Der NE 81 ist ein vierachsiger Dieseltriebwagen, der speziell für die Nichtbundeseigenen Eisenbahnen konzipiert und erstmals 1981 ausgeliefert wurde. Ebenfalls als NE 81 bezeichnet werden die dazugehörigen Steuerwagen und Beiwagen. Seit 2006 besitzt auch die Deutsche Bahn AG gebraucht erworbene Fahrzeuge dieses Typs, sie bezeichnet die Triebwagen als Baureihe 626 beziehungsweise die Steuerwagen als Baureihe 926. Insgesamt wurden 26 Triebwagen, 14 Steuerwagen und drei Beiwagen hergestellt.

Geschichte Der NE 81 wurde in den 1970er Jahren von O&K entwickelt. Er ist besonders auf die Anforderungen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE) mit mittlerem Verkehr zugeschnitten. Die bereits in der ersten Hälfte der 1970er Jahre für die Deutsche Bundesbahn entwickelten Dieseltriebwagen der Baureihen 627.0 und 628.0 waren hierfür nicht geeignet, da sie auf ihren jeweiligen Einsatzstrecken nicht als Schlepptriebwagen im Güterverkehr eingesetzt werden konnten. Mit einer maximalen Anhängelast von 400 Tonnen erfüllt der NE 81 diese Anforderung. Doch noch vor Fertigstellung des ersten Fahrzeugs im Berliner Werksteil stellte O&K den Bau von Schienenfahrzeugen ein und verkaufte die laufende Produktion des NE 81 an Waggon Union (WU).

An der Konstruktion war auch DUEWAG beteiligt. Die elektrischen Falttüren der NE 81 entsprechen in ihrer Bauart und Steuerung den Straßen- und Stadtbahnen des Unternehmens.

Erste Serie mini|links|NE 81 der ersten Serie der SWEG Die ersten Fahrzeuge wurden 1981 ausgeliefert. Die Württembergischen Nebenbahnen (WN) – die 1984 in der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) aufgingen – erhielten zwei Triebwagen und einen Steuerwagen, die Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG) sechs Triebwagen und die Kahlgrund Verkehrs-GmbH (KVG) zwei Triebwagen. Diese drei Bahngesellschaften wirkten auch bei der Entwicklung mit. Außerdem wurde ein Triebwagen an die Regentalbahn (RAG) geliefert. Die Fahrzeuge der ersten Lieferung haben Drehgestelle von Orenstein & Koppel (O&K) und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Aus zweiter Hand erhielten später die Schwäbische Alb-Bahn (SAB), die Nord-Ostsee-Bahn (NOB), die Hochwaldbahn (HWB) und die Westfrankenbahn (WFB) je einen Triebwagen. Zwei Triebwagen gab die SWEG 1994 an die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) ab, sie wurden jedoch bei einem Unfall 1998 zerstört.

1985 wurde eine weitere Serie aufgelegt, beliefert wurde die SWEG mit zwei Triebwagen, zwei Beiwagen und sechs Steuerwagen, die Regentalbahn erhielt einen Triebwagen und zwei Steuerwagen und die KVG zwei Steuerwagen. Ab 1985 wurden Drehgestelle von Waggon Union eingebaut, die eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ermöglichen. Drei Steuerwagen gingen 1994 an die AVG, heute ist einer davon bei der SWEG und zwei bei der WEG – davon einer zum Beiwagen umgebaut.

Zweite Serie mini|links|NE 81 der zweiten Serie der WEG, hier im Einsatz auf der Strohgäubahn Im Jahr 1993 wurde eine modifizierte Form ausgeliefert. Hierbei wurden neue Sitze eingebaut und die Front mit neuen Scheinwerfern versehen. Die Frontscheibe wurde verkleinert und anstelle der integrierten Rollbandanzeige eine separate Matrixanzeige zum Anzeigen des Fahrtziels eingebaut. Die Motorleistung stieg auf 2×250 kW an, die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h. Die letzten Fahrzeuge wurden 1995 bereits vom Unternehmen ABB Henschel ausgeliefert, das die Waggon Union übernommen hatte. Die Lieferung der letzten Serie ging 1994 und 1995 an die WEG (zwei Triebwagen und ein Steuerwagen für die Strohgäubahn sowie drei Triebwagen und zwei Steuerwagen für die Wieslauftalbahn), an die KVG (ein Triebwagen), an die HzL (drei Triebwagen und ein Steuerwagen) und drei Triebwagen an die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB). Letztere verkaufte ihre Fahrzeuge 2006 an die HzL für den Einsatz auf dem Seehäsle, wo sie bis Ende 2008 verkehrten; inzwischen sind sie bei der SWEG im Einsatz. Der Triebwagen der KVG ist heute bei der Deutschen Bahn.

Zu weiteren Neuauslieferungen kam es nicht mehr, da seit 1996 mit dem Regio-Shuttle von Adtranz (heute Stadler Rail) ein niederfluriges und wesentlich stärkeres Fahrzeug zur Verfügung steht, das auf Konzepten des NE 81 beruht und in der Variante mit Schraubenkupplung auch eine gemischte Vielfachsteuerung mit NE 81 ermöglicht.

2016 kaufte die Schwäbische-Alb-Bahn von der WEG den Triebwagen VT 413 und den Steuerwagen VS 250, damit hat sie nun je drei Trieb- und Steuerwagen.

Ebenfalls in diesem Jahr kaufte die Gesellschaft für Eisenbahnbetrieb mbH von der WEG den Triebwagen VT 412 und den Beiwagen VB 241 für ihre Verkehre auf der Schwäbischen Waldbahn.

Die Hochwaldbahn betreibt einen Triebwagen für Gelegenheitsverkehre. Aufgrund der Auslieferung neuer niederfluriger und klimatisierter Triebwagen und entsprechender Anforderungen bei Streckenausschreibungen dienen viele NE 81 nur noch als Reserve. 2013 erwarben die EGP (Eisenbahngesellschaft Potsdam, für ihr Tochterunternehmen HANS) den VT 120 und zwei VB von der SWEG.

Der VT 420 der WEG wurde 2014 von Thales übernommen und wird als Erprobungsträger für ETCS verwendet. Am 6. September 2018 war dieser Triebwagen an der ersten Fahrt mit ETCS Level 3 im Netz der Deutschen Bahn, auf der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg, beteiligt. Für über mehrere Jahre geplante Testfahrten im Digitalen Knoten Stuttgart wurde das Fahrzeug später umgebaut.

Einsatzgebiete mini|NE 81 der Hanseatischen Eisenbahn GmbH in Groß Quassow, 2016

Privatbahnen Stand 2025 setzen noch folgende Eisenbahnverkehrsunternehmen NE 81 ein: Unternehmen Anzahl VT Anzahl VS Anzahl VB Nummern Strecken Stauden-Verkehrs-Gesellschaft (SVG) 2 2 0 VT 02, VT 08, VS 29 (nicht in Betrieb), VS30 Gessertshausen–Markt Wald Hanseatische Eisenbahn (HANS) 2 0 1 VT 43, VT 120, VB 240www.privat-bahn.de: HANSeatische Eisenbahn GmbH (HANS) abgestellt in Meyenburg nach Fristablauf Schwäbische Alb-Bahn (SAB) 8 3 1 VT 410, VT 411, VT 413, VT 128, VT 129, VT 41 (ex HzL), VT 42 (ex HzL), VT 43 (ex HzL), VS 16 (ex HzL), VS 201, VS 250, VB 241 Ulm–Schelklingen, Engstingen–Schelklingen, Engstingen–Gammertingen, Amstetten–Ulm, Amstetten–GerstettenGesellschaft für Eisenbahnbetrieb mbH 1 1 0VT 412, VS 220 gelegentlich bundesweiter Einsatz Thales 1 0 0 VT 420 Erprobungsträger für European Train Control System

DB-Baureihen 626 und 926 mini|Triebwagen 626 982 der Westfrankenbahn, 2012 Im Herbst 2006 übernahm die Deutsche-Bahn-Tochtergesellschaft Westfrankenbahn (WFB) von der KVG – an der sie mit 28 Prozent des Stammkapitals beteiligt ist – drei Triebwagen und zwei Steuerwagen, die nach dem im Dezember 2005 erfolgten Betreiberwechsel auf der Bahnstrecke Kahl–Schöllkrippen von dieser nicht mehr benötigt wurden. Die Deutsche Bahn integrierte die Fahrzeuge unter den Baureihenbezeichnungen 626 bzw. 926 in den Bestand, ferner wurden die Fahrzeuge nach dem aktuellen verkehrsroten Farbkonzept von DB Regio umlackiert. Sie dienen als betriebliche Reserve und werden aufgrund ihrer Zugkraft auch vor Bauzügen oder als Schleppfahrzeug bei Überführungsfahrten eingesetzt.https://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/403889/kategorie/deutschland~triebzuege~br-626-ne-81.html - https://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/560450/kategorie/Deutschland~Sonstiges~Uberfuhrungsfahrten.html

Der Steuerwagen 926 984-6 (ehemals KVG VS 184) und der Triebwagen VT 43 (ehemals KVG VT 80) gingen schließlich in den Besitz der HWB über. Im Dezember 2012 wurde der VT 43 von dieser an die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) weiterverkauft und läuft seit 7. Januar 2013 mit neuer Lackierung im Planeinsatz an der Mecklenburgischen Seenplatte und in der Prignitz.

Verbleib der Fahrzeuge mini|NE 81 der ersten Serie der WEG, hier VT 410 im Originallack bei Korntal mini|NE 81 der zweiten Serie der HzL mini|NE 81 „VT 126“ der SWEG im Einsatz als Schlepptriebwagen mit Güterzug mini|626 982-2 eingereiht in einem Bauzug mini|VT 129 und VS 250 am 21. Dezember 2025 in Münsingen Bezeich­nung(en)Bau­jahrNVR-NummerBahngesell­schaftenBemerkungenerhal­tenim EinsatzVT 120198195 80 0626 120-9 D-HANSSWEG, 2013: EGP, 2014: HANS2010–2013 bei SWEG abgestellt, Aufbereitung bei EGP, seit 2014 bei Hanseatische Eisenbahn (626 120-9 D-HANS)janeinVT 121198195 80 0626 121-7 D-HZLSWEG, 2008: HZL2016 bei HZL in Gammertingen nach Fristablauf verschrottetnein ---VT 122198195 80 0626 122-5 D-SWEGSWEG2011 bei SWEG nach Unfall verschrottet, davor Ersatzteilspendernein ---VT 123 1994: VT 4531981 –SWEG, 1994: AVG, 1998: WEGFahrzeug erlitt 1998 bei AVG bei Zusammenstoß mit VT 454 einen Totalschaden, 1998 an WEG, dort Ersatzteilspender, 2001 bei WEG in Weissach zerlegtnein ---VT 124 1994: VT 4541981 –SWEG, 1994: AVGFahrzeug erlitt 1998 bei Zusammenstoß mit VT 453 einen Totalschaden, 1999 bei AVG verschrottetnein ---VT 125198195 80 0626 125-8 D-OTTOSWEG, 2019: Technischer Handel Otto Rentschler, 2021: Einsatz bei AVL2015 nach Überfahren einer Gleissperre in Ottenhöfen abgestelltjaneinVT 410198195 80 0626 410-4 D-SABWEG, 2013: SABFahrzeug bei SAB seit 2014 abgestellt in Münsingen, ErsatzteilspenderjaneinVT 411198195 80 0626 044-1 D-SABWEG, 2003: NOB, 2011: WEG, 2013: SABAbgestellt. Warten auf HUjaneinVT 80 2006: VT43198195 80 0626 043-3 D-HANSKVG 80, 2006: HWB, 2013: EGP, neue HU, 2014: HANSjaneinVT 81198195 80 0626 981-4 D-WEEKVG, 2006: DB 626 981, 2018: WEESonderfahrt von Bersenbrück zum Ankumer Dorffest. Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 27. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018.jajaVT 02198195 80 0626 002-9 D-STVGRBG, 2016: StaudenbahnFahrzeug seit 2016 bei Staudenbahn AugsburgjaneinVS 220198295 80 0926 220-4 D-SABWEG, 2013: SAB, 2019: Gesellschaft für EisenbahnbetriebFahrzeug in Schorndorf abgestellt, wurde vermutlich gegen VB241 getauschtjaneinVS 29198595 80 0626 029-2 D-STVGRBG, 2016: StaudenbahnabgestelltjaneinVS 30198595 80 0626 030-0 D-STVGRBG, Staudenbahnin BetriebjajaVT 08198595 80 0626 008-6 D-STVGRBG, Staudenbahn Neulackin BetriebjajaVS 183198595 80 0926 983-7 D-WEEKVG, 2006: DB 926 983-8; 2018: WEEFahrzeug erhielt verkehrsrote LackierungjaneinVS 184198595 80 0926 984-5 D-WEEKVG, 2006: DB 926 984-6; 2018: WEEFahrzeug erhielt verkehrsrote LackierungjajaVS 200 1994: VS 470

2002: VS 200198595 80 0926 200-6SWEG, 1994: AVG, 2002: SWEG; ?Fahrzeug ging nach Unfall der AVG-Triebwagen VT 453 + VT 454 zurück an SWEGjajaVS 201 1994: VS 471

2004: VS 201198595 80 0926 201-4 D-SABSWEG, 1994: AVG, 2004: WEG, 2013: SABim EinsatzjajaVS 202198595 80 0926 202-2 D-THADESWEG, ?: THALESim EinsatzjajaVS 2031985 –SWEGFahrzeug erlitt 2006 einen Brandschaden, wurde danach verschrottetNein ---VS 204198595 80 0926 204-8 D-SWEGSWEG2018 bei SWEG in Offenburg verschrottetnein ---VB 240198595 80 0926 240-2 D-HANSSWEG, 2013: EGP (Kennung D-HANS)für Sonderzüge der Hanseatischen Eisenbahn im EinsatzjaneinVB 241 1994: VB 477

2004: VB 241198595 80 0926 241-0 D-DBKSWEG, 1994: AVG, 2004: WEG 2016: Schwäbische Waldbahn, 2019: SABFahrzeug steht in Münsingen als Materiallager für die Werkstatt Vermutlich getauscht gegen VS220janeinVB 242198595 80 0926 242-8 D-EGPSWEG, 2013: EGP (Hanseatische Eisenbahn)als Ersatzteilspender in Meyenburg abgestelltjaneinVT 126198595 80 0626 126-6 D-SWEGSWEGMärz 2018 verschrottetneinneinVT 127198595 80 0626 127-4 D-SWEGSWEG2018 in Offenburg verschrottetneinneinVT 82199395 80 0626 982-2 D-ALPHAKVG, 2006: DB 626 982; 2018: WEE; 2022: Alpha Rail TeamjajaVT 41199395 80 0626 141-5 D-SABHzL; 2021 SABim EinsatzjajaVT 42199395 80 0626 142-3HzL; 2021 SAB; 2024 Vosslohim EinsatzjajaVT 43199395 80 0626 143-1 D-SABHzL; 2021 SABabgestellt (Brandschaden 2020)janeinVS 16199395 80 0626 144-9 D-SABHzL; 2021 SABim EinsatzjajaVT 412199395 80 0626 412-0 D-DBKWEG, 2016: Schwäbische WaldbahnFreizeitverkehrjajaVT 413199395 80 0626 413-8 D-SABWEG, 2016 SABim EinsatzjajaVS 250199395 80 0926 250-1 D-SABWEG, 2016 SABim EinsatzjajaVT 60 2009: VT 128199395 80 0626 128-2 D-SABBOB, 2005: HzL, 2009: SWEG, 2019: SABim EinsatzjajaVT 61