mini|Malapterurus beninensis

Die Elektrischen Welse (Malapteruridae) (Gr.:, mala = weich, pteron = Flosse, oura = Schwanz) leben in den Süßgewässern des tropischen Afrika und im Nil. Die auch Zitterwelse genannten Tiere sind seit den detaillierten Aufzeichnungen der alten ÄgypterWestendorf, W. (1999). Handbuch der altägyptischen Medizin. Leiden/Boston/Köln: Brill. bekannt für ihre starken elektrischen Entladungen, welche zum Beutefang und zur Verteidigung eingesetzt werden.Bennett, M. V. L. (1971). Electric organs. In Fish Physiology (ed. W. S. Hoar and D. J. Randall), pp. 347–491. New York: Academic Press.

Merkmale Elektrische Welse werden zwölf Zentimeter bis zu 1,22 Meter lang und bis zu 25 kg schwer. Ihr Körper ist langgestreckt, zylindrisch und auf dem Rücken und an den Seiten meist von graubrauner Farbe. Sie haben keine Rückenflosse. Kurz vor dem Schwanzflossenstiel befindet sich eine große Fettflosse. Auch die Afterflosse steht weit hinten. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Alle Flossen sind ohne Flossenstacheln. Elektrische Welse haben drei Paare von Barteln, Nasalbarteln fehlen. Der Schultergürtel ist locker mit dem Schädel verbunden. Die Schwimmblase hat nach vorne gerichtete Auswüchse, zwei bei der Gattung Malapterurus, drei bei Paradoxoglanis.

Elektrisches Organ Zitterwelse können durch die Aktivierung ihres elektrischen Organs monophasische Stromimpulse erzeugen mit einer Impulsdauer von 2–3 ms und einer Spannung von bis zu 300 VoltBauer, R. (1968). Untersuchungen zur Entladungstätigkeit und zum Beutefangverhalten des Zitterwelses Malapterurus electricus Gmelin 1789 (Siluroidea, Malapteruridae, Lacep. 1803). Z. Vgl. Physiol. 59, 371–402. doi:10.1007/BF00365969Remmler, W. (1929). Untersuchungen über die Abhängigkeit der nach aussen ableitbaren, maximalen elektromotorischen Kraft des Malopterurus electricus von der Temperatur mit Hilfe des Oszillographen. Tierarztliche Hochschule zu Berlin.. Ihr elektrisches Organ ist aus Elektrozyten aufgebaut, welche aus Muskelzellen der Schultermuskulatur hervorgegangen sind.Johnels, A. G. (1956). On the origin of the electric organ in Malapterus electricus. Q. J. Microsc. Sci. 97, 455–464. Das elektrische Organ liegt unter der Haut der Fische und umhüllt nahezu den ganzen Körper. Während des Beutefangs entladen die Zitterwelse ihr elektrisches Organ mit einer Frequenz von bis zu 500 Hz.Belbenoit, P., Moller, P., Serrier, J. and Push, S. (1979). Ethological observations on the electric organ discharge behaviour of the electric catfish, Malapterurus electricus (Pisces). Behav. Ecol. Sociobiol. 4, 321–330. doi:10.1007/BF00303240 Diese hochfrequenten Entladungen können mehrere Sekunden andauern und die Muskulatur der Beutefische paralysierenWelzel, G. and Schuster, S. (2021). Efficient high voltage protection in the electric catfish. J. Exp. Biol. 224, jeb239855. Die dadurch gelähmte oder betäubte Beute kann dann vom Zitterwels geschnappt und gefressen werden. Zitterwelse können auch Defensiventladungen erzeugen, welche zur Verteidigung gegenüber Fressfeinden oder zum Aufschrecken von Beutefischen genutzt werden. Diese Defensiventladungen setzen sich aus 4–7 Entladungen zusammen, welche mit einer Frequenz von 250 Hz erzeugt werden.

Immunität gegenüber Stromschlägen Obwohl die starken elektrischen Entladungen der Zitterwelse die Muskulatur von Beutefischen aktiviert und lähmt, schaden sich Zitterwelse nicht selbst. Die Muskulatur und das Nervensystem der Zitterwelse sind immun gegenüber den eigenen Entladungen sowie den Entladungen von Artgenossen. Auch künstlich erzeugte Stromschläge haben keinen Einfluss auf die Funktion ihrer Muskulatur und ihres Nervensystems.

Systematik In der klassischen Systematik werden die Zitterwelse in die Überfamilie Siluroidea gestellt. Nach Molekularbiologischen Untersuchungen zählen sie innerhalb der Unterordnung der Siluroidei zur „Big Africa“-Gruppe.

Gattungen und Arten mini|Malapterurus microstomus Gattung Malapterurus Agassiz, 1846 Malapterurus barbatus Norris, 2002 Malapterurus beninensis Murray, 1855 Malapterurus cavalliensis Roberts, 2000 Zitterwels (Malapterurus electricus) (Gmelin, 1789) Malapterurus leonensis Roberts, 2000 Malapterurus melanochir Norris, 2002 Malapterurus microstomus Poll & Gosse, 1969 Malapterurus minjiriya Sagua, 1987 Malapterurus monsembeensis Roberts, 2000 Malapterurus murrayi Norris, 2002 Malapterurus occidentalis Norris, 2002 Malapterurus oguensis Sauvage, 1879 Malapterurus polli Norris, 2002 Malapterurus punctatus Norris, 2002 Malapterurus shirensis Roberts, 2000 Malapterurus stiassnyae Norris, 2002 Malapterurus tanganyikaensis Roberts, 2000 Malapterurus tanoensis Roberts, 2000 Malapterurus teugelsi Norris, 2002 Gattung Paradoxoglanis Paradoxoglanis caudivittatus Norris, 2002 Paradoxoglanis cryptus Norris, 2002 Paradoxoglanis parvus Norris, 2002

Einzelnachweise

Literatur

Weblinks

Kategorie:Welse