Der Feinschmecker ist eine monatlich in Hamburg erscheinende Special-Interest-Zeitschrift, die sich mit feiner Küche, Wein und anderen Fragen des gehobenen Genusses beschäftigt und Gastronomiekritik betreibt. Das Magazin wurde im Jahr 1975 gegründet und gilt als eines der führenden Gourmet-Magazine im deutschsprachigen Raum.

Geschichte Der Feinschmecker erschien erstmals im Oktober 1975 als Übernahme aus dem Arne-Verlag von Arne Krüger, der Herausgeber blieb. Chefredakteur und seit 1988 Herausgeber war Jochen Karsten (1925–2005). Madeleine Jakits hatte die Leitung der Redaktion 1997 von Wolf Thieme übernommen, deren Stellvertreterin sie seit 1994 gewesen war. Ihre Stellvertreterin war Deborah Middelhoff, die Anfang 2020 die Chefredaktion der Zeitschrift übernahm. Gleichzeitig wurde Jakits Herausgeberin des Magazins.

Im November 2023 kündigte Deborah Middelhoff an, sie werde im Februar 2024 ihre Chefredaktion der Kulinarik-Magazine im Jahreszeiten Verlag beenden, und erläuterte: „Vor dem Hintergrund meiner Zugehörigkeit zur jüdischen Glaubensgemeinschaft und aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Deutschland habe ich mich entschieden, meinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlegen.“ Dies wurde als eine Anspielung auf die antisemitischen Vorfälle in Deutschland nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und die israelische Gegenwehr verstanden.

Im März 2024 wurde Gabriele Heins Chefredakteurin des Feinschmeckers, die zuvor stellvertretende Chefredakteurin war.

Laut beträgt die verkaufte Auflage Exemplare.

Redaktioneller Inhalt Die Zeitschrift enthält in jeder Ausgabe die Rubriken Reisen, Essen, Trinken und Lebensart. Zu den ständigen Autoren gehören und gehörten unter anderem Stuart Pigott, Eckart Witzigmann, Wolfram Siebeck und Alexander Oetker. Der Feinschmecker kürt alljährlich einen „Koch des Jahres“, einen „Aufsteiger des Jahres“ sowie ein „Restaurant des Jahres“.

Darüber hinaus werden im Laufe eines Jahres immer wieder Ranglisten veröffentlicht, die der Zeitschrift als Supplements in Form kleinformatiger, broschierter Taschenbücher beiliegen, wie zum Beispiel „Die 500 besten Restaurants in Deutschland“, „Die besten Restaurants für jeden Tag“, „Die besten Cafés und Röstereien“ oder „Deutschlands beste ausländische Restaurants“.

Weiterhin betreut die Redaktion die Buchreihe Der Feinschmecker Guide mit Titeln wie Der Feinschmecker Restaurant Guide, Der Feinschmecker Guide – Hotels & Restaurants an der Ostsee, Der Feinschmecker Guide – Landgasthäuser in Deutschland oder Der Feinschmecker Guide – Kulinarisches Wörterbuch. Außerdem werden sogenannte Bookazines produziert – „eine Mischung aus Buch und Magazin“ – mit Titeln wie Wein aus Österreich, Australien kulinarisch oder Genfer See.

Restaurant-Bewertungen Die Tester von Der Feinschmecker bewerten die von ihnen besuchten Restaurants mit bis zu fünf Punkten, wobei als Zwischenstufen auch halbe Punkte vergeben werden können. Zur Visualisierung wurde viele Jahre „F“-Symbole (sogenannte „Feinschmecker-Fs“) vergeben. Inzwischen werden die Wertungen mithilfe roter Sechsecke symbolisiert.

½ Punkt: Solide Küche, sympathisches Lokal 1 Punkt: Gute Küche 2 Punkte: Sehr gute Küche, guter Service, angenehmes Ambiente 3 Punkte: Exzellente Küche, sehr guter Service, Komfort und Ambiente bemerkenswert 4 Punkte: Küche und Service herausragend, Ambiente und Komfort außergewöhnlich 5 Punkte: In jeder Hinsicht perfekt.Der Feinschmecker. Die besten Restaurants für jeden Tag 2021. Neu getestet: 500 Tipps in ganz Deutschland. Legere Bistros, Szenelokale, gemütliche Gasthäuser, Jahreszeiten-Verlag 2020, Seite 3.

Aus diesen Beschreibungen folgt, dass bereits eine Bewertung mit einem halben Punkt grundsätzlich als Auszeichnung zu verstehen ist.

Die Punkte von Der Feinschmecker werden von Aggregatoren wie dem Hornstein-Ranking, der Gerolsteiner-Restaurant-Bestenliste oder dem Gastronomie-Portal Restaurant-Ranglisten berücksichtigt, um auf den Bewertungen verschiedener Restaurant-Führer basierende Gesamt-Ranglisten zu erstellen.

Vergebene Auszeichnungen Aufsteiger des Jahres Seit 1985 wird zum Ende eines Jahres der „Aufsteiger des Jahres“ nach einer Leserumfrage des Feinschmecker gekürt. Mit der Auszeichnung wird zugleich die „Trophée Laurent-Perrier“, die vom gleichnamigen Champagnerhaus gestiftet wird, vergeben. 1985: Alois Köpf 1986: Rainer Wolter 1987: Hermann Fritz 1988: Harald Schmitt 1989: Karlheinz Schumair 1990: Doris Burneleit 1991: Martin Scharff 1992: Thomas Teigelkamp 1993: Michael Fell 1994: Joachim Wissler 1995: Manfred Heissig 1996: Markus Semmler 1997: Detlev Hohl 1998: Christian Bau 1999: Jürgen Benker 2000: Marco Müller 2001: Patrick Bittner 2002: Sven Elverfeld 2003: Bernd Siener 2004: Alexander Dressel 2005: Mario Corti 2006: Steffen Henssler 2007: Vjekoslav Pavic 2008: Eduard Dimant 2009: Jens Fischer 2010: Sebastian Zier 2012: Florian Hartmann 2013: Benjamin Biedlingmaier 2016: Stefan Meier 2017: Phillip Schneider 2018: Valentin Rottner 2019: Christoph Kunz 2020: Marc Pink 2022: Virginie Protat 2023: Tim Tanneberger 2025: Lasse Knickrehm Koch des Jahres Seit 1996 zeichnet Der Feinschmecker jeweils zum Ende eines Jahres einen herausragenden Koch in Deutschland aus. Preisträger sind bislang: 1996: Hans Haas: Tantris, München 1997: Heinz Winkler: Residenz Heinz Winkler, Aschau 1998: Dieter Müller: Gourmet-Restaurant Dieter Müller im Haus Lerbach, Bergisch Gladbach 1999: Harald Wohlfahrt: Traube Tonbach – Schwarzwaldstube, Baiersbronn 2000: Dieter L. Kaufmann: Zur Traube, Grevenbroich 2001: Lothar Eiermann: Wald- & Schlosshotel Friedrichsruhe, Zweiflingen 2002: Claus-Peter Lumpp: Restaurant Bareiss, Baiersbronn 2003: Hans Stefan Steinheuer: Steinheuers Restaurant, Bad Neuenahr-Heppingen 2004: Joachim Wissler: Vendôme im Grandhotel Schloss Bensberg, Bergisch Gladbach 2005: Christian Bau: Victor’s Gourmet-Restaurant Schloss Berg, Perl 2006: Helmut Thieltges: Waldhotel Sonnora, Dreis 2007: Sven Elverfeld: Aqua im Hotel The Ritz-Carlton Wolfsburg, Wolfsburg 2008: Christian Jürgens: Gourmetrestaurant Überfahrt, Rottach-Egern 2009: Klaus Erfort: Gästehaus Klaus Erfort, Saarbrücken 2010: Michael Hoffmann: Margaux, Berlin 2011: Tim Raue: Restaurant Tim Raue, Berlin 2012: Thomas Bühner: la vie, Osnabrück 2013: Johannes King: Söl’ring Hof, Rantum, Sylt 2014: Michael Kempf: Facil, Berlin 2015: Tohru Nakamura: Restaurant im Hotel Geisels Werneckhof, München 2016: Jan Hartwig: Atelier im Hotel Bayerischer Hof, München 2017: Nils Henkel: Restaurant Schwarzenstein im Hotel Burg Schwarzenstein, Geisenheim 2018: Clemens Rambichler: Waldhotel Sonnora, Dreis 2019: Eric Menchon: Le Moissonnier, Köln 2020: Felix Schneider: Sosein, Heroldsberg 2021: Andree Köthe: Essigbrätlein, Nürnberg 2022: Sigi Schelling, Werneckhof, München 2023: Niclas Nussbaumer: Mühle Schluchsee, Schluchsee 2025: Benjamin Chmura: Tantris, München

Restaurant des Jahres Diese Auszeichnung wird von der Redaktion seit 2000 verliehen. Die bislang ausgezeichneten Unternehmen sind: 2000: Restaurant am Marstall, München (Christian Jürgens) 2001: Vendôme, Bergisch Gladbach (Joachim Wissler) 2002: Aqua, Wolfsburg (Sven Elverfeld) 2003: Hugos, Berlin (Thomas Kammeier) 2004: Schwarz, Heidelberg (Manfred Schwarz) 2005: Amador, Langen (Juan Amador) 2006: la vie, Osnabrück (Thomas Bühner) 2007: Falco, Leipzig (Peter Maria Schnurr) 2008: Landhaus St. Urban, Naurath (Harald Rüssel) 2009: Rosin, Dorsten (Frank Rosin) 2010: Gourmetrestaurant Überfahrt, Rottach-Egern (Christian Jürgens) 2011: Gästehaus Erfort, Saarbrücken (Klaus Erfort) 2012: Le Moissonnier, Köln (Vincent Moissonnier und Eric Menchon) 2013: bean & beluga, Dresden (Stefan Hermann) 2014: Haerlin, Hamburg (Christoph Rüffer) 2015: The Table, Hamburg (Kevin Fehling) 2016: Nobelhart & Schmutzig, Berlin (Micha Schäfer) 2017: Schanz, Piesport (Thomas Schanz) 2018: Intense, Kallstadt (Benjamin Peifer) 2019: Tim Raue, Berlin (Tim Raue) 2020: Ammolite, Rust (Peter Hagen-Wiest) 2021: Haus Stemberg, Velbert (Sascha Stemberg) 2022: Rutz, Berlin (Marco Müller) 2023: Aura, Wirsberg (Alexander Herrmann & Tobias Bätz) 2025: Louis, Saarlouis, Sebastian Sandor

Feinschmecker-Gastro-Awards 2019 wurden die Auszeichnungen „Koch des Jahres“ und „Restaurant des Jahres“ erstmals im Rahmen der „Feinschmecker Gastro-Awards“ verliehen. Weitere Award-Rubriken waren: „Gastgeber“ (Markus Klaas, Restaurant im Hotel Geisels Werneckhof, München), „Sommelier“ (Bärbel Ring, Söl’ring Hof, Sylt), „Patissier“ (René Frank, Coda, Berlin), „Weinkarte“ (Restaurant Adler, Vogtsburg), „Nachhaltigkeit“ (Thomas Imbusch, 100/200, Hamburg), „Lebensleistung“ (Hans Haas, Tantris, München) und „Innovation“ (Benjamin Peifer, Intense, Kallstadt).

2020 gingen weitere Gastro-Awards an: Restaurant Bianc, Hamburg (Kategorie „Restaurantdesign“), Andree Köthe und Yves Ollech, Restaurant Essigbrätlein, Nürnberg („Gemüse-Visionär“), Marco Müller, Restaurant Rutz, Berlin („Innovative Küche“), Restaurant Haus Stemberg, Velbert („Lieblingsgasthaus“), Matthias Gförer, Restaurant Gutsküche Wulksfelde („Nachhaltigkeit“), Joachim Kaiser, Restaurant Meyers Keller, Nördlingen („Vorbildlicher Arbeitgeber“), Tobias Bätz, Restaurant Alexander Herrmann by Tobias Bätz, Wirsberg („Teamplayer“) sowie Ilona Scholl/Max Strohe, Aktion Kochen für Helden/Restaurant Tulus Lotrek, Berlin („Sonderpreis Solidarität“).

2021 wurden keine Gastro-Awards verliehen. Stattdessen kürte die Redaktion im Kontext der Auszeichnungen „Koch des Jahres“ und „Restaurant des Jahres“ „die 50 spannendsten deutschen Restaurants“, die sie in fünf Kategorien unterteilte (zeitgemäße Kochkunst, Regionalität, Impulsgeber, neue Generation, neue Genusskonzepte). Weblinks

feinschmecker.de

Einzelnachweise

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