mini|hochkant|Klemmenbezeichnung auf einem Relais Eine Klemmenbezeichnung ist im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Kraftfahrzeugelektrik eine Hilfszahl oder ein Buchstabe, um das Anschließen von Leitungen, aber auch die Fehlerdiagnose mithilfe eines Schaltplans in Kraftfahrzeugen, Automatisierungsanlagen oder Schaltschränken zu vereinfachen. Sie ist an oder nahe bei der Klemme angebracht und oft auch an der dort anzuschließenden bzw. angeschlossenen Leitung.

Grundlagen Die Klemmenbezeichnungen sind für bestimmte Signale oder Pole teilweise genormt oder üblich. Ein Beispiel sind die Buchstabenkennzeichnungen der Anschlussklemmen von Stromwandlern oder der Anschlüsse von Asynchronmotoren. Klemmenbezeichnungen sind für unterschiedliche Geräte in verschiedenen Normen angegeben. Für Kraftfahrzeuge sind die Klemmenbezeichnungen in Deutschland in der Reihe DIN 72552 genormt. Aber auch abweichende, herstellerspezifische Bezeichnungen sind möglich. Klemmenbezeichnungen sind nicht gleichzeitig Leitungsbezeichnung, da an beiden Enden einer Leitung Bauteile mit unterschiedlichen Klemmenbezeichnungen angeschlossen sein können.

Liste der Klemmenbezeichnungen in Kfz und ihre Bedeutung

Numerische Bezeichnungen Zündanlage 1 – Klemme an der Zündspule. Kabel führt zum Unterbrecherkontakt bzw. Zündsteuergerät 4 – Hochspannungsleitung von der Zündspule zum Zündverteiler. 4a – Zündspule I Klemme 4 (bei mehreren Zündspulen) 4b – Zündspule II Klemme 4 (bei mehreren Zündspulen)

Geschaltetes Plus 15 – geschaltetes Plus vom Zündstartschalter 15a – Ausgang am Vorwiderstand zu Zündspule und Starter 15r – Zündschloss-Radiostellung (Wake-UP)

Glühanlage 15 – Eingang Glühstartschalter 17 – Glühanlage – starten 19 – Glühanlage – vorglühen 50 – Startersteuerung

Batterie 29 – Batterie-Plus, hinten, mit Crash-Abschaltung 29a – Batterie-Plus abgesichert, hinten, mit Crash-Abschaltung 30 – Plusleitung direkt von der Batterie 30a – Plusleitung von 2. Batterie, (Batterieumschaltgerät 12/24 V) 30ALM – Ambiente Licht Modul 30AT – Autonome Energieversorgung 30b – Kl. 30, geschaltet vom Warnblinkschalter 30c – Analoges Crash Signal 30f – Kl. 30, Abschaltung bei schwacher Batterie 30g – geschaltete Plusleitung direkt von der Batterie – nicht zu verwechseln mit Klemme 15 30L – Dauerplus 30t – Kl. 30 für Transportmodus 31 – Minusleitung direkt von der Batterie oder Fahrzeugmasse 31a – Minusleitung 2. Batterie 31AT – Minusleitung autonome Energieversorgung 31b – geschaltete Masse-/Minusklemme (alt: Unterbrecher) 40 – Plusleitung direkt von der 48V-Batterie 41 – Minusleitung der 48V-Batterie

Elektromotoren 32 – Rückleitung Elektromotor 33 – Hauptanschluss Elektromotor 33a – Endabschaltung Elektromotor 33b – Nebenschlussfeld Elektromotor 33f – für zweite kleinere Drehzahlstufe Elektromotor 33g – für dritte kleinere Drehzahlstufe Elektromotor 33h – für vierte kleinere Drehzahlstufe Elektromotor 33L – Drehrichtung links Elektromotor 33R – Drehrichtung rechts Elektromotor

Fahrtrichtungsanzeiger mini|Interna eines Kfz-Blinkrelais 49 – Eingang Blinkgeber 49a – Ausgang Blinkgeber 49b – Ausgang zweiter Blinkgeber 49c – Ausgang dritter Blinkgeber

Startschalter 50 – Startinformation am Starter (Magnetschalter) 50A – Startinformation an Batterieumschalter 12/24V

Generator 51 – + Gleichrichter Generator Scheibenwischer mini|Verschiedene Kfz-Relais mit eingebauten elektronischen Steuerungen und Benennung der Klemmen

53 – Eingang Wischermotor Plus 53a – Endabstellung Plus (Kontakt zu 53e, bei End-Stellung offen, z. B. über Sicherung an Klemme 15) 53b – Nebenschlusswicklung (alt, inzwischen im Allgemeinen zusätzlicher Schleifkontakt für Langsamlauf) 53c – Scheibenspülerpumpe (Scheibenreinigungsanlage) 53e – Bremswicklung (Kontakt zu 53a, bei End-Stellung offen, z. B. über Schalter bei Aus-Stellung an Klemme 53) 53i – Wischermotor mit Permanentmagnet und dritter Bürste (hohe Geschwindigkeit)

Beleuchtung 54 – Bremslicht 54f – Bremslicht über (Tarn-)Lichtschalter 54g – Nebelschlussleuchte (ursprünglich für die elektrische Ansteuerung einer Anhängerbremse beim Lkw gedacht) 54L – Brems-Blinkleuchte links 54R – Brems-Blinkleuchte rechts S54 – Tarn-Bremslicht 55 – Nebelscheinwerfer 56 – Scheinwerferlicht (Eingang Umschaltrelais) 56a – Fernlicht und Kontrollleuchte 56b – Abblendlicht 56d – Lichthupe S56 – Tarnlicht vorne 57a – Parklicht 57L – Parklicht links 57R – Parklicht rechts 58 – Begrenzungs-, Kennzeichen-, Instrumenten-, Schlussleuchten 58b – Schlusslichtumschaltung bei Einachsschleppern 58c – Anhängersteckvorrichtung, einadrig verlegtes und im Anhänger abgesichertes Schlusslicht 58d – Regelbare Instrumentenbeleuchtung 58e – Stand-/Instrumentenlicht 58g – Gedimmte Innenbeleuchtung 58L – Lichtschalterklemme f. linke Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar 58R – Lichtschalterklemme f. rechte Begrenzungs- u. Schlussleuchten, wenn getrennt schaltbar, Kennzeichenleuchte S58 – Tarnlicht hinten. S58b – Leitkreuz 61 – Klemme am Gleichrichter und Klemme am Regler für deren gegenseitige Verbindung zur Regulierung der DF-Spannung (Erregerspannung) und Ableitung für reglerseitigen Anschluss der Ladekontrollleuchte

Akustische Einrichtungen 71 – Horn Sondereinrichtungen an manchen Fahrzeugen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben 71a – Tiefton-Horn bei Folgetonhorn („ta“) 71b – Hochton-Horn bei Folgetonhorn („tü“) 72 – Kennleuchte (Rundum/Blitz) 75 – Autoradio / Zigarettenanzünder 76 – Lautsprecher 77 – Türventilsteuerung

Schalter 81 – Eingang am Schalter (Wechsler/Öffner) 81a – 1. Ausgang am Schalter (Wechsler/Öffner) 81b – 2. Ausgang am Schalter (Wechsler/Öffner) 82 – Eingang am Schalter (Schließer) 82a – Erster Ausgang am Schalter (Schließer) 82b – Zweiter Ausgang am Schalter (Schließer) 83 – Eingang am Schalter (Mehrstufenschalter) 83a – Erster Ausgang am Schalter (Mehrstufenschalter) 83b – Zweiter Ausgang am Schalter (Mehrstufenschalter)

Relais mini|Handelsübliches Kfz-Relais mit 30 Ampere Kontaktstrombelastbarkeit und Benennung der Klemmen 84 – Eingang Stromrelais, Antrieb/Relaiskontakt 84a – Ausgang Stromrelais, Antrieb (Rundumkennleuchte links) 84b – Ausgang Stromrelais, Relaiskontakt (Kontrollleuchte Rundumkennleuchte links) 84c – Ausgang Stromrelais, Antrieb (Rundumkennleuchte rechts u. a.) 84d – Ausgang Stromrelais, Relaiskontakt (Kontrollleuchte Rundumkennleuchte rechts u. a.) 85 – Ausgang Schaltrelais, Minus, Steuerstromkreis am Relais 85c – Einschaltsignal für Tonfolgerelais 86 – Eingang Schaltrelais, Plus, Steuerstromkreis am Relais 86s – Eingang Schaltrelais Alarmanlage

Kontakte 87 – Eingang Arbeitsstromkreis am Relais (Öffner und Wechsler) 87a – Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Öffner) 88 – Eingang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer) 88a – Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer) 88b – Ausgang Arbeitsstromkreis am Relais (Schließer, verbindet auch mit 88a)

Nichtnumerische Bezeichnungen B+ – Batterieplus am Drehstromgenerator B– – Batterieminus am Drehstromgenerator C – Kontrollleuchte für Fahrtrichtungsanzeiger C0 – Hauptanschluss für vom Blinkgeber getrennte Kontrollleuchte C2 – zweite Kontrollleuchte (für Fahrtrichtungsanzeiger am Anhänger) C3 – dritte Kontrollleuchte (für Fahrtrichtungsanzeiger am zweiten Anhänger) D+ – Dynamoplus D– – Dynamominus DF – Dynamofeld am Generatorregler (Reglerspannung) W – Drehzahlsignal am Drehstromgenerator L – Blinker links R – Blinker rechts TD – Signal für Motordrehzahl

Herstellerspezifische Klemmenbezeichnungen ACC – Accumulator oder Accessory (Zubehör), geschaltet über Zündschlüsselstellung. Reiner Batteriebetrieb, noch vor Zündung Klemme 15 +APC – plus après contact, in französischen Fahrzeugen üblicherweise mit Klemme 15 gleichbedeutend, nach „Zündung ein“ durch Zündschlüsselschalter IG – (ignition) Zündung (andere Bezeichnung für Klemme 15) WW – Wisch/Wasch (zum Beispiel am Heckscheibenwischer) INT – Intervall (Heckscheibenwischer) R – Radio (Zündschlüsselstellung) S – Zubehör (Radio, Gurtwarnkontrolle etc.), geschaltet über reines Einstecken des Zündschlüssels. Reiner Batteriebetrieb, nicht sehr hoch belastbar. ST – Starter (Anlass-Zündschlüsselstellung) X – Zündung/Klemme15, daran angeschlossene Einrichtungen werden beim Anlassvorgang zur Entlastung des Akkus abgeschaltet

Klemmenbezeichnung in Schaltanlagen und industriellen Anlagen In Schaltanlagen und industriellen Anlagen werden Klemmen nach einem Klassifizierungsprinzip gemäß EN 81346-2 bezeichnet. Entsprechend diesem Prinzip werden Objekte nach Aufgabe, örtlicher Lage und prinzipieller Funktion sogenannten Kennbuchstaben zugeordnet. Alle (elektrischen) Verbindungselemente wie Anschlussverteiler, Stecker, Klemme, Klemmenblock, Klemmenleiste werden dabei mit dem Kennbuchstaben X gekennzeichnet. Für eine genauere Klassifizierung sind auch Doppelbuchstaben gemäß Tabelle 2 der Hauptklasse X möglich – z. B. XD = elektrische Verbindungen (≤ 1000 V AC oder ≤  1500 V DC) oder XF = Verbindungen in Datenübertragungsnetzen.

Das Kennzeichnungssystem besteht aus einer festen Abfolge von Kennzeichnungsblöcken, beginnend mit dem Anlagenkennzeichen (einschließlich der Ortskennzeichnung), gefolgt von einem Bindestrich und dem Kennbuchstaben für das Gerät nach dessen vorgesehenem Zweck oder vorgesehener Aufgabe; hier: verbinden, daher –X. Diesem Kennbuchstaben folgt eine Ordnungszahl, die Aufschluss darüber gibt – um das wievielte Element dieser Art es sich in einer bestimmten Anlageneinheit (z. B. im Schaltschrank 1) handelt. In elektrischen Schaltanlagen kann man davon ausgehen, dass mit –X meist Klemmleisten oder mehrpolige Steckverbinder gemeint sind. Der eigentliche Anschlusspunkt an einem Gerät (z. B. an einer Klemmleiste) wird durch einen Doppelpunkt (:) vom Kennbuchstaben abgesetzt dargestellt, z. B.: -X2:100.

Im Gegensatz zur Kfz-Technik gibt es keine feste Zuordnung bestimmter Klemmennummern zu gegebenen Funktionen. Davon ausgenommen sind die Anschlussklemmen von funktionalen Geräten, z. B. a/b für eine Betätigungsspule 13/14 für einen „Schließer“-Kontakt usw.

Telefonie Im (Festnetz-)Telefonsystem ist ein Bezeichnungsschema üblich.

Bei TAE-Steckdosen der deutschen Telekom existieren folgende Klemmenbezeichnungen:Hubert Zitt: ISDN & DSL für PC und Telefon. S. 67.

Klemme Signal Bedeutung Funktion1 La a-Ader Amtsleitung2 Lb b-Ader Amtsleitung3 W Wecker für zusätzlichen Wecker4 E Erde für Steuersignale, z. B. in einer Telefonanlage5 b2 b-Ader zur Weiterleitung von Lb zur nächsten Dose6 a2 a-Ader zur Weiterleitung von La zur nächsten Dose

In Österreich sind hingegen folgende Bezeichnungen üblich: Klemme Funktiona, b ankommende (Amts-)Leitunga1, b2 abgehende (Amts-)LeitungW2(, W2) Anruforgan steckbar (Zusatzwecker)

Klemmenbezeichnungen sind auch wesentlich beim Verschalten der Elemente von Haussprechanlagen, die Läuten vom Haustor oder der Etage vermitteln, Sprech- und eventuell, zumeist Einweg-Videoverbindung herstellen und eine ferngesteuerte Türöffnung erlauben. Solche Anlagen können mit (eher früher:) Wechselstrom, oder aber positiver oder negativer Gleichspannung, sowie ohne und mit Transistorverstärkung betrieben werden, das Klingelbrett mit Glühlampen oder LEDs beleuchten und sind schon von daher nur begrenzt kompatibel. Klemmenbezeichnungen wie 0 für Masse, und B+ bzw. B– für Spannungsversorgung („Batterie“) sind verbreitet, andere jedoch hersteller- oder modellspezifisch.

Literatur Fachbücher Jürgen Kasedorf, Richard Koch: Service-Fibel für die Kfz-Elektrik. Vogel Buchverlag, ISBN 3-8023-1881-1; 14. Auflage, 2001 (400 S.). Hubert Zitt: ISDN & DSL für PC und Telefon. Markt+Technik Verlag, München 2005, ISBN 3-8272-6987-3.

Fachbroschüren Bosch Technische Unterrichtung Schaltzeichen und Schaltpläne der Kraftfahrzeugelektrik. Robert Bosch GmbH, Stuttgart, VDT-UBE 001/10.