Die Feuerwehrschulen in Österreich sind auf die einzelnen Bundesländer aufgeteilt. Die Feuerwehrschulen haben aber nicht nur die Aufgaben der Schulung von Feuerwehrmitgliedern. Neben Tätigkeiten, die einer normalen Feuerwehr, die bei größeren Einsätzen, die ortsansässigen Feuerwehren unterstützen, führen sie auch oft kleine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch. Ebenso werden auch Sachverständigen- und Gutachtertätigkeiten durchgeführt.

Weiters dient die Feuerwehrschule auch als überregionales Katastrophenlager, wo beispielsweise von Sandsäcken bis zu großen Notstromaggregaten alles für den Katastrophenhilfsdienst in Containern vorrätig gehalten wird.

Meist ist auch eine Alarmzentrale, die je nach Bundesland verschiedene Gebiete für die Alarmierung zuständig ist. Auch die Landeswarnzentralen der einzelnen Bundesländer haben hier einen ihrer Standorte, so dass sie auch jederzeit für Katastropheneinsätze für eine Koordinierung aller Einsatzkräfte zuständig sind.

Da die Feuerwehrmitglieder je nach Bundesland oft eine lange Anfahrtszeit zur Feuerwehrschule haben, sind auch Übernachtungsmöglichkeiten in der Schule vorhanden. Dies hat sich aber in den letzten Jahrzehnten stark geändert. Wurden die Auszubildenden früher kaserniert, so sind durch die geänderte Arbeitswelt oft nur kurze Ausbildungseinheiten möglich, wo keine Übernachtung notwendig ist.

Standorte von Feuerwehrschulen mini|Landesfeuerwehrschule Burgenland 1968 Burgenland Die Feuerwehrschule für die Mitglieder der burgenländischen Feuerwehr ist in Eisenstadt situiert.

Die Burgenländer hatten ab 1936 die Möglichkeit die niederösterreichische Feuerwehrschule, die zu dieser Zeit in Wiener Neustadt beheimatet war, zu besuchen. Für April 1938 war ein Baubeginn einer eigenen Schule geplant. Der dazwischen kommende Anschluss und der folgende Krieg machten diese Pläne zunichte und es wurde weiterhin Wiener Neustadt, auch für Frauen, als Ausbildungsstätte benützt. Im Jahr 1947 richtete Landesfeuerwehrkommandant Viktor Horvath in Oberberg-Eisenstadt im alten Propsteigebäude, dem heutigen Haus der Begegnung das Landesfeuerwehrkommando und die Feuerwehrschule ein.

Eine neue Schule wurde zwar schon im Jahr nach dem Staatsvertrag geplant. Realisiert konnte sie aber erst unter Horvath Nachfolger Ladislaus Widder im Jahr 1968 werden. Gebaut wurde sie am Stadtrand Eisenstadts in Richtung Leithagebirge. Im Jahr 1974 konnte der Bau durch die Errichtung eines Brandhauses erweitert werden. Es war auch immer bei der Feuerwehrschule das Kommando und die Landeswarnzentrale beheimatet. 1979 wurde auch das burgenländische Feuerwehrmuseum auf dem Areal eingerichtet.

Projekt Brand Ház Nachdem das alte Brandhaus, in dem bereits seit 1975 eine gemeinsame Ausbildung von burgenländischen und ungarischen Feuerwehrmitgliedern stattfand, nicht mehr benützt werden konnte, wurde mit Unterstützung der EU im Jahr 2009 ein Projekt gestartet, dass die Errichtung eines neuen Brandhauses zur gemeinsamen Ausbildung mit den Mitgliedern aus dem Komitats Győr-Moson-Sopron zum Ziel hat. Partner des Projektes creating the future sind der burgenländische Landesfeuerwehrverband als Lead-Partner und die Berufsfeuerwehr Sopron als Project-Partner., abgerufen am 27. Mai 2010.

Das Brandhaus (geplante Ausführung nach DIN-Norm 14097) wird auf dem Areal der bestehenden Landesfeuerwehrschule errichtet und besteht aus einem Stahlbetonbau mit Keller und drei Geschoßen. Über Beobachtung mittels Wärmebildkameras am Steuerstand und entsprechenden Sicherheitseinrichtungen gewährleistet man hohe Sicherheit für die Schulungsteilnehmer.

Der Bau der Schule mit dem Heißausbildungszentrum wurde im Herbst 2010 fertiggestellt und nach einem Probebetrieb im April 2011 eröffnet.

Kärnten Die Landesfeuerwehrschule Kärnten hat ihren Sitz beim Landesfeuerwehrkommando Kärnten in der Rosenegger Straße in Klagenfurt und bietet mit über 150 unterschiedlichen Lehrveranstaltungen ein breites Aus- und Weiterbildungsprogramm für die Kärntner Feuerwehrmitglieder an. Darüber hinaus ist die Aus- und Weiterbildung von Zivilpersonen am Sektor des „Betrieblichen Brandschutzes“ ein wesentliches Segment des Programms dieser Landesfeuerwehrschule.

Die Landesfeuerwehrschule ist die zentrale Bildungseinrichtung der Kärntner Feuerwehren zur Sicherstellung der kameradschaftlichen Aufgabenerfüllung im Brand-, Gefahren- und Katastrophenschutz.

Das modulare Ausbildungssystem der Landesfeuerwehrschule Kärnten, welches auf einer absolvierten Grundausbildung (Truppführerausbildung) aufbaut, bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Bereiche des Feuerwehreinsatzes in Theorie und Praxis kennenzulernen und die Fertigkeiten auszubauen und zu vertiefen. Dabei sollen die Teilnehmer praktische Erfahrungswerte sammeln, die nachhaltige Mehrwerte für ihre Tätigkeit im Rahmen von Einsätzen mit sich bringen.

Über 5.000 Kursteilnehmer sind pro Jahr an der Landesfeuerwehrschule Kärnten zu verzeichnen.

Die Landesfeuerwehrschule Kärnten hat sich im Besonderen auf die Atemschutz-, und die damit in Verbindung stehende Heißausbildung, spezialisiert. Neben optimalen Übungsmöglichkeiten, die ein gas- und ein echtbefeuertes Brandübungshaus, einen Realbrand-Container sowie ein modernes Infrastrukturgebäude umfassen, hat sich das Trainerteam intensiv mit dieser Thematik befasst.

Niederösterreich Die erste Feuerwehrschule in Niederösterreich wurde unter Landesfeuerwehrkommandant Ernst Polsterer, als dritte in Österreich, in Wiener Neustadt errichtet und begann im März 1933 ihren Ausbildungsbetrieb. Die Feuerwehr-Fachschule wurde vom damaligen Hauptmann-Stellvertreter der Feuerwehr Wiener Neustadt, Erich Lauberer, geleitet. Der Lehrplan umfasste vorläufig Führer-, Chargen-, Maschinisten-, Rauchschutz-, Rohrführer- sowie Amtswalterkurse. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus bestand diese Schule als Feuerwehrschule des Reichsgaues Niederdonau. Die damals eingeführte Ausbildungsvorschrift für den Feuerwehrdienst Die Löschgruppe 1:8 gilt im Groben aktuell noch immer.Josef Buchta: 140 Jahre Niederösterreichischer Landesfeuerverband. 1869–2009. Niederösterreichischer Landesfeuerwehrverband, Tulln 2009, ISBN 978-3-9502364-7-7, S. 235 f. Im Jahr 1943 trafen allerdings die ersten Bomben die Schule, 1945 war sie endgültig zerstört.

Im Juni 1947 konnte die Schule in Wiener Neustadt wieder eröffnet werden. Im Jahr 1950 übersiedelt sie aber endgültig nach Tulln, obwohl sich auch andere Städte dafür beworben hatten. Vorerst im ehemaligen Minoritenkloster untergebracht, wurde im Jahr 1957 ein Neubau in der Nussallee bezogen. Schulleiter war nach dem Krieg der spätere Landesfeuerwehrkommandant Karl Drexler. Später wurde Karl Lurf als Leiter eingesetzt. Im Jahr 1954 wurde die Feuerwehrschule unter dem Landesfeuerwehrkommandanten Drexler, bisher Landesverbandschule, direkt der Landesregierung unterstellt, die damit auch die Finanzierung übernahm. Die Schule, die im Zentrum Tulln lag, wurde mehrmals umgebaut und erweitert.

mini|Übungszentrum der neuen Landesfeuerwehrschule in Tulln

Als jedoch keine Erweiterungen mehr möglich waren, wurde 2004 mit dem Bau einer neuen Feuerwehrschule begonnen. Im Jahr 2006 wurde sie eröffnet. Diese ist auf einem Areal von 80 ha in etwa vier Mal so groß wie die bisherige Feuerwehrschule. Der neue Standort befindet sich am östlichen Stadtrand von Tulln Richtung Langenlebarn. Zusätzlich zu den Lehrsälen für die theoretische Ausbildung wurden zahlreiche Übungsobjekte errichtet, wie ein Brandhaus, Eisenbahnwaggons, Fahrzeugwracks, die in einem Übungsteich für Taucher versenkt werden können oder einen Übungstunnel. Dadurch können für die praktische Ausbildung die verschiedensten Szenarien dargestellt werden. Zum Zeitpunkt der Eröffnung galt sie als eine der modernsten in Europa.

Um das ganze Objekt als Sicherheitszentrum für das Land Niederösterreich einsetzen zu können, sind hier ebenfalls das NÖ Landesfeuerwehrkommando, der NÖ Zivilschutzverband, die Landesstelle für Brandverhütung, die Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz der NÖ Landesregierung sowie die NÖ Landeswarnzentrale untergebracht. Für das ganze Objekt wurden 44 Millionen Euro aufgewendet.

Im Jahr 2011 wurde ein europaweit einzigartiges Trainingszentrum gemeinsam mit dem in Niederösterreich ansässigen Gasversorger EVN errichtet und 2013 erweitert, in dem die Ausbildung bei Gasunfällen sowohl für die Feuerwehr als auch den Einsatztrupps der EVN realitätsnah durchgeführt werden kann.Trainingszentrum für Gasunfälle eröffnet. In: noe.orf.at, 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Jänner 2023.

Lehrgänge Einzelne Lehrgänge, vor allem die der Grundausbildung auf bestimmten Gebieten wie für die Truppführer, der Wasserdienst, den Atemschutz und Feuerwehrfunk werden in den einzelnen Feuerwehren durchgeführt. Die weiterführenden werden aber alle in der Feuerwehrschule selbst abgehalten.

Die Lehrgänge werden mehr und mehr als Tages- oder Abendseminare in Form von einzelnen Modulen durchgeführt, um auf die geänderten Berufsbedingungen der Feuerwehrangehörigen zu reagieren. Da diese auch geblockt besucht werden können, d. h. mehrere Abschnitte direkt hintereinander, ist es den Feuerwehrmitgliedern möglich in einem Gästehaus mit 100 Betten (36 Doppel- & 28 Einzelzimmer) kostenlos zu übernachten.

Seit 2007 werden an der Feuerwehrschule auch die UN Fire Fighter Basic Level Courses (UN FFBLC), abgehalten. In diesen wird die Ausbildung für vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz der Brandschutzeinheiten der Vereinten Nationen an allen Standorten weltweit durchgeführt.UN Basic Level Course. In: Brandaus, Heft 11/2010, S. 11.

Schulleitung Leiter der Schule ist seit November 2010 Franz Schuster, als Stellvertreter wurde Markus Bauer ernannt.

Frühere Schulleiter waren:Werner Mika, Martin Kerbl: 80 Jahre Niederösterreichische Landes-Feuerwehrschule. 1933–2013. NÖ Landes-Feuerwehrschule, Tulln 2013, OVB.

1933–1946: Erich Lauberer 1946–1947: Josef Strobel (provisorisch) 1947–1951: Karl Drexler (provisorisch) 1951–1954: Karl Lurf 1954–1955: Walter Krumhaar (stellvertretend) 1955–1957: Karl Lurf 1957–1959: Walter Krumhaar (stellvertretend) 1959–1961: Leopold Kappel(Todesanzeige:) 1961–1965: Walter Krumhaar (stellvertretend) 1965–1971: Johann Schmid (davon 1965–69 provisorisch) 1971–2000: Walter Ernst (davon 1971–72 provisorisch) 2001–2010: Friedrich Eigenschink

Oberösterreich mini|Oberösterreichischer Landesfeuerwehrverband mit angeschlossener Schule Bereits 1898 wurde beschlossen, eine gemeinsame Ausbildung für Oberösterreich in der Feuerwehrzentrale in Linz durchzuführen. Da der oberösterreichische Landtag aber keine finanziellen Mittel bereitstellt, scheitert dieses Projekt. Erst 1921 können die ersten Landesfachkurse regelmäßig in Linz abgehalten werden. Gegründet wird sie offiziell im Jahr 1927 als erste Feuerwehrschule des deutschsprachigen Bereiches.Feuerwehrmuseum St. Florian abgerufen am 14. Jänner 2017 1929 wird durch Adaptierungen in der aufgelassenen Permanganatfabrik innerhalb von fünf Monaten die Feuerwehrschule unter Landesrat Johann Kreilmayr eingerichtet. In den Kriegsjahren erfolgt die Ausbildung der Feuerschutzpolizei bis zum Unteroffiziersrang. Da die Schule nach dem Krieg durch US-Truppen besetzt war, konnten nur Wanderlehrgänge abgehalten werden. Im September 1948 kann sie jedoch bereits neuerlich eröffnet werden.80 Jahre Oberösterreichische Landesfeuerwehrschule in Linz im Jahrbuch 2011 der österreichischen Feuerwehren, Seite 50ff. Unter Landesbranddirektor Johann Huber wurde am Standort von Landesfeuerwehrkommando und Landesfeuerwehrschule 1995 bis 2011 ein umfangreiches Bauprogramm realisiert, das sich über vier Bauabschnitte erstreckte.Hans Gilbert Müller: Johann Huber, in: Oberösterreichischer Landesfeuerwehrverband (Hg.), Entwicklung des Feuerwehrwesens (= Historische Schriftenreihe des oberösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes 2), 3. Aufl., Linz 2019, S. 75–79.