in Indianapolis. Schon 1937 war es zu einer literarischen Begegnung in Form einer Kollaboration gekommen, Quest of the Star Stone, in der die beiden Protagonisten Moores, Northwest Smith und Jirel von Joiry in einem Crossover einander begegnen. In dieser ansonsten nicht in jeder Beziehung gelungenen Geschichte singt Northwest Smith das Lied „Die grünen Hügel der Erde“, das mit den Versen To see across the darkness The green hills of Earth endet. Der einprägsame Vers wurde zum Titel eines der bekanntesten Werke Robert A. Heinleins, der 1951 erschienenen Sammlung Die grünen Hügel der Erde mit der Titelgeschichte.

Am 7. Juni 1940 heirateten Moore und Kuttner in New York. Moore sagte zu ihrem physisch wenig beeindruckenden Ehemann rückblickend: „Northwest Smith wäre ein sehr langweiliger Gatte gewesen. Henry Kuttner, wie seine Arbeiten zeigen und seine Freunde bezeugen, war wunderbar findig, aufmerksam, originell in seinen Ansichten und sehr, sehr lustig.“„Northwest Smith would have been a very boring man to be married to. Henry Kuttner, as his writing must show and his friends could testify, was wonderfully resourceful, perceptive, fresh in his viewpoints and very, very funny.“ Zitiert nach: Sam Moskowitz: Seekers of Tomorrow. Hyperion, 1974, S. 313.

Mit der Eheschließung begann die Zeit der intensiven und engen Zusammenarbeit – so eng, dass die beiden oft selbst nicht mehr sagen konnten, wer was geschrieben hatte. Es sind daher alle Werke aus den 1940er und 1950er Jahre als Gemeinschaftsarbeiten zu betrachten, der Autorenname, unter dem sie veröffentlicht wurden, kann nur ein Anhaltspunkt sein, insbesondere die Pseudonyme Lewis Padgett und Lawrence O’Donnell wurden gemeinschaftlich verwendet. Das Ehepaar ergänzte sich und einer kompensierte die Schwächen des anderen, so war Kuttner besser darin, einen Anfang zu machen, Moore konnte leichter ein Ende finden, Kuttner war besser im Entwickeln von Handlungsbögen, Moore schrieb einen besseren Stil, und so weiter.Sam Moskowitz: Seekers of Tomorrow. Hyperion, 1974, S. 313.

Die besondere Qualität und Intensität der Zusammenarbeit gilt als nahezu einzigartig. Damon Knight schrieb:

Und Barry Malzberg:

Das Ehepaar wohnte etwa ein Jahr in New York, dann zogen sie nach Laguna Beach in Kalifornien. Bei Ausbruch des Krieges war Kuttner aufgrund eines Herzgeräuschs nicht tauglich für Kampfeinsätze und wurde daher ab 1942 als Militärsanitäter in Fort Monmouth, New Jersey, stationiert, Catherine lebte derweil in der Nähe in Red Bank.

Nach dem Krieg zogen die Kuttners nach Hastings-on-Hudson im Staat New York, wo sie ein Haus kauften. 1948 veranlasste eine Herzerkrankung von Kuttner das Ehepaar, wieder in das mildere Klima Kaliforniens nach Laguna Beach zu ziehen.

In den Jahren nach 1955 war die belletristische Produktion Kuttners und Moores deutlich vermindert. Sie schrieben zwar noch eine Reihe von Kriminalromanen mit dem Psychoanalytiker und Amateurdetektiv Michael Gray. Angeblich sollen aber mindestens zwei der vier Romane die Arbeit von Ghostwritern sein. Kuttner konnte mit einem Stipendium aufgrund des G. I. Bill an der University of Southern California studieren, auch Moore nahm ein Studium auf, machte 1956 mit Ehrenmitgliedschaften bei Phi Beta Kappa und Phi Kappa Phi den Bachelor und schloss 1964 mit dem Master ab. Barry Malzberg zufolge hatten Kuttner und Moore die Absicht, sich ganz aus dem Geschäft des Schreibens für Pulp-Magazine zu lösen, und wollten in Zukunft als Psychotherapeuten arbeiten. Diese Pläne fanden ein Ende, als Kuttner im Februar 1958 im Alter von nur 42 Jahren im Schlaf vermutlich an einem Herzinfarkt starb.Bud Webster: A Kuttner Above the Rest (But Wait, There’s Moore!). In: Jim Baen’s Universe, Juni 2009.

Nach dem Tod Kuttners 1958 veröffentlichte sie keine weiteren Erzählungen mehr, aber arbeitete bis 1961 an der University of Southern California als Dozentin für kreatives Schreiben, war zugleich freie Drehbuchautorin und erfüllte die beim Tod Kuttners noch bestehenden Aufträge für Drehbücher. 1963 heiratete sie den Arzt Thomas Reggie. 1987 starb sie im Alter von 76 Jahren, nachdem sie in ihren letzten Jahren stark durch die Folgen einer Alzheimer-Erkrankung eingeschränkt war.

Ihre mit Lawrence O’Donnel (Pseudonym ihres Ehemanns Henry Kuttner) verfasste Erzählung Vintage Season wurde 1991 von David Twohy unter dem Titel Timescape (auch The Grand Tour)Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 905. verfilmt. In Deutschland ist der Film unter dem Titel Timescape – Im Wettlauf gegen die Zeit auf DVD erschienen.

Auszeichnungen und Ehrungen 1972: First Fandom Hall of Fame Award 1973: Forry Award für das Lebenswerk 1977: Count Dracula Society Award 1981: World Fantasy Award für das Lebenswerk 1981: Gandalf Grand Master Award für das Lebenswerk 1998: Aufnahme in die Science Fiction Hall of Fame 2004: Cordwainer Smith Rediscovery Award für vergessene oder nicht mehr hinreichend gewürdigte Science-Fiction-Autoren, zusammen mit Harry Kuttner 2018: Retro Hugo Award 1943 für The Twonky (Der Twonky) als Best Short Story (Beste Kurzgeschichte) 2019: Retro Hugo Award 1944 für Mimsy Were the Borogoves (Mimsy Were the Borogoves, auch: Gar elump war der Pluckerwank, erschienen unter dem Pseudonym Lewis Padgett) als Best Novelette (Beste Erzählung)

1956 war sie zusammen mit Kuttner mit der Erzählung Home There's No Returning für den Hugo Award nominiert. Ihre Erzählung Werewoman (1938) wurde 2016 für den Retro Hugo Award nominiert und die Erzählung There Shall Be Darkness (1942) für die Retro Hugos 2018.

1976 war Moore Ehrengast der 2. World Fantasy Convention.

Bibliografie Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Bandes geordnet. Sind bei den Originalausgaben zwei Erscheinungsjahre angegeben, so ist das erste das des Erstdrucks und das zweite das der Erstausgabe (als Buch). Serien Northwest Smith (Kurzgeschichtenserie) Shambleau (1933) Deutsch: Shambleau. Übersetzt von Chr. Nogly. In: Michel Parry (Hrsg.): Teuflische Küsse. Pabel (Vampir Taschenbuch #64), Rastatt 1978, . Auch als: Shambleau. Übersetzt von Irene Holicki. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Heyne Science Fiction Jahresband 1982. Heyne (SF&F #3870), München 1982, ISBN 3-453-30756-9. Auch in: Der Kuss des Schwarzen Gottes. 1982. Auch in: Shamblreau. 1990. Auch als: Shambleau. Übersetzt von Andreas Diesel. In: HR Giger (Hrsg.): Vampirric. Festa (Nosferatu #1404), Almersbach 2003, ISBN 3-935822-58-8. Black Thirst (1934) Deutsch: Schwarzer Durst. Übersetzt von Irene Holicki. In: Der Kuß des schwarzen Gottes. 1982. Auch in: Shamblreau. 1990. Scarlet Dream (1934) Dust of the Gods (1934) Julhi (1935) Nymph of Darkness (1935, auch als Nyusa, Nymph of Darkness, mit Forrest J. Ackerman) The Cold Gray God (1935) Yvala (1936, mit Forrest J. Ackerman als Amaryllis Ackerman) Lost Paradise (1936) The Tree of Life (1936) Werewoman (1938) Song in a Minor Key (1940) Northwest of Earth (1954, Sammlung) Shambleau (1958, Sammlung) Scarlet Dream (1981, Sammlung, auch als Northwest Smith, 1982) Northwest of Earth: The Complete Northwest Smith (2008, Sammlung) Northwest of Earth (2011, Sammlung)

mini|Cover der Oktoberausgabe 1934 des Magazins Weird Tales mit der Geschichte The Black God’s Kiss.

Jirel of Joiry (Kurzgeschichtenserie) Black God’s Kiss (1934) Deutsch: Der Kuß des schwarzen Gottes. In: Jirel, die Amazone. 1976. Auch als: Der Kuß des schwarzen Gottes. In: Der Kuß des schwarzen Gottes. Übersetzt von Irene Holicki. 1982. Auch in: Shambleau. 1990. Auch in: Der Kuß des schwarzen Gottes. 2002. Black God’s Shadow (1934) Deutsch: Der Schatten des schwarzen Gottes. In: Jirel, die Amazone. 1976. Auch in: Jirel, die Amazone. 2002. Jirel Meets Magic (1935) Deutsch: Der Turm der Welten. In: Jirel, die Amazone. 1976. Auch in: Jirel, die Amazone. 2002. The Dark Land (1936) Deutsch: Das dunkle Land. Übersetzt von Lore Straßl. In: Hugh Walker (Hrsg.): Schwerter, Schemen und Schamanen. Pabel (Terra Fantasy #32), Rastatt 1977, . Auch in: Jirel, die Amazone. 2002. Quest of the Starstone (1937, mit Henry Kuttner) Deutsch: Das Geheimnis des Sternensteins. Übersetzt von Lore Straßl. In: Jirel, die Amazone. 2002. Hellsgarde (1939)